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Israel

Zwei Brüder von niedergestochenem Jugendlichen festgenommen

Nach dem Messerattentat auf einen 16-Jährigen vor einem queeren Zentrum in Tel Aviv hat die Polizei zwei Männer festgenommen – die Brüder des Opfers.


Am Freitag wurde die Straße zur Notschlafstelle nach der Tat abgesperrt

  • 31. Juli 2019, 14:02h, noch kein Kommentar

Zwei Männer sind nach Angaben der israelischen Polizei am Dienstag in Verbindung mit dem Messerattentat auf einen 16-jährigen Jungen vor einer Notschlafstelle für queere Jugendliche in Tel Aviv festgenommen worden. Bei den Verdächtigen handle es sich um die Brüder des Opfers, das am Freitag mit mehreren Messerstichen in Brust und den Beinbereich schwer verletzt worden war (queer.de berichtete).

Der Jugendliche wurde nach der Tat notoperiert und befindet sich nach Angaben des Ichilow-Krankenhauses außer Lebensgefahr und in stabilem Zustand. Sein Zimmer werde rund um die Uhr von der Polizei bewacht.

Brüder streiten Tat ab

Die beiden Festgenommenen streiten jegliche Beteiligung an der Tat ab. Sie haben sich laut Polizeiangaben freiwillig der Polizei gestellt. Sie behaupteten, sie hätten nicht gewusst, dass sie wegen des Verbrechens gesucht worden seien. Zeugen hatten sie vor der Tat außerhalb der Notschlafstelle mit dem 16-Jährigen streiten gesehen.

Der 16-Jährige hatte laut den Medienberichten in den letzten Wochen in der Notschlafstelle gelebt, nachdem er auf Anordnung des Jugendamtes nach Konflikten aus seiner Familie genommen worden sei. Insgesamt leben in der Einrichtung derzeit 14 junge Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität in ihren Familien nicht sicher seien. Die meisten von ihnen stammten nach Angaben der Anlaufstelle aus arabisch-israelischen Familien. Das Opfer des Messerattentats kam aus der arabisch-israelischen Stadt Tamra.

Für Donnerstag ist in Haifa eine Protestaktion der LGBTI-Organisation Al-Qaws geplant, die sich für sexuelle Vielfalt in der palästinensischen Gemeinschaft Israels einsetzt. Mehr als 30 arabische Bürgerrechtsorganisationen haben zur Teilnahme aufgerufen. Sie werfen den israelischen Behörden vor, nicht genug gegen derartige Gewalt zu unternehmen. Bereits am Sonntagabend waren Tausende Menschen in Tel Aviv unter dem Motto "Fighting for our Lives" auf die Straße gegangen. Die Protestaktion war bereits vor der Tat geplant gewesen und konzentrierte sich auf transphobe Gewalt.

Die LGBTI-Organisation Aguda hatte im Februar von einem Anstieg der LGBTI-feindlichen Übergriffe im Land um 54 Prozent berichtet. Nur drei Prozent der Attacken würden der Polizei angezeigt. (dk)