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Kommentare zu:
Bayreuther Festspiele: Buhrufe für schwarze Dragqueen


#1 goddamn liberalAnonym
  • 27.07.2019, 13:39h
  • "und vor allem Dirigent Waleri Gergijew Unmutsbekundungen einstecken"

    Na, dann hat die Drag Queen also doch nicht als einzige Buhs eingesteckt, sondern auch der homophobe Staatsdirigent Putins. Der wohl noch deutlichere.

    Nebenbei: Wagner hatte mit schwulen Mitarbeitern und deren Lovern wohl schon im 19. Jahrhundert keine Probleme.

    Sein Sohn war ein ganz besonderer Fall.

    www.siegfried-wagner.org/html/endres.html
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#2 DiffamierungAnonym
  • 27.07.2019, 14:05h
  • Es geht bei diesen Buh-Rufen ausschließlich um das Dragqueen. Denn es stand mal eine Grace Bumbry auf der Bühne der Bayreuther Festspiele und sie erhielt 30 minütigen Applaus.

    Das ist so mies mit diesen ewigen Befindlichkeiten, dass einem übel wird.

    :-(

    ©BuntesUndSchönes
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 27.07.2019, 14:17h
  • Antwort auf #2 von Diffamierung
  • Bumbry erhielt ebenso wie die Dragqueen neben Applaus auch ein paar Buhrufe, wohl von derselben Klientel, die sich anscheinend leider fortgepflanzt hat.

    Wichtiger sind mir die Buhs für den Putinisten.

    Das ist auch ein Signal an ostdeutsche Ministerpräsidenten, die vor dem Reaktionär im Kreml devot zu Kreuze kriechen.
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#4 Alexander_FAnonym
  • 27.07.2019, 14:18h
  • Ich hätte ihm ja lieber eine Rolle im Bacchantinnenchor mit ein paar weiteren Dragqueens zugeteilt, aber insgesamt ist die Idee schon gar nicht so schlecht gewesen.

    Dass es Buhrufe gab, steht auf einem anderen Blatte, beweist aber, dass Bayreuth genau zu dem geworden ist, was Wagner selbst niemals wollte (da muss man ihn trotz all seiner Unzulänglichkeiten mal in Schutz nehmen): ein exklusiver Club für reiche Spießer.
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#5 WiebitteAnonym
#6 Ralph
  • 27.07.2019, 15:06h
  • Dass es bei einer gelinde gesagt unkonventionellen Inszenierung auch Missfallenskundgebungen gibt, ist nicht ungewöhnlich. Sie sollten sich dann aber nicht gegen die Mitwirkenden richten, sondern gegen die Regie. Ich habe selbst einmal in einer Opernpremiere einen Theaterskandal ausgelöst. Es ging um eine absurde Inszenierung von "Fidelio", die in einer Irrenanstalt spielte, wo Leonore in den Wahnsinn getrieben wurde, so dass sie sich, als am Ende Florestan und Pizarro sich verbrüderten, erschoss. Idiotisch. Es gab Höflichkeitsapplaus für die Sänger und Sängerinnen, den Chor und das Orchester. Dann betraten Regisseur, Bühnenbildner und Kostümbildner die Bühne. Totenstille im Saal. Da kam es über mich, und ich -ein eigentlich eher schüchterner Mensch- brüllte vor 700 Leuten "Pfui!" Richtung Bühne. Das war das Signal, die Empörung auszuleben. Von ohrenbetäubendem Buh-Geschrei des Publikums wurden die Beethoven-Schänder hinter die Kulissen getrieben. Am nächsten Tag schrieb die Presse von einem Theaterskandal. Hui, war ich stolz! *gacker*
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#7 saltgay_nlProfil
  • 27.07.2019, 15:55hZutphen
  • Bayreuth ist eben ein Tempel bürgerlicher Pseudokunst. Waren es früher Adolf Hitler und die gesamte Rattenfamilie, von Bormann bis Zelewski, die sich "Kultur" antaten, so sind es heute selbsternannte Leidkulturisten mit so illustren Vertretern wie Graf Gerhard von Gazprom, Angie Merkel und die Leserschaft von FAZ, Cicero. junge Freiheit und Welt.

    Das muss man dem Richie Wägner einfach lassen, er hat es verstanden aus Programmusik Geld zu machen, selbst wenn er dabei nicht Multimillionär wurde, aber das ist ja schon eine Leistung für jemand, der dem Schuldturm um Haaresbreite entging.

    Diese von ihm zusammengebastelten Kompositionen sprechen eben in Hochgekommenen die dunkelsten und niedersten Triebe an. Das mystische Wabern einer pseudogermanischen Herkunft, Hadern mit Christentum und nostalgische Rückbesinnung einer geradezu pathologischen Ritterverklärung, dieses unverhohlene Streben nach Selbsterlösung durch den Tod, das alles war Ausdruck des Zeitgeistes des 19. Jahrhunderts. Deshalb führte auch der Weg von Bayreuth direkt nach Verdun und Ieper/Ypres.

    Diese bürgerlichen Abstiegsängste und die konsequente Auslöschung alles Wesensfremden sind in der bürgerlichen Klasse bis heute oberste Richtschnur. Daher auch der Ausdruck Vogelschiss für das größte Verbrechen, was zwischen 1933 - 1945 begangen wurde. Diese Gefühlslage, die Menschen produzierte, wie wir sie im Nazi-Reich antrafen und heute in bürgerlichen Parteien immer noch antreffen, finden wir in den Opern Richard Wagners wieder.

    Selbst wenn die meisten Besucher dort nur hingehen um gesehen zu werden, weil sie sich der Herrenmenschenkaste in der BRD zugehörig fühlen. Man will unter sich sein.
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#8 DiffamierungAnonym
#9 DiffamierungAnonym
#10 BobAachenProfil
#11 DramaQueen24Profil
  • 27.07.2019, 17:10hBerlin
  • Wagnerianer sind meist sehr... "Konservativ". Für die ist jede Neuerung am Werk Wagners oder dem "Rahmenprogramm" ein Sakrileg am Werk des "Meisters". Dadurch entgeht ihnen vieles, auch der Zugang zur Toleranz.
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#12 Patroklos
#13 goddamn liberalAnonym
  • 27.07.2019, 18:36h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • Das ist ahnungsloses dummes Zeug.

    Wagner war 1848 auf der Barrikade, Mozart 1789 nicht.

    Weder Schönberg noch Debussy wären ohne Wagner denkbar.

    Allerdings wäre es immer Sinne Wagners, wenn es in Bayreuth wieder Gewerkschaftsvorstellungen gäbe wie bis vor wenigen Jahren.
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#14 Alexander_FAnonym
  • 27.07.2019, 18:47h
  • Antwort auf #13 von goddamn liberal
  • Auch wenn ich Wagners Musik ganz ehrlich gesagt beschissen finde, muss ich mich da aber doch anschließen und ihn in dieser Hinsicht verteidigen.

    Wagner war nicht nur Barrikadenkämpfer, sondern bestand eigentlich immer darauf, dass seine Musik allen Menschen unabhängig von Stand und Bildung zugänglich sein sollte. Es ist auch mehrfach angeführt worden, dass in seinen Werken unterschwellig doch gewisse sozialistische Untertöne durchdringen.
    Dass sie letztlich dann doch eine so exklusive Veranstaltung wurde, hat nicht zuletzt mit dem Mäzenat Ludwigs II. zu tun, der ja gerade wollte, dass alles, was in seinem Namen erbaut wurde, nur den edelsten Schöngeistern vorbehalten bliebe.

    Das heißt natürlich nicht, dass Wagner an dieser Rezeption nicht ganz unschuldig war. Immerhin bediente er mit seinen antisemitischen Äußerungen herrschende Ressentiments und war als Günstling eines Märchenkönigs nicht gerade ein revolutionäres Vorbild.

    Von der posthumen Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus brauchen wir wohl gar nicht erst zu reden.

    Dennoch muss man sagen, dass die schlimmsten Formen, die die Rezeption seiner Kunst angenommen hat, ihm nicht anzulasten sind.

    (Und seine Musik ist trotzdem scheiße, wenn auch musikhistorisch ohne Zweifel sehr bedeutsam. )
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#15 goddamn liberalAnonym
#16 Alexander_FAnonym
#17 DiffamierungAnonym
  • 27.07.2019, 19:29h
  • Auf der Bühne hätte man sie übrigens auch was sagen lassen können, anstatt nur die Homoflagge zu halten.

    ©BuntesUndSchönes
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#18 goddamn liberalAnonym
#19 AlexAnonym
  • 27.07.2019, 20:48h
  • Ich würd ja eher den Regisseur ausbuhen. Bei aller Mühe, den Stoff in die Gegenwart zu holen, Trash und Klassik passen nur in den seltensten Fällen zueinander. Es gibt ausnahmen, aber dies war keine.

    Und mal ganz ketzerisch geschrieben. Wenn Drag Kunst ist, dann muss sich auch das dem kritischen Publikum stellen und kritisierbar sein und meine Meinung ist: Madam sieht in dem Fummel einfach nur scheiße aus. Die Nummer wär auch bei Ru Paul glatt durchgefallen.
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#20 Alexander_FAnonym
#21 DiffamierungAnonym
  • 27.07.2019, 23:34h
  • Hab gerade nochmal die Stelle mit dem Applaus und den Buh-Rufen auf Henning Queren's Twitter post angeschaut und angehört. Wenige waren das nicht, die gebuht haben.
    Auf der Bühne trägt Le Gateau Chocolat ein anderes Kostüm.

    Die Stelle außerhalb des Gebäudes ist in ihrer PAUSE gewesen, wo sie das Lied "Holiday" performte. Holiday = Feiertag. Und in IHRER PAUSE.

    Insofern kann man ihr weder ihr Kostüm in ihrer Pause diffamieren, noch ihr Auftritt auf der Bühne.

    Wäre ich dort gewesen, hätte ich zum Lied "Holiday" getanzt und hätte ihr hinterher zu dieser fetzigen, chilligen Pause gratuliert ;-)

    ©BuntesUndSchönes
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#22 DiffamierungAnonym
#23 SoeinfachistesnichtAnonym
  • 28.07.2019, 07:02h
  • So einfach ist die Sache nicht. Unabhängig davon, ob man den Einbau der Figur in das Stück gut findet oder nicht, so muss man eben sagen, dass es eine Figur/Rolle ist, die LGC gespielt hat, als Teil der Venustruppe. Da kann man jetzt nicht kommen und sagen, dass man als Schauspieler dieser Figur persönlich gekränkt ist, wenn man dafür nicht nur Ovationen bekommt. Entweder Figur oder Person, da muss man sich schon entscheiden, meine ich.
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#24 Jan_BlnAnonym
#25 FinnAnonym
#26 StulleAnonym
#27 ToreiAnonym
#28 Homonklin44Profil
  • 28.07.2019, 21:09hTauroa Point
  • Antwort auf #11 von DramaQueen24
  • Genau das ist es. Da haben die ihren traditionsgeheiligten "Tannhäuser" angegriffen gefunden, und können sich zu den Nixen und Nymphen einer traditionellen Venus halt keine ungewohnten Darstellerinnen denken.

    Und dazu wichsen's sich wohl noch einen auf die Moralgesetze, wie die in der Geschichte eine Rolle spielen.

    Die Aussage ..."wie ihr (noch immer) seid" hat die Buhrufe dann auch prompt erwidert, wie ein Spiegelzeig. Mögen sich die Festgesinterten in ihren häuslichen Kalksteinhöhlen darin erkannt haben. Ob's zum Nachdenken gereicht hat, ist eh fraglich.

    Eine Geschichte über Liebe hätte viel Potenzial zur Verständigung gehabt.
    Vielleicht muss man da bei Inszenierungen von Klassikern noch mal 300 Jahre ins Land schicken.
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#29 goddamn liberalAnonym
#30 LorenProfil
  • 29.07.2019, 01:38hGreifswald
  • Antwort auf #29 von goddamn liberal
  • "Traditionsgeheiligt" verstehe ich hier in dem Sinne, dass die meisten "Wagnerianer" zeitgenössische Interpretationen oder Bearbeitungen als "Regietheater" ablehnen. Ein Kunstverständnis, das musikalische Werke als feststehend und nicht interpretierbar betrachtet, was der Musikwissenschaft widerspricht und m.E. Musik zu einer "toten Kunst" degradiert.

    Baudelaire verteidigte Wagners "Tannhäuser" gegen Forderungen, die in Paris üblichen Ballette zwanghaft in jede Oper einzufügen und damit diese Oper in das dort damals übliche Schema zu pressen. Dass auch er Wagners "Überwältigungsmusik" verfiel, stellt ihn eine Reihe mit weitaus weniger angenehmen Persönlichkeiten, mag aber den ästhetischen Prinzipien des Dichters der "Les fleurs du mal" entsprochen haben.

    Wagner bediente sich sowohl beim "Tannhäuser" als auch beim "Fliegenden Holländer" bei Heine, was ihn allerdings nicht daran hinderte, ihn als "sehr begabten dichterischen Juden, der sich zum Dichter log", zu verunglimpfen. Für mich ein narzisstisch gestörter Egomane, der in seinen Libretti nachwies, dass er auf dem Gebiet der Dichtung Heine nicht das Wasser reichen konnte. Seine Idee des Gesamtkunstwerkes war eine originäre. Da ich bei Opern wie bei Liedern u.a. Text und musikalische Umsetzung gleichwertig betrachte, konnte er aus meiner Sicht seinen hohen Ansprüchen schwerlich mit seiner Dichtkunst genügen, auch wenn die Kulturindustrie schon aus Profitgründen Anderes suggeriert.
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#31 Homonklin44Profil
  • 29.07.2019, 02:56hTauroa Point
  • Antwort auf #29 von goddamn liberal
  • Kann sein. Da gab's noch kein Videoclip und da fährt kein Bus hin... Ist anderswo ja öfter mal weniger verspannt.
    Was Wikimedia über weit spätere Aufführungen an Bildern führt, wirkt wenig verspielt. Welches Publikum verkehrt im Ausland und welches eher hierzuland?
    Und dann hat man die zugeknöpften Schnapfen ganz gern gehäuft beinand.
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#32 goddamn liberalAnonym
#33 DankeAnonym

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