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Zweites Aus für Sitcom

NBC setzt "Will & Grace" nach der elften Staffel ab

Die erste US-Primetime-Serie, in der Schwule eine zentrale Rolle spielen, wird 2020 zu Ende gehen.


Die Schauspieler Sean Hayes, Megan Mullaly, Eric McCormack und Debra Messing sind dank "Will & Grace" zu Fernsehstars geworden (Bild: NBC)

Der Fernsehsender NBC hat am Donnerstag angekündigt, dass die im Winter startende elfte Staffel der ersten amerikanischen Primetime-Serie mit zentralen schwulen Figuren die letzte sein wird. Die Sitcom um den schwulen Anwalt Will Truman (Eric McCormack), seine heterosexuelle Mitbewohnerin Grace Adler (Debra Messing) sowie den extrovertierten Schwulen Jack McFarland (Sean Hayes) und die stets alkoholisierte Societylady Karen Walker (Megan Mullaly) lief ursprünglich acht Staffeln zwischen 1998 und 2006.

Im Jahr 2017 belebte NBC die Serie im Rahmen des Retro-Booms wieder (queer.de berichtete). Die neunte Staffel wurde von Kritikern gelobt und erreichte solide Einschaltquoten für den Sender, der in den letzten Jahren erheblich an Sehbeteiligung verloren hatte. In Staffel zehn schrumpften die Quoten allerdings um 45 Prozent. Die letzte Staffel wird 18 Episoden umfassen.

Twitter / EricMcCormack | Darsteller Eric McCormack verspricht, dass die letzte Staffel "fantastisch" wird

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"Die Serie war revolutionär"

NBC hat trotz des Einbruchs bei der Zuschauerbeteiligung nur Positives über "Will & Grace" zu sagen: "Die von 'Will & Grace' entfachten Auswirkungen kann man nicht genug betonen", erklärten die beiden NBC-Vorsitzenden George Cheeks und Paul Telegdy in einer gemeinsamen Erklärung. "Die Serie war revolutionär in der Darstellung der LGBTQ-Community und gilt als eine der besten Comedyreihen in der Geschichte des Fernsehens."

Direktlink | Eine Hochzeitsszene aus der letzten Staffel

Die drei Produzenten David Kohan, Max Mutchnik und David Barrows veröffentlichten eine Stellungnahme, in der sie erklärten, sie seien stolz, 52 neue Folgen gedreht zu haben. "Wir denken über das Revival von 'Will & Grace', wie Karen über Martinis denkt – 51 ist nicht genug, 53 sind zu viele", so die Fernsehmacher. "Darum haben wir – nach Rücksprache mit den Darstellern – entschieden, dass dies die letzte Staffel von 'Will & Grace' sein wird."

In sozialen Netzwerken haben Fans der Sitcom aber bereits erklärt, dass sie sich mit dem Ende der Serie nicht abfinden wollen. Sie appellierten in sozialen Netzwerken bereits an die Streamingportale Hulu und Netflix, die Reihe weiterzuführen. Die Portale hatten zuletzt mehrere Serien wie "Arrested Development" oder "Lucifer" nach ihrer Absetzung im Fernsehen gerettet.

Twitter / SeanHayes | Darsteller Sean Hayes bedankt sich bei den Fans der Serie

"Will & Grace" wurde oft dafür gelobt, dass die Serie die Bevölkerung für LGBTI-Fragen sensibilisiert und zu einem Umdenken geführt habe. Als die Sitcom 1998 startete, war beispielsweise noch eine große Mehrheit der Amerikaner gegen die Ehe für alle. Als sich Vizepräsident Joe Biden 2012 erstmals für die Öffnung der Ehe aussprach, nannte er "Will & Grace" als Auslöser für veränderte Einstellungen gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren: "Ich denke, dass 'Will & Grace' möglicherweise mehr getan hat, um die Öffentlichkeit zu bilden, als irgend jemand sonst", sagte der heutige US-Präsdentschaftskandidat damals. (dk)



#1 tsdfgsdgAnonym
#2 Andy2Anonym
  • 26.07.2019, 12:12h
  • Den Hype um diese Sendung konnte ich irgendwie nie ganz nachvollziehen. Einerseits, finde ich, hat die Sendung viel für LGBT-Community getan, andererseits fand ich die Darstellung von Jake immer sehr stereotyp und nicht gerade hilfreich. Aber okay, es ist halt nur Comedy, da erwarte ich jetzt auch keine großen Errungenschaften.
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#3 IchHaltAnonym
  • 26.07.2019, 12:52h
  • Ein Segen, daß DAS vorbei ist! Die älteren Staffeln waren ja ganz ok, typisch total überdreht, dauer-hysterisch, amerikanisch halt. Aber die Folgestaffeln waren nur noch schmerzhaft peinlich - eine so offensichtliche Mischung aus Propagandaveranstaltung und 'Missionierung' anders Denkender... Ich glaub, bei der Sendung war mir zum ersten mal in meinem Leben peinlich, schwul zu sein...
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#4 AufrechtgehnProfil
  • 26.07.2019, 12:56hFrankfurt am Main
  • Viel getan für die Akzeptanz - ja, schon. Und doch ging es in der Serie letztlich im Kern um zwei (asexuelle) Mann-Frau-Paarungen. Da fällt Toleranz natürlich leicht...

    Dennoch habe ich Will & Grace natürlich geliebt: großartige Sitcom, und für ihre Zeit wegweisend. Aber auch ich habe nach der vierten Staffel aufgehört, zu schauen, weil es dann nur noch albern wurde und man nichts Substanzielles mehr zu erzählen hatte. Immerhin haben sie mir aufgezeigt, wie sehr sich OmU lohnt: ohne die unterirdische deutsche Synchronisation war die Serie mindestens vier mal so lustig!

    Die neuen Staffeln kenne ich leider noch nicht, da warte ich immer noch drauf, dass die mal bei Netflix laufen.
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#5 Sabelmann
  • 26.07.2019, 15:40h
  • Antwort auf #3 von IchHalt
  • "Ich glaub, bei der Sendung war mir zum ersten mal in meinem Leben peinlich, schwul zu sein..."

    Mir war und ist auch wegen der vielen peinlichen Schwulen im realen Leben NIE peinlich selbst schwul zu sein!
    Da ist diese Comedy fast harmlos!
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#6 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 26.07.2019, 16:15h
  • Auch absurd... Wenn ein schwuler so dargestellt wird wie die meisten schwulen nun mal sind (einfache 08/15 durchschnittstypen die halt Männer statt Frauen daten aber sonst genauso im einheitsbrei untergehen wie alle anderen) isses "n schwuler Charakter damit die heten net vergrault werden aber die Serie sich n pc Sternchen anheften kann", wenn se n wie hier schrill und feminin darstellen isses "n Klischeeschwuler wie sich das RTL Publikum sich schwule vorstellen"...

    Sexualität is sicher Charakterprägend aber eben keine Charaktereigenschaft, sowas wie ne "korrekte Darstellung eines schwulen" gibt es daher genau so wenig wie die "korrekte Darstellung einer hete", gibt eben wie bei allen Millionen Möglichkeiten diese "korrekt" (oder je nach Sichtweise unkorrektl) darzustellen!

    (gleich kommt als Antwort türlich der Verweis auf alte serien in denen schwule nur dargestellt wurden um über sie zu lachen / wahlweise noch ein fahrig konstruierter ww2 verweis [darf nie fehlen], aber bleiben ma doch ausnahmsweise in der jetzt-Zeit)

    Serie als solches war und is natürlich Müll und nur eine Stufe über diese. unausstehlichen "friends" Rotz!
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#7 ZenkimausAnonym
  • 27.07.2019, 07:33h
  • Ich habe die alten gemocht und auch die neuen. Es war und ist für mich immer eine Sitcom gewesen und reine Unterhaltung. Warum und wieso in Amerika das so eingeschlagen ist und fast als Aufklärung umschrieben wird verstehe ich nicht. Wie gesagt Sitcom, völlige Überzeichnung von Charakteren. Super Unterhaltung. Doch irgendwann sollte und muss Schluss sein, sonst wird peinlich. Wer will die beach Boys mit 80 noch sehen.
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#8 TheDadProfil
  • 27.07.2019, 12:47hHannover
  • Antwort auf #3 von IchHalt
  • ""Ich glaub, bei der Sendung war mir zum ersten mal in meinem Leben peinlich, schwul zu sein...""..

    Ich klau mir hier mal die Antwort von "Sabelmann" :

    ""Mir war und ist auch wegen der vielen peinlichen Schwulen im realen Leben NIE peinlich selbst schwul zu sein!""..

    Und füge dem hinzu :
    Wäre es Dir eigentlich wegen der vielen peinlichen Menschen auch einmal peinlich gewesen, selbst Mensch zu sein ?
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#9 Sabelmann
#10 FinnAnonym
  • 28.07.2019, 11:23h
  • Antwort auf #2 von Andy2
  • Wobei man ja sagen muss, dass es nicht nur Jack, sondern auch noch Will gibt, der ebenfalls schwul ist und sogar der titelgebende Hauptdarsteller ist. Und der nicht so exaltiert wie Jack ist.

    Und man muss auch sagen, dass es eben auch Schwule wie Jack gibt.

    Insofern zeigt die Serie also, dass es auch bei Schwulen viele unterschiedliche Typen gibt. Und das ist ja gut.

    (Es gibt sogar noch mehr regelmäßige schwule Nebendarsteller, wie die Rollen "Beverly Leslie" oder das schwule Paar, mit dem Will und Grace seit Jahren befreundet sind.)

    Dennoch finde auch ich, dass die Luft einfach raus ist. Die Serie hat sicher viel bewegt und wäre unter Trump wichtiger denn je, aber zumindest die erste Staffel des Reboots kam für mich nie an die Glanzzeiten der Serie in den ersten 2-3 Staffeln ran.
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