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Innenminister schaltet sich ein

Schleswig-Holstein will Abschiebung von schwulem Flüchtling verhindern

Der CDU-Innenminister Schleswig-Holsteins macht sich Sorgen um einen schwulen Afghanen, den das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abschieben möchte. In seinem Heimatland droht dem 19-Jährigen der Tod.


Landesnnenminister Hans-Joachim Grote sorgt sich um einen 19-jährigen schwulen Afghanen, der abgeschoben werden soll (Bild: Frank Peter)

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) will sich bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) für einen von Abschiebung bedrohten 19-jährigen homosexuellen Flüchtling aus Afghanistan einsetzen. Grote, derzeit im Urlaub, werde Seehofer anrufen, sagte ein Sprecher des Landesinnenministeriums am Dienstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Der seit dem Frühjahr in Kiel in einer evangelischen Kirchenwohnung in Kiel lebende Geflüchtete soll nach einer Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach Norwegen rückgeführt werden. Dort war bereits ein Asylantrag gescheitert, so dass von dort eine Abschiebung nach Afghanistan droht. Dort würde dem jungen Schwulen der Tod drohen.

In sogenannten Dublin-Fällen haben die Bundesländer keine Entscheidungsgewalt, sondern dass BAMF. Der Flüchtling soll 2015 als 14-Jähriger zuerst in Bayern registriert worden, aber nach Norwegen zu Bekannten weitergeflüchtet sein. Dort soll sein Asylantrag abgelehnt worden sein. Er kam nach Deutschland, sein Asylantrag hier wurde vom BAMF verworfen und die Rückführung nach Norwegen angeordnet.

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"Hier wäre eine Einzelfall-Lösung angemessen gewesen"

Das Innenministerium in Kiel bat mangels eigener Möglichkeiten die Behörde schriftlich, den Fall noch einmal zu prüfen – ohne Erfolg. "Ich bedaure die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sehr und hatte mir aufgrund unserer umfangreichen, qualifizierten Erläuterungen in diesem besonderen Fall ein anderes Ergebnis erhofft", sagte Grote und fügte hinzu: "Hier wäre eine Einzelfall-Lösung angemessen gewesen."

Der 19-Jährige war in der Hoffnung auf ein besseres und sicheres Leben vor fünf Jahren über Pakistan, den Iran, die Türkei, Griechenland, Ungarn und Österreich nach Deutschland geflohen. Per Zug und Schiff ging es dann weiter nach Oslo. Dort hatte er sich zum ersten Mal in einen Jungen verliebt, berichtete er gegenüber den "Kieler Nachrichten". Nun lebe er stets in der Sorge, bei einer eventuellen Abschiebung in seinem Heimatland getötet zu werden. (dpa/cw)



#1 SchlimmAnonym
  • 23.07.2019, 13:18h
  • Eine Einzelfall-Lösung sollte es grundsätzlich geben - denn jede/r Geflüchtete ist ein individuelle Situation.
    Dem 19 jährigen droht der Tod in Afghanistan. Das ist auch schon alles, was man wissen muss, um sich einzusetzen, damit er nicht abgeschoben wird.

    Weshalb er in Norwegen keinen positiven Bescheid erhielt, das würde ich gerne wissen.
    Da heißt es immer, Skandinavien sei so offen - offensichtlich nicht immer.

    ©BuntesUndSchönes
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#2 BuntesUndSchönesAnonym
  • 23.07.2019, 13:30h
  • Antwort auf #1 von Schlimm
  • die antwort auf deine frage steht vermutlich im text: kein asyl in norwegen, weil er in deutschland bereits registriert war. lgbt*iq-sein muss ein asylgrund werden!

    ©SimplesUndSeichtes
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#3 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 23.07.2019, 14:31h
  • Antwort auf #2 von BuntesUndSchönes
  • Wo wir halt wieder bei dem Problem sind das du dass schlichtweg nicht beweisen/widerlegen kannst... Und well, natürlich würde das dann "ausgenutzt" werden wenn die Angabe als solches reicht....

    (und bevor gleich wieder n fahrig zusammengeschusteter Homophobie Vorwurf kommt: meinetwegen können wir allen Asyl gewähren, völlig latte ob aus lebensbedrohlichen oder wirtschaftlichen Gründen)
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#4 Lukas OliverAnonym
  • 24.07.2019, 07:21h
  • Krass, dass das BAMF in diesem Fall überhaupt eine Abschiebung in Erwägung zieht!

    Der 19-jährige Flüchtling ist schwul und ist explizit schwul, und er ist in seinem Herkunftsland mit dem Tod bedroht!
    Das muss doch als Asylgrund ausreichen!!! Das muss doch wirklich hinreichend sein!!!

    Hinzu kommt, dass der 19-Jährige seit 5 Jahren in Deutschland lebt und somit 5 Jahre lang auch in Deutschland aufgewachsen ist. Das ist in Wahrheit ein Deutscher! Das ist in Wahrheit ein explizit schwuler Deutscher!
    Man kann doch eine solche qualitative Person nicht in ein Verfolgerland abschieben, wo dem 19-Jährigen der Tod droht!

    Deutschland ist doch nicht so arm, dass es eine solche Abschiebung nötig hätte!

    Die Behörde BAMF handelt nicht nachvollziehbar, peinlich und unmoralisch, wenn diese völlig unangemessene Abschiebung dieses 19-Jährigen weiter betrieben wird.
    Man kann nur hoffen, dass das BAMF Vernunft annehmen wird!!!

    ... Und ich bin schwul, und ich bin sehr stolz auf meine schwule Identität!
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#5 QueerBierHereEhemaliges Profil
#6 QueerBierHereEhemaliges Profil
#7 Shinkaishi
  • 24.07.2019, 12:19h
  • ..warum haben wir immer wieder die Situation, in der einerseits Straftäter nicht abgeschoben werden, mit der Begründung, dass ihnen in ihrer Heimat Strafe drohe, aber andererseits homosexuelle Asylantragsteller aus Ländern, in denen sie allein aufgrund dieser Tatsache sowohl von staatlicher Seite als auch durch Lynchjustiz in Lebensgefahr sind trotzdem abgelehnt werden?

    Verfahren wir am Ende danach, dass wir Härte bei den "harmlosen" und Milde bei jenen zeigen, die sich entsprechend wehren oder mit genug anderen gewaltbereiten Leuten vernetzt sind, die dann Randale machen könnten?

    Warum diese perverse Schieflage?
    Warum mehr Entgegenkommen gegenüber verurteilten Jihadisten als gegenüber einer Person, die tatsächlich geltend machen kann, dass sie außerhalb westlich geprägter Staaten weiterhin Verfolgung ausgesetzt ist?
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#8 TheDadProfil
  • 24.07.2019, 13:13hHannover
  • ""Der seit dem Frühjahr in Kiel in einer evangelischen Kirchenwohnung in Kiel lebende Geflüchtete soll nach einer Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach Norwegen rückgeführt werden. Dort war bereits ein Asylantrag gescheitert, so dass von dort eine Abschiebung nach Afghanistan droht. Dort würde dem jungen Schwulen der Tod drohen.

    In sogenannten Dublin-Fällen haben die Bundesländer keine Entscheidungsgewalt, sondern dass BAMF. Der Flüchtling soll 2015 als 14-Jähriger zuerst in Bayern registriert worden, aber nach Norwegen zu Bekannten weitergeflüchtet sein. Dort soll sein Asylantrag abgelehnt worden sein. Er kam nach Deutschland, sein Asylantrag hier wurde vom BAMF verworfen und die Rückführung nach Norwegen angeordnet.""..

    Aus dem erstem Absatz ergibt sich bei Licht besehen eigentlich nur :
    Nach Ablehnung des Asyls erfolgte eine NEUE Flucht, und damit erneut das Recht auf Anhörung zum Asyl..

    Aus dem Zweitem Absatz ergibt sich aber noch viel dringlicher :
    Die Registrierung erfolgte in Bayern !
    Nach "Dubiln" ist damit die BRD für den Asylantrag zuständig, und das Norwegische Verfahren damit Gegenstandslos..

    Zurück auf Null, und noch einmal von vorne !

    Und gleichzeitig raubt man den Menschen über eine solche Bürokratie einfach nur Lebenszeit..
    Wie widerlich !
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#9 Lukas OliverAnonym
  • 24.07.2019, 14:42h
  • Antwort auf #5 von QueerBierHere
  • Bitte korrekt zitieren: Ich habe nicht den Ausdruck "qualitativer Deutscher" geschrieben.

    Mit "qualitativ" meine ich, dass der Boy schwul ist und dass er immerhin als 19- jähriger Flüchtling sagt, dass er schwul ist. Als Teil der Gay Community ist er natürlich eine qualitative Person, der nicht in die Todesgefahr zurückgeschickt werden sollte!

    ... Und ich bin schwul, und ich bin sehr stolz darauf.
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#10 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 24.07.2019, 15:34h
  • Antwort auf #9 von Lukas Oliver
  • Hab mich doch im Folgepost korrigiert @ "qualitative Person"??

    Trotzdem kein plan in wie weit homosexuell zu sein einen "qualitativ" macht...?

    Und warum man als schwuler direkt Bestandteil einer community sein sollte is mir bis heute net klar....

    Und yeah, ich bin auch offen schwul, irgendeinen darauf geeichten stolz hab ich allerdings jetzt net, ich bin einfach schwul und fertig, meine sexualität ist weder ne erarbeitete Leistung noch etwas was mich irgendwie besonders oder besser macht sondern schlicht die unaufgeregte und völlig langweilig-banale Tatsache das ich Männer date....

    (das date, wir daten, ich date??... Irgendwie wirkt das net richtig... Ich date'e? Ich datee.... Hmm...)

    Aber no hate, sei stolz auf was du stolz sein willst und halte die für qualitativ die du für qualitativ halten willst, ich verstehs net ganz aber alles cool....
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