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Juan Pablo Di Pace

Star aus "Dallas" und "Fuller House" outet sich als schwul

Der streng katholisch erzogene Juan Pablo Di Pace spricht erstmals offen über seine Homosexualität – und wie er gegen Diskriminierung kämpfen musste.


In "Dallas" spielte Juan Pablo Di Pace vor sechs Jahren einen umtriebigen Multimilliardär (Bild: TNT)

Der argentinische Sänger und Schauspieler Juan Pablo Di Pace hat sich bei einem "Ted Talk"-Vortrag im niederländischen Maastricht als schwul geoutet. In dem kürzlich veröffentlichten 21-minütigen Video erklärte der 39-Jährige auf Englisch, dass er als Schüler oft als "maricón" (Schwuchtel) beschimpft worden sei und für seine Mitschüler heterosexuelle Pornografie in Form von Daumenkinos gezeichnet habe, um akzeptiert zu werden.

Direktlink | Den gesamten Vortrag anschauen

"Akzeptanz war mein Treibstoff – wenn man sich so verhält, tut man wie ein Junkie alles, um seinen nächsten Schuss zu kriegen", so Di Pace. "Ich dachte, wenn ich mein schwuchteliges Selbst ändern kann, bin ich Teil der Gruppe."

Als Teenager habe er dann das Glück gehabt, ein zweijähriges Stipendium am italienischen "United World College of the Adriatic" zu ergattern. Dort habe er Freundschaften mit "anderen Freaks, die wie ich sind", geschlossen. "Das war einfach wunderschön!", erinnerte er sich.

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Di Pace fand Akzeptanz als Jesus Christus

Als Erwachsener habe er vor fünf Jahren eine weitere Krise wegen seiner sexuellen Orientierung gehabt, als er in der christlichen Miniserie "Die Bibel – Wie es weitergeht" die Hauptrolle des Jesus Christus übernommen hatte. "Da hänge ich also an einem Kreuz in Marokko, schaue in den Himmel und denke: Du könntest mich immer noch mit einem Blitz treffen. Willst du wirklich, dass ich deinen Sohn spiele? Ausgerechnet ich?", so Di Pace, der als gläubiger Katholik aufgewachsen ist. "Ich habe gewartet und nichts ist passiert. Ich wurde nicht vom Blitz getroffen. Stattdessen hat mich ein überwältigendes Gefühl von Liebe, Akzeptanz und Freiheit überkommen, das ich nie in Worte bringen konnte. Eine Mitteilung von Gott? Vielleicht. Worte sind wie Universen und wir sind Musiker, die Universen mit Worten kreieren können."

Di Pace ist international hauptsächlich wegen seiner Hauptrolle in der amerikanischen Sitcom "Fuller House" bekannt, die seit 2015 von Netflix gezeigt wird. Außerdem stellte er in 15 Folgen der Neuauflage von "Dallas" als einer der Hauptdarsteller den Multimilliardär und Ewing-Global-Partner Nicolas Treviño dar. (dk)

Direktlink | Di Pace im legendären "Dallas"-Vorspann



#1 Homonklin44Profil
  • 11.07.2019, 13:34hTauroa Point
  • """Ich habe gewartet und nichts ist passiert. Ich wurde nicht vom Blitz getroffen. Stattdessen hat mich ein überwältigendes Gefühl von Liebe, Akzeptanz und Freiheit überkommen, das ich nie in Worte bringen konnte. Eine Mitteilung von Gott? Vielleicht. ""

    Eher schon aus seinem Selbst, denn er hat sich selbst akzeptiert und ist über die Erkenntnis zu sein, wer er ist hinaus von positiven Wertgefühlen überflutet worden.

    Das klappt auch, wenn man an einen namentlich unbekannt gebliebenen Wüstenlatscher denkt, an seinen Hund oder an die Zimmerpflanze!. Oder wenn man dem Mumpitz abgeschworen hat, und höchstens an den Schwanz vom Kumpel denkt ;o)

    Wie schlimm das ist, wenn es an einem scvhon zur Schulzeit bemerkt wird, kann man sich ausmalen. Kinder können frausam sein, und wenns ihnen Spaß bringt, sind sie es mit Ansporn. Es reicht schon aus, eine andere Eigenschaft zu haben, die niemand mag und die von Vielen kritisiert wird und für Scheiße befunden wird. Dann wird das Schule gehen schnell zum Spießrutenlauf.
    Heterosexuelle Porno-Daumenkinos hätte ich trotzdem nie hingekriegt. Ich habe immer Pärchen gezeichnet, mich geschämt und die Zeichnungen verbrannt.
    Das strikt Katholische kann Gift für ein Kind sein, wenn es einbricht und damit anfängt, sich selbst nach den Regeln und Gesetzen aus dem Mythenkanon zu beurteilen.
    Viele sind nicht stark genug, das zu erkennen und sich frei zu schaufeln, es ist auch immer ein bestimmter Verlust aller sozialen Bindungen der Kindheit damit verbunden, denn die lieben Mitchristen schneiden einen und lassen einen fallen wie die heiße Kartoffel, sobald man den religioten Nonsense entlarvt hat.
    Dann wird man dafür bestraft, wer man ist. Gnadenlos.
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#2 LotiAnonym
  • 11.07.2019, 14:59h
  • Antwort auf #1 von Homonklin44
  • Das was Du da beschreibst, leugne ich auch keineswegs. Und doch ist es mir bei meinen ersten Erkundungen in einem kath. Kinderheim ganz anders ergangen. Kein Junge hat mich gemobbt oder angefeindet. Ganz im Gegenteil. Selbst unsere Stationsnonne sah darüber hinweg, wenn ich mit dem Bettnachbar im Schlafsaal zugange war. Sie forderte mich lediglich dazu auf, wieder in mein Bett zurückzukehren. Die Mutter Oberin war wie eine Ersatzmutter für mich. Später, als ich wegen meines Schwulseins im Erziehungsheim bei den Salvatorianern landete, hat der Pater Direktor zu mir gehalten. Hat dafür gesorgt, dass ich frühzeitig wieder entlassen wurde. Das hat mich geprägt und für ein frühes Coming Out gesorgt.
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#3 KetzerEhemaliges Profil
#4 JadugharProfil
  • 12.07.2019, 11:41hHamburg
  • Antwort auf #2 von Loti
  • Ich hatte in einen katholischen Kindergarten und in einer katholischen Bekenntnisschule die reinste Hölle erlebt. Es war tägliche brutale Gewalt. Im Kindergarten mußten wir den ganzen Tag still sitzen und den Worten der heiligen Schrift andächtig lauschen. Als Kind versteht man nur Blablabla Jesus, blablabla Christus, blablablabla Gott. Wenn wir nicht mehr sitzen konnten, gab es Schläge mit den Rohrstock. Durch diese Behandlung bin ich sogar erkrankt gewesen! In der Bekenntnisschule mußten wir jeden Tag früh um 6 Uhr bei der Morgenmesse erscheinen, und am Sonntag mußten wir uns zwei Messen anhören. Wer schwänzte, zu spät kam, während der Andacht schwatzte und nicht aufmerksam war usw., bekam Schläge mit den Rohrstock und wurde für viele Stunden in eine dunkle Kammer gesperrt, wo man seitenweise das Vergehen aufschreiben mußte, daß man gesündigt hatte und es nicht darf. Als ein kleiner Junge seine Hose runterzog, gab es Schläge und er mußte dieses öffentlich als Unkeuschheit beichten! Immer nur Schläge bei jeder Gelegenheit, auch als einer mal Scheiß heiliger Bimbam fluchte und dann einen ganzen Nachmittag hierfür schreiben mußte, daß man heilige Namen nicht entweihen oder entehren sollte! Seit wann ist Bimbam ein heiliger Name? Das Ganze spielte sich damals in den frühen fünfziger Jahren in Bayern ab! Noch in den siebziger Jahren wurden Kinder so behandelt! Ich wurde oft geschlagen, weil ich stets die Aussagen der Bibel schon als Kind logisch widerlegte! Wegen solcher täglichen Schikanen bin ich sehr früh aus der Kirche ausgetreten! Sie haben es zwar bedauert, jedoch nie nachgefragt, weswegen ich das getan hatte! Noch heute bin von dieser Behandlung schwer traumatisiert, während meine ehemaligen Klassenkameraden diese Behandlungen sehr verklärt sehen und mir sagen, so ein kleiner Klaps auf den Podex hat ja nicht geschadet! Vergessen sind offenbar die roten Karostreifen auf Podex und Händen und finden es obendrein als eine richtige und wirksame Erziehungsmethode!
    So erlebte ich die Vermittlung christlicher Werte! Körperliche und psychische Gewalt, Drohungen und Verlogenheit!
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#5 HoffnungProfil
  • 12.07.2019, 12:09hWiesbaden
  • Antwort auf #4 von Jadughar
  • Das tut mir sehr leid was dir passiert ist! :( Sonst kennt man solche Dinge die du erzählst nur von Geschichten, Erzählungen, Filmen, Serien, vergangenen historischen Ereignissen.....die christliche Kirche ist nichts anderes als eine große Sekte (für die Masse). Und obwohl ich aus den verschiedensten Gründen natürlich trotzdem für Religionsfreiheit bin müssten alle oder die meisten diesem Verein den Rücken kehren und ihn nicht mehr unterstützen!
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#6 LotiAnonym
  • 12.07.2019, 12:39h
  • Antwort auf #4 von Jadughar
  • Prügelstrafe an den Schulen sind auch mir bekannt. An mir wurden sogar bei kleinsten Vergehen von Lehrern regelrecht Maßnahmen vorgenommen worden. Ein Lehrer hatte an der rechten Hand einen dicken Siegelring und damit fuhr dieser dann von unten an der Schläfe nach oben. Beim Musikunterricht mußten wir die Hände auf den Tisch flach gespritzt hinlegen. Wer falsch sang, dem schlug der Lehrer gekonnt zwischen die Finger. Was natürlich nicht immer gelang. Aber den Gipfel schoss mal unser Rektor ab, zu dem ich extra ins Büro zitiert wurde. Er verprügelte seinen Schlagstock aus Bambus auf meine Lederhose, bis dieser zerbrach. Der Religionsunterricht war ähnlich. Nur schlug der Vikar uns nicht, sondern ließ uns Seitenweise zur Strafe die Bibel auswendig lernen. Wehe wir taten es nicht. Dann hätte dieser Feigling nichts besseres zu tun, als es dem Rektor zu melden. Im Kinderheim würde ich zum Bibel Auswendiglernen im Schlafsaal eingeschlossen, während alle anderen draußen spielten. Unsere Stationsnonne war eine Furie. Mal war Sie unheimlich nett zu uns und ließ fast alles durchgehen. Aber dann gab es Tage, da war sie regelrecht auf Schläge aus. Sie benutzte einen so kl. Bambusspazierstock und wir mußten unsere Handinnenflächen ausstrecken damit sie dann von der Seite auf die Fingerspitzen schlagen konnte. Wehe dem, der seine Hände zurückzog. Denn damit machte der es nur schlimmer. Dann hielt sie eine Hand fest und schlug noch fester zu. Selbige Nonne hatte einmal einen kl. 3 oder 4 Jahre alten Jungen fest auf den Rücken mit der Faust geschlagen, weil dieser seine Suppe erbrach. Daraufhin platzte mir der Kragen und ich lief einfach ohne anzuklopfen in die Klausur, wo Männer keinen Zutritt hatten. Ich sorgte somit dafür, das die Stationsschwester ausgetauscht wurde. Ich ließ mir als Junge sehr wenig anmerken. Meine damals schöne Stimme (Sopran) war ein Segen und eröffnete mir viel Freiheiten. Besonders im Kinderheim. Sogar all die Prügel nahm ich stoisch hin. Nur die von meiner Mutter schmerzten mich auch seelisch tief. Da ich schon sehr früh wußte, wie verzweifelt meine Mutter war. Wir waren bitterarm. Sie starb früh, mit nur 38 Jahren.
    Schon damals war mein erster Vorsatz, niemals Gewalt gegen schwächere auszuüben. Noch heute fällt es mir schwer die Hand gegen jemanden zu erheben. Ich kann an fünf Fingern abzählen, wann ich mich mal habe gehen lassen und jemanden verprügelt hatte. Und diese wenigen Vorfälle hatten immer mit mein Schwulsein zu tun. Hier kenne ich kein Pardon. Allerdings muß man mich dann schon sehr aus meiner Reserve locken.
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#7 LotiAnonym
  • 12.07.2019, 13:18h
  • Antwort auf #4 von Jadughar
  • Eine Anmerkung zu Deiner sehr leidvollen Vergangenheit. Du schreibst, bis in die Siebziger Jahre wurde diese Praxis angewandt. Ich erinnere mich zwar jetzt nicht an die genaue Jahreszahl, doch weiß ich, das die Prügelstrafe schon in den Sechziger Jahren abgeschafft wurde. Somit hätte man theoretisch diese geistlich Verdummten Machthaber in der Bekenntnis Schule Anzeigen können oder sollen, wegen Körperverletzung. Im Erziehungsheim, wo ich nur 2Jahre verblieb, lernte ich einen jungen Erzieher kennen, der mir unverhohlen sagte, das Prügeln durch Vorgesetzte nicht mehr erlaubt sein. Dieser erzählte mir das deshalb, da ich wie alle anderen auch unseren Tag mit Sklavenarbeit verbringen mußten. Für die Firmen Hella und Schlaraffia z.B. Ich geriet mit einer älteren Aufsicht in Streit. Dieser schlug mir nur zweimal ins Gesicht und da er ein Krückstock benötigte wegen eines steifen Beins, wollte er mich damit weiter prügeln. Darauf sagte ich ihm ganz unverblümt, wenn er es auch nur wagt, mich damit zu schlagen, kriege ich den Stock zu fassen und schlage ihn damit Tod. Das ist die Geschichte um meine vorzeitige Entlassung aus dem Erziehungsheim. Und weil der Pater Direktor vollstes Verständnis für meine Reaktion zeigte, sorgte dieser dafür, dass ich nicht in ein noch schlimmeres Heim gesteckt wurde, sondern in Freiheit geschickt wurde.
    Mir ist aber auch bewusst, welch ein Glück ich überhaupt hatte, als man mich damals mit 11 Jahren ins Kinderheim steckte. Andere Kinder und Jugendliche erging es zur damaligen Zeit weitaus schlimmer.
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#8 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 12.07.2019, 20:07h
  • Puh, eure Storys sind heftig... Und ich dachte ich so als Bastardkind born in the eighties in nem beschissenen katholischen dorf mit Jugend zwischen möchtegern-bushidos und hinterwäldlererwachsenen hätte die arschkarte, aber bei euch war des ja alles nochmal n paar Nummern härter....
    .
    Bei mir isses so das die ganzen homohasser heute alle plötzlich so einen auf Best Gay Buddy machen wenn man sich auf der Straße sieht und ich nur so "Mittelfinger hoch" reagier!
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#9 daVinci6667
  • 12.07.2019, 21:39h
  • @ Jadughar und Loti
    Schlimm, einfach schlimm und grausam was für katastrophale schwarze Pädagogik ihr in diesen klerikalfaschistischen katholischen Einrichtungen ihr erleben musstet.

    Da drückt wohl klar durch, dass dieselben Erzieher zehn oder zwanzig Jahren zuvor bereits in der deutschen Nazidiktatur die gleiche Tätigkeit ausübten. Oder irre ich mich? Ich hoffe ihr konntet das wirklich aufarbeiten.

    Ich ging in den Siebzigern auf eine evangelische private Primarschule, danach auf die öffentliche in einem reformieren Kanton. Sicher ging es mir um einiges besser als euch, doch Schläge und Ohrfeigen von Lehrern kenne ich leider auch, und ja, beten mussten wir auch.

    Mit 16 trat ich bei der reformierten Landeskirche aus. Ich habe wahrlich genug gebetet. Das reicht für dieses und für alle weiteren Leben die da kommen mögen.

    Am schlimmsten allerdings hatte ich mit meinen Eltern Pech. Kaum wahrnehmbarer Vater der mir überhaupt keinen Schutz bot, dazu eine emotional und sexuell missbrauchende Mutter. Solange ich von anderen abhängig war, war mein Leben einfach Scheisse. Als ich dann endlich Volljährig war (damals erst mit 20) und mein Leben selbst gestalten konnte kehrte das völlig. Ich krumpelte mich regelrecht um. Kaum ein Stein meines früheren Selbst blieb auf dem anderen. Mein einziger Albtraum wäre jemals wieder von irgend jemand oder etwas abhängig zu sein. (Mein Mann ausgenommen. Nur ihm vertraue ich wirklich) Niemals wieder, dann lieber Exit.

    Zum Schluss was anderes: Was zur Hölle ist heterosexuelles Porno-Daumenkino? Und wie geht schwules Porno-Daumenkino?
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#10 LotiAnonym
  • 12.07.2019, 21:46h
  • Antwort auf #8 von QueerBierHere
  • Sei froh, dass Du Eltern gehabt hast und nicht wie ich ohne LIEBE aufgewachsen bist. Oder kennst Du das auch? Deshalb kann ich auch bis heute leider keine feste Bindung, sprich, eine feste Beziehung aufbauen. Aber eins habe ich im Leben immer getan, mich nie unterkriegen lassen.
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