Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34036

Katholische Kirche

"Friedenskirche" in Amsterdam: Schwuler Priester gefeuert

Nach seinem Coming-out hat die katholische Kirche einen beliebten Priester vor die Tür gesetzt, der sich seit Jahren für queere Menschen engagiert hatte.


Die Friedenskirche muss sich einen neuen (heterosexuellen) Priester suchen (Bild: Apdency / wikipedia)

Das katholische Bistum Haarlem-Amsterdam hat laut niederländischen Medienberichten vom Mittwoch den 58-jährigen Pierre Valkering als Priester der Vredeskerk (Friedenskirche) in Amsterdam-Zuid gefeuert. Der Grund: Der Geistliche hatte anlässlich seines 25-jährigen Priester-Jubiläums im März ein Buch veröffentlicht, in dem er sich als schwul geoutet hatte. Trotz der Entlassung darf Valkering weiterhin im Klerikerstand bleiben.

Valkering hatte als Priester für die Einbindung von LGBTI geworben. Dafür waren ihm von der Kirchenleitung allerdings immer wieder Steine in den Weg gelegt worden. So hatte ihm der Bischof 2016 verboten, wie geplant am CSD Amsterdam auf einem Kanalboot teilzunehmen.

Gegenüber dem LGBTI-Magazin "Gay Krant" hatte Valkering bereits nach seinem Coming-out angekündigt, dass die Offenheit für ihn berufliche Konsequenzen haben könne. Immerhin gehe es in dem Buch um Sex und das Priestertum, eine großes Tabuthema. Laut Medienberichten berichtet er auch von seinen sexuellen Begegnungen in Schwulensaunen oder Darkrooms.

25 jaar priester jubileum Pierre Valkering

Gepostet von Vredeskerk Amsterdam am Freitag, 29. März 2019
Facebook / Vredeskerk Amsterdam | Ende März feierte Pierre Valkering noch sein 25-jähriges Jubiläum als Priester

Bistum: Priester wegen Bruchs des Zölibats gefeuert

Die Kirchenleitung behauptete, dass nicht die Homosexualität des Priesters zur Entlassung geführt habe, sondern der Bruch des Zölibatsversprechens. Valkering habe "öffentlich unmissverständlich klargemacht, dass er sein Versprechen der Ehelosigkeit nicht gehalten hat und es auch in Zukunft nicht halten kann und wird".

Der Vatikan verbietet es schwulen Männern derzeit pauschal, Priester zu werden, selbst wenn sie enthaltsam leben. In Richtlinien von 2016 hieß es sogar, man werde gegen gegen Männer durchgreifen, die eine "homosexuelle Kultur" unterstützten (queer.de berichtete).

Dennoch formiert sich langsam Widerstand, insbesondere in Deutschland: Im Februar hatte sich etwa ein Priester aus Hamm als schwul geoutet, nachdem Bischöfe das generelle Schwulenverbot in Frage gestellt hatten. (dk)



#1 FliegenAnonym
  • 11.07.2019, 15:08h
  • ...mein Spruch: ALLE raus aus der verlogenen Kirche erst dann wachen die alten "Knochen" auf! Wenn alle Queeren den Dienst quittieren!!! Glauben geht auch ohne Kirche !!!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 AmurPrideProfil
  • 11.07.2019, 17:13hKöln
  • ""..ALLE raus aus der verlogenen Kirche..""

    Klingt ja erstmal ziemlich logisch, oder?
    Aber wer würde denn dann noch in den Kirchen übrigbleiben, wenn alle die, die sich z. Z. in den Kirchen für Offenheit, Vielfalt, Akzeptanz, Frauenrechte usw. einsetzen, wie gefordert gehen würden? Würde dadurch nicht erst recht ein Raum entstehen, in dem die LGBTIQ*-Feinde, Menschenrechtsverachter, Rassendiskriminierer und Frauenunsichtbarmacher ihrem Hass und ihre Intoleranz unter ihres gleichen hegen, pflegen und vermehren könnten? Würden dann die Kirchen nicht zu einer Art "Schutzraum" für sie werden, aus denen sie heraus unbeobachtet, unkontrolliert und unwidersprochen ihre irre Weltanschauung unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit auf den Rest der Menschheit loslassen könnten?

    Also ich für meinen Teil will das nicht! Und deshalb bleibe ich! Ich lasse nicht zu, das die mich mit ihrem hassgetränktem Irrglauben ängstlich zum schweigen bringen, mich unsichtbar machen oder gar vertreiben!

    Aber vor allem will ich auch ein lebendiges Zeichen dafür sein, das Kirche auch anders geht! Und das Kirche anders geht, das beweist meine Gemeinde, die Antoniterkirche in Köln, Tag für Tag und nicht nur während des jährlich stattfindenden CSD-Gottesdienstes.
    Und deshalb habe ich mich auch ganz besonders darüber gefreut, das in diesem Jahr das ANYWAY am CSD-Wochenende zum ersten Mal einen Jugendgottesdienst angeboten hat.

    Ich möchte niemanden kritisieren, der für sich selbst entscheidet aus den Kirchen aus zutreten, denn weder kenne ich die Gründe noch steht es mir in irgendeiner weise zu diese zu beurteilen!

    Aber ich möchte auch eines zu bedenken geben:
    STONEWALL WAS A ROIT!
    Was wäre denn gewesen, wenn die Menschen im Stonewall Inn an jenem Abend wieder einmal gesagt hätten: "Och Nö, nicht schon wieder, auf Stress hab' ich echt keinen Bock, ich mach mich lieber vom Acker..."?

    Eines scheint mir sicher: Wenn man Veränderungen erreichen will, dann muss man bleiben und dafür kämpfen! Wie auch schon der Nollendorfblogger und Buchautor Johannes Kram anlässlich der diesjährigen Verleihung der Kompassnadel in seiner Dankesrede sagte (hier auf queer.de nachzulesen):
    >>Entscheidend für Veränderung war immer das Kämpfen. Und das heißt, auf die Nerven gehen, Druck machen, sichtbar sein, Konsequenzen ziehen, sich unbeliebt machen, die Dinge beim Namen nennen. Und noch mal: auf die Nerven gehen!<<
  • Antworten » | Direktlink »
#3 PetterAnonym
#4 cinnamonEhemaliges Profil
  • 11.07.2019, 17:49h
  • Dieser Priester sollte halt die katholische Kirche verlassen und sich einen anderen Verein suchen, es gibt doch da auch welche, wo er schwul und Priester sein darf. Ich finde, in diesem Fall hat die kath. Kirche recht. Es wird klipp und klar von vornherein gesagt: Wenn du Priester wirst, musst du auf Sex verzichten. Ob das gut oder schlecht oder verrückt ist, spielt ja erst mal keine Rolle, aber jeder, der Priester werden will, verspricht hoch und heilig, dass er sich dran hält und auf Sex verzichtet und er ist erwachsen und macht es freiwillig. Dann kann er doch dann kein Buch schreiben, in dem er über seine Erlebnisse in der Schwulensauna und im Darkroom bericht. Das ist doch klar, dass die den rausschmeißen und auch völlig zu recht. Schließlich war der Priester es, der die Absprachen nicht eingehalten hat.

    Als Jugendlicher habe ich auch schwer darunter gelitten, dass ich schwul war und nach einem Ausweg gesucht. Wäre ich katholisch gewesen, wäre es ziemlich gut möglich, dass ich auch Priester geworden wäre, denn das kann tatsächlich als eine relativ elegante Lösung des Problems erscheinen. Wenn man aus einem konservativen Elternhaus kommt, wird das sicher eher von den Eltern akzeptiert, es ist ein anspruchsvolles Studium, dessen Schwerpunkte vielen Schwulen liegen dürften, man kann in dem Job auch wirklich nützliche Arbeit leisten, ist auch gut bezahlt und angesehen und man ist die verdammte Sexualität quasi los. Letztlich würde ich heute trotzdem natürlich niemandem dazu raten, denn man baut sein Leben doch auf einer Lüge auf und kann das alles besser machen ohne den religiösen Ballast. Und als geouteter schwuler Mann lebt es sich bestimmt auch besser, als verkappt in so einem homophonen Verein. Und ab und zu Sex ist auch nicht übel. Aber wenn das jemand so macht und tatsächlich streng zölibatär lebt, dann akzeptiere ich das, woran will dann überhaupt festmachen, ob er schwul ist oder nicht. Total schlecht finde ich dagegen, wenn Priester ein Gayromeoprofil anlegen und sich heimlich in Darkrooms rumtreiben. Das zeugt von einem schlechten Charakter. In den Priesterseminaren scheint das ja gang und gäbe zu sein, aber die Typen sollten sich lieber einen anderen Beruf suchen, finde ich.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Homonklin44Profil
  • 11.07.2019, 18:14hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von AmurPride
  • Und unterstützst damit die pädophilen und mafiösen Strukturen eines Vereins gewissenloser Kostümhampel im Gardinenkleidchen mit.

    Aus Kirchen kann man Kornspeicher oder Großraum-Discos machen. Geht auch, vielleicht sogar ein SM-Keller, das Ambiente würde einige einladen.

    Was bleibt von einer Kirche, aus der vernünftige Menschen raus gehen? Irgend so eine Kleinsekte mit zeitverrückten Idealen, deren Mitglieder in den Gemäuern der eigenen Köpfe vor sich hin versteinern, an der die Zukunft vorbei zieht, die letztlich ins Vergessen fällt, wenn der letzte Zeremonien-Greis den Löffel abgibt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Homonklin44Profil
  • 11.07.2019, 18:22hTauroa Point
  • ""Valkering habe "öffentlich unmissverständlich klargemacht, dass er sein Versprechen der Ehelosigkeit nicht gehalten hat und es auch in Zukunft nicht halten kann und wird".""

    Mit wem hat er eigentlich eine Ehe geführt?
    Selbst wenn er tausend Mal gepoppt hat, ohne zu heiraten, hat er dennoch Ehelosigkeit gelebt.

    Möge er seinen Freund heiraten, falls er einen hat - sogar dann verbliebe er zölibatär, Denn die katholische Kirche erkennt weder Homosexualität an, noch die Ehe zwischen Homosexuellen. Solange er keine Frau heiratet, müsste er logisch betrachtet völlig sicher sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDadProfil
  • 11.07.2019, 21:32hHannover
  • Antwort auf #2 von AmurPride
  • ""Aber wer würde denn dann noch in den Kirchen übrigbleiben, wenn alle die, die sich z. Z. in den Kirchen für Offenheit, Vielfalt, Akzeptanz, Frauenrechte usw. einsetzen, wie gefordert gehen würden?""..

    Und das hältst Du ernsthaft für die relevante Frage ?

    Wenn alle diejenigen, die von diesen "Kirchen" unterdrückt werden, diese "Kirchen" verlassen, wozu sollten sich dann noch Leute darum kümmern wollen oder müssen diese Unterdrückung zu beenden ?

    Um WAS zu erreichen ?

    Es gibt nach wie vor KEINEN EINZIGEN Grund Mitglied einer Organisation zu bleiben die einen nicht vollständig akzeptiert und GENAU SO behandelt wie alle anderen Mitglieder auch..
  • Antworten » | Direktlink »
#8 DamienAnonym
#9 TheDadProfil
  • 11.07.2019, 21:50hHannover
  • Antwort auf #8 von Damien
  • Das ist eine sehr gute Antwort..
    Danke dafür..

    Welchen Grund gäbe es also Mitglied in der "NPD" oder "AFD" zu sein, und diese dann

    "in aufopferungsvoller, mühseliger arbeit"
    "von innen heraus"
    zu verändern suchen ?

    Und dann fragen wir uns die gleiche Frage bezüglich einer "Religionsgemeinschaft", die die gleichen Ablehnungs-Tendenzen in sich trägt..
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FaktencheckAnonym
  • 11.07.2019, 22:35h
  • Antwort auf #2 von AmurPride
  • "Würden dann die Kirchen nicht zu einer Art "Schutzraum" für sie werden, aus denen sie heraus unbeobachtet, unkontrolliert und unwidersprochen ihre irre Weltanschauung unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit auf den Rest der Menschheit loslassen könnten?"

    Es deutet leider herzlich wenig darauf hin, dass etwas aufgeklärtere Mitglieder dies derzeit durch ihre Mitgliedschaft oder ihr Engagement verhindern können. Zumindest in der katholischen Kirche gilt dies vollkommen uneingeschränkt, und in Teilen der evangelischen auch.
  • Antworten » | Direktlink »