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Kommentare zu:
"Kreuzzügler" gegen LGBTI-Rechte wird italienischer Europaminister


#1 LotiAnonym
  • 10.07.2019, 15:53h
  • Wenn Blicke töten können. Ein strenger Rechter, doch ob dieser Typ sich auch an die strengen Regeln der kath. Kirche hält und täglich wenigstens einmal zum Beten in die Kirche geht, wage ich zu bezweifeln.
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#2 ProblemAnonym
  • 10.07.2019, 16:52h
  • Schlimm... Der Rechtsruck in ganz Europa geht weiter...

    Aber: man muss auch sagen, dass das auch zu weiten Teilen die eigene Schuld der EU ist:

    Die EU hat einige schwerwiegende Konstruktionsfehler (z.B. das Einstimmigkeitsprinzip statt eines Mehrheitsprinzips, fehlende Sanktionsmöglichkeiten bei Missachtung von EU-Regeln, das Demokratie-Defizit der Teilung zwischen Parlament und Rat, eine Währungsunion ohne eine echte politische Union zu haben, etc. etc. etc.). Und dazu die viel zu schnelle und blauäugige Ost-Erweiterung.

    Das alles hat zur Folge, dass die soziale Spaltung in Europa immer größer wird. Der Euro hat nicht nur zu Preissteigerungen geführt, sondern es ist auch ein Problem, wenn wirtschaftlich so unterschiedlich starke Staaten eine Einheitswährung haben. Das führt zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen in Italien, Griechenland und (wenn auch abgeschwächt) in Spanien und Portugal. Umgekehrt werden Deutsche faktisch enteignet, weil die Zinsen nicht mal die Inflation ausgleichen.

    Schon seit Jahren (de facto seit der vorschnellen Ost-Erweiterung) diskutiert die EU was man machen könnte, müsste, sollte, etc. Aber es ändert sich nichts, weil sich eben aufgrund der Konstruktionsfehler auch nichts ändern kann.

    Und wenn man dann noch sieht, dass Staaten wie Polen und Ungarn zwar gerne die Gelder der EU annehmen (also auch Geld von uns allen), sich aber an keine Regeln halten wollen, sich ansonsten unsolidarisch zeigen und aus "Dankbarkeit" laufend über die EU und andere EU-Staaten schimpfen und gegen sie hetzen, dann kommt zu den stetig wachsenden wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Problemen noch ein kulturelles hinzu:

    Denn ganz ehrlich: wenn ich z.B. dank Mini-Zinsen faktisch enteignet werde, damit man Polen, Ungarn & Co mit Milliarden-Beträgen fördern kann und mir dann auch noch anhören kann, ich sei ein "dreckiger Deutscher", der angeblich diesen Staaten schade, die ohne den Rest der EU angeblich besser dran wären, dann werde ich natürlich wütend. Und dann denke ich mir ehrlich gesagt auch: "Alles klar. Wenn die EU Euch so sehr schadet und ihr meint, ohne die EU besser dran zu sein, dann tretet doch aus der EU aus."

    Schon seit Jahren laviert sich die EU nur von Krise zu Krise und hat gar nicht mehr die Gelegenheit wirklich etwas zu gestalten.

    Wie schlimm es ist, beweisen ja schon solche Aussagen wie "Die EU hat doch auch gutes bewirkt, z.B. den Wegfall der Roaming-Gebühren." Ja, das ist ganz nett. Aber ganz ehrlich: wer angesichts faktischer Enteignung, Massenarbeitslosigkeit in vielen EU-Staaten, etc. etc. etc. wirklich als einzigen Vorteil der EU nennen kann, dass man jetzt im Urlaub bei Handy-Telefonaten nach Hause ein paar Cent pro Gespräch spart, der gibt in Wahrheit zu, wie handlungsunfähig die EU in den wirklich wichtigen Bereichen ist. Wenn dafür die Zinsen wieder wie vor dem Euro wären und manche Länder nicht diese wirtschaftlichen Probleme hätten, dann würde ich dafür gerne wieder Roaming-Gebühren zahlen.

    Fazit:

    Die EU (die eigentlich eine tolle Idee ist) muss endlich ihre Probleme lösen, handlungsfähig werden, Bürokratie abbauen, diesen riesigen Verwaltungsapparat abbauen, in allen Staaten demokratisch-rechtsstaatliche Grundprinzipien wie Gewaltenteilung und freie Presse durchsetzen, etc. etc. etc.

    Das Zeitfenster dafür wird immer kürzer.

    Gelingt das nicht oder nicht rechtzeitig, sehe ich ehrlich gesagt schwarz für die EU. Leider. Aber um diese EU wäre es dann auch nicht schade.
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#3 PetterAnonym
  • 10.07.2019, 17:19h
  • Antwort auf #2 von Problem
  • Ich stimme Dir zwar nicht in allen Details hundertprozentig zu, aber im Kern hast Du recht.

    Die EU (und auch der Euro) haben eine ganze Menge Konstruktionsfehler, deren Folgen sich immer deutlicher zeigen und die langsam existenzbedrohend werden. Teilweise sind die aus reiner Naivität der Verantwortlichen entstanden, die z.B. dachten, alleine durch die EU-Aufnahme würden demoktrische Prozesse ein Selbstläufer. Teilweise aber auch, weil Politiker noch in ihrer Amtszeit in die Geschichtsbücher eingehen wollten, z.B. Helmut Kohl bzgl. des Euro und Angela Merkel bzgl. der Ost-Erweiterung.

    (Wobei es nicht nur die Union ist. Auch die SPD hat unter ihrem Bundeskanzler Gerhard Schröder die Aufnahme Griechenlands in die Euro-Zone 2 Jahre nach der Euro-Einführung in den ersten 11 Staaten forciert. Obwohl alle Wirtschaftswissenschaftler gesagt haben, dass der Euro das nicht vertragen wird und dass Griechenland seine Bilanzen türkt, was sich ja später auch als wahr herausgestellt hat.)

    Für all diese Fehler muss die EU und alle ihre Bürger heute bezahlen. Teuer bezahlen.

    Aber da man das leider nicht rückgängig machen kann, muss man eben damit leben.

    Was mich aber wirklich wütend macht:
    Man lernt nicht mal aus den Fehlern!

    So stellt man zur EU-Wahl 3 Spitzenkandidaten auf und verspricht, dass einer der drei den Posten bekommt. Das sorgt für eine Rekord-Wahlbeteiligung, weil die Menschen endlich nochmal ein Fünkchen Vertrauen in die EU verspüren und sich gehört und ernstgenommen fühlen.

    Und was macht man: jetzt sagt die EU "April, April. War doch wieder nur Verarsche." Und Angela Merkel bestimmt jetzt staattdessen Frau von der Leyen für den Posten, die sie wegen ihrer diversen Skandale aus der Regierung weghaben will. Und missbraucht ihre Macht in der EU um Frau von der Leyen in irgendwelchen Hinterzimmern der EU durchzusetzen und damit ihre eigenen Interessen in Deutschland zu sichern.

    Ganz ehrlich: würden Polen & Co sowas machen, würde jeder sagen, dass die wieder mit ihren schmutzigen Tricks kommen und die EU für ihre eigenen nationalstaatlichen Interessen missbrauchen. Aber Frau Merkel und die CDU/CSU sind auch keinen Deut besser.
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#4 Julian SAnonym
  • 10.07.2019, 18:19h
  • Antwort auf #3 von Petter
  • Ja, die Nominierung von Frau von der Leyen finde ich auch skandalös.

    Es geht gar nicht so sehr darum, ob sie auf diesem Posten vielleicht gut wäre oder nicht. Sondern es geht um den kompletten Verlust von Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Das ist eh schon ein Problem der EU und wenn man da jetzt noch das letzte bisschen verspielt, ist das das Ende.

    Noch offener und unverhohlener kann man den Bürgern nicht ins Gesicht spucken und ihnen klar machen, dass ihr Wähler-Votum niemanden interessiert.

    Das ist eine Missbilligung von Demokratie, wie man sie sonst nur aus Bananenrepubliken kennt. Sollte es wirklich dazu kommen und keiner der versprochenen Spitzenkandidaten es werden, dann braucht man sich nicht wundern, wenn bei der nächsten EU-Wahl niemand mehr wählen geht und wenn noch mehr Menschen eine Ende dieser undemokratischen Eurokratur wollen.

    Die schaffen echt die EU selbst ab. Traurig traurig traurig...
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#5 PedderAnonym
  • 10.07.2019, 18:35h
  • Antwort auf #2 von Problem
  • Ich glaube, dass das mit der Einstimmigkeit viell. doch gut ist. Je mehr rückständige Staaten aus dem Osten und Südosten in die EU gelassen werden, desto schneller haben die eine Mehrheit bei Abstimmungen gegen LGBTrechte. Dann müssen wir die Koffer packen, wenn in der EU auf einmal polnische Verhältnisse herrschen. Nur: wohin sollen wir dann gehen?
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#6 FaktenscheckAnonym
#7 Lukas Oliver - KölnAnonym
  • 11.07.2019, 05:34h
  • Aber immerhin ist der rechtsextreme Fontana nun nicht mehr Familienminister! Als Familienminister war er ja wirklich völlig ungeeignet!
    Wenigstens im Familienressort gilt jetzt:
    Finito Fontana!

    ... Und ich bin schwul, und ich bin sehr stolz darauf!
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#8 Homonklin44Profil
  • 11.07.2019, 07:18hTauroa Point
  • Antwort auf #1 von Loti
  • Ja, womöglich mag er Krustentiere und trägt Kleidung aus verschiedenen Garnen. So einem kann man nicht trauen, er müsste nach strenger Katholikenlegende eigentlich bereits dafür zu Tode gesteinigt werden. Denn das ist seinem "Herrn" ein Gräuel.

    Katholisch und rechtsvernagelt, das unterscheidet sich an sich nicht so sonderlich.

    Wieso jetzt heiratende Homosexuelle ein Land oder Volk auslöschen sollen, konnte noch keiner dieser Art Zeitgenossen schlüssig erläutern. Das ist halt so, wie wenn einer glaubt, ein "Schöpfer" möchte keine LGBTIQ*, und die existieren halt doch.

    Wenn der Minister an wichtigen Stimmstellen wird, wird er wohl ein Gernebremser sein. Leider können Leute mit so einem Weltbild Fortschritte erheblich verlangsamen.
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#9 LotiAnonym
#10 alter schwedeAnonym
  • 11.07.2019, 09:35h
  • Fontanas Rechnung nach Art der salvinischen Einfalt:

    (Hetero - Mann und Frau) ergibt heterosexuelle Kinder - Volkserhalt

    (Homo - Mann und Mann) ergibt homosexuelle Kinder - Volksauslöschung

    (Homo - Frau und Frau) ergibt homosexuelle Kinder Volksauslöschung

    Tja und jetzt kommt das wirkliche Problem für Herrn Fontana: (Hetero - Mann und Frau) ergibt homosexuelle Kinder Volksauslöschung.

    Wer löscht jetzt hier wen aus? Ach so, hab ich vergessen. Heterosexuelle Eltern bekommen ja keine homosexuellen Kinder, da für die Volksauslöschung homosexuelle Kinder homosexueller Paare zuständig sind.

    Ab diesem Punkt wird es dann aber etwas schwieriger für Herrn Fontana. Wenn heterosexuelle Eltern nur heterosexuelle Kinder bekommen können, gibt es folglich keine Homosexuellen, also auch keine Volksauslöschung.

    Das ist in etwa so, als ob sich Fontana und sein geistiger Schwiegervater Salvini darüber beschweren, daß sie Sauerstoff zum Atmen benötigen. Sauerstoff führt nämlich zur Volksauslöschung.

    Wir schreiben hier in Europa tatsächlich das Jahr 2019.
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#11 zundermxeAnonym
  • 11.07.2019, 10:49h
  • Politisch betrachtet sind die Zeiten auch in Europa zumindest teils sehr dunkel.
    Was Italien betrifft ist es nun leider wirklich alles andere als eine neue Entwicklung. Aktuell ist es eher eine Zuspitzung einer langen Entwicklung, die spätestens seit der ersten Wahl von Berlusconi Konturen angenommen hat. Berlusconi kann als eine Art Blaupause für Trump und andere gesehen werden.

    Europa (und als Teil davon Deutschland) hätte wahrscheinlich mit Hinblick auf Migration dafür sorgen können, dass die Chancen der Populisten nicht so stark steigen. Aber lange wurden die Bitten und Forderungen der Italiener faktisch ignoriert. So gilt Italien wohl auch so manch osteuropäischen Staat als aus deren Sicht warnendes Beispiel, was es bedeuten kann sich auf EU-Politik einzulassen und zu verlassen.
    Dabei geht es erstmal nicht darum Standpunkte zu teilen oder in richtig und falsch zu kategorisieren. Vielmehr bleibt die Erfahrung, dass sobald Migration in der breiten Öffentlichkeit ankommt, Gesetze verschärft werden und zumindest zeitweise populistische Parteien für mehr Menschen wählbar werden. Sogar in Deutschland.

    Da hilft die Erkenntnis oder auch Sichtweise (je nachdem wo wer sich selbst politisch verortet), dass Migration nicht das ursächliche Problem ist, wenig bis gar nicht. Zu einfach wird es populistischen Parteien gemacht Migration als einfach verständlichen Sündenbock zu verkaufen.
    Die tatsächlichen Ursachen, die sich in Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit, prekären Arbeitsverhältnissen, Chancenungleichheit in Beruf und Bildung, im Mittel zunehmender Armut und insgesamt sozialer Kälte und Unsicherheit zeigen, können und wollen die Regierenden und mit ihnen Wirtschaft und Banker nicht benennen da es die eigene Macht in Frage stellt und letztendlich gefährdet.
    Unser aktuell gelebter Kosum-bis-zum-Anschlag-Kapitalismus, der das freudige Wohlstandsversprechen für zu viele Menschen innerhalb der EU nicht halten kann obgleich er von so vielen außerhalb als vermeintliches Paradies geträumt wird.

    Ganz plump beschrieben: wäre bei allen der Bauch voll und zufrieden, hätte kaum wer etwas gegen den Gärtner oder Postzusteller aus Afrika.

    Inwieweit dies realistisch wäre anzustreben oder wie nachhaltig dies wäre, bleibt derzeit eine rein theoretische und hypothetische Diskussion.

    Das aktuelle Europa basiert im Wesentlichen auf Wirtschaft und Währung. Alles andere ist faktisch politisch nachrangig oder nicht ausreichend geregelt.
    Darüber ob dies ein (bewusster?) Konstruktionsfehler ist, kann gestritten werden.

    Europa ist Chance und Risiko zugleich.
    Nationale Interessen müssen besprochen und berücksichtigt werden. Das wird erstmal nie alle zufrieden stellen.
    Nationale Interessen dürfen aber auch nicht allein bestimmend sein, wenn Europa mehr als nur Wirtschaft und Währung sein soll.
    Wir müssen zu Europa stehen ohne den Ist-Zustand zu ignorieren oder einfach hinzunehmen.
    Das Europa der Menschen (zumindest möglichst vieler) wird nicht in kurzer Zeit mit wenigen (Gesetzes-) Änderungen zu machen sein.

    Konkret würde bspw. eine Vertiefung des faulen Friedens mit Putins Russland eine Schwächung und Destabilisierung mittel- bis langfristig für Europa bedeuten auch wenn dies im Bezug auf die derzeitige US-Administration oberflächlich sinnvoll scheinen könnte.
    Nordstream muss gestoppt werden!
    Klima- und europapolitisch ist das ein extremes Desaster.
    Deutschland schwächt Europa und stärkt Putin. Warum sollten da noch andere EU-Staaten mit Deutschlands Vorstellungen in anderen Bereichen solidarisch sein?
    Nordstream ist das deutsche Beispiel für alle anderen Europäer, dass das eigene Land first ist.
    Putins Russland, dass Kontakte und Unterstützung zu so gut wie allen europäischen Populisten hat und bereitet.

    Wir kritisieren mMn mehr als zu Recht die aktuelle Regierung Italiens. Wollen wir etwas ändern, müssen wir unsere eigene Regierung über unser Thema weit hinaus kritisieren. Unser Thema steht nicht für sich allein sondern ist mit vielen anderen ganz konkret verknüpft.
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#12 TheDadProfil
  • 11.07.2019, 11:17hHannover
  • Antwort auf #7 von Lukas Oliver - Köln
  • ""Aber immerhin ist der rechtsextreme Fontana nun nicht mehr Familienminister! Als Familienminister war er ja wirklich völlig ungeeignet!""..

    Das ist er in der neuen Position auch !
    Woher nimmt man hier den unverhohlenen Ansporn zum Jubel, bloß weil ein ungeeigneter Politiker von einer Position in die andere gewechselt hat ?

    Zumal er als Italienischer Minister im Zweifel nur "lokale Wirkungen" auslösen konnte, nun aber Wirkungen in der gesamten EU auslöst ?

    Ein Macht-Gewinn, den man solchen Leuten gar nicht zugestehen darf, will man die Politik und die Demokratie in der EU verbessern..
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#13 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 11.07.2019, 11:47h
  • Ach wie süß, nach allem was in Italien die letzten Jahre abging glaubt der kerle ernsthaft noch sie wären in der zweiten liga...
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#14 SarkastikerAnonym

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