Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33993

"Cheerleader"-DJ

Felix Jaehn: Seit Coming-out freier und glücklicher

Seit anderthalb Jahren geht der deutsche Star-DJ offen mit seiner Bisexualität um – in Interviews beschreibt er nun, wie befreiend das Coming-out war.


Felix Jaehn am Dienstagabend in der Talkshow "Markus Lanz" (Bild: Screenshot ZDF)

Der Musikproduzent und DJ Felix Jaehn ("Ain't Nobody", "Cheerleader") hat sich mit Blick auf sein Coming-out als bisexuell für einen offenen Umgang mit den eigenen Emotionen ausgesprochen. Er habe sich in der Vergangenheit nicht immer selbst geliebt und Unsicherheiten gehabt, sagte der 24-Jährige dem Radiosender MDR Aktuell am Donnerstag. Großes Thema sei seine Sexualität gewesen. Im Februar 2018 hatte er sich dann öffentlich als bisexuell geoutet (queer.de berichtete). "Das hat mir ganz viel Kraft gegeben, ganz viel Wände eingerissen." Seitdem sei er "viel freier und viel, viel glücklicher".

Der schnelle Erfolg sei für Jaehn nicht unproblematisch gewesen. Er komme aus einem kleinen Dorf und habe mit 19 einen Welthit gehabt. In den vergangenen Jahren sei er "häufig überfordert" gewesen und habe "total viel lernen" müssen.

- Werbung - Video - BEAUTIFUL DESTINATION MALTA

"Wenn ich glücklich sein will, muss ich 100 Prozent authentisch sein"

Bereits am Dienstagabend hatte ZDF-Latenighttalker Markus Lanz den DJ als Gast in seiner Sendung. Auch in dieser Sendung sprach er über sein Coming-out: "Ich hatte immer die Angst, entlarvt zu werden." Jetzt gehe er offener damit um – er trage etwa gerade drei Ringe an der Hand und schmücke sich gerne. "Das hätte ich früher nicht gemacht. Ich hab immer gedacht, das könnte zu feminin wirken." Irgendwann habe er aber erkannt: "Wenn ich glücklich sein will, muss ich 100 Prozent authentisch und ich selbst sein."

In der Sendung zitierte Lanz auch einen namenlosen amerikanischen Professor, der Bisexualität mit den Worten umschrieben habe: "Bisexuelle wollen 100 Prozent, die wollen sich nicht mehr festlegen." Daraufhin antwortete Jaehn höflich: "Bei mir war es nicht ein Nicht-Festlegen-Wollen, sondern ein Nicht-Festlegen-Können. Ich hab dann lange gezögert, weil ich dachte, eines Tages wird die Antwort schon vom Himmel fallen." Irgendwann habe er akzeptieren müssen, "dass auch das Nicht-Festlegen okay ist und dass das einfach so ist". (dpa/dk)



#1 JarJarProfil
  • 04.07.2019, 16:49hKiel
  • Ich selbst definiere mich als schwul, finde es sehr gut wenn jemand wie er sich zu seiner Bisexualität steht.
    Ein glücklicher Mensch, der jemanden lieben kann nicht wegen einem Geschlecht sondern wegen der Person. Homo und Heterosexuelle Menschen haben da eine Barriere die zumindest sexuelle Zuneigung nur in eine Richtung zulässt. Bisexualität stelle ich mir daher tatsächlich recht befreiend vor, auch wenn man als Partner eines Bisexuellen vielleicht immer die Angst hat nicht zu genügen, aber ich denke dass man auch hier sich frei machen sollte von diesen Gedanken und einfach den Menschen als solches lieben sollte.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 DMKPAnonym
  • 04.07.2019, 19:45h
  • Fairerweise muss man anmerken, dass Lanz vorher noch sagte, dass er beim letzten Besuch von Felix das Thema extra nicht angesprochen habe, obwohl er sich kurz vorher öffentlich geoutet hatte.

    "Felix, ich habe das nicht angesprochen und weißt du warum? Weil es völlig egal ist!" (großer Applaus vom Publikum)
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
  • 04.07.2019, 19:59h
  • Aktuell hat Felix Jaehn mit dem offen schwulen und attraktiven Sänger Calum Scott einen Hit "Love on myself" am Start, der bei den Radiostationen rauf und runter läuft.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FredericAnonym
#5 wtezhdgfddsAnonym
  • 05.07.2019, 23:45h
  • Auch wenn ich seine Musik nicht mag, so muss man anerkennen, dass er damit offenbar kommerziell sehr erfolgreich ist, d. h. viele andere seine Musik mögen.

    Lanz hat recht, wenn er sagt, dass es egal sei welche sexuelle Identität jemand hat.

    Aber offenbar gibt es immer noch Diskriminierung und Homophobie, weswegen es queeren Menschen immer noch schwer fällt ihre Identität nicht künstlich zu verstecken. Daher scheint es weiterhin wichtig zu sein, wenn berühmte Persönlichkeiten wie z. B. Felix Jaehn ihre sexuelle Identität öffentlich nicht verheimlichen.

    Mir persönlich war Felix Jaehn in dem Interview ein wenig zu ich-bezogen. Er hat die ganze Zeit nur von sich selbst geredet.

    Das Lanz allen Ernstes den Tod von Avicii angesprochen und Parallelen zu Felix Jaehn ziehen wollte war extrem geschmacklos. Peinliche Moderation!

    Ich glaube, dass Felix Jaehn ein privilegiertes Leben führt, er hat offenbar den richtigen Riecher für kommerziell erfolgreiche Musik zur richtigen Zeit. Multimillionär ist er mit Sicherheit. In gewisser Weise Unternehmer in der Musikindustrie. Ich denke dann immer an die Hartz-IV-Bezieher und die Kluft zwischen Arm und Reich in diesem Land und wie diese riesige Kluft den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft zerstört. Für reiche Menschen, die kein Leben in Armut kennen, nie jahrelang unter der Armutsgrenze leben mussten, ist das schwer nachvollziehbar. Aber für die Betroffenen, die oft ihr ganzes Leben in Armut verbringen, ist es umso bitterer. Ähnlich schlecht haben es Menschen, die im Niedriglohnsektor ausgebeutet werden. Diese Menschen arbeiten teilweise sogar Vollzeit und haben dennoch kaum mehr als Hartz-IV-Empfänger, einige verdienen sogar weniger als Hartz-IV und müssen aufstocken. Die schuften sich ab, leisten etwas, aber leben in bitterer Armut. Ich habe erhebliche Zweifel, dass das mit den Menschenrechten vereinbar ist und sage voraus, dass irgendwann in der Zukunft Gerichte zu dem Schluss kommen werden, dass dies die Menschenrechte verletzt.

    Jedwede gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sehe ich als verachtenswert an und jeder Mensch ist aufgefordert aktiv dagegen etwas zu unternehmen.

    Insbesondere an Schulen, ein Ort an den Jugendliche wegen der Schulpflicht gebunden sind, werden junge queere Menschen immer noch erbarmungslos fertiggemacht. Da blutet mein Herz, weil gerade in dieser Zeit des Heranwachsens die Psyche von Pubertierenden besonders empfindlich ist und jahrelanges homophobes Mobbing an Schulen das Leben dieser jungen Menschen bis an ihr Lebensende psychisch prägen wird. Auch deswegen ist es so wichtig, dass junge berühmte queere Persönlichkeiten ihre Identität nicht verstecken und ein Vorbild für den gemobbten Teil der jungen queeren Generation sein müssen.

    Es wird in Medien immer wieder gesagt, dass Homosexualität "heutzutage keine Nachteile mehr" nach sich ziehen würde, aber das ist falsch. Immer noch gibt es an allen Ecken und Enden der Gesellschaft Homophobie, oft sehr subtil, oft ohne dass die Betroffenen es bewusst merken. Beispielsweise kann sich Homophobie dadurch äußern, dass ihnen Informationen vorenthalten werden. Das bekommen sie aber nicht mit und deswegen ist ihnen nicht bewusst, dass sie Homophobie ausgesetzt sind. Wenn sich Menschen von queeren Menschen abwenden, dann kann man oft auch nicht erkennen, dass es daran liegt. Auch da ist dann die Homophobie für die Betroffenen nicht erkennbar. Aber sie ist da. Und berühmte queere Persönlichkeiten haben auch eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung Vorbilderrollen einzunehmen, um dem entgegenzuwirken.
  • Antworten » | Direktlink »