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Hoher Besuch

Stuart Milk beim CSD Berlin dabei

Der Neffe von Harvey Milk, der sich seit Jahrzehnten für LGBTI-Rechte engagiert, ist kommende Woche Stargast beim CSD in der Bundeshauptstadt.


Stuart Milk musste als 17-Jähriger erleben, wie sein Onkel Harvey getötet wurde – seither engagiert er sich in den USA und weltweit für LGBTI-Rechte (Bild: Harvey Milk Foundation)

Zum 50. Jahrestag von Stonewall besucht Stuart Milk, der Neffe des legendären LGBTI-Aktivisten Harvey Milk aus San Francisco, den CSD in Berlin. Das teilte LGBTI-Aktivist Ralph Ehrlich am Freitag mit. Stuart Milk soll vom kommenden Mittwoch bis zum Sonntag in Berlin sein. Dort soll der 58-Jährige unter anderem bei der Eröffnung des CSDs am Samstag eine Rede halten. Mit der Einladung wolle der CSD "die Bedeutung von internationalen zivilgesellschaftlichen Engagement und Zusammenarbeit sichtbarer" machen, erklärte Ehrlich.

Stuart Milk setzt sich bereits seit längerem für das Erbe seines 1978 getöteten Onkels ein. Er ist einer der Gründer der Harvey Milk Foundation, die sich seit 2009 international für LGBTI-Rechte engagiert. Er hat bereits viele Reden in internationalen Foren gehalten, so etwa auch vor dem italienischen Parlament und dem britischen Oberhaus. Vergangenen Monat kam er nach Paris, als die Stadt im vierten Arrondissement den Stonewall-Platz und den Harvey-Milk-Platz einweihte.


Paris hat seit letztem Monat einen Harvey-Milk-Platz

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Milk war 1977 der erste offen schwule Mann, der eine Wahl in den USA gewinnen konnte. Er zog damals in den Stadtrat von San Franciso ein. Ein knappes Jahr später wurde er im Alter von 48 Jahren im Rathaus von einem anderen Ratsmitglied erschossen, der auch den Bürgermeister tötete. Seitdem gilt er als Ikone und als Martyrer der LGBTI-Community in aller Welt. Ein Film über das Leben Milks mit Sean Penn in der Hauptrolle kam 2008 in die Kinos (queer.de berichtete). Die Produktion von Gus Van Sant erhielt zwei Oscars – für das beste Drehbuch und Sean Penn als besten Hauptdarsteller (queer.de berichtete).

Der Hauptstadt-Pride steht in diesem Jahr unter dem Motto "Stonewall 50 – Jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme", nachdem das ursprünglich vorgesehene Motto ("Queer sind Berlin – Jemeinsam") in der Szene auf Ablehnung gestoßen war (queer.de berichtete). (dk)



#1 YannickAnonym
  • 19.07.2019, 15:45h
  • Toll, dass er kommt. Und toll, dass er das Erbe seines berühmten Onkels, der Opfer eines feigen Attentats wurde, weiterführt.

    Ich finde übrigens das Motto "Stonewall 50 Jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme" viel besser als das zuerst angedachte. Da alle CSDs auf Stonewall zurückgehen, kann und sollte man gerade zum 50. Jahrestag daran erinnern. Und auch der Hinweis, dass alles mit dem eigenen Engagement jedes einzelnen beginnt und dass es auf jeden einzelnen ankommt, ist sehr wichtig. Denn viele scheinen aus Bequemlichkeit vergessen zu haben, wie wichtig das Engagement jedes einzelnen ist.

    Für sich alleine kann man erst mal nicht viel bewegen. Aber wenn ganz viele aktiv werden, ist das in der Summe eine Masse, die niemand mehr ignorieren kann. Wir haben so viel Macht - wir müssen sie nur nutzen...
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#2 LotiAnonym
  • 19.07.2019, 16:33h
  • Antwort auf #1 von Yannick
  • Danke für Deinen sehr aufmunternden Kommentar. Tut gut zu lesen. Bin dabei. Nur diesmal in Siegen. Denke ich nur an den ermordeten Harvey Milk kommen mir ständig die Tränen. Sorry bin zu nah am Wasser gebaut.
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#3 KetzerEhemaliges Profil
#4 queergayProfil
  • 19.07.2019, 21:32hNürnberg
  • Der Dokumentarfilm "The times of Harvey Milk" von Rob Epstein entstand 1984 und wurde 1985 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet.
    Dieser dokumentarische Film ist viel authentischer, überzeugender und berührender als der später gedrehte Spielfilm. Deshalb sollte er hier nicht unerwähnt bleiben.
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#5 LotiAnonym
  • 20.07.2019, 06:03h
  • Antwort auf #4 von queergay
  • Die Dokumentation über Harvey Milk und die Wahl 1977 in den Stadtrat von San Francisco ist ein sehr wichtiges Stück Zeitgeschichte. Nicht nur für die Bewohner in San Francisco. Sein tragischer Tod löste eine derartige Protestwelle in der Stadt aus, wie sie es zuvor nicht gegeben hat. Wut und Trauer, gebündelt mit Gewalt gegenüber der Obrigkeit. Die Polizei ging massiv und mit brutaler Härte gegen die Demonstranten vor. Ein Bekannter von mir in S.F. hat durch den Schlag einen Polizeiknüppels auf den Kopf für immer bleibende Schäden.
    Der 2008 gedrehte Spielfilm von Gus Van Sants und die herausragende Schauspielerische Leistung von Sean Penn wurde mit 2 Oskars gewürdigt und das zu recht. Ich kann hier aber jedem empfehlen, sich unbedingt zuerst die Originaldoku anzusehen. Weil die Eindrücke gewaltiger und eben authentischer sind. Es kommen viele zu Wort und das kann der später gedrehte Spielfilm nicht alles wiedergeben. Der Mörder von Harvey Milk, Dan White hat sich später selber das Leben genommen.
    Die Berliner Gays sollten dankbar sein für einen solch außergewöhnlichen Gast beim diesjährigen CSD. Für mich bleibt Harvey Milk immer in bester Erinnerung. Er hat die Menschen damals zusammengeführt, hat für einen positiven Wandel in seiner Stadt gesorgt. Hat die Bewohner wachgerüttelt. Auch das ist in der Dokumentation deutlich spürbar. Als wir in Berlin Wowereit zum Bürgermeister bekamen, hatte ich am Anfang so ein leichtes Kribbeln am ganzen Körper, das dies für Berlin eventuell auch zu einer positiven Wende führt. Zu mehr Toleranz gegenüber uns Schwulen. Doch weit gefehlt. Berlin ist eben nicht vergleichbar mit San Francisco. Und doch gibt es aktuell eine Verbindung die beide Städte eint, die rasant ansteigenden Mieten in Berlin. Die Zerstörung von wunderbaren Kiezgegenden in der Hauptstadt u.u.u.
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