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Polizeibericht

CSD Berlin: Jugendliche zünden Pride-Fahne am Rathaus an

Die Berliner Polizei sucht zwei junge Männer, die auf den Fahnenmast vor dem Rathaus Köpenick kletterten, um die Regenbogenfahne in Brand zu setzen. Zuvor wurden CSD-Besucher in der U-Bahn beleidigt.


Anschlag gescheitert: Die Regenbogenfahne weht weiterhin vor dem Köpenicker Rathaus (Bild: Bezirksamt Treptow-Köpenick)

Zwei bisher unbekannte Jugendliche oder junge Männer haben in der Nacht nach der Berliner CSD-Parade im Stadtteil Köpenick versucht, eine Regenbogenfahne in Brand zu setzen. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntagvormittag.

Nach Angaben von Zeugen sei einer der beiden Unbekannten gegen 0.30 Uhr den Fahnenmast vor dem Köpenicker Rathaus in der Straße Alt-Köpenick hinauf geklettert und hatte dann mehrfach versucht, die gehisste Regenbogenfahne zu entzünden. Der zweite Unbekannte hatte ihm zuvor beim Erklimmen des Mastes geholfen. In der Fahne entstand jedoch lediglich ein kleines Brandloch.

Die beiden Tatverdächtigen flüchteten anschließend. Die Zeugen filmten allerdings die Tat und stellten das Video der Polizei zur Verfügung. Die Beamten ermitteln wegen Sachbeschädigung mit homophobem Hintergrund.

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Fahrgäste mit Pride-Shirts in der U3 angepöbelt

Darüber hinaus meldete die Berliner Polizei im Zusammenhang mit dem CSD einen homophoben Zwischenfall in der U-Bahn. So beleidigte und bedrohte ein alkoholisierter 19-Jähriger am Abend mehrere andere Fahrgäste.

Nach Angaben von Zeugen hatte der junge Mann zunächst in einem Zug der U3 mehrfach zwei unbekannt gebliebene Männer homophob beleidigt, die T-Shirts mit Regenbogenflaggen trugen. Eine 72-Jährige hatte den alkoholisierten 19-Jährigen daraufhin aufgefordert, das zu unterlassen, woraufhin er auch sie mehrfach beleidigte. Die beiden zuerst beschimpften Männer verließen die Bahn, dafür richtete sich die Wut des jungen Mannes nun gegen mehrere andere Fahrgäste, die ihren Unmut über dessen Verhalten äußerten. Er beleidigte und bedrohte sie und gab laut Polizeibericht "volksverhetzende Äußerungen" von sich.

Als die Zeugen schließlich die Polizei verständigt hatten und gemeinsam mit der ebenfalls alkoholisierten 61 Jahre alten Mutter des 19-Jährigen die Bahn verließen, fuhr dieser weiter. Seine Mutter nannte den Polizisten jedoch seinen Namen. Nun wird gegen ihn wegen Beleidigung, Bedrohung und Volksverhetzung ermittelt.

Erst am Freitag wurde in Berlin-Weißensee ein betrunkener 57-Jähriger festgenommen, der weibliche Tram-Fahrgäste lesbenfeindlich beleidigt, den Hitlergruß gezeigt und eine Frau gegen die Tür der Straßenbahn gestoßen haben soll (queer.de berichtete). (cw/pm)



#1 TimonAnonym
  • 28.07.2019, 12:31h
  • Die Frequenz homo- und transphober Sachbeschädigungen, Beleidigungen und körperlicher Gewalt nimmt immer weiter zu. Deutschland gerät in eine gefährliche Radikalisierungs-Spirale.

    Eigentlich höchste Zeit endlich zu handeln oder zumindest mal über Gegenmaßnahmen nachzudenken. Aber was macht unsere schwarz-rote Bundesregierung? Die sind nur damit beschäftigt, wie sie sich noch über die restliche Zeit retten können.

    Wenn Union und SPD nicht mehr regierungsfähig sind und die zahlreichen drängenden Probleme nicht lösen können oder wollen, sollten sie so fair sein und ihre Stühle für andere räumen.

    Denn egal ob Gewalt und Radikalisierung, Euro-Krise, soziale Spaltung, Klimawandel, explodierende Mieten, marode Straßen und Brücken, etc. etc. etc. - Deutschland kann sich keinen weiteren Stillstand a la Union und SPD mehr leisten...
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#2 der-schwule-deAnonym
  • 28.07.2019, 12:35h
  • Wie Aussagekräftig ist bitte das verbrennen einer Fahne? Und welche Bedeutung messen wir der Aktion bei? Es ist schön zu sehen, dass die Akzeptanz in unserer Gesellschaft auch verteidigt wird.
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#3 VierteltitanAnonym
  • 28.07.2019, 12:54h
  • Antwort auf #2 von der-schwule-de
  • "Eigentlich höchste Zeit endlich zu handeln oder zumindest mal über Gegenmaßnahmen nachzudenken."

    Ein Grundproblem dieser Aussagen ist und bleibt die Frage: Wie sollten denn diese "Gegenmaßnahmen" ganz konkret in der Realität aussehen? Neben jedem potentiell homophoben Hetzer eine Wachperson installieren?
    Gerade Berlin ist eine durch und durch homophobe Stadt, daran ändern auch Regenbogenflaggen vor Rathäusern und gegenteilige Bekundungen seitens der Politik nichts.

    Also: Welche konkreten Gegenmaßnahmen sind notwendig?
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#4 LotiAnonym
  • 28.07.2019, 13:28h
  • Antwort auf #3 von Vierteltitan
  • Berlin ist eine durch und durch homophobe Stadt. Das kann ich so nicht stehen lassen, weil es nicht zutrifft. Ja, die homophoben Beleidigungen und gewalttätigen Übergriffe nehmen leider zu. Doch impliziert dies nicht den gesamten Anteil der Berlinbevölkerung.
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#5 FinnAnonym
  • 28.07.2019, 14:33h
  • Antwort auf #3 von Vierteltitan
  • Auch wenn Du immer andere Pseudonyme verwendest, bleibt es ermüdend, Dir immer wieder dasselbe erklären zu müssen.

    Also, was der Staat ganz konkret tun kann (in Auswahl, ich habe keine Lust, Dir immer alles zu erklären, was schon hundertmal geschrieben wurde):

    1. Mehr Aufklärung an Schulen:

    Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    Das ändert nichts an aktuellen Taten von Leuten, die längst aus der Schule raus sind, kann aber die zukünftige Lage verbessern. Und wenn man nicht irgendwann damit anfängt, wird sich nie was ändern.

    2. Nationaler Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie:

    Die Leute, die längst aus der Schule raus sind, kann man auch erreichen. Z.B. durch entsprechende Kampagnen solch eines Aktionsplans - wenn es ihn denn gäbe.

    Bestes Beispiel ist der Umgang mit AIDS. Das war früher ein noch viel größeres Stigma und Tabu-Thema als heute.

    Dann kamen (z.B. dank Rita Süßmuth) zahlreiche Aufklärungs-Kampagnen. Wie z.B. die legendäre "Rita, was kosten denn die Kondome" mit Hella von Sinnen als Kassiererin und Ingolf Lück als Kunde.

    So wurde auf witzige Art und Weise Ängste und Vorurteile abgebaut und für Safer Sex geworben.

    Und das zieht sich bis heute durch: aktuell mit den Cartoon-Plakaten und -Anzeigen gegen sexuell übertragbare Krankheiten und gegen die falsche Scham bei sowas Hilfe zu suchen.

    Würde man eine ähnliche Kampagne auch gegen Homo- und Transphobie machen (Werbespots, Anzeigen, Plakate, Internet-Werbung, aber auch Aktionen, Kulturprojekte, etc.) könnte man damit ebenfalls viele Ängste und Vorurteile abbauen.

    Schon mit wenigen Millionen (was im Bundeshaushalt Peanuts wären und nur ein Bruchteil dessen, was in defekte Bundeswehr-Ausrüstung verbrannt wird und ein 100-stel dessen, was der Sondertermin für AKKs Vereidigung gekostet hat) könnte man viel erreichen.

    3. Volle rechtliche Gleichstellung:

    Es gibt ja nach wie vor zahlreiche gesetzliche Diskriminierungen, z.B. im AGG, im Abstammungsrecht, im Grundgesetz, im Transsexuellenrecht, im Intersexuellenrecht, etc.

    Rechtliche Gleichstellung sorgt direkt und indirekt auch für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und damit würde der Staat ein starkes Zeichen setzen.

    Oder umgekehrt: wie will man volle gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn nicht mal der Staat und voll akzeptiert (also rechtlich voll gleichstellt) ?
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#6 VierteltitanAnonym
  • 28.07.2019, 14:47h
  • Antwort auf #5 von Finn
  • Auch wenn Du immer andere Pseudonyme verwendest, bleibt es ermüdend, Dir immer wieder dasselbe erklären zu müssen.

    Dies war mein 2. post auf queer.de, der Erste auch unter demselben Nick.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, mich entschuldigen zu müssen, tue dies hiermit, nehme diese verbalen Unzulänglichkeiten kopfschüttelnd zur Kenntnis und bin dann auch schon weg.
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#7 IronikerAnonym
  • 28.07.2019, 17:24h
  • Antwort auf #2 von der-schwule-de
  • "Wie Aussagekräftig ist bitte das verbrennen einer Fahne? Und welche Bedeutung messen wir der Aktion bei?"

    Im Geschichtsunterricht gerne mal gepennt? Und welche Bedeutung messen wir dem bei? Fragen über Fragen...
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#8 Carsten ACAnonym
  • 28.07.2019, 17:25h
  • Antwort auf #2 von der-schwule-de
  • "Wie Aussagekräftig ist bitte das verbrennen einer Fahne?"

    Sehr aussagekräftig. Denn es geht nicht um das Zerstören eines Stückes Stoff. sondern es geht um die Symbolik, die dahinter steckt.

    Zuerst brennen die Regenbogenflaggen, dann die LGBTI-Zentren und -Gaststätten.

    Im Dritten Reich wurden auch zunächst nur die Scheiben jüdischer Geschäfte mit antisemitischen Sprüchen und Symbolen beschmiert, dann wurden die Läden geplündert und am Ende wurden die Juden vergast.

    Brennende Flaggen oder auch die "LGBTI-freie Zone"-Aufkleber in Polen sind eben nicht nur Aufkleber und Flaggen. Sondern es ist Hetze, die einen wachrütteln muss und der letzte Weckruf bevor schlimmeres passiert.
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#9 HSV FanAnonym
  • 28.07.2019, 18:34h
  • Antwort auf #2 von der-schwule-de
  • "Wie Aussagekräftig ist bitte das verbrennen einer Fahne? "

    Das ist sehr aussagekräftig. Erst zündet man Fahnen an, dann Bars und Treffs und letztendlich die Schwulen.
    Die Flüchtling werden weniger und ebben ab, da muss man sich die Wutbürger neue Sündenböcke suchen.

    Gestern auf Facebook auf der HSV Seite das Gleiche. Es wurde ein Foto der HSV Raute auf einer Regenbogenfahne hochgeladen und es hagelte sofort Hass- und Wutkommentare.
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#10 dellbronx51069Anonym
  • 28.07.2019, 19:05h
  • Mit Rücktrittsforderungen bei der derzeitigen Bundesregierung sollte man vorsichtig sein. Glaubt man denn allen Ernstes eine stabilere Lage mit einer vorgezogenen BTW zu erreichen.
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