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Polen

Katholische Kirche kritisiert IKEA

Die polnischen Bischöfe beschuldigen das schwedische Möbelhaus der "LGBT-Indoktrination", weil der Konzern einen katholischen Mitarbeiter feuerte, der Homosexuellen mit dem Tod gedroht hatte.


"Indoktriniert" IKEA Katholiken, wenn der schwedische Konzern darauf hinweist, dass man homosexuellen Kollegen nicht dem Tod drohen sollte? (Bild: Michell Zappa / flickr)

Die Bischofskonferenz der katholischen Kirche Polens hat am Samstag eine Erklärung veröffentlicht, in dem der Konzern IKEA scharf kritisiert wird. Anlass ist die Entlassung eines langjährigen katholischen Mitarbeiters aus der IKEA-Filiale in Krakau. Der Grund: Tomasz K. hatte in der internen Firmenkommunikation Homosexuellen mit Hilfe von Bibelzitaten mit dem Tod gedroht.

"Aus der gesetzlicher Sicht und vor allem aus Sicht des Anstands und des gesunden Menschenverstandes ist es nicht akzeptabel, einem IKEA-Mitarbeiter, der sich der LGBT-Indoktrination am Arbeitsplatz widersetzt, zu kündigen", erklärten die Bischöfe. Sie gratulierten dem gefeuerten Mitarbeiter auch dafür, für seinen Glauben einzustehen.

Die Bischöfe kritisierten in der Erklärung außerdem andere Firmen, die ebenfalls versuchen würden, "die LGBT-Ideologie zu propagieren". Außerdem würden Lehrer Kindern mit "Propaganda über LGBT-Verhalten" überziehen. Damit spielt die katholische Kirche auf eine Initiative des Warschauer Bürgermeisters die Bekämpfung von Diskriminierungen an, die unter anderem auch vorsieht, dass Homosexualität im Sexualkundeunterricht erwähnt wird.

Katholische Kirche: Homosexuelle gehören nicht zu uns

Die katholische Kirche in Polen hat in den letzten Monaten bereits mehrfach gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten polemisiert und versucht, LGBT generell als fremdartig und gefährlich darzustellen. So erklärte die Bischofskonferenz im März, dass Homosexuelle "der europäischen Zivilisation fremd" seien (queer.de berichtete).

Unterstützung erhält die Kirche von der homophoben PiS-Regierung Polens: Das Justizministerium hatte bereits zuvor ein Ermittlungsverfahren gegen IKEA angeordnet (queer.de berichtete).

Unterdessen inszeniert sich der gefeuerte Thomas K. als Opfer eines ausländischen Großkonzerns. "Ich wurde angestellt, um Möbel zu verkaufen, aber ich bin Katholik und das sind nicht meine Werte", so K. gegenüber dem Sender TVP Info über die Antidiskriminierungsbestrebungen seines Ex-Arbeitgebers. Er hat IKEA bereits wegen Verstoßes gegen das Antidiskriminierungsgesetz verklagt.

IKEA: Mitarbeiter haben sich über Droh-Einträge beschwert

Laut IKEA habe man reagieren müssen, weil sich Mitarbeiter über homophobe Einträge von K. in der internen Firmenkommunikation beschwert hatten. Das Fass zum Überlaufen hätten mit Bibelzitaten gespickte Einträge gebracht, in denen er auch Homosexuellen mit dem Tod drohte – etwa einem Satz über Sünder aus dem Matthäus-Evangelium, wonach es bei einem bestimmten Schlag von Menschen besser sei, "dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist." Außerdem verwendete K. den unter LGBTI-Gegnern populären Satz aus dem 3. Buch Mose: "Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben."

IKEA erklärte, man habe K. nach den Beschwerden aufgefordert, diese Sätze aus dem Forum zu löschen. Der Katholik habe sich eigenen Aussagen zufolge aber mit den Worten geweigert: "Als Katholik kann ich nicht Gott zensieren."

IKEA sah dies als Grund für die sofortige Entlassung an, da K. "Zitate aus der Bibel über Tod und Blut im Zusammenhang mit dem Schicksal, das homosexuelle Menschen ereilen würde", benutzt habe. Diese Äußerungen könnten "die Rechte und die Würde von LGBT-Menschen tangieren". In der Firma gebe es keine Toleranz dafür, "wenn Menschen wegen ihrer persönlichen Charakteristika, ihrer Ansichten oder ihrer Religion" Schaden zugefügt werde. (dk)



#1 PetterAnonym
  • 08.07.2019, 15:38h
  • Ein Mitarbeiter, der anderen mit dem Tod droht, ist für kein Unternehmen tragbar. Der ist eine Gefahr für Kollegen und Kunden - da bleibt einem Unternehmen gar keine andere Wahl.

    Dass die Kirche das als Indoktrination hinstellt, zeugt von einem sehr sonderbaren Weltbild. (Zumal die Kirche selbst doch für viele der größte Indoktrinations-Betrieb der Welt ist.)
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#2 PetterAnonym
  • 08.07.2019, 15:44h
  • "Ich wurde angestellt, um Möbel zu verkaufen, aber ich bin Katholik und das sind nicht meine Werte"

    Alles klar. Wieso hat er dann überhaupt da gearbeitet?

    Wenn ich für ein Unternehmen arbeite, dessen Werte ich so wenig teilen kann, dann will ich da nicht mehr arbeiten und kündige freiwillig. Alles andere beweist doch nur eine gewisse Verlogenheit.
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#3 GerritAnonym
  • 08.07.2019, 15:52h
  • "Katholische Kirche: Homosexuelle gehören nicht zu uns"

    Und für IKEA gehören halt Homohasser nicht zum Unternehmen.

    Die Kirche will immer, dass ihnen bei ihrer LGBTI-Diskriminierung niemand reinredet und sie frei agieren können. Dann müssen sie dasselbe Recht auch anderen Institutionen, Organisationen, Unternehmen, etc. zugestehen.

    Jedes Unternehmen hat eine Firmenphilosophie und gewisse ethische Grundsätze. Und oft ist das auch für den wirtschaftlichen Erfolg entscheidend. Mitarbeiter, die diese Firmenphilosophie nicht mittragen (und damit letztlich auch den wirtschaftlichen Erfolg schmälern) sind nicht mehr tragbar.
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#4 GerritAnonym
  • 08.07.2019, 15:54h
  • Antwort auf #2 von Petter
  • Wahrscheinlich hat er erwartet, dass sich das ganze Unternehmen nach ihm richtet und seine Positionen komplett ändert.

    Solche Leute meinen immer, die ganze Welt drehe sich um sich und sie könnten allen anderen ihren Willen aufzwingen.
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#5 Minnie 1Anonym
  • 08.07.2019, 16:28h
  • Diese Katholikensekte ist einfach nur schlimm. Scheinheilig bis zum geht nicht mehr, rückwärts gerichtet und verlogen.
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#6 Ralph
  • 08.07.2019, 16:31h
  • Menschenverachtende Ideologie verbreiten und Menschen indoktrinieren ist der Inhalt der katholischen Lehre. Anstand und Vernunft sowie der Respekt vor der Würde des Menschen gebieten, dem entgegenzutreten. Sich öffentlich mit einem Mordhetzer solidarisieren ist allerunterste Schublade. Die kath.Kirche legt Wert darauf, aller Welt zu zeigen, dass sie seine Aussagen billigt und teilt. Besser kann sie ihre eigene Unmoral und Perversion nicht beweisen. - Meine Gratulation an IKEA. Dort belässt man es nicht bei freundlichen Worten und dem Hissen von Regenbogenfahnen, sondern man handelt - konsequent und sofort. Bravo!
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#7 TimothyAnonym
  • 08.07.2019, 16:36h
  • "Als Katholik kann ich nicht Gott zensieren."

    Da hat der Herr aber die letzten Jahrhunderte katholische Lehre nicht mitbekommen. Selbst bei den Katholiken wird die Bibel nicht mehr wörtlich verstanden, ist also nicht direkt Gottes Wort, das er" zensieren" müsste.
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#8 Julian SAnonym
  • 08.07.2019, 16:48h
  • --------------------------------------------------------
    "[...] vor allem aus Sicht des Anstands und des gesunden Menschenverstandes ist es nicht akzeptabel, [...]", erklärten die Bischöfe.
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    Dass gerade die Kinderschänder-Sekte, wo immer noch vertuscht wird und nur so viel zugegeben wird, wie sich nicht mehr vertuschen lässt, etwas von "Anstand" und "gesundem Menschenverstand" spricht, zeugt schon von immenser Überheblichkeit und Ignoranz.

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    Sie gratulierten dem gefeuerten Mitarbeiter auch dafür, für seinen Glauben einzustehen.
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    Das passt ja wieder mal zur katholischen Kirche, dass sie auch noch Hetze lobt. Und wenn andere das machen und die Kirche dadurch keinen finanziellen Nachteil hat, finden sie es am allerbesten.

    Das zeigt aber auch wieder mal eines:
    die ganzen Behauptungen des Vatikans, es würden sich Dinge ändern, sind pures Marketing. Nur dort, wo LGBTI-Hass nicht gut ankommt, ändern sie sich gerade so wenig, wie es fürs Marketing nötig ist.

    Aber wo LGBTI-Hass nach wie vor ankommt, hetzen die munter weiter.

    Die Kirche wird sich niemals ändern.

    www.kirchenaustritt.de/
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#9 Julian SAnonym
  • 08.07.2019, 16:53h
  • Antwort auf #7 von Timothy
  • Vor allem:
    die ganze Bibel ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern von Menschen geschrieben, ausgewählt und aussortiert, laufend geändert (z.B. im Rahmen von Übersetzungen, die ja nie wörtlich sein können, oder auch um es auf modernere Sprache zu bringen).
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#10 zundermxeAnonym
  • 08.07.2019, 16:56h
  • Die Piss-Meute wird ihm wohl für seinen Wahnsinn noch nen Orden verleihen.

    Schlimm genug, dass die Amtskirchen mancher Länder noch unverhohlener Hass und Gewalt propagieren als andere und tatsächlich faschistisch sind.
    Der eigentliche Skandal und das Glaubensbekenntnis zugleich zeigt sich aber erst in dem Umstand, dass diese zurück-zum-Scheiterhaufen-Ideologie unserer Zeit vom Oberpopen in Rom zumindest durch Duldung gefördert wird.
    Hier wird nichts anderes versucht als Hass, Gewalt und in letzter Konsequenz Mord zu legitimieren und dazu zu animieren.
    Alles wieder so herrlich christlich wie wir es aus der Geschichte bestens kennen.
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