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"Effektiver Diskriminierungsschutz" gefordert

Bayerische Grüne fordern eigene Unterkünfte für queere Geflüchtete

Bayern müsse mehr tun, um Asylbewerber, die einer sexuellen oder geschlechtlichen Minderheit angehören, zu schützen.


Gülseren Demirel beklagt, dass LGBTI-Geflüchtete in Bayern nicht richtig geschützt werden (Bild: Grüne Bayern)

Die Grünen fordern eigene Unterkünfte in Bayern zum Schutz lesbischer, schuler, bi-, trans- und intersexueller Geflüchteter vor Übergriffen. Diese sollen zudem als besonders schutzbedürftige Gruppe anerkannt werden, wie aus einer Mitteilung der Grünen-Landtagsfraktion vom Freitag hervorging. Bisher gibt es solche Unterkünfte nur in München und Nürnberg.

Wie viele Übergriffe auf queere Geflüchtete es in sogenannten Ankerzentren und Asylbewerberunterkünften gibt, wird von der Staatsregierung nicht erfasst. Die Grünen verweisen aber auf einen Fall im oberbayerischen Ankerzentrum Fürstenfeldbruck von Anfang Juli, bei dem ein homosexueller und ein transsexueller Geflüchteter bedroht wurden. Es könne nicht sein, dass queere Menschen in ihrer Zuflucht Bayern nicht vor Diskriminierung und Gewalt geschützt würden, sagte die Landtagsabgeordnete Gülseren Demirel. "Die Anker-Einrichtungen sind Orte der Hoffnungslosigkeit und des Schreckens für queere Geflüchtete. Hier braucht es effektiven Diskriminierungsschutz".

In allen bayerischen Regierungsbezirken gibt es die umstrittenen Ankerzentren. Dort werden insbesondere diejenigen Geflüchteten längerfristig untergebracht, die nach Ansicht der Behörden wenig Chancen auf Asyl haben. Die anderen sollen möglichst bald in dezentrale Heime weitervermittelt werden. Vergangenes Jahr hatte die Bundesregierung bekannt gegeben, dass es in Ankerzentren keinen spezifischen Schutz für queere Flüchtlinge geben werde (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 YannickAnonym
  • 19.07.2019, 15:40h
  • Wäre es nicht noch besser, auf Ghettos für LGBTI zu verzichten und stattdessen die Leute, die auf LGBTI losgehen in eigene Unterkünfte zu stecken?

    Denn ansonsten sendet man das Signal, dass die gewaltbereiten Homohasser im Recht sind und keinerlei Konsequenzen fürchten müssen, während die LGBTI diejenigen sind, die sich in separaten Ghettos zu verstecken haben.

    Oder noch besser: man schickt solche gewaltbereiten Fanatiker gleich wieder zurück. Denn irgendwann sollen Flüchtlinge ja auch außerhalb einer Aufnahmeeinrichtung leben und arbeiten. Und da will ich dann keine gewaltbereiten Extremisten auf die Gesellschaft loslassen. Die noch dazu auch in der Unterkunft niemals mit Vielfalt konfrontiert wurden.

    Mir ist jeder willkommen, der hier leben will. Egal wo er/sie herkommt und was die Motive sind. Aber dann kann man auch erwarten, dass gewisse Werte und Regeln des Zusammenlebens geachtet werden. Und das mindeste ist, dass man Menschen, die einem (egal aus welchem Grund) nicht passen, nicht gleich angreift, zusammenschlägt oder gar ermorden will.

    Wer dazu nicht bereit ist, kann hier nicht dauerhaft bleiben. Punkt. So jemand sollte konsequent abgeschoben werden, egal was ihm dann in der alten Heimat blüht, denn das hat er sich selbst zuzuschreiben. Das muss man nicht nur zum Schutz der inländischen Bevölkerung so machen, sondern gerade auch zum Schutz der Mehrheit der friedlichen und integrationsbereiten Migranten.

    Es kann nicht sein, dass ein paar faule Äpfel es auch für die friedliebende Mehrheit der Migranten versaut, die hier einfach nur friedlich, sicher und glücklich leben wollen...
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#2 Ana NymAnonym
  • 19.07.2019, 21:25h
  • Hoffentlich wird die Forderung umgesetzt!!
    Hauptsache die queeren Geflüchteten kommen raus aus den Gefahrenzonen!!
    Eine "Wer ist im Ghetto?"-Diskussion hilf da keinem.
    Queere Geflüchtete brauchen einfach Schutz vor den eigenen und anderen Geflüchteten.
    Niemand zwingt Flüchtlinge, die z.B. Frauen und Queere hier in Europa nicht respektieren und akzeptieren können, hier in Europa zu bleiben - in einem Land, wo "sowas" erlaubt ist und alle (überholten) Sitten verfallen. Hier gibt es andere Sitten, wer die nicht akzeptieren kann oder sich davon bedroht fühlt: Niemand zwingt diese Leute zu bleiben. Niemand zwingt z.B. auch Rechtsradikale, die sich hier ach so unwohl und unterdrückt fühlen, hier zu bleiben. Die sich nicht mehr in dem poly-ethnischen bunten Europa zu Hause fühlen können, die sich fremd vorkommen, die meinen nicht mehr hierher zu gehören: Es gibt noch genug Länder, die vielleicht eher passen. Auswanderer hat es immer gegeben, auch aus politischen Gründen. Das ist keine Vertreibung, sondern eine Chance. Vielleicht ändert die Ferne ja auch ganz langsam die Perspektive und man erkennt, dass Europa auf einem guten Wege mit mehr Gleichberechtigung - nicht Gleichmacherei - für alle Europäer*innen ist.
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#3 TheDadProfil
  • 22.07.2019, 08:18hHannover
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • ""Wäre es nicht noch besser, auf Ghettos für LGBTI zu verzichten und stattdessen die Leute, die auf LGBTI losgehen in eigene Unterkünfte zu stecken?""..

    Man kann die Sache auch mal anders denken..

    Wer hier als LGBTTIQ*-Mensch von seinen Mit-Bewerbern um Asyl in den Unterkünften weiter drangsaliert und verfolgt wird, erhält ein "beschleunigtes Verfahren" und eine deutlich besser ausgestattete Unterkunft, mehr Eingliederungshilfen und mehr Geld..

    Das macht dann auch deutlich :
    wer sich hier einfach "scheiße" benimmt hat auch weniger Ressourcen, und weniger Chancen auf Aufnahme in eine Gesellschaft..

    Bei Licht betrachtet ist dann auch JEDE Asyl-Unterkunft ein solches Ghetto, denn man segregiert die asylbegehrenden Menschen von der Gesellschaft, deren Teil sie einmal werden wollen..
    Allein das ist schon kontraproduktiv, denn man verhindert schon am Anfang die Integration mit allen Mitteln..
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