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Ali Erbas

Oberster religiöser Vertreter der Türkei: CSD ist Ketzerei

Der oberste islamische Vertreter der Türkei schockiert mit diskriminierenden Äußerungen. Für Volker Beck ist das "ein Angriff auf die Menschenrechte von LGBT".


Ali Erbas ist seit September 2017 Chef des Amtes für religiöse Angelegenheiten (Bild: Diyanet)

Ali Erbas, der Präsident des staatlichen türkischen Amtes für religiöse Angelegenheiten (Diyanet), bezeichnete am Dienstag den CSD als Ketzerei und Propaganda. Wie türkische Medien melden, erklärte der oberste Vertreter des Islams in der Türkei bei einer religiösen Konferenz in der Millionenstadt Konya: "Es ist die Pflicht von uns allen, aufzuklären und unsere Kinder und junge Menschen vor solch abartigen Konzepten zu schützen."

Das Konzept der Akzeptanz Homosexueller widerspreche der Schöpfung, weil Frauen nicht mehr Mütter und Männer nicht mehr Väter sein wollten. Diese Ansichten seien nicht nur Teil des Islam, sondern von allen Religionen, behauptete Erbaş. Gleichzeitig kritisierte der Diyanet-Präsident Islamophobie in der Welt – dies sei ein ernstes Menschenrechtsproblem, das auf Rassismus basiere.

Diyanet ist keine rein religiöse Organisation, sondern untersteht direkt der türkischen Regierung. Präsident Recep Tayyip Erdogan nutzte in den letzten Jahren viele Gelegenheiten, um Diyanet konservativer zu machen. So feuerte Präsident Erdogan nach dem Putschversuch von 2016 rund 500 Geistliche, von denen viele als liberal galten – offiziell beschuldigte er sie, Terroristen zu sein.

Die staatliche Organisation hat auch Einfluss auf Deutschland: Diyanet entsendet islamische Geistliche in die Bundesrepublik, die dann in Moscheen der DITIB arbeiten. DITIB ist laut Beobachtern eine Marionette der Regierung in Ankara. Es gab immer wieder Berichte über homofeindliche Vorfälle in der Organisation – so hetzte ein Imam in Bad Säckingen gegen "perverse" Homosexuelle (queer.de berichtete).

Volker Beck: "Wer der Diyanet folgt, folgt Verfassungsfeinden"

Kritik an Diyanet übte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne): Die Äußerungen seien "nicht nur hinterwäldlerische Theologie, sondern auch die Propaganda, die die Unterdrückung des [CSD Istanbul] rechtfertigt". Das sei "ein Angriff auf die Menschenrechte von LGBT. Wer der Diyanet folgt, folgt Verfassungsfeinden", so Beck.

Twitter / Volker_Beck

Die CSD-Demo in Istanbul war zuletzt fünf Mal in Folge verboten worden (queer.de berichtete). Als LGBTI-Aktivisten am vergangenen Wochenende trotzdem für gleiche Rechte auf die Straße gingen, setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein (queer.de berichtete). (dk)



#1 FliegenAnonym
#2 seb1983
  • 03.07.2019, 16:00h
  • Und sowas landet über türkisches TV und hier bei uns über DITIB in tausenden Predigten, Büchern und Artikeln und letztendlich auch in Kinderzimmern und hetzt die Menschen auf.
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#3 Homonklin44Profil
  • 03.07.2019, 17:02hTauroa Point
  • Homophobie ist ein ernstes Menschenrechtsproblem, das auch die Türkei Ernst nehmen sollte. Jedenfalls, wenn sie kein Islamischer Gottesstaat sein will.

    Und warum der Islam so kritisiert wird, hat wiederum seine Gründe in der darin propagierten Menschenfeidlichkeit, die zum Beispiel LGBTIQ*.Menschen wegen ihrer Natur Ketzerei und Ähnliches vorwirft.

    Davor muss man warnen, wie man ebenso vor fundamentalen Christhomophoben warnen muss, und vor allen religioten und selektiv Menschenverachtenden dieser Welt.
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 03.07.2019, 18:02h
  • "Attitudes towards the legalization of same-sex unions in Turkey are mixed. A 2015 poll by Ipsos found that 27% of the Turkish public was in favor of legalizing same-sex marriage, while 19% preferred civil unions instead.[59] 25% of those surveyed were against any form of legal recognition for same-sex couples and 29% stated that they didn't know which option to choose.[59]" (wiki)

    Das ist natürlich konservativ, aber immerhin liberaler als in einigen christlichen osteuropäischen Ländern.

    Langfristig wäre die Entmachtung Erdogans wichtig, was ein hartes Stück Arbeit sein wird.

    Dann werden auch die Posten in der islamischen türkischen Staatskirche neu besetzt.
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#5 dellbronx51069Anonym
  • 03.07.2019, 20:04h
  • Zwei Dinge zeigt uns dies wieder einmal
    1.Religion ist ein Fake
    2.Religion ist Scheisse
    Punkt
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#6 Patrick SAnonym
  • 03.07.2019, 22:08h
  • "Gleichzeitig kritisierte der Diyanet-Präsident Islamophobie in der Welt dies sei ein ernstes Menschenrechtsproblem, das auf Rassismus basiere."

    Gibt es verschiedene Menschenrechte? Kann man sich bei Menschenrechten auch aussuchen, welche gerade zu einem passen und zur sekben Zeit anderen Menschen die ihrigen absprechen oder verwehren? Ich bin verwirrt...

    Die gute alte Religion. Bin ich froh, dass ich lieber weiß, statt zu glauben.
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#7 Alexander_FAnonym
  • 03.07.2019, 22:49h
  • Antwort auf #6 von Patrick S
  • Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode: immer, wenn Vertreter von Religionsgemeinschaften darüber Klage führen, sie würden verfolgt, handelt es sich eigentlich nur um Krokodilstränen darüber, dass sie ihren Glauben nicht voll ausleben, d.h. andere nicht so verfolgen, einsperren und töten können oder dürfen, wie sie es gerne würden.

    Das gilt für Vertreter des Islams in der Türkei ebenso wie die schwulenhassenden Baptistenpastoren in Alabama.
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#8 DramaQueen24Profil
#9 DramaQueen24Profil
  • 04.07.2019, 12:22hBerlin
  • Antwort auf #6 von Patrick S
  • Ich glaube, dass ich ein 3-Gänge-Menü hinbekomme, wissen tu ich es jedoch erst, wenn es mir gelungen ist.
    Menschen glauben an etwas, haben jedoch keinen Beweis dafür, und sind sauer, wenn man dieses in Frage stellt.
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#10 DramaQueen24Profil