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Israel

Tel Aviv: Jugendlicher vor queerer Notunterkunft niedergestochen

Der 16-Jährige wurde bei dem Angriff schwer verletzt. Die Polizei sucht seinen Bruder als Verdächtigen.


Erneut kam es in Israel zu einem Angriff rund um eine Einrichtung, die als sicherer Ort für LGBTI gedacht ist

Vor einer Notschlaf- und Beratungsstelle für queere Jugendliche in Tel Aviv ist am Freitagnachmittag ein 16-jähriger Bewohner mit mehreren Messerstichen in Brust und den Beinbereich schwer verletzt worden. Ersten Medienberichten zufolge war der Angreifer aus einem Auto ausgestiegen, hatte auf den Jugendlichen eingestochen und dann die Flucht ergriffen.

Vom Tatort, einer angrenzenden Seitenstraße, habe sich der 16-Jährige noch zu dem Zentrum retten können. Bevor er zusammengebrochen sei, habe er noch berichtet, dass der Angreifer sein Bruder gewesen sei, so mehrere Medien – in einigen Berichten ist von zwei Brüdern die Rede. Kurz darauf habe das Gewaltopfer das Bewusstsein verloren und sei in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er derzeit notoperiert werde. Sein Zustand sei lebensgefährlich, aber stabil.

Direktlink | Erste Eindrücke vom Tatort

Einigen Medienberichten zufolge hatte der 16-Jährige in den letzten Wochen in dem Zentrum gelebt, nachdem er auf Anordnung der Sozialdienste nach Konflikten aus seiner Familie genommen worden sei. Er stamme ursprünglich aus der arabisch-israelischen Stadt Tamra.

Das Zentrum Beit Dror war 2002 eingerichtet worden und bietet als einzige entsprechende Stelle im Land eine therapeutische Notbegleitung von minderjährigen LGBTI samt Notschlafstelle an. Viele der betreuten Jugendlichen wurden von ihren Familien verstoßen oder flüchteten aus diesen. Das Programm soll ihnen eine erste Hilfe bieten und das Risiko von Verbrechen, Drogennutzung und Prostitution verkleinern.

Die Israeli LGBTI Youth Organization (IGY) bewertete die Tat in einer ersten Stellungnahme als Hassverbrechen: "Dies ist ein Hassverbrechen gegen die LGBTI-Community. Unterstellungen und LGBT-Phobie, mit der wie jeden Tag zu kämpfen haben, haben ihren Preis." Man bete für das Wohlergehen des Verwundeten und stehe dem Zentrum Beit Dror an diesem schweren Tag bei.

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Tat weckt Erinnerungen an weitere Verbrechen

In sozialen Netzwerken reagierten viele Israelis mit Schock auf die Tat: In der nächsten Woche gedenkt Tel Aviv am zehnten Jahrestag einem Angriff auf einen Coming-out-Treff im Zentrum der Metropole. Ein Unbekannter hatte bei dem als sicherer Hafen gedachten Angebot der Organisation Aguda um sich geschossen und zwei Menschen getötet und zehn weitere schwer verletzt (queer.de berichtete). Das Verbrechen ist bis heute nicht aufgeklärt.

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren hatte zudem ein ultraorthodoxer Fundamentalist mit einem Messer auf Besucher des CSD in Jerusalem eingestochen und mehrere Menschen verletzt (queer.de berichtete). Ein 16-jähriges Mädchen starb wenige Tage später an ihren Verletzungen. Der damals frisch aus dem Gefängnis entlassene Täter hatte bereits 2005 auf CSD-Teilnehmer in der Stadt eingestochen. (nb)


 Update  28.7., 20.45h: Tausende bei Kundgebung gegen Gewalt

Tausende Menschen haben am Sonntagabend in Tel Aviv unter dem Motto "Fighting for our Lives" gegen Gewalt demonstriert. Die bereits vor der Tat vom Freitag geplante Veranstaltung zum Jahrestag des Anschlags auf den Coming-out-Treff 2009 stellte in diesem Jahr besonders Gewalt gegen Transpersonen in den Vordergrund.

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Gepostet von ??????? ???? ????? ??????? am Sonntag, 28. Juli 2019
Facebook / AGUDA

Zu dem Stand der Ermittlungen zu dem Angriff vom Freitag wurde nicht viel neues bekannt, die Polizei sucht offenbar immer noch den Bruder des 16-Jährigen. Dessen Zustand habe sich verbessert, so die "Times of Israel": Er liege noch auf der Intensivstation, sei aber bei vollen Bewusstsein und atme selbständig.

Der öffentlich-rechtliche Sender Kan hatte berichtet, der 16-Jährige sei transsexuell und befinde sich im Prozess der Geschlechtsanpassung. Die meisten anderen Medien hatten von einem Angriff aufgrund seiner sexuellen Orientierung gesprochen. Der Leiter des Zentrums sagte laut einem Medienbericht bei der Kundgebung allgemeiner, der Angriff habe einem Jungen gegolten, der sich Fragen über seine sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität gestellt habe und im Coming-out-Prozess gewesen sei. "Ein Junge aus unserer Mitte wurde mit einem Messer angegriffen", so Yael Sinai. Bei dem Hassverbrechen habe das Messer "auch jeden von uns, unsere Community getroffen". Es reiche nicht aus, dass sich Jungen und Mädchen in dem Zentrum sicher fühlen könnten; sie müssten sich überall sicher fühlen können.



#1 DramaQueen24Profil
  • 27.07.2019, 17:12hBerlin
  • So etwas geschieht, wenn ein Familienmitglied ein anderes nicht akzeptieren kann oder will.
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#2 goddamn liberalAnonym
#3 DramaQueen24Profil
#4 FinnAnonym
  • 28.07.2019, 10:51h
  • Hoffentlich überlebt das Opfer die Tat und wird wieder ganz gesund.

    Und hoffentlich wird der Wahnsinnige, der dieses Attentat begangen hat, nie mehr auf die Menschheit losgelassen.
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