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Ricardo Rosselló

Bericht: Puerto Ricos homophober Gouverneur wird zurücktreten

Die Proteste gegen Ricardo Rosselló wirken offenbar: Laut einem Bericht wird der Regierungschef von Puerto Rico in Kürze seinen Rücktritt verkünden.


Ricardo Rosselló muss sich wohl bald einen neuen Job suchen (Bild: Screenshot Bloomberg)

  • 24. Juli 2019, 10:03h, noch kein Kommentar

Nach massiven Protesten gegen ihn wird Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló nach Informationen der Zeitung "El Nuevo Día" zurücktreten. Der 40-Jährige, der seit Januar 2017 Regierungschef des US-Außengebietes ist, habe nach Angaben verschiedener Quellen eine Abschiedsbotschaft aufgenommen, die vor Mittwochmittag (Ortszeit) ausgestrahlt werde, berichtete das Blatt am späten Dienstagabend. Neue Regierungschefin werde verfassungsgemäß die Justizministerin Wanda Vázquez.

Twitter / ElNuevoDia

Damit beugt sich Rosselló wohl dem Druck von der Straße: Seit Ende vorvergangener Woche gingen jeden Tag tausende Menschen in Puerto Ricos Hauptstadt San Juan auf die Straße und forderten Rossellós Rücktritt, darunter auch Stars wie der schwule Sänger Ricky Martin (queer.de berichtete). Die bislang größte Demonstration gab es am Montag mit geschätzt rund 500.000 Teilnehmern, was einem Sechstel der Bevölkerung des Karibikarchipels entspricht. Offiziell angekündigt hat Rosselló bislang nur, dass er nicht mehr bei der nächsten Gouverneurswahl antreten will, aber bis Januar 2021 im Amt bleiben möchte (queer.de berichtete).

Grund für die Kritik am Regierungschef sind neben Korruptionsskandalen auch die Veröffentlichung von Chats zwischen Rosselló und elf weiteren Regierungsvertretern, allesamt Männer. Sie waren in den Mitteilungen im Kurznachrichtendienst Telegram mit frauen- und homofeindlichen Sprüchen über ihre vermeintlichen Gegner hergezogen (queer.de berichtete).

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Durchsuchungsbeschluss gegen Rosselló

"El Nuevo Día" berichtete auch, dass die Justiz des US-Außengebiets einen Durchsuchungsbeschluss gegen Rosselló und die anderen Chat-Mitglieder ausgestellt hat. Unklar war zunächst, ob die Durchsuchungen bereits ausgeführt wurden. Demnach soll die Übergabe der Handys der zwölf Männer gefordert worden sein. Mindestens einer der Männer soll das verweigert haben. (dpa/AFP/dk)