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Puerto Rico

Großdemo gegen homophoben Gouverneur – auch Ricky Martin protestiert

Stars wie Sänger Ricky Martin demonstrierten in der Hauptstadt von Puerto Rico gegen die Regierung.


Ricky Martin (re.) und Residente bei der Demo in San Juan

Tausende Menschen haben in Puerto Rico gegen die Regierung des US-Außengebiets demonstriert. Bei einem Marsch zur Residenz des Gouverneurs Ricardo Rosselló in der Altstadt von San Juan waren am Mittwoch (Ortszeit) auch prominente Puerto Ricaner wie der Schauspieler Benicio del Toro sowie die Musiker Ricky Martin, Bad Bunny und Residente dabei. Am späten Abend kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Diese setzten Tränengas ein.

Auch in New York, wo viele Puerto Ricaner leben, fand eine Kundgebung gegen Rosselló statt. Seit Ende vergangener Woche hatte es jeden Tag Demonstrationen in Puerto Rico gegeben, deren Teilnehmer den Rücktritt des Regierungschefs forderten.

Direktlink | Bilder der Demos

Auslöser der Proteste war die Veröffentlichung zahlreicher Nachrichten einer privaten Gruppe des Messenger-Dienstes Telegram aus dem Zeitraum zwischen Ende 2018 und Anfang dieses Jahres. Darin äußerten sich Rosselló und einige Vertraute abwertend über verschiedene Menschen, darunter Politiker, Journalisten und Aktivisten. Manche der Aussagen wurden von vielen als frauen- und schwulenfeindlich sowie vulgär kritisiert – so beschimpfte Rosselló Kritiker als "Schwanzlutscher", ein Mitglied seines Kabinetts äußerte sich auch homophob über Ricky Martin (queer.de berichtete). Außerdem wurden Staatsangelegenheiten besprochen, obwohl nicht alle Mitglieder der Gruppe der Regierung angehörten.

Twitter / ricky_martin | Ricky Martin rief auf Twitter zur Teilnahme an der Demo auf

Twitter / DavidBegnaud | Ricky Martin und Residente erklären, warum sie auf die Straße gegangen sind

Rosselló, der sich in der Vergangenheit als Gegner der Ehe für alle einen Namen gemacht hatte, stand bereits zuvor wegen des langsamen Wiederaufbaus nach dem verheerenden Hurrikan María von 2017 unter Druck. Hinzu kam ein Korruptionsskandal, im Zuge dessen unter anderen die bisherige Bildungsministerin Julia Keleher vergangene Woche von der US-Bundespolizei FBI festgenommen wurde.

Rosselló schloss bei einer Pressekonferenz am Dienstag zum wiederholten Mal einen Rücktritt aus. Mehrere Mitglieder der Telegram-Gruppe, darunter auch der Vize-Gouverneur, räumten allerdings inzwischen ihre Posten. (dpa/dk)



#1 PetterAnonym
  • 18.07.2019, 12:38h
  • "Stars wie Sänger Ricky Martin demonstrierten in der Hauptstadt von Puerto Rico gegen die Regierung."

    Danke allen prominenten Menschen, die sich dort und anderswo engagieren. Gerade sie können aufgrund ihrer Bekanntheit viel bewirken und viele Menschen mobilisieren oder zumindest zum Nachdenken bewegen.

    Es sollten sich viel mehr Promis, egal ob LGBTI oder hetero, politisch engagieren. Manche haben ja regelrecht Angst davor, Position zu beziehen, dabei können gerade sie es in ihrer privilegierten Position am besten.
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