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"Traveler Alert"

Tinder startet neues Feature für die weltweite LGBTI-Sicherheit

Die Dating-App warnt künftig queere Nutzer davor, wenn sie sich in einem LGBTI-feindlichen Land befinden.


Tinder wirbt vermehrt um queere User (Bild: Denis Bocquet / flickr)

Die weltweit führende Dating-App Tinder warnt künftig Mitglieder der LGBTI-Community, sobald sie in einem der mehr als 70 Länder unterwegs sind, in denen ihre Identität kriminalisiert wird. Nach eigenen Angaben ist Tinder mit "Traveler Alert" die erste communityübergreifende Dating-App, die ein solches Sicherheitsfeature einführt. Es soll in den nächsten Tagen verfügbar sein.

Die neue App-Integration sorgt dafür, dass Nutzende, die sich als Mitglieder der LGBTI-Community identifizieren, nicht mehr automatisch auf Tinder angezeigt werden, sobald sie Länder betreten, in denen queere Menschen rechtlich nicht vor Diskriminierung geschützt sind oder sich gar strafbar machen. In der App wird eine Benachrichtigung angezeigt, die sie über die rechtliche Lage in dem jeweiligen Land informiert und vor Gefahren warnt.

Nutzende haben anschließend die Wahl, ob sie sich auf Tinder verbergen oder anzeigen lassen möchten, um sich mit neuen Personen verbinden zu können. Im letzten Fall wird anderen Usern das angegebene Geschlecht und die sexuelle Orientierung verborgen, um zusätzliche Sicherheit zu bieten. Die Warnung erscheint sowohl bei Tinder-Usern, die in diesen Ländern vor Ort sind, als auch bei jenen, die die Funktion "Tinder Passport" verwenden, um mit Tinder überall auf der Welt neue Leute kennenzulernen.

"Tinder ist eine App für alle – egal welcher Sexualität oder Geschlechtsidentität sie sich zugehörig fühlen. Leider sind Mitglieder der LGBTQ+-Community aber nicht in allen Ländern sicher", erklärte Tinder-Chef Elie Sandman. "Als App, die jeden willkommen heißt, ist der 'Traveler Alert' ein wichtiges Feature, das unserer Community dabei hilft, sich der ungerechten Risiken rechtlicher Verfolgung bewusst zu werden. Die Sicherheit unserer NutzerInnen hat für uns oberste Priorität – und der 'Traveler Alert' ist der erste von vielen Schritten, die wir unternehmen, um sie zu schützen."

Tinder arbeitet mit LGBTI-Organisationen zusammen

Für die Entwicklung des Sicherheits-Features hat Tinder mit der LGBTI-Organisation ILGA World zusammengearbeitet. Die Aktivisten haben die Länder identifiziert, in denen der "Traveler Alert" aktiviert werden soll. Nutzende, die mehr erfahren möchten, werden innerhalb der App auf die ILGA-Seite weitergeleitet, die über die weltweite Gesetzeslage informiert.

Zusätzlich zum "Traveler Alert" hat Tinder in diesem Sommer eine Reihe von Updates und Maßnahmen zur Unterstützung der queeren Community gestartet. Damit soll die bislang hauptsächlich von Heterosexuellen genutzte App auch für andere Gruppen attraktiver gemacht werden. In Zusammenarbeit mit GLAAD hat Tinder deshalb das Feature "Orientation" in die App integriert und gibt Nutzenden damit die Möglichkeit, bis zu drei sexuelle Orientierungen auszuwählen, mit denen sie sich am besten identifizieren (queer.de berichtete). Das Feature ist seit dem 4. Juni in den USA, Großbritannien, Kanada, Irland, Australien und Neuseeland verfügbar. Eine Einführung in den europäischen Märkten ist für die nächsten Monate geplant.

Auch politisch engagierte sich Tinder zuletzt – etwa durch die "Pride Slide" (CSD-Rutsche) in New York City, die mehr als 10.000 Dollar Spenden zusammenbringen konnte. Außerdem war die Tinder-Mutterfirma Match Group eine der Firmen, die mit einem sogennanten "Friend of the Court"-Schreiben an den Obersten Gerichtshof der USA appelliert hatte, Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zu untersagen. (cw)



#1 Carsten ACAnonym
  • 28.07.2019, 17:31h
  • Gute Aktion.

    Es passiert immer wieder, dass Menschen aus Unwissenheit in ein Land fahren ohne zu wissen, welcher Gefahr sie sich dort aussetzen.

    Natürlich wäre es besser, wenn man sich schon vorher informieren würde, aber das tun manche offenbar nicht, weil sie denken, dass Reiseveranstalter keine Reisen in solche Staaten anbieten. Weit gefehlt...

    Wenn schon die Tourismus-Wirtschaft nicht vor solchen Staaten warnt, dann sollten es wenigstens solche Apps tun.
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