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Hormonwerte

Caster Semenya nach WM-Aus "sehr enttäuscht"

Die südafrikanische 800-Meter-Olympiasiegerin mit intergeschlechtlichen Anlagen hat vor dem Schweizer Bundesgericht eine juristische Niederlage erlitten. Testosteron-Limits sind demnach rechtens.


Caster Semenya will weiter darum kämpfen, ohne leistungssenkende Medikamente am Leichathletik-Wettkämpfen teilnehmen zu können (Bild: Chell Hill / wikipedia)

Südafrikas 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya hat eine juristische Niederlage erlitten und steht vor dem WM-Aus. Das Schweizer Bundesgericht gab dem Internationalen Leichtathletikverband IAAF am Dienstag recht und lässt das Reglement zur Senkung der Hormonwerte wieder zu. Bleibt es dabei, kann Semenya ihren Titel bei der WM in Doha nicht verteidigen.

Sie selber geht davon aus. "Ich bin sehr enttäuscht, dass ich meinen hart erarbeiteten Titel nicht verteidigen kann", sagte die 28 Jahre alte Südafrikanerin in einer Stellungnahme. "Aber das wird mich nicht davon abhalten, weiter für die Menschenrechte für alle betroffenen Sportlerinnen zu kämpfen."

Der juristische Streit läuft seit Monaten

Die Läuferin hatte in ihrer Auseinandersetzung mit dem Leichtathletik-Weltverband IAAF am 31. Mai zunächst einen Teilerfolg errungen (queer.de berichtete). Das Bundesgericht setzte damals die Regel der IAAF vorübergehend außer Kraft, in der Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen festgesetzt wurden.

Semenya war wegen einer Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS vom April vor das Bundesgericht gezogen. Später hatte der Internationalen Leichtathletikverband Einspruch gegen das erste Urteil eingelegt.

Geschlechtstests nach erster Goldmedaille

Caster Semenya gilt als bekanntester intergeschlechtlicher Mensch der Welt. Immer wieder wurde die lesbische Athletin von Mitkämpferinnen wegen eines angeblichen Vorteils kritisiert. Nach ihrer ersten Goldmedaille im 800-Meter-Lauf bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin musste sich Semenya umstrittenen Geschlechtstests unterziehen, deren Ergebnisse jedoch nicht veröffentlicht wurden. Die Mittelstreckenläuferin durfte aber ihre Medaillen behalten und nach einer mehrmonatigen Pause auch wieder bei den Frauen starten.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro holte Caster Semenya mit persönlicher Bestleistung und nationalem Rekord von 1:55,28 Minuten erneut eine Goldmedaille im 800-Meter-Lauf. Im Januar 2017 heiratete sie ihre Freundin Violet Raseboya. (cw/dpa)



#1 Klaus LeberhartingerAnonym
  • 31.07.2019, 15:32h
  • Wieder ein Skandalurteil.
    Mir fehlen ehrlich gesagt die Worte ob dieser Schweinerei.

    Daher möchte ich nur auf ein paar Ungenauigkeiten im Artikel hinweisen:

    "Immer wieder wurde die lesbische Athletin von Mitkämpferinnen wegen eines angeblichen Vorteils kritisiert."

    Es ist nicht zielführend, von einem "angeblichen Vorteil" zu sprechen. Denn der Vorteil durch die höheren Testosteronwerte ist tatsächlich (und nicht angeblich!) vorhanden.
    Allerdings rechtfertigt dies weder einen Ausschluss von den Wettkämpfen, geschweige denn einen medizinischen Eingriff.
    Körperliche, naturgegebene Vorteile sind Gang und Gäbe im Sport. Vergleiche dazu große Füße beim Schwimmen, die ebenfalls einen Vorteil bringen, aber keinen Ausschluss oder medizinischen Eingriff rechtfertigen.

    "...bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin musste sich Semenya umstrittenen Geschlechtstests unterziehen..."

    Hier ist das Wort "umstritten" vollkommen fehl am Platz.
    Umstritten wäre es, wenn man annimmt, dass die Geschlechtstests eventuell hinnehmbar sein könnten. Das sind sie aber nicht. Es ist ein menschenverachtender Eingriff à la "Grab them by the pussy!".
    Es ist so "umstritten" wie Vergewaltigung.
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#2 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 31.07.2019, 17:04h
  • Antwort auf #1 von Klaus Leberhartinger
  • Natürlich ist "umstritten" das richtige Wort, die meisten kämen allerdings auch nicht auf die Idee ne Blutabnahme/test des Hormonspiegels mit ner verdammten Vergewaltigung zu vergleichen...

    Jesses, wie immer gleich in die extremen gegriffen wird, wie wär's mal mit dem ganz abstrusen Versuch nicht alles immer direkt mit dem schlimmsten zu vergleichen, mal irgendeine Diskussion in der nicht gleich Vergewaltigungen und/oder hitler/2ter Weltkrieg als "Beleg für was passiert bzw passieren wird" angeführten werden....
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#3 falschAnonym
  • 31.07.2019, 18:05h
  • Auch wenn hier früher oder später jemand schreiben sollte, die Entscheidung sei ok weil andere ja benachteiligt seien aufgrund des hohen Testosteronwertes einer Person, ist das eine falsche Entscheidung aus der Schweiz.

    Es gibt ein Gesetz, das deutlich macht, was diese Entscheidung bedeutet:
    Die Belastung für Semenya, Medikamente zu nehmen, um den natürlich vorhandenen Testosteronwert zu senken, wiegt schwerer, als der vermeintliche Nachteil von Sportlern, die bei einem Rennen nicht gewinnen.

    Das ist das einzige, was aus ethischer und juristischer Sicht menschlich und auch aktuell ist. Alles andere ist entweder Befindlichkeiten, Intoleranz, oder Patriarchat.

    ©BuntesUndSchönes
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#4 Klaus LeberhartingerAnonym
  • 31.07.2019, 19:54h
  • Antwort auf #2 von QueerBierHere
  • Niemand hat Bluttests zur Feststellung des Hormonspiegels mit Vergewaltigung verglichen.
    Es geht um besagte ominöse Geschlechtstests.

    Können wir uns auf die Selbstverständlichkeit einigen, dass es Grenzen gibt, die nicht überschritten werden dürfen?

    Man fasst keine Menschen ungefragt in den Schritt.
    Man vergewaltigt keine Menschen.
    Man tötet keine Menschen ohne Not.
    Man führt keine beschämenden Geschlechtstests durch Nötigung durch. etc. etc.

    Diese Dinge sind indiskutabel, also lässt sich auch nicht darüber streiten.
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