Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33995

Tennis

Wimbledon: Erstmals gleich­geschlechtliches Paar im Doppel

Premiere in Wimbledon: Mit Alison Van Uytvanck and Greet Minnen versucht ein lesbisches Liebespaar, im Doppelwettbewerb die Gegnerinnen vom Platz zu fegen.


Alison Van Uytvanck (li.) und Greet Minnen bei einem Tennisturnier in Belgien 2018

Die Belgierinnen Alison Van Uytvanck und Greet Minnen sind das erste offen gleichgeschlechtliche Paar, das im Doppel am altehrwürdigen Tennisturnier im Londoner Stadtteil Wimbledon teilnimmt. Die beiden Frauen konnten sich am Mittwoch in der ersten Runde mit 7:5 und 6:2 gegen die Britinnen Freya Christie und Katie Swan durchsetzen. Am Freitag müssen sie sich den Taiwanerinnen Latisha Chan und Chan Hao-ching stellen.

Van Uytvanck erklärte im "Guardian", sie hoffe, dass noch mehr Tennisprofis ihrem Vorbild folgten und sich outeten. "Ich denke, dann hätten die Leute mehr Selbstbewusstsein." Besonders unter Männern sei dies aber schwierig, so die 25-jährige Weltranglisten-58., die seit 2009 bereits 1,6 Millionen Dollar an Preisgeldern eingesammelt hat. "Es mag zwar ein paar schwule Männer geben, die hier spielen. Für mich wäre es persönlich als Mann schwieriger, weil es diese ganzen Klischees gibt." Bislang hat sich noch nie ein männlicher Tennisprofis während seiner aktiven Laufbahn als schwul geoutet.

- Werbung -

Minnen: Positive Erfahrungen mit Sponsoren

Minnen, die in der Weltrangliste derzeit um Platz 200 herum rangiert, ergänzte, dass Männer aus Angst vor dem Verlust von Sponsoren kein Coming-out wagen würden. Für sie selbst sei die Reaktion ihrer Sponsoren aber "eher positiv als negativ" gewesen, so die 21-Jährige.

Van Uytvanck und Minnen hatten bereits im vergangenen Jahr in ihrem Heimatland offen über ihre Beziehung gesprochen. "Wir gehen mit unserer Beziehung sehr offen um und meine Eltern sind auch stolz darauf", sagte Van Uytvanck gegenüber dem belgischen Sender VRT. "Niemand muss uns verurteilen, weil wir lesbisch sind. Es ist keine Krankheit." Sie sei froh, kein Versteckspiel in der Öffentlichkeit mehr führen zu müssen.

Für das Paar ist das Doppel in Wimbledon die letzte Chance, da Van Uytvanck im Einzelturnier bereits ausgeschieden ist: Sie unterlag am Donnerstag der australischen Weltranglisten-Ersten Ashleigh Barty deutlich mit 1:6 und 3:6. Minnen war bereits zuvor in der Qualifikation gescheitert. (dk)

 Update  Klare Nierlage gegen Taiwanerinnen

Latisha Chan und Chan Hao-ching ließen Van Uytvanck und Minnen am Freitag in der zweiten Runde keine Chance: Die Taiwanerinnen gewannen mit 6:2 und 6:1 deutlich.

-w-

#1 AnaNymAnonym
  • 04.07.2019, 16:56h
  • Hm,
    warum ist der meiste Sport so problematisch für LSBTIQ+ sich zu outen?
    Sie sagen immer es wäre eine riesengroße Erleichterung, outen müsste sich also positiv auf die Leistungsfähigkeit auswirken, Leistungsdruck müssten Sportler*innen ja genügend ausgesetzt sein.
    Auf jeden Fall : Vielen Dank den beiden für's Outen.
  • Direktlink »
#2 Wyndakyr
  • 05.07.2019, 11:50h
  • Warum dieser verklemmte Titel und nicht "lesbisches Paar" ?
    Frauen-Doppel werden In Wimbledon laut Wikipedia seit 1913 (genauso wie Mixed; in dieses Jahr hätte dieser Titel also gepasst) ausgetragen (im Gegensatz zu Männer-Doppel (seit 1884).
    Dann wünsch ich den beiden mal viel Erfolg.
  • Direktlink »
#3 AmurPride
  • 06.07.2019, 16:12hKöln
  • Bis vor zwei Jahren habe ich Tennis professionell als Leistungsport betrieben und kann's aus eigener Anschauung heraus nur bestätigen:
    Homophobie im Tennis? - Aber hallo!!!

    Als ich mich 2015 (ich war gerade 15 geworden) in der Schule outete, war mir natürlich auch klar, das sich dies dann, über kurz oder lang, auch bis in meinen Tennisverein rumsprechen würde. Ihr wisst schon, so nach dem Motto: "Der Kollege eines Schwagers hat's neulich.." gehört.. (Richtig, von den Ärzten geklaut^^). Und da ich nicht alles der Gerüchteküche überlassen wollte, hab' ich's lieber selber gemacht.

    Anfangs war ich echt überrascht! Im Tennisverein erschien es mir, etwa im Vergleich zu meinen coming outs bei meinen Freunden oder in der Schule, viel, viel easier zu verlaufen! Anfangs, wohl gesagt!

    Aber relativ schnell bemerkte ich diverse Veränderungen:
    #Mitglieder der Trainingsgruppe, die nach dem Training auf einmal nie mehr Zeit hatten noch gemeinsam etwas zu trinken...
    #Die mitten in der Saison die Trainingsgruppe wechseln "mussten", weil's plötzlich terminlich nicht mehr bei ihnen passt...
    #Eltern, mit denen man sich vorher den Fahrservice zum Training, Turnieren oder Mannschaftsspielen geteilt haben, schaffen es aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen nicht mehr mich mitzunehmen...
    #Spieler, die plötzlich nicht mehr nach dem Sport duschen... zumindest nicht so lange, wie ich in der Umkleide war... oder wieder gingen, wenn sie mich darin entdecken, um abzuwarten, bis ich die Umkleide verlassen hatte...
    #Beim Mannschaftstraining versuchen bestimmte Spieler auf einmal nach Möglichkeit nicht mehr mit mir in einer Trainingsgruppe zu sein...

    Bei einer meiner Herren-Mannschaften, für die ich spielen sollte, gab es dann sogar auch aktives Mobbing der Art des "Mithörens". Ihr kennt das bestimmt auch: Es wird gerade so laut gesprochen, das man es mithören muss:
    "Voll peinlich, der Typ!"
    "Der spielt ja wie ein Mädchen! Aber was will man von so einem schon erwarten?"
    "Wer will denn mit so was schon in einer Mannschaft sein!"
    "Wenn ich mit dem Doppel spielen muss, bin ich verletzt!"

    Homophobie im Tennisverein habe ich also als nicht so direkt und offensiv von Angesicht zu Angesicht erlebt, so wie etwa mein Freund in seinem Fußballverein. Der wusste direkt von Anfang an, wo er dran war! Und nach drei...vier Trainingseinheiten war das Thema dann - Gott sei Dank - bei ihm auch durch!

    Ich hingegen habe Homophobie im Tennisverein als subtiler, hinterhältiger, versteckter und vor allem als extrem langlebig erlebt.

    Obwohl ich viel auf Turnieren in ganz Deutschland unterwegs war, habe ich, sowohl vor als auch nach meinem coming out, in der ganzen Zeit keinen einzigen anderen schwulen jugendlichen Tennisspieler kennengelernt.
    Auch keinen einzigen schwulen Tennistrainer.
    Oder einen schwules Vorstandsmitglied.
    Und bis heute kenne ich auch keinen offen schulen Profi-Tennisspieler!

    Ursachen hierfür, außer den ganz "normalen" Ängsten wie bei jedem coming out, vermute ich zum einem sicherlich in der Tatsache, das man zur persönlichen Weiterentwicklung als Spieler sowohl auf leistungsstarke Mittrainierende, spielklassenadäquate Mannschaften so wie auf kompetente und engagierte Trainer angewiesen ist.
    Sollten sich diese als homophob erweisen, hat man i.d.R. zumindest ein ernsthaftes organisatorisches Problem, welches die eigene Entwicklung nachhaltig negativ beeinträchtigen könnte.
    Und wenn man es dann geschafft hat und ist endlich Jungprofi, dann scheinen zumindest bei den Männern mit absoluter Sicherheit auch finanzielle Erwägungen (Spieler- und Werbeverträge) eine gewichtige Rolle zu spielen.
  • Direktlink »