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Nach Shitstorm
Scarlett Johansson verteidigt sich
Vor einem Jahr war US-Schauspielerin Scarlett Johansson scharf kritisiert worden, weil sie als Cissexuelle eine trans Figur darstellen wollte.

Scarlett Johansson in "Ghost in the Shell" (Bild: Paramount Pictures)
- 15. Juli 2019, 13:48h 2 Min.
Die amerikanische Schauspielerin Scarlett Johansson hat in einem Interview mit dem Magazin "As If" ihr inzwischen aufgegebenes Vorhaben verteidigt, in einem Film einen trans Mann zu spielen. Die 34-Jährige beklagte, dass politische Korrektheit in die Kunst hineinspiele. Schauspielerinnen und Schauspieler sollten potenziell jede Rolle übernehmen können und Kunst frei von Restriktionen sein.
Damit reagiert die cis- und heterosexuelle Schauspielerin auf die Kontroverse vom Sommer 2018: Nachdem sie bekannt gegeben hatte, dass sie im Film "Rub & Tug" einen transsexuellen Mann spiele wolle, kam es zu einem Shitstorm. Viele Kritiker, darunter auch prominente trans Schauspielerinnen, warfen ihr vor, das Leben von Transsexuellen "nachzuäffen" und damit Filmpreise einheimsen zu wollen, während trans Schauspielerinnen stets bei Castings übergangen werden würden (queer.de berichtete). Johansson verzichtete schließlich auf die Rolle (queer.de berichtete).
"In idealer Welt spielt jeder jeden"
In einer Stellungnahme gegenüber dem Klatschmagazin "People" ergänzte Johansson, dass sich viel Kritik an ihr entzündet habe, weil ihre damaligen Aussage, dass alle Schauspielerinnen und Schauspieler alle Rollen annehmen könnten, aus dem Zusammenhang gerissen worden sei. Das Magazin "Bustle" habe ihre Worte "als Klickköder missbraucht", so die Schauspielerin. Sie halte daran fest, dass "in einer idealen Welt jede/r Schauspieler/in jede/n spielen sollte und dass Kunst, in all ihren Formen, immun gegen politische Korrektheit sein sollte".
Johansson erklärte weiter, ihr sei bewusst, dass es noch keine ideale Welt gebe. In ihrer Branche bekämen nicht alle Schauspielenden eine Chance wie sie, sondern vor allem weiße Cissexuelle. "Ich unterstütze weiter die Vielfalt in jeder Branche und werde immer für Projekte kämpfen, die alle involvieren."
Entsprechende Debatten nahmen zuletzt zu. So gibt es zunehmend auch Kritik, wenn heterosexuelle Schauspieler schwule Rollen übernehmen. Schon lange verpönt in den USA ist "Blackfacing", also die Darstellung einer schwarzen Figur durch eine weiße Person mit schwarzer Farbe im Gesicht. Diese gilt aus historischen Gründen seit Jahrzehnten als hochgradig rassistisch. Das Konzept, viele und wichtige Rollen nur mit weißen Schauspielern zu besetzen, wird als "Whitewashing" bezeichnet. Auch Scarlett Johansson hatte wegen dieser Sensibilitäten bereits einen Shitstorm hervorgerufen, als sie 2017 im Scifi-Action-Film "Ghost in the Shell" eine asiatische Frau darstellte. (dk)
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