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USA

Netflix sendet Unterlassungsaufforderung an "Straight Pride"

Der sogenannte "Straight Pride" sorgt in den USA weiter für Aufregung: Jetzt stellt der Streamingdienst Netflix in einer bissigen E-Mail klar, dass er nichts mit diesem "Hass"-Event zu tun haben wolle.


"Werden sie mich noch mögen, wenn ich ihnen sage, dass ich hetero bin?" Mit derart extrem albernen Bildchen wollen die "Straight Pride"-Organisatoren ihren Fans einreden, dass die heterosexuelle Mehrheit von all den bösen Homos unterdrückt wird

Netflix macht deutlich, dass die Firma keine Toleranz für Homo-Hasser hat: Die Rechtsabteilung des in Kalifornien ansässige Streamingportals hat eine Unterlassungsaufforderung an die Organisatoren des "Straight Pride" in Boston geschickt, in der dazu aufgefordert wird, das Netflix-Logo nicht mit dem Event in Verbindung zu bringen.

Die Veranstalter, ein Verein mit dem harmlos klingenden Namen "Super Happy Fun America", stellen Heterosexuelle als "unterdrückte Mehrheit" dar und wollen deshalb Ende August in Boston "für das Recht von Heterosexuellen überall kämpfen, sich ausdrücken zu können ohne Angst vor Verurteilungen oder Hass" (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten und Menschenrechtler sehen den "Straight Pride" als Versuch, queere Menschen wieder aus der Öffentlichkeit zu drängen – und weisen auf enge Verbindungen zu der rechtsextremistischen und rassistischen Szene hin.

In einer E-Mail fordert die Rechtsabteilung von Netflix "Super Happy Fun America" auf, binnen 24 Stunden das Netflix-Logo von ihrer Website zu entfernen. Es war dort prominent unter der Überschrift "voraussichtliche Sponsoren" angebracht. Wörtlich heißt es in dem Brief:

Sie benutzen das Netflix-Logo, um Ihre Veranstaltung zu promoten, obwohl es trotz des Namens um Hass geht – und nicht um Stolz. Das ist ekelhaft und zutiefst verletzend, aber es ist auch eine irreführende Fehlinformation und bedeutet einen Rechtsmissbrauch. Netflix hat nichts mit Ihrer Organisation oder Ihrer Veranstaltung zu tun. Wir attestieren vielmehr, dass Sie eine Lüge verbreiten, um Legitimität zu gewinnen. […] Sie sollten wissen, dass wir keine Angst vor Leuten haben, die mobben. Unsere Rechtsabteilung ist hier, sie ist queer und sie sagt: Verzieht euch.

Twitter / netflix

"Straight Pride": Netflix diskriminiert "marginalisierte" Heteros

Inzwischen hat "Super Happy Fun America" das Logo von Netflix auf der Website zwar nicht entfernt, aber durchgestrichen. Dazu wird behauptet, dass das Streamingportal Heterosexuelle hasse. "Netflix hat kein Problem damit, seine Machtposition zu missbrauchen, um marginalisierte Gruppen, die von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen, zu bedrohen", heißt es dort jetzt.

Die Veranstalter versuchen, sich in den Medien als Opfer darzustellen – mit einem Vokabular, das besonders unter Bürgerrechltern verbreitete Worte wie "Diskriminierung" oder "Unterdrückung" verwendet. Mitorganisator John Hugo behauptete gegenüber CNN sogar, dass die Netflix-Rechtsabteilung offenbar von "schwulen Rassisten" geleitet werde. "Straigt Pride" versucht bereits seit Wochen, mit Kampagnen, die an die Methoden von Trollen in sozialen Netzwerken erinnern, für Schlagzeilen zu sorgen.

Mehrere Unternehmen haben sich inzwischen öffentlich von den Hetero-Aktivisten distanziert. So antwortete die Männer-Kosmetikmarke Axe vergangenen Monat in ihrem offiziellen Twitter-Konto auf die Andeutung, das Axe beim "Straight Pride" mit einem Wagen dabei sei, mit den Worten: "Wir werden bei der Parade dabei sein, die wichtig ist, und das ist nicht diese." (dk)

Twitter / AXE



#1 Ralph
  • 19.07.2019, 14:46h
  • Ich finde diese Darstellung eines jungen Mannes, der sich sorgt, ob er noch akzeptiert wird, wenn er seine Heterosexuelität eingesteht, widerlich. Dadurch werden Generationen von Schwulen, die sich unter umgekehrtem Vorzeichen genau das gefragt haben (oft mit berechtigter Angst), und die dann tatsächlich von ihren Familien verstoßen und von ihren vermeintlichen Freunden abgelehnt wurden, in den Dreck gezogen. Als ob es ein existenzbedrohendes Problem wäre, der gesellschaftlichen Norm zu entsprechen. Ekelhaft.
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#2 nonickAnonym
  • 19.07.2019, 15:10h
  • ich meine mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass die großen Kirchen sich immer dieses Trickes bedient haben - zu spiegeln und Themen für sich positiv zu nutzen oder um vom eigenen Dreck am Stecken abzulenken. Dieser Trick scheint jetzt auch in der Gesellschaft angekommen zu sein.
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#3 YannickAnonym
  • 19.07.2019, 15:31h
  • -----------------------------------------------
    "Straight Pride": Netflix diskriminiert "marginalisierte" Heteros
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    Das zeigt wieder mal, wie diese Homohasser ticken und wie die versuchen, sich als angeblich "unterdrückte Opfer" zu inszenieren.

    Netflix hat nun mal die Markenrechte an seinem Namen und seinem Logo. Und wenn die Homohasser selbst vor Lügen nicht zurückschrecken und so tun, als sei Netflix wahrscheinlich ein Sponsor, dann hat Netflix jedes Recht, denen das zu verbieten. Erst recht, wenn es etwas ist, was deren Firmenphilosophie so sehr widerstrebt.

    Die Homohasser fordern für sich das Recht ihre lächerliche Veranstaltung mit abstrusen Ängsten abhalten zu können. Okay, das haben sie. Aber dann müssen sie auch akzeptieren, wenn andere daran nicht teilnehmen wollen und nicht damit in Verbindung gebracht werden wollen. Und das will Netflix eben nicht. Punkt. Das müssen die akzeptieren oder wollen die wieder mal allen ihren Willen aufzwingen?!
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#4 Andy2Anonym
  • 19.07.2019, 15:43h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Besser hätte ich es nicht sagen können.

    Netflix kann man ja finden, wie man möchte (ich mag die meisten Eigenproduktionen leider nicht), aber für LGBT-Rechte und für Vielfalt haben sie sich von Anfang an eingesetzt. Sie haben ein breites Angebot an LGBT-Serien und -Filme - im Gegensatz zu Maxdome, die früher das Pro Fun-Sortiment in ihrem Angebot hatten und sich irgendwann dafür entschieden, dies nicht weiter anzubieten. Ob das so die richtige Entscheidung war?
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#5 YannickAnonym
  • 19.07.2019, 15:52h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Volle Zustimmung!

    Diese "Straight-Pride"-Heinis verdrehen die Fakten. Wo ist jemand jemals von den Eltern, den Mitschülern, den Kollegen, der Gemeinde, etc. etc. etc. nicht akzeptiert worden, weil er Hetero ist?

    Selbst LGBTI haben kein Problem mit Heteros, wenn es da Probleme gibt, ist das immer umgekehrt.

    Was diese Leute eigentlich wollen, ist was ganz anderes:
    die wollen straffrei hetzen, mobben und diskriminieren dürfen. Dass sie das nicht dürfen, ist in deren verdrehten Weltbild bereits Diskriminierung (weil sie nicht kapieren, dass sie nicht der Nabel der Welt sind und dass dieselben Freiheitsrechte auch für alle anderen gelten).

    Also tun sie so, als würden sie diskriminiert und als wäre ihre Heterosexualität etwas, weswegen sie von anderen minderwertig behandelt werden.

    Für jeden klar denkenden Menschen ist das einfach nur lächerlich und albern. Aber die haben so sehr den Bezug zur Realität verloren, dass sie das wohl wirklich glauben... Traurige Gestalten, die aber dennoch nicht zu unterschätzen sind und von denen eine konkrete Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht...
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#6 Homonklin44Profil
  • 20.07.2019, 02:48hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von nonick
  • Da bedienen sich die Braunblauen schon länger dran, und das hat eine ziemlich lange Geschichte.

    Hoffentlich distanzieren sich da noch mehr der von denen zur vermeintlichen Unterstützung eingeflochtenen Firmen.
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#7 DramaQueen24Profil
  • 20.07.2019, 07:33hBerlin
  • Das ist der Modus operandi unter den Rechten, sich als Opfer darzustellen, und die, die sich gegen sie wehren, als Täter, als böse, als falsch. Das funktioniert in den USA genau so, wie in Deutschland bei der Alternative für Deppen oder bigotten Homophoben.
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#8 DramaQueen24Profil
  • 20.07.2019, 07:38hBerlin
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Als in Kalifornien unsere Gegner gegen die Homoehe vorgingen, und zuerst die Abstimmung gewannen (gekippt vom Supreme Court, der damals noch seinen Namen verdiente), benutzten sie kleine Kinder, die erzählten, dass ihre Eltern homosexuell wären. Später kam raus, dass all diese Kinder gecastet, und aus heterosexuellen Familien waren.
    Diese Wichser versuchen mit allen Mitteln, auch der von Lügen und Unterstellungen, ihr Ziel zu erreichen, was mich seit der Präsidentschaft Trumps nicht wundert.
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#9 andreAnonym
  • 21.07.2019, 13:38h
  • Antwort auf #4 von Andy2
  • Trotzdem, auch Netflix und Amazon Prime Video, haben keine spezielle Rubrik "Queer". Das hatte Maxdome (Pro7Sat1-Gruppe) allein. Natürlich haben alle viele queere Filme und Serien. Aber unter dem Begriff "Gleichstellung" wird so viel von den Heten übernommen, daß das darauf, also eine Rubrik "queer" nun auch nicht mehr drauf ankommt. Was ich, sehr oft, bedaure. Zuletzt habe ich, auf Netflix, die neue queere Serie "Stadtgeschichten" geschaut. Am Anfang begeistert, aber dann, immer mehr, so lala. Lange Dialoge. Es wird alles zerredet und es gibt nur Probleme, die man sich, selbstverständlich, selber macht. Wie das Leben eben so ist in der schwulen Realität. Und als der Begriff "queer feministisches Kollektiv" viel, wars dann fast ganz vorbei. Gleich zu RuPaul gezappt. Ich selbst habe Maxdome nicht mehr. Die haben Geo-Blocking. Netflix kann ich, an jedem Punkt der Welt anschauen.
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#10 Andy2Anonym
  • 21.07.2019, 17:20h
  • Antwort auf #9 von andre
  • Ich kann dir nur zustimmen. Mit den Netflix-Eigenproduktionen kann ich auch nichts anfangen. "Stadtgeschichten" fand ich so schlecht, dass ich bei der zweiten Episode Schluss gemacht habe und, wie du, lieber weiter Drag Race geschaut habe (unschlagbar gut!). Ich finde schon, dass Netflix eine eigene LGBT-Kategorie hat, zumindest ist es immer wieder bei diesen Vorschlägen als Kategorie dabei. Aber, wie gesagt, ich bin auch nicht so der Netflix-Fan. Ich abonniere alle 5-6 Monate einen Monat lang, wenn neue Drag Race-Folgen angeboten werden.
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