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Berliner Tourismusmesse

Nach Homophobie-Skandal: Verhaltenskodex für ITB-Partnerländer ab 2022

Ab 2022 will die Berliner Tourismusbörse homophobe Staaten nicht mehr als Partnerländer akzeptieren. Im nächsten Jahr will die ITB aber zunächst mit dem Oman ein Land groß herausbringen, das drei Jahre Haft für Homosexualität vorsieht.


Die ITB ist seit 1966 die Leitmesse der weltweiten Tourismusbranche (Bild: crosseye Marketing / flickr)

Die Internationale Tourismusbörse (ITB) will nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung ab 2022 einen Verhaltenskodex für Partnerländer festlegen. "Zukünftig müssen alle Partnerland-Bewerber ab dem Jahr 2022 einen Code of Conduct für Geschäftspartner der Messe Berlin unterzeichnen", erklärte eine Sprecherin von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) gegenüber der "taz".

Der Kodex würde gerade im Detail ausgearbeitet. Darin solle enthalten sein, dass Touristen in ihrem Reiseziel weder wegen ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft diskriminiert werden dürften. "Zusätzlich fordert die Messe Berlin eine detaillierte Strategie, wie die entsprechenden Antidiskriminierungsmaßnahmen im jeweiligen Land umgesetzt werden", so die Sprecherin weiter. Bewerber sollten dazu einen Aktionsplan vorlegen, in denen nachhaltige Projekt-Ideen aufgelistet werden. Diese Ideen sollen dann die Reisemesse und das Partnerland "kommunizieren".

Die ITB war vergangenes Jahr in die Kritik geraten, weil sie für das Partnerland Malaysia warb, obgleich dort Homosexuelle verfolgt werden (queer.de berichtete). Kurz zuvor hatte Malaysia eine Folterstrafe gegen zwei Frauen verhängt: Die mutmaßlichen Lesben erhielten vor 100 Schaulustigen je sechs Stockhiebe (queer.de berichtete). Auf der Messe im März diesen Jahres verbreitete ein Vertreter der Regierung dann homophobe Propganda: Er behauptete, dass es in seinem Land überhaupt keine Homosexuellen gebe (queer.de berichtete).

2020 wirbt ITB für Verfolgerstaat

Das selbe Spiel wie bei Malaysia könnte sich im nächsten Jahr wiederholen: Dann ist mit dem Oman ebenfalls ein Staat als Partnerland vorgesehen, der Schwule und Lesben verfolgen lässt. Homosexualität kann in dem arabische Land mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden (queer.de berichtete). Für den Oman wird der Verhaltenskodex noch nicht gelten. 2021 wird dann das deutsche Bundesland Sachsen Partnerstaat. Gegenüber queer.de erklärte eine Sprecherin der Senatsverwaltung, dass die ITB Verantwortlichen aus dem Oman und aus Sachsen stets deutlich machen werde, "dass menschenrechtsrelevante Themen vor und während der Messe behandelt werden und ein offener Dialog von der Messe ausdrücklich erwünscht ist". (dk)



#1 LotiAnonym
  • 22.07.2019, 13:59h
  • Ich gehe da sowieso nie hin. Interessiert mich überhaupt nicht. Einfach Boykottieren.
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#2 DieterBremenProfil
#3 FinnAnonym
  • 22.07.2019, 14:25h
  • Und wieso erst ab 2022 ?

    Und nächstes Jahr nochmal ein Land bewerben, wo wir in den Knast kämen...

    Pervers. Und das zeigt auch, wie verlogen die Berliner Regierung ist, denn die ITB ist fast vollständig in Hand des Landes Berlin.

    Aber wenn die Kohle stimmt, vergisst wohl jeder Politiker sein Gewissen...
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#4 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 22.07.2019, 14:36h
  • Weil Sachsen in den letzten Jahren auch so ein sympathisches und ausländerfreundliches Bild in die Welt transportiert hat, ne....

    Absurd!
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#5 GrüzefixAnonym
  • 22.07.2019, 17:27h
  • Und warum nicht schon ab 2020.
    Und was ist wenn ein Land sich nicht an den Verhaltenskodex hält. Wird er dann von der ITB nicht zu Messen eingeladen.
    Es ist ja nicht nur Malaysia, da gibt es noch mehr Länder die extremst Homophob sind, werden die alle ausgeschlossen. Wer das glaubt, der glaubt auch an Frau Holle.
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#6 Wyndakyr
  • 22.07.2019, 17:57h
  • Eine Zusage, Touristen nicht zu verfolgen ist absolut nicht asreichend. Erstens dürften viele Touristen, die solche Länder bereisen, sich hauptsächlich in Clubhotel-Anlagen aufhalten, mit Sightseeing-Reisegruppen unterwegs sein oder Kreuzfahrt-Urlaber auf Landgang sein und daher mit der einheimischen Bevölkerung nur wenig in Kontakt kommen. Außerdem ist es für diese Touristen wohl wesentlich einfacher, sich mal ein paar Tage oder wenige Wochen "sich mal nicht auffällig zu verhalten" als es für die Leute, die dort leben ist, ihre Sexualität zu znterdrücken. Die ITB-Organisatoren sollten sich die Gesetzeslage der potentiellen Partnerländer angucken und wenn die nicht ok ist, wars das halt.
    Sachsen dürfte nach der nächsten Landtagswahl neben Malaysia und Oman nicht mehr besonders positiv auffallen; Hier Hakenkreuz-Faschismus in seinen Anfängen, dort Halbmond-Faschismus in voller Pracht.
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#7 rpicAnonym
  • 23.07.2019, 18:11h
  • Zitat: 'Gegenüber queer.de erklärte eine Sprecherin der Senatsverwaltung, dass die ITB Verantwortlichen aus dem Oman und aus Sachsen stets deutlich machen werde, "dass menschenrechtsrelevante Themen vor und während der Messe behandelt werden und ein offener Dialog von der Messe ausdrücklich erwünscht ist".'

    Die Nennung von Oman und Sachsen in einem Satz, das gefällt mir, da freut sich das Herz des zynischen Ex-Ossi :D
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#8 ----Anonym
  • 24.07.2019, 03:17h
  • Bleibt zu hoffen, das es nicht zu einer Machtübernahme durch die AfD in Sachsen kommt und dann dort ähnliche Verhältnisse wie in beiden vorherigen Partnerländern herrschen.
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