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#LautStarkProud

LSVD und Uber mit gemeinsamen Wagen beim CSD Berlin

Der Lesben- und Schwulenverband kündigt eine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Taxi-Konkurrenten an.


Der Berliner CSD findet dieses Jahr zum 31. Mal statt – die Demo steigt am Samstag (Bild: nb)

Unter dem Motto "Vielfalt in allen Farben. #LautStarkProud" nehmen der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und der Mobilitätsdienstleister Uber an der Berliner CSD-Demonstration am Samstag teil. Der gemeinsame Wagen trägt auf der einen Seite die Regenbogenflagge, auf der anderen Seite die Flagge der Trans-Bewegung, um gezielt auf die Anliegen von transgeschlechtlichen Menschen aufmerksam zu machen. Zudem klärt der Wagen über neun weitere unterschiedliche Flaggen und Identitäten der LGBTI-Community auf.

Große Unternehmen könnten innerhalb ihrer Firma viel "für eine Kultur der Vielfalt, für ein Klima der Angstfreiheit und einen offenen Umgang" mit queeren Menschen tun, so begründete LSVD-Bundesvorstandsmitglied Helmut Metzner die Zusammenarbeit. "Ein glaubwürdiges Engagement muss über die 'Schauseite' eines Unternehmens hinausgehen. Die Kooperation zwischen dem LSVD und Uber enthält auch eine regelmäßige Aufklärung der Fahrer*innen über die Werte und Regeln von Uber in Bezug auf die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ihrer potenziellen Kund*innen", so Metzner.

Twitter / lsvd

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Das 2009 in San Francisco gegründete Unternehmen Uber wurde in den letzten vier Jahren im Corporate Equality Index von der amerikanischen Organisation Human Rights Campaign mit einer Bewertung von 100 Prozent als einer der besten Arbeitgeber für LGBTI ausgezeichnet. Christoph Weigler von Uber Deutschland betonte, dass man im stetigen Austausch mit den Fahrern stehe, "um mit ihnen gemeinsam jeden Tag unsere Vision von Vielfalt und Toleranz umzusetzen".

Neben Mitarbeitenden von Uber werden auch die Teilnehmenden des internationalen Jugendaustauschs "For our Rainbow Future" auf dem Wagen mitfahren. An dem Austausch nehmen jugendliche Aktivist*innen aus Deutschland, Frankreich und dem Westbalkan teil. Dabei erfahren sie alles über Aktivismus, Organisationsentwicklung und Führungsaufgaben, um später eine verantwortungsvolle Rolle in nationalen oder lokalen LGBTI-Organisationen zu übernehmen. Der Jugendaustausch wird durchgeführt vom LSVD und mehreren weiteren europäischen LGBTI-Organisationen. Unterstützt wird die Aktion vom Auswärtigen Amt und dem französischen Außenministerium.

Kritik an Zusammenarbeit

Die CSD-Zusammenarbeit von LGBTI-Organisationen mit großen Konzernen wie Uber sorgt für Diskussionen. Zum einen ist Uber wegen seiner aggressiven Methoden gegenüber Behörden und Mitbewerbern ein umstrittenes Unternehmen, zum anderen wird grundsätzlich die "Kommerzialisierung" des CSDs kritisiert. Die Organisatoren des "Radical Queer March" etwa – einer nach der CSD-Parade stattfindenden Demo – bemängeln die "Ignoranz und die Anpassung an das herrschende System", wie es in einer Mitteilung auf Facebook heißt. Alexandra Knoke vom Vorstand des Berliner CSD e.V. entgegnet allerdings: "Um das Ganze zu finanzieren, muss ja irgendwo Geld herkommen."

Insgesamt werden über 500.000 Menschen zum 41. CSD in der Bundeshauptstadt erwartet. Der LSVD/Uber-Wagen startet mit der Nummer 16. Die Eröffnung des diesjährigen CSDs mit dem Motto "Stonewall 50 – jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme" ist um 12 Uhr am Kurfürstendamm/Ecke Joachimsthaler Straße. Die Demonstration startet um 12:30 Uhr und führt zum Brandenburger Tor. Dort findet die Abschlusskundgebung statt. (pm/dk)



#1 sputnikAnonym
  • 25.07.2019, 15:04h
  • Es kostet die Unternehmen wenig, sich mit dem inzwischen schicke Diversity- und LGBT Ticket zu schmücken. Uber versteht das glänzen,. Es gibt nichts, was nicht zu merkantilisieren wäre!
    Echt nervig!
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#2 Lars3110
  • 25.07.2019, 15:53h
  • Man sollte am Wochenende mal sehr genau hinschauen, welche große Namen sich wo eingekauft haben.

    Es gibt nur nur noch wenige echte "für die Community aus der Community" - Wagen.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie mühsam es ist, Klinken zu putzen, um eine solide Finanzierung auf die Beine zu stellen.

    Dafür ist man umso stolzer, wenn auf dem eigenen Wagen nur Logos aufgedruckt sieht, mit denen man sich auch 100% identifizieren kann.

    #beartruck
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#3 PrioritätenAnonym
  • 25.07.2019, 16:29h
  • Klar. Ein großer CSD braucht Geld, um sich zu finanzieren. Ob der LSVD als Einzel-Teilnehmer unbedingt einen großen Truck benötigt und ob da unbedingt ein derartig umstrittener Konzern Gelegenheit bekommen muss, sich gleich groß wie der LSVD zu präsentieren, ist eine ganz andere Frage.

    In der Pressemitteilung des LSVD erfahren wir ausführlich, wie toll Uber angeblich ist. Die Kritikpunkte bleiben natürlich ausgespart, was im Rahmen einer solche Kooperation leider nicht verwundern kann.

    Dann kommt ein Hinweis auf die Flagge der trans Menschen, auf deren "Anliegen" man aufmerksam machen möchte. Das ist ja erst mal lobenswert, allerdings versäumt es der LSVD leider, diese Anliegen inhaltlich auch nur anzudeutungsweise zu konkretisieren. Ich würde mal laienhaft vermuten, dass ein bis drei konkrete Stichworte in der Pressemitteilung nicht allzu viel Mühe gemacht hätten. Wenn es denn wirklich ernst gemeint war, über diese Anliegen aufzuklären und nicht nur ein Signal zu setzen, dass man sich als Verein ja so toll um die kümmert.

    Über die anderen Flaggen und Identitäten erfahren wir hoffentlich auf dem Wagen ein wenig mehr, in der Pressemeldung allerdings leider überhaupt nichts. Der Jugendaustausch, den man ja wirklich als wichtige Aktion hätte herausstreichen können, bleibt nach dem dicken Über-Kaptiel auch nur eher eine Fußnote.

    Nun ja. Man hat eben Prioritäten gesetzt.
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#4 KerzmanProfil
  • 25.07.2019, 17:52hPrinceton
  • Der CSD in West Hollywood war auch in diesem Jahr wieder total kommerzialisiert, in U.S.A. fällt das jedoch, vermute ich mal, weniger auf als in Deutschland, da uns von morgens bis Mitternacht eh commercials, Reklame etc. um die Ohren fliegen. Wer es schafft, blendet die akustischen und visuellen Überreizungen der floats einfach aus, weil er/sie weiß, daß die Sache genauso wie fast alles in unserem Leben finanziert werden muß, und erfreut sich an der Parade und den Teilnehmern, denen die gesamte Veranstaltung in West Hollywood auch 2019 wieder ein großes Vergnügen bereitete. Ich denke, das läßt sich auch in Deutschland bewältigen.
    Zu Uber: mein Opa Michail, der vor vielen Jahren als amerikanischer Offizier in Berlin stationiert war, meinte mal, er hätte in Dahlem immer mal Kinder rufen hören, Alter, alter Uberfahrer; (wohl von überfahren); hat das jemand von Euch noch in Erinnerung?
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#5 tchantchesProfil
#6 DemosAnonym
#7 TheDadProfil
  • 26.07.2019, 10:08hHannover
  • Antwort auf #6 von Demos
  • ""Eine echte Demo braucht keine Finanzierung.
    Die ostermärsche z.B. hatten sowas nie nötig! Wieso ein CSD Sponsoren braucht, erschließt sich nicht !""..

    Ja und Nein..
    Auch ein CSD-Verein kann nicht alle Kosten so "sozialisieren" und über "Steuer-Abschreibungen" als "Soziales Engagement" oder Spenden auftreiben, wie es die Firmen und Konzerne über Sponsoring können..

    Sponsoring ist also in sich nichts schlechtes, oder zu kritisierendes..

    Allerdings muß dann auch gerade ein Verein wie der LSVD darauf schauen mit wem er sich ins Bett legt..
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#8 realitätsnahAnonym
  • 26.07.2019, 10:25h
  • die zusammenarbeit mit einem unternehmen, das von menschrechtler_innen die volle punktzahl bekommt, ist doch ein starkes zeichen zu zeigen: ohne unsere proteste hätte es nie auch nur eine einzige lgbt*iq-agenda in einem unternehmen gegeben!

    trucks von lgbt*iq-feindlichen organisationen wie der CSU in münchen oder von pinkwashing-gruppen wie der HuK finde ich hingegen dreist.
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#9 TheDadProfil
  • 26.07.2019, 10:47hHannover
  • Antwort auf #8 von realitätsnah
  • ""die zusammenarbeit mit einem unternehmen, das von menschrechtler_innen die volle punktzahl bekommt, ist doch ein starkes zeichen zu zeigen: ohne unsere proteste hätte es nie auch nur eine einzige lgbt*iq-agenda in einem unternehmen gegeben!""..

    Ein Unternehmen wie UBER, welches eigentlich nichts weiter macht als eine APP zur Verfügung zu stellen..
    Ein Unternehmen welches mehr Geld an der Sache verdient, als ALLE Fahrer*innen zusammen weltweit an der Sache verdienen..
    Ein solches Unternehmen kann eigentlich nicht
    ""die volle punktzahl""
    bekommen !
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#10 OutAndProud
  • 26.07.2019, 12:27h
  • Als ich vor ein paar Jahren in San Francisco war "musste" ich in einem schwulen Buchladen an der Kasse einen Moment warten weil der Kassierer noch eine online Petition gegen Uber zeichnen wollte.
    Wenn sich unsere Bewegung nicht mehr als Links versteht und mit Firmen, die Menschenrechte mit Füßen treten gemein macht, kann man den ganzen Bums auch in die Tonne treten.
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