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"Active Duty" & Co.

Gay-Porno-Star Silas gestorben

Der 25-jährige Stephen Morgan Jr. starb bereits vor wenigen Wochen mutmaßlich an einer Überdosis Drogen.


Promo-Bild des Pornostars zu einem Dreh aus dem letzten Jahr (Bild: Active Duty)

"Mit schweren Herzen bringe ich diese beunruhigende Nachricht", so begann Ende der letzten Woche ein Tweet von Rob Navarro von der US-amerikanischen schwulen Pornoseite "Military Classified", mit dem er den Tod von einem seiner Darsteller vermeldete: Stephen Edward Morgan Jr., bekannt als Silas, sei demnach bereits am 8. Juli an einer vermuteten Überdosis gestorben. Er wurde 25 Jahre alt.

"In meinen 15 Jahren online habe ich nur zwei Tweets wie diesen geschickt", "es ist nie einfach", so Navarro weiter. "Ruhe in Frieden, Silas, deine Schönheit wird jetzt für immer leben."

Morgan, der ursprünglich aus Indianapolis stammte und in Orlando in Florida lebte, war in den letzten Jahren für mehrere schwule Porno-Labels unter verschiedenen Pseudonymen unterwegs, so stand er als "Eddy" bei "Cocksure Men", "Brad Davis" bei "Active Duty" und "Brad T." bei "Raw Castings" in aktiven wie passiven Rollen vor der Kamera. Als "Silas" trat er zuletzt auch in der Porno-Reihe "Boys Halfway House" auf.

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Laut einer Online-Traueranzeige hinterlässt der Darsteller seine Eltern, zwei Brüder und drei Schwestern. "Mein kleiner Bruder, meine andere Hälfte", schrieb eine der Schwestern dort. "Ich liebe und vermisse dich so sehr!" Der Verstorbene habe mit seiner Musik und Kunst, seinen Leidenschaften und seinem Talent ebenso einen nicht wegzunehmenden Eindruck hinterlassen wie mit der Liebe zu seiner Familie, seit seiner eigenen Kindheit bis zur ersten Begegnung mit seinem Neffen. "Du hast mir mehr gelehrt, als du dir vorstellen kannst, und ich werde unsere Erinnerungen für immer in Ehren halten und sie mir am Herzen halten." Die Beisetzung sollte in privaten Rahmen erfolgen.

In den letzten Monaten und Jahren gab es bemerkenswert viele Meldungen zum Tod von schwulen Pornodarstellern (bzw. heterosexuellen Darstellern in entsprechenden Reihen). Einige begingen Suizid, wie im Mai mutmaßlich der Darsteller Casey Jacks (queer.de berichtete). Andere starben offenbar an einer Überdosis, darunter in diesem Juni der Falcon-Darsteller Jay Dymel (queer.de berichtete). (cw)



#1 Homonklin44Profil
  • 30.07.2019, 07:07hTauroa Point
  • Diese Branche muss ja schon ihre Abgründe haben, wenn sich da so viele dicht knallen oder auf Suizidgedanken kommen.
    Ob das vielleicht auch am Image von Porno-Darstellern in einigen Ländern liegt? Oder am gesellschaftlichen Umgang mit Porno und Dergleichen?

    Traurig in jedem Fall, oft so junge Leute, die haben noch nicht mal das halbe Leben gekannt, denkt man. Aber was weiß man schon, wie es in ihnen drin ausgesehen haben mag?
    Sucht sich vielleicht eine Beziehung irgendwo und wird damit abgehakt "Du poppst doch bestimmt bloß für Geld" oder sowas. Wer weiß? Auf was man die reduzieren mag, die da arbeiten.

    Und so viele wollen Pornostar sein...
    Stars fern vom Herzen (?)
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#2 PiakAnonym
  • 30.07.2019, 08:15h
  • Antwort auf #1 von Homonklin44
  • Na ja, das ist eben ein Job, den kaum jemand freiwillig macht, bessere Alternative zu Beschaffungskriminalität allenfalls. Die kommen da schon einigermaßen kaputt rein und treffen auf andere, die sie weiter runterziehen. Dazu kommt dann, wie Du richtig bemerkst, dass die für den Rest ihres Lebens in zumindest weiten Teilen der Gesellschaft aufgrund moralischer Konventionen gebrandmarkt sind.
    Wollten die Produktionsfirmen etwas ändern, ist das einzige, das mir einfällt, neben Gesundheitsattesten auch regelmäßige Drogenscreenings zu verlangen. Zu teuer oder bleiben dann keine Darsteller übrig?
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#3 stromboliProfil
  • 30.07.2019, 09:57hberlin
  • Antwort auf #2 von Piak
  • Ich hab keine antwort drauf warum menschen sich verschwenden.
    Aber auch gegen das sich verschwenden gibt es keine argumente.

    Vielleicht muss man älter werden um aus dem gefahrensbereich des sich "verschwendens" auf natürliche weise entkommt.
    Im alter gibt es keine grund mehr sich verschwenden zu wollen.
    "Verschwenden" aka alles bis zur neige auskosten, koste es was es wolle ist denn wohl ein vorrecht der jugend..
    Sexualität ist halt auch das vehikel, bei dem mensch die ihm gesetzten grenzen aus moral-angst &selbstbewertung überschreitet...
    Und in der angst vor überschreitung liegt die eigentliche gefahr: nie die eigenen grenzen überschritten zu haben.

    >> Na ja, das ist eben ein Job, den kaum jemand freiwillig macht, bessere Alternative zu Beschaffungskriminalität allenfalls. <<
    Eine steile these. Warum sollte nicht wer aus lauter sexueller LUST doch einen job annehmen, der aus sexueller LUST ein geschäftsmodell macht?
    Und dabei oft mehr einbringt als der herkömmliche verkauf seines körpers. Da die ware körper aber wie jede ware einem verfallsprozesses unterliegt, somit auch der warenwert sinkt, ist der stresspegel dort eher höher als der beim automatisierten band oder einer lidl-kasse.
    Wobei ich zugeben muss , nichts über den drogenkonsum von kassiererInnen oder fließbandarbeiterInnen zu wissen.
    Wenn erst mal eine statistik darüber existiert, wieviele suizide und arbeitsbedingte tote es dort gibt, kann man sich ein vergleichendes bild hierüber machen.
    Vielleich hallt dann dem spruch >> " Na ja, das ist eben ein Job, den kaum jemand freiwillig macht, bessere Alternative zu Beschaffungskriminalität allenfalls. "<< ein sinn von realitätstüchtigkeit nach.

    >> Die kommen da schon einigermaßen kaputt rein und treffen auf andere, die sie weiter runterziehen. Dazu kommt dann, wie Du richtig bemerkst, dass die für den Rest ihres Lebens in zumindest weiten Teilen der Gesellschaft aufgrund moralischer Konventionen gebrandmarkt sind. <<

    So geschrieben machst du dich zum teil jener "weiten teile der gesellschaft", die auf grund moralischer konventionen ihre vorurteile in wohlgefällige worthülsen stecken.
    "freiwillig - bessere alternativen-...
    >> Wollten die Produktionsfirmen etwas ändern, ist das einzige, das mir einfällt, neben Gesundheitsattesten auch regelmäßige Drogenscreenings zu verlangen. <<
    Warum nicht: untersuchen wir unsere arbeitswelten doch auf solches.
    Zu teuer oder bleiben dann keine Darsteller/arbeiter übrig?
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#4 TheDadProfil
  • 30.07.2019, 12:31hHannover
  • Antwort auf #2 von Piak
  • ""Dazu kommt dann, wie Du richtig bemerkst, dass die für den Rest ihres Lebens in zumindest weiten Teilen der Gesellschaft aufgrund moralischer Konventionen gebrandmarkt sind.""..

    Jepp..
    Zum Beispiel von Menschen die die Porno-Industrie als eine
    ""bessere Alternative zu Beschaffungskriminalität""
    beschreiben !

    Weder Sexarbeit noch Drogenkonsum sind
    "moralisch verwerflich"..

    Trotzdem können es immer noch sehr viele Menschen nicht lassen, dies zu behaupten !

    Wenn sich ein solcher Mensch mit Drogen den Kopf zudröhnt, dann schädigt er nur sich selbst..

    Wieso man sich deshalb "moralisch überlegen" fühlen müßte, weil man dies selbst vermeintlich nicht tut, oder vielleicht sogar keine Pornographie konsumiert
    (was ich in beiden fällen von allen die das behaupten als "gelogen" betrachte !)
    erschließt sich nicht !
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#5 LotiAnonym
  • 30.07.2019, 15:42h
  • Antwort auf #3 von stromboli
  • Mußte gleich zweimal lesen, was Du hier geschrieben hast. Ich fühlte mich dabei sofort zurückversetzt an meine Zeit als junger Stricher. Zu meinem Glück habe ich nie den harten Drogen nachgegeben und wollte so ein Leben auch nicht führen. Als ich mich 1975 mal freiwillig bei einer Pornoagentur in San Francisco vorstellte, wurde ich abgelehnt, vermutlich wegen meiner damaligen Akne. Schon damals war ich nicht traurig darüber, nicht angenommen worden zu sein, denn ich merkte, dies ist auch nichts für mich.
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#6 andreAnonym
  • 31.07.2019, 15:32h
  • Bei diesen "Stars" sterben auch nicht mehr, als wie andere, in bürgerlichen Berufen. Kommt einem nur so vor, weil die eben medial, ausgeschlachtet werden. Otto Normal-Toter kommt auf den Friedhof und es weiß nur die Verwandtschaft, ob er wg. Drogen umgekippt ist. Maximal gibts eine Todesanzeige in der örtlichen Lokalpresse. Kommt also immer auf die Vermarktung an. Oder eben nicht.
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#7 daVinci6667
  • 31.07.2019, 15:43h
  • Teilweise mehrmals wöchentlich müssen wir hier lesen wie Gay-Porn Darsteller sich das Leben nehmen, kriminell werden oder den Drogentod sterben. Sieht man genauer hin stellt man fest, dass es sich um professionelle Darsteller im US-Markt handelt.

    Die USA sind bekannterweise das unsozialste Land der westlichen Hemisphäre. Ohne jegliches soziale Auffangnetz kann fast jeder des unteren Viertels der Gesellschaft in die Pornofalle stürzen.

    Ein Grossteil der Gay Darsteller dort ist NICHT schwul. Die Allermeisten tuns nicht freiwillig. Von irgendwas muss jeder schliesslich Leben. Der Kapitalismus erlaubt es, zumindest solange man jung ist, den eigenen Körper zu verkaufen. Danach wird auch der Körper wertlos weil zu alt.

    Es ist schon hart genug im normalen Arbeitsmarkt ständig zu bestehen. Machen wir uns nichts vor, jeder der für Geld arbeiten muss ist gewissermassen ein Stricher.

    Doch seine Arbeitskraft zu verkaufen ist viel weniger traumatisch als seinen Arsch und Schwanz dafür herzugeben.
    Pornodarsteller ist eben NICHT ein Job wie jeder andere.

    Jeder kennt es: Manchmal hat man morgens keine Lust arbeiten zu gehen. Ist ganz normal. Stellt euch nun einfach mal vor, wieviel mehr Kraft es kosten würde, welchen enormen Raubbau ihr an eurem Körper, an eurer Psyche und an eurer Gesundheit ihr betreiben müsstet, um als Schwuler gegen Bezahlung stundenlang in diversen Stellungen eine Frau durchzuvögeln!

    Stellt euch vor, ihr müsstet haufenweise Potenzmittel reinwerfen um euren besten Freund zum stehen zu zwingen und ihr müsstet auf Kommando abspritzen.

    Unter solchen Bedingungen würde wohl fast jeder früher oder später zu Drogen greifen. Falls er es denn nicht schon vorher getan hat.

    Wer dann langsam gegen die 30 geht hat ausgedient. Was für private und berufliche Perspektiven hat der noch ohne Ausbildung ? Gerade in der prüden bigotten USA? Suizid ist dann die logische Folge.

    Als Alternative für Pornokonsumenten sehe ich selbstgemachte aus purer Lust und Freude und ohne finanzielle Interessen hergestellte Videos. Findet man heutzutage massenhaft.

    Für die wie mich, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen gibt es Hoffnung am Horizont: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für Alle!

    Jedermann, jedefrau würde trotzdem weiter arbeiten. Dabei jedoch auf die eigenen wirklichen Bedürfnisse und Interessen Rücksicht nehmen. Ich garantiere euch, gemeinnützige Arbeit jedwelcher Art würde boomen. Doch zuerst muss sich unsere rückständige Gesellschaft massiv weiterentwickeln und wohl leider noch viele Finanz- und Wirtschaftskrisen und Kriege durchstehen. Irgendwann wird uns die Evolution schon so weit bringen.

    Sofern wir nicht vorher unseren Planeten zerstört haben...
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