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Großbritannien

Ermittlungsverfahren nach Attacke auf lesbisches Paar in Londoner Bus

Vier Jungen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren werde ein "besonders schweres Hassverbrechen" zur Last gelegt, teilte die Londoner Polizei am Donnerstag mit. Am 21. August müssen sie vor Gericht erscheinen.


Melania Geymonat (r.) und ihre Partnerin Chris kurz nach dem Angriff (Bild: privat)

  • 26. Juli 2019, 07:54h, noch kein Kommentar

Nach ihrer brutalen Attacke auf ein lesbisches Paar in einem Londoner Bus ist gegen vier Jugendliche ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Den vier Jungen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren werde ein "besonders schweres Hassverbrechen" zur Last gelegt, teilte die Londoner Polizei am Donnerstag mit. Einige der Beschuldigten sollen sich außerdem wegen Diebstahls, Hehlerei und Cannabis-Besitzes verantworten.

Die vier Jugendlichen sollen am 21. August vor einem Londoner Jugendgericht erscheinen. Ihre Attacke hatten sie am 30. Mai im hippen Londoner Viertel Camden Town verübt. Die 28-jährige Melania Geymonat gab an, die Jugendlichen hätten sie und ihre Freundin Chris im Oberdeck des Busses bedrängt. Sie hätten aggressiv über Sex-Stellungen und Lesben gesprochen und das Paar aufgefordert, sich zu küssen, damit sie zusehen könnten.

Als die beiden Frauen sich weigerten, hätten die Jungen sie mit Münzen beworfen, schrieb Geymonat in einem Facebook-Post, mit dem sie den Angriff öffentlich machte und der sich viral verbreitete. Sie habe noch versucht, die Situation mit Scherzen zu entspannen, aber die Belästigungen wurden intensiver. "Bevor ich es wusste, lag Chris auf dem Boden in der Mitte des Busses und kämpfte mit ihnen", so die 28-jährige Flugbegleiterin über ihre US-amerikanische Partnerin, mit der sie zusammen in England lebt. Dann habe auch Geymonat Schläge einstecken müssen. Die beiden Frauen wurden wegen Gesichtsverletzungen im Krankenhaus behandelt.

Große Solidarität mit dem lesbischen Paar

Der Angriff führte zu einer großen öffentlichen Solidarität mit dem lesbischen Paar. Die damalige britische Premierministerin Theresa May verurteilte die Tat als "widerliche Attacke": "Niemand sollte jemals verbergen müssen, wer er ist oder wen er liebt, und wir müssen zusammenarbeiten, um die unakzeptable Gewalt gegen die LGBT-Community zu beseitigen."

Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte die Tat als "widerlich und frauenfeindlich" und bat Zeugen, sich zu melden: "Hassverbrechen gegen die LGBT+-Community werden in London nicht toleriert." Labour-Oppositionsführer Jeremy Corbyn sprach von einer "schockierenden Tat": "Wir dürfen und werden diese homophobe und misogynistische Gewalt in unserer Gesellschaft nicht akzeptieren. Unsere Solidarität gilt Melania und Chris und allen in der LGBT+-Community für alles, was sie ertragen, weil sie einfach nur sind, wer sie sind." (cw/AFP)