https://queer.de/?33995
Tennis
Wimbledon: Erstmals gleichgeschlechtliches Paar im Doppel
Premiere in Wimbledon: Mit Alison Van Uytvanck and Greet Minnen versucht ein lesbisches Liebespaar, im Doppelwettbewerb die Gegnerinnen vom Platz zu fegen.

Alison Van Uytvanck (li.) und Greet Minnen bei einem Tennisturnier in Belgien 2018
- 4. Juli 2019, 12:54h 2 Min.
Die Belgierinnen Alison Van Uytvanck und Greet Minnen sind das erste offen gleichgeschlechtliche Paar, das im Doppel am altehrwürdigen Tennisturnier im Londoner Stadtteil Wimbledon teilnimmt. Die beiden Frauen konnten sich am Mittwoch in der ersten Runde mit 7:5 und 6:2 gegen die Britinnen Freya Christie und Katie Swan durchsetzen. Am Freitag müssen sie sich den Taiwanerinnen Latisha Chan und Chan Hao-ching stellen.
Van Uytvanck erklärte im "Guardian", sie hoffe, dass noch mehr Tennisprofis ihrem Vorbild folgten und sich outeten. "Ich denke, dann hätten die Leute mehr Selbstbewusstsein." Besonders unter Männern sei dies aber schwierig, so die 25-jährige Weltranglisten-58., die seit 2009 bereits 1,6 Millionen Dollar an Preisgeldern eingesammelt hat. "Es mag zwar ein paar schwule Männer geben, die hier spielen. Für mich wäre es persönlich als Mann schwieriger, weil es diese ganzen Klischees gibt." Bislang hat sich noch nie ein männlicher Tennisprofis während seiner aktiven Laufbahn als schwul geoutet.
Minnen: Positive Erfahrungen mit Sponsoren
Minnen, die in der Weltrangliste derzeit um Platz 200 herum rangiert, ergänzte, dass Männer aus Angst vor dem Verlust von Sponsoren kein Coming-out wagen würden. Für sie selbst sei die Reaktion ihrer Sponsoren aber "eher positiv als negativ" gewesen, so die 21-Jährige.
Van Uytvanck und Minnen hatten bereits im vergangenen Jahr in ihrem Heimatland offen über ihre Beziehung gesprochen. "Wir gehen mit unserer Beziehung sehr offen um und meine Eltern sind auch stolz darauf", sagte Van Uytvanck gegenüber dem belgischen Sender VRT. "Niemand muss uns verurteilen, weil wir lesbisch sind. Es ist keine Krankheit." Sie sei froh, kein Versteckspiel in der Öffentlichkeit mehr führen zu müssen.
Für das Paar ist das Doppel in Wimbledon die letzte Chance, da Van Uytvanck im Einzelturnier bereits ausgeschieden ist: Sie unterlag am Donnerstag der australischen Weltranglisten-Ersten Ashleigh Barty deutlich mit 1:6 und 3:6. Minnen war bereits zuvor in der Qualifikation gescheitert. (dk)
Update Klare Nierlage gegen Taiwanerinnen
Latisha Chan und Chan Hao-ching ließen Van Uytvanck und Minnen am Freitag in der zweiten Runde keine Chance: Die Taiwanerinnen gewannen mit 6:2 und 6:1 deutlich.















warum ist der meiste Sport so problematisch für LSBTIQ+ sich zu outen?
Sie sagen immer es wäre eine riesengroße Erleichterung, outen müsste sich also positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken, Leistungsdruck müssten Sportler*innen ja genügend ausgesetzt sein.
Auf jeden Fall : Vielen Dank den beiden für's Outen.