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Dan Bishop

USA: Senator vergleicht Kampf gegen LGBTI-Rechte mit Kampf gegen Holocaust

Auch Homo-Hasser sehen sich als "die Guten". Zu welchen Vergleichen sich so mancher Politiker hinreißen lässt, überrascht dennoch.


Dan Bishop hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten das Leben schwer zu machen (Bild: NC General Assembly)

Der amerikanische Politiker Dan Bishop hat sein Engagement gegen LGBTI-Rechte mit dem Einsatz des deutschen Unternehmers Oskar Schindler (1908-1974) verglichen, der während des Zweiten Weltkriegs 1.200 jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung durch die Nazis gerettet hatte.

Der 55-jährige Republikaner, der derzeit im 50 Mitglieder zählenden Senat des Bundesstaates North Carolina sitzt und sich bei Wahlen im September um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus bewirbt, gehörte zu den Architekten des homo- und transphoben "Klo-Gesetzes" HB 2, das nach langem Streit erst Ende 2020 abgeschafft werden soll (queer.de berichtete). Das Gesetz erklärt lokale LGBTI-Antidiskriminierungsrichtlinien für ungültig und verbietet Transsexuellen, Toiletten oder andere geschlechtergetrennte Einrichtungen an öffentlichen Gebäuden zu nutzen, die ihrer Geschlechtsidentität entsprechen.

Der Schindler-Vergleich wurde durch das linksliberale Blog "Real Facts NC" publik gemacht. Die Blogger hatten E-Mails des Parlamentariers aus öffentlichen Registern angefragt und erhalten – und dabei einen regen Austausch zwischen Bishop und der LGBTI-feindlichen Hassgruppe "Alliance Defending Freedom" (ADF) aufgedeckt, die international unter anderem für staatliche Verbote von Homosexualität kämpft.

Konkret geht es um folgende Aussage: In einer der jetzt publik gewordenen E-Mails aus dem Jahr 2017 wird Bishop von einer ADF-Aktivistin gefragt, welche Gruppen durch Gesetze zu "religiöser Freiheit" geschützt werden sollten – die AFD hatte etwa Floristen oder Bäcker unterstützt, die Homosexuelle mit entsprechender Begründung nicht bedienen wollten. Darauf antwortete der Republikaner: "Wie Oscar [sic] Schindler schon gesagt hat: so viele, wie wir können."

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HRC: Bishop ist ein "homophober Extremist"

LGBTI-Aktivisten zeigten sich empört über den Inhalt der Mails: "Senator Bishops Vergleich seiner Arbeit mit Oskar Schindlers lebensrettendem Wirken ist peinlich, falsch und einfach nur widerlich", erklärte Hope Jackson, eine Aktivistin der LGBTI-Organisation Human Rights Campaign. "Genauso besorgniserregend sind aber auch die engen Verbindungen mit Anti-LGBTQ-Extremisten. Die ADF setzt sich unter anderem für staatlich angeordnete Sterilisierung von Transpersonen und für die Kriminalisierung von Homosexualität ein. Sie vergleicht außerdem ständig LGBTI-Menschen mit Pädophilen." Damit sei klar, was für ein Politiker Bishop in Wirklichkeit sei, "nämlich ein homophober Extremist, der die grundlegendsten Werte angreift, die wir als Amerikaner teilen".

In der Vergangenheit hatte Bishop auch mit rassistischen Äußerungen für Empörung gesorgt. So setzte er etwa 2017 Neonazis, die auf Demonstrationen in den USA Hakenkreuzfahnen schwangen, mit Aktivisten der Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter gleich: "Beide sind gewalttätige, rassistische Bewegungen", so Bishop damals. (dk)



#1 PetterAnonym
  • 10.07.2019, 16:27h
  • Eigentlich braucht man solche widerlichen Vergleiche gar nicht zu kommentieren.

    Aber dennoch sei mir die Bemerkung erlaubt, dass er (wie alle Homohasser) einen entscheidenden logischen Fehler macht:

    Die Nazis haben Menschen interniert, zu Zwangsarbeit gezwungen, gefoltert und ermordet. Wer dagegen kämpft, rettet Menschenleben.

    Die Gleichstellung von LGBTI schadet aber niemandem und nimmt niemandem irgendwas weg. Es geht nur darum, dass LGBTI dieselben Grundrechte haben wie jeder andere Mensch auch. Wer das bekämpft, rettet nicht Menschen, sondern schadet Menschen.

    Das ist ein fundamentaler Unterschied. Das eine rettet Menschen, das andere schadet Menschen.
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#2 PinoAnonym
  • 10.07.2019, 16:58h
  • Das schöne ist:
    manche Leute beweisen ihre Inkompetenz so deutlich, dass sie für jeden klar denkenden Menschen ohne langes Nachdenken erkennbar ist.

    Das traurige ist nur:
    in den USA gibt es offenbar genug Menschen, die dennoch darauf reinfallen. Was das über den Bildungsstand einer Nation aussagt, muss jeder für sich selbst entscheiden.
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#3 Homonklin44Profil
  • 10.07.2019, 22:51hTauroa Point
  • Einer kann wohl nur auf solche Vergleiche kommen, wenn er sich über den Inhalt des Herangezogenen gleich lustig macht, wie über die Gruppe, über die er herzieht.

    Der Schindler hätte ihm eins über beide Ohren gezogen

    Bei den anderen Eskapaden wird dann deutlich, wes Geistes Kind der Typ ist. Da ist es dann auch egal, ob man ADF oder AFD schreibt.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 11.07.2019, 01:04h
  • Ich habe schon lange nicht mehr so viel Fremdschämen empfunden wie vor dem Stuss, den dieser Mann da zusammenredet. Nicht unbedingt Abscheu, auch wenn ich eigentlich damit gemeint bin, sondern einfach nur ein fassungsloses Staunen darüber, wie man überhaupt so ein "Argument" allen Ernstes anführen kann.

    Es zeigt sich einmal wieder, in welch erschreckendem Maße Religiosität die Denk- und Argumentationsfähigkeit einschränkt.
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#5 MariposaAnonym
  • 11.07.2019, 09:41h
  • Um ähnlich widerlichen Vergleichen zu begegnen, muß man gar nicht über den großen Teich blicken...
    Die Pegida-Schreihälse laufen bisweilen mit der Flagge der Widerstandskämpfer auf - mein Großvater würde sich im Grab umdrehen.
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#6 DramaQueen24Profil
  • 11.07.2019, 12:02hBerlin
  • Wenn ultrakonservative Politiker sich mit faschistoiden und/oder religiösen Hassgruppen zusammentun, kommt nur Scheiße dabei raus. Der gute Mann hat wohl noch nichts von der Menschenrechtscharta gehört, die auch die USA unterschrieben haben.

    www.menschenrechtserklaerung.de/diskriminierungsverbot-3542/

    Ich zitiere:

    "Das Diskriminierungsverbot des Artikels 2 verpflichtet darüber hinaus auch zum Minderheitenschutz. Es verpflichtet die Staaten, den in ihm lebenden Minderheiten Schutz zu gewähren gegen jegliche Form der Diskriminierung."

    Sie bezeichnen sich als Christen als "verfolgte Minderheit" (durch staatliche Verbote von Diskriminierungen Homosexueller und Transsexueller beispielsweise), sind aber schnell dabei, andere zu diskriminieren, die nicht wie sie denken und handeln.
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#7 DramaQueen24Profil
  • 11.07.2019, 12:03hBerlin
  • Antwort auf #2 von Pino
  • Solche Idioten kommen eher in ländlichen Gebieten vor, als in New York, Boston oder San Franzisco. Ich sag ja immer, dass die meisten Religionen Gehirnmassen aufweichen.
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#8 Homonklin44Profil
  • 11.07.2019, 14:19hTauroa Point
  • Antwort auf #7 von DramaQueen24
  • Das ist sogar bei allen Religionen so, dass zu viel und zu kontinuierlich niedergeprasselt das Hirn aufweicht und den Besitzer davon zum Sprachrohr und Paperboy der Platte macht. Die denken ja nicht mehr selbst, sondern im steten Riesel ihrer Introjekte und einmanipulierten Botschaften dann.
    Eigentlich fast bedauernswert, wie sie so eine Art Karrenochse ihrer Gebetsmühle werden.
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#9 nichts_NeuesAnonym
  • 11.07.2019, 16:47h
  • Im Jahr 2017 verglich er Black Lives Matter mit denen, die die Nazi-Flagge wedeln. Als er g3f4agt wurde: "Are you equating Black Lives Matter with those who wave the nazi flag,?" antwortete er: "Yes. Both violent, racist movements." Bezüglich Black Lives Matter ist das ne sehr "rechte" Aussage.

    Da wundert es nicht mehr, dass er bezüglich LSBTTIQ ebenso bullshit rausposaunt.

    Baujahr 1964: er sollte sich mal mit denen austauschen, die den Holocaust überlebten, dann vergehen ihm solche "Vergleiche."

    ©BuntesUndSchönes
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#10 JadugharProfil
  • 11.07.2019, 22:34hHamburg
  • Antwort auf #4 von Alexander_F
  • Ich gehe sogar davon aus, daß diese geistigen Defizite bereits vorhanden sind, bevor solche Menschen religiös werden. Sie nehmen diese Ideologie an, weil sie sehr zu ihren Charakter paßt. Sie können nicht anders!
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