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Drittes Geschlecht in Immatrikulationsanträgen

Deutsche Universitäten schließen Intersexuelle aus

Das dritte Geschlecht hält nur langsam Einzug in die deutschen Hochschulen: In nur 18 Prozent der größten Unis können sich Studierende bei der Einschreibung als "divers" identifizieren.


Die Uni Siegen zählt laut Taledo zu den vorbildlichen Hochschulen, wenn es um das dritte Geschlecht geht (Bild: Harry Traber / flickr)

Nur eine Minderheit der Universitäten in Deutschland biete die Auswahl des dritten Geschlechts bei Anträgen auf Einschreibung an. Das ergab eine Untersuchung der Recruiting-Plattform Taledo, die die Bewerbungsanträge der 50 meistbesuchten Hochschulen Deutschlands auf die Auswahlmöglichkeit "divers" beim Geschlechtseintrag überprüft hat.

Demnach fehlt bei vier von fünf Immatrikulationsanträgen die Auswahlmöglichkeit des dritten Geschlechts. Darunter befinden sich auch Rang zwei bis vier der größten Universitäten Deutschlands – nämlich die Unis in Köln, Münster und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule in Aachen. Bei nur 18 Prozent der untersuchten Unis kann die Angabe "divers" gemacht werden.

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Berlin, Mainz und Siegen sind (teilweise) am tolerantesten

Am fortschrittlichsten zeigen die Technische Universität Berlin, die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz sowie die Universität Siegen. Hier kann neben den bisherigen Optionen "männlich" und "weiblich" sowohl "divers" als auch "keine Angabe" ausgewählt werden. Die Humboldt-Universität zu Berlin und die Freie Universität Berlin bieten hingegen nur die Möglichkeit, "männlich" oder "weiblich" auszuwählen.

Für Deutschlands größte Universität, die Ludwig-Maximilians-Universität München, sind derzeit keine Informationen verfügbar, da die Bewerbungsfrist für die zulassungsbeschränkten Studiengänge bereits abgelaufen und für die zulassungsfreien erst im Laufe des kommenden Monats wieder online zugänglich sind.

In der Regel findet die Geschlechterauswahl über das Auswahlfeld "Geschlecht" statt. Bei einem Fünftel der Immatrikulationsanträge kann das Geschlecht jedoch ausschließlich über die Option "Anrede" benannt werden.

Die dritte Geschlechtsoption "divers" kann seit Anfang des Jahres ins Geburtenregister eingetragen werden (queer.de berichtete). Grund für die Gesetzesänderung ist eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom November 2017 (queer.de berichtete). Laut Schätzungen gibt es in Deutschland 160.000 Intersexuelle, bislang läuft die Ummeldung aber schleppend an. So haben sich etwa in Deutschlands bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen bis Mitte Juni erst 27 diverse Personen registriert (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten beklagen, dass auch die hohen gesetzlichen Hürden an der schleppenden Akzeptanz Schuld seien. (pm/cw)



#1 feli491Anonym
  • 01.08.2019, 22:04h
  • Ein weiterer Beweis dafür, dass das Gesetz handwerklich einfach nur schlecht ist. Man hätte direkt die Grundlage festlegen müssen, dass auch alle Institutionen, Einrichtungen, Vereine und überhaupt einen dritten Geschlechtseintrag anbieten müssen - oder aber komplett auf einen Geschlechtseintrag verzichten, aber das erlebe ich wahrscheinlich nicht mehr...
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#2 Anonyma
  • 02.08.2019, 11:30h
  • Antwort auf #1 von feli491
  • "Ein weiterer Beweis dafür, dass das Gesetz handwerklich einfach nur schlecht ist."

    Kommt drauf an, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Im zuständigen Ministerium ist man sicherlich sehr erfreut darüber, dass die Zahlen so niedrig sind und dass dadurch weitere Anpassungen weniger dringend erscheinen. Es war ja von Anfang an der Plan, den dritten Geschlechtseintrag durch niedrige Zahlen so bedeutungslos wie möglich zu halten. Und dieser Plan scheint offensichtlich aufzugehen...
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#3 Uwe_RAnonym
  • 02.08.2019, 12:03h
  • Nehmen wir mal die Zahlen aus NRW:

    27 Diverse auf 17,91 Mio. Einwohner.

    Laut Statista gibt es in ganz Deutschland 2,89 Mio. Studenten.

    Laut Wiki gibt es in Deutschland 429 Hochschulen.

    Achtung Milchmädchenrechnung:

    Hochgerechnet gibt es 27*2,89/17,91 = 5 Divers-Studenten in Deutschland.

    Angenommen, diese 5 Studenten besuchen alle eine andere Universität, bedeutet das, dass 5/429 = 1,1% der Universitäten überhaupt mit einer Diversperson zu tun haben. Hm...

    Bei allem Respekt für die Notwendigkeit der Sichtbarkeit von Diverspersonen, so ist der permanente Finger in der Wunde irgendwann nicht mehr hilfreich, sondern kontraproduktiv. Ein entspannterer Umgang, auch als Korrektiv gegenüber den Hochschulen und Unternehmen, bei denen Nachholbedarf besteht, halte ich für den besseren Weg. Ich bezweifle, dass viele Hochschulen hier mit Absicht handeln, sondern im stink normalen Studentenalltag schlicht andere Prioritäten haben. Bei obigen Zahlen, erhlich gesagt nicht überraschend.

    Auch darf man kritisch fragen, ob die Schätzung von 160.000 Diversen nicht ein wenig hoch gegriffen ist? Mit obigen Zahlen hochgerechnet ergibt sich für Deutschland eine Divers-Annzahl von 150 Menschen. Also bei gleicher Quote von ca. 300 Ummeldungen pro Jahr macht das 533 Jahre, um auf 160.000 zu kommen. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren, macht das rechnerisch 24.000 Diverse in Deutschland... Und das ist wahrscheinlich hochgegriffen, sollte doch gerade am Anfang die Ummeldequote besonders hoch sein... oder nicht?

    Ja ich weiß, alles Milchmädchenrechnung, kann man nicht verallgemeinern, das ist nicht wissenschaftlich, die Ummeldezahlen spiegeln in keiner Weise die tatsächliche Anzahl der betroffenen Menschen wieder (was eigentlich gelogen ist, denn nur die betrifft es ja tatsächlich) und so weiter und so fort. Mathematik ist ein Arschloch.
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#4 HyenadykeProfil
  • 02.08.2019, 12:30hKöln
  • Antwort auf #3 von Uwe_R
  • Geh Milch melken!

    Und versuche nicht, hier "mathematisch" beweisen zu wollen, dass es ja nur ganz, ganz wenige Inter* Menschen geben würde.

    Du lieferst die Gründe warum die Zahlen so gering sind ja auch schon mit - um dann zu raunen, die Argumente würden nicht zählen, da "Mathe" oder so...

    Abgesehen davon, dass nicht alle Inter* sich als "divers" eintragen lassen wollen, (und nicht alle, die den "divers" Eintrag haben wollen, inter* sind) sagt die Zahl gar nichts darüber aus, ob das Recht, nicht in die männlich-weiblich Geschlechtsschablone gepresst zu werden den Menschen vorenthalten werden darf.

    Eigentlich ist die Sache doch eindeutig:
    Selbst wenn es nur einen einzigen Menschen betreffen würde, muss dieses Recht zugestanden werden!
    So und nicht andern steht es im BVerfG-Urteil zur dritten Option.
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#5 TheDadProfil
  • 02.08.2019, 20:47hHannover
  • Antwort auf #2 von Anonyma
  • """Ein weiterer Beweis dafür, dass das Gesetz handwerklich einfach nur schlecht ist."

    Kommt drauf an, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Im zuständigen Ministerium ist man sicherlich sehr erfreut darüber, dass die Zahlen so niedrig sind und dass dadurch weitere Anpassungen weniger dringend erscheinen.""..

    Einen Tag nach Inkrafttreten des Gesetzes war die erste Stellen-Anzeige mit dem neuem Kürzel "d" online..

    Hochschulen und Universitäten unterliegen aber der "Länder-Hoheit", denn Bildungspolitik ist Länder-Sache..
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TheDadProfil
  • 02.08.2019, 20:51hHannover
  • Antwort auf #3 von Uwe_R
  • ""Angenommen, diese 5 Studenten besuchen alle eine andere Universität, bedeutet das, dass 5/429 = 1,1% der Universitäten überhaupt mit einer Diversperson zu tun haben. Hm...

    Bei allem Respekt für die Notwendigkeit der Sichtbarkeit von Diverspersonen, so ist der permanente Finger in der Wunde irgendwann nicht mehr hilfreich, sondern kontraproduktiv.""..

    Äh ?

    Und gäbe es in der BRD nur EINEN Menschen der sich nach diesem Gesetz dazu entschlossen hätte den Eintrag "divers" zu wählen, so müßten dennoch ALLE 429 Hochschulen&Universitäten die Möglichkeit anbieten diesen Eintrag auch in die Immatrikulation aufzunehmen !
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#7 Anonyma
  • 02.08.2019, 23:22h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • "Einen Tag nach Inkrafttreten des Gesetzes war die erste Stellen-Anzeige mit dem neuem Kürzel "d" online.."

    Und inzwischen haben wir deutlich mehr Stellenanzeigen mit dem Kürzel "d" als Menschen mit dem korrespondierenden Geschlechtseintrag. Hurra. Welch bahnbrechender Erfolg...

    "Hochschulen und Universitäten unterliegen aber der "Länder-Hoheit", denn Bildungspolitik ist Länder-Sache.."

    Was nichts an der Tatsache ändert, dass das Gesetz, das uns diese geradezu unglaubliche Schwemme diverser Gechlechtseinträge beschert (*hust*), in den Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für innige Heimatwichtelei und Bauruinen fällt. Und dort freut man sich unter Garantie ein schrecklich großes Loch in die weiß-blaue Zipfelmütze über diese schier unglaubliche "Schwemme" diverser Gechlechtseinträge. Der liebe Horst wartet sicherlich schon sehnsüchtig auf die Verleihung des Bundesverdienstbonbons für die erfolgreiche Verteidigung des christlichen Abendlandes vor dem bösen Gender-Gaga.

    Tut mir wirklich leid, aber diese ganze Angelegenheit ist so dermaßen skurril, dass ich mich manchmal des Verdachts nicht erwehren kann, unfreiwillig als Statistin in einer neuen Monthy Python's Komödie gelandet zu sein.
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#8 TheDadProfil
  • 04.08.2019, 12:33hHannover
  • Antwort auf #7 von Anonyma
  • ""Und inzwischen haben wir deutlich mehr Stellenanzeigen mit dem Kürzel "d" als Menschen mit dem korrespondierenden Geschlechtseintrag. Hurra. Welch bahnbrechender Erfolg...""..

    Jepp..

    Ich möchte dann dazu aber mal Deine Auffassung lesen, wenn dies nicht der Fall wäre ?

    Wie war das noch ?
    "..und selbst wenn es nur einen menschen beträfe"..

    Aus der Nummer kommen wir gesellschaftlich nicht heraus..

    ""Was nichts an der Tatsache ändert""..

    Ich teile die Auffassung was den Horst betrifft..
    Nur leider wird der sich nicht entblöden einen solchen Orden dereinst wirklich zu verleihen..
    Einige würdige Preisträger*innen neben der Angela und ihm selbst wüßte man hier dann schon zu nennen..

    Übrigens..
    Man ist niemals unfreiwillig Statist..
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