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Kommentare zu:
Fördert die Ghettos!


#11 stromboliProfil
  • 16.02.2007, 14:07hberlin
  • Ghettoisierung ist die zwangweise Eingrenzung -Isolierung einer Minderheit durch eine Mehrheit.. ;soviel zu begriffen. Aber die Idee hat auch etwas überlegenswertes: Notwendig ist eine enge Vernetzung schwuler Interessen, übersichtlich an leicht erreichbaren Orten mit kurzen Wegen. Sie bietet Wahlmöglichkeiten betreffs Angebot und Nachfrage schwuler Äktivitäten. Sie bietet aber auch Schutz vor Übergriffen . Wohnen, Arbeiten und soziale Präsenz in einem übersichtlichen Umfeld ist ein erstrebenswertes Muß. Wer als schwuler gezwungen ist in Marzahn oder Nordweststadt zu wohnen , kann hier von ein Lied singen...
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#10 madridEUAnonym
  • 13.11.2005, 12:23h
  • @Vicky: Da wir die totale schwul-lesbische Integration auf der ganzen Welt in unserem Dasein nicht mehr erleben werden,halte ich
    Deinen Beitrag für diskussionsfähig. Auch Madrid bietet stolz sein von Schwulen saniertes Chueca-Viertel als Touristenattraktion an . Ich würde trotz Homo-Gleichstellung per Gesetz aber in dieser Stadt ebenfalls nicht mit meinem Freund händchenhaltend durch gewisse Vorstädte spazieren.
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#9 VickyAnonym
  • 13.11.2005, 11:41h
  • Nun ja, in einem Ghetto GEGEN seinen Willen eingesperrt zu werden, ist sicherlich NICHT schön, aber davon ist doch wohl auch nicht die Rede, oder?

    Der Beriff "Ghetto" ist schon seit längerem im Wandeln (weltweit), wobei man darunter zunehmend "Szeneviertel, eine geschützte Umgebung" versteht, in der sonst benachteiligte Bevölkerungsgruppen sich in relativer Sicherheit bewegen können. Viele, die sich für "normal" halten, haben scheinbar vergessen, wie es hier vor nicht einmal 15 Jahren aussah oder wie es jetzt in weiten Teilen der Welt aussieht. Um sich zu erinnern, rate ich, händchenhaltend abends durch Brühl (bei Köln) spazieren zu gehen oder mal einen Abstecher nach Portugal oder Polen zu machen - euch werden die Vorteile eines Szeneviertels schmerzlich bewußt, glaubt es mir ruhig.

    So sehr die positive Entwicklung in Deutschland und einigen anderen Ländern zu begrüßen ist, sollten wir uns nicht der Illusion hingeben, dass dies jetzt "für immer" und "überall" so ist. Die Situation kann sich in relativ kurzer Zeit wieder zum Schlechteren wenden (siehe USA und die deutsche Geschichte), dann finden wir uns womöglich in GANZ ANDEREN Ghettos wieder.

    Diese Diskussion (um kulturelle Argumente angereichert) hat schon das eine oder andere Mal den Ruf nach einem "Schwulen-Staat" laut werden lassen, siehe z.B.:

    www.gaykingdom.org oder
    www.gayhomeland.org

    Klaro, nicht die Idealvorstellung für einen gutverdienenden, voll "integrierten" Vorzeigeschwulen, aber es gibt auch andere auf dieser Welt - die, die in unserer "Grünen Zone" zu gerne vergessen werden.
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#8 ChristianAnonym
  • 05.11.2005, 16:15h
  • Unglaublich! Der nächste Schritt ist wohl, das Tragen von rosa Winkeln anzuordnen. Ich bin ganz fassungslos. Nichts gegen die Vermarktung von "rainbow village" anderswo, aber hier wurde das bislang ja von Freiwilligkeit bestimmt und "Zoobesucher" in der Kettengasse, Lange Reihe etc. belebten das Geschäft und unsere Aufklärungsmöglichkeiten....
    :-) Christian
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#7 martinAnonym
  • 15.09.2005, 09:53h
  • in meiner badewanne bin ich kapitän.
    traurig, wenn sich jemand heutzutage nur in solchen naturschutzgehegen frei bewegen kann. das machts zu zeiten des coming outs bestimmt leichter, aber irgendwann sollte man doch auch in der wirklichen welt sein leben leben können.
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#6 GeneAnonym
  • 13.09.2005, 15:28h
  • @wolff

    du schreibst, seit jahren würden die obdachlosen aus ffm deportiert - nun, ich bin sicher kein anhänger der lokalen stadtregierung - aber das sie obdachlose wohinauchimmer deportierte, dass ist mir neu.

    könntest du das bitte belegen?

    ansonsten schliesse ich mich all denjenigen an, die die idee eines "ghettos" ablehnen.

    für mich ist eine interessante gesellschaft diejenige, in der sich die unterschiedlichsten entwürfe von lebensgestaltungen inneinander verschränken und verzahnen.

    paralellgesellschaften funktionieren nirgends, fördern nur die abgrenzung und sind höchst konfliktträchtig...
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#5 wolfAnonym
  • 13.09.2005, 12:01h
  • dummerweise war mit der szene in ffm in den 60zigern mehr los, seit jahren werden mitten "aus" ffm die obdachlosen deportiert und der rest ist mehr als piefig, das "ist" ghetto !
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#4 mezzoAnonym
  • 13.09.2005, 11:54h
  • Ich frag mich ja nur woher die ganzen Homosexuellen herkommen sollen, die das neue Gayviertel in Liverpool mit Leben erfüllen sollen? Bei uns in München gibt es zum Beispiel auch kein Chinatown, weil uns einfach die Chinesen dafür fehlen, selbst wenn der Stadtrat nun beschliessen würde ein solches Viertel aus dem Boden zu stampfen.
    Ebenso könnte der Stadtrat von Augsburg (immerhin drittgrösste Stadt Bayerns) beschliessen ein Schwulenviertel zu fördern. Augsburg ist jedoch nur 50 Kilometer von München weg und die Augsburger fahren, wenn Sie was erleben wollen nach München, denn Augsburg könnte nie die Vielfalt bieten, die München bietet. Es fehlt dafür einfach an der Masse schwuler Augsburger. Schwule fallen ja auch nicht einfach so vom Himmel, oder gibt es in Liverpool so viele Schwule, die bisher nur noch nicht aus Ihren Löchern rausgekommen sind, weil Ihnen das Angebot fehlte? Das kann ich mir zumindest nicht vorstellen. Die werden schön immer nach Manchester gefahren sein.
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#3 Wildhase1969Profil
  • 13.09.2005, 10:37hBerlin
  • Ist ja allererste Sahne... - Das erinnert ein wenig an Gauweilers AIDS-Ghetto-Vorstoß Anfang der Achtziger.

    Erstens kann ich mich Rudolfs Argumenten nur 100%ig anschließen. Ich habe meinen mann nicht geheiratet, damit wir uns öffentlich in schwul-lesbischen Schutzräumen bewegen dürfen.

    Zweitens habe ich gerade im Wahlkampf ein sehr schönes Beispiel: Wir stehen regelmäßig an einem Punkt in der Frankfurter Szene, an dem allabendlich viele Schwule vorbeikommen, weil die Ecke "mittendrin" liegt. Nicht im Ghetto, sondern in der City, unweit der Zeil.
    Hierbei haben wir sehr nette Gespräche mit Lesben, Schwulen UND (schau an) der ganz normalen Heterobevölkerung, die wir auf diesem Wege sogar an unseren politischen Sorgen teilhaben lassen und umgekehrt. DAS fördert gegenseitiges Vesrtändnis.
    Unsere besten Freunde sind hetero, sollte ich sie irgendwohin nicht mitnehmen können, dann verzichte ich eben drauf, dazu benötige ich kein wohlwollendes Ghetto. Umgekehrt wird das genauso gesehen.
    Ich dachte, die Briten wären da weiter, aber die Gefolgschaft zum großen Bruder scheint doch stärker zu sein. Für die amerikanische Gesellschaft mögen das ja lebbare Muster sein, damit nicht brave christliche Familienpapis mit ihren Kindern öffentlich die bösen Schwulen anschauen müssen.
    In Deutschland wäre das ein Grund auszuwandern oder die schwul-lesbische Szene zu meiden.
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#2 wolfAnonym
  • 13.09.2005, 10:22h
  • mich stört der begriff ghetto, in dem von mir ungeliebten amiland, hat jede grössere stadt ihr chinatown oder ähnliches, da spricht kein mensch von ghetto.
    ich bin der meinung solche bezirke werden erst zum ghetto, wenn sie sich aussenstehenden verschliessen.
    z.b. ist es mir in den letzten 35 jahren in berlin nie passiert, dass ich heterofreunde, also männlein / weiblein, oder nur weiblein, nicht mit in schwule läden hätte bringen können, ganz im gegenteil.
    insiderbezirke (statt ghetto) bringen auch sehr viele vorteile, sind meistens sehr kreativ, durch die ansammlung ähnlicher interessen. sie bieten menschen, die ihre interessen schwerer vertreten können auch schutzraum und schaden der allgemeinheit überhaupt nicht.
    solche " ecken zum zurückziehen ", mal unter überwiegend gleichgesinnten sein, halte ich für sehr positiv, zu zeiten des § 175, vor 1969, war der zusammenhalt in der szene einfach toll.
    man muss ja da nicht leben, aber man hat die möglichkeiten hinzugehen.
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#1 rudolfAnonym
  • 12.09.2005, 21:53h
  • Davon halte ich gar nichts.

    Ich will mich und meinen Gatten überall und in jeder Situation der Mehrheitsgesellschaft zumuten. Und ich meine, daß ich auch was von Menschen mit anderen Lebensentwürfen (z. B. auch von Heteros mit vier Kindern) lernen kann.

    Wo kommt denn der Begriff Ghetto her? Er war das Gefängnis, aus dem unsere Juden im Zeitalter der Aufklärung ausbrachen, um in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen und volle Gleichberechtigung einzufordern. Bei diesem Prozeß, der auch ein Assimilationsprozeß war, mag einiges an Foklore verloren gegangen sein, aber er war m. E. notwendig. Was ist Euch lieber: gemütliches Schmoren im eigenen Saft oder das Zusammenleben mit nichtschwulen Mitbürgern, das zwar Konflikte mir sich bringt, aber eben auch viele Überraschungen und Herausforderungen?
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