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Lokalposse

"Freddy Mercury war als Tunte ein genialer Musiker"

Nach einem dümmlich-homophoben Facebook-Post erntete der Neusser CDU-Bürgermeisterkandidat Sebastian Rosen heftigen Widerspruch. Statt zurückzurudern, inszeniert er sich nun als Opfer.


CDU-Stadtrat Sebastian Rosen möchte im kommenden Jahr Bürgermeister von Neuss werden (Bild: CDU Neuss)

Dass die CDU in diesem Jahr zum Berliner CSD erstmals am Konrad-Adenauer-Haus die Regenbogenfahne hisste, haben außerhalb der LGBTI-Community vermutlich nur sehr wenige Menschen mitbekommen. Einer von ihnen ist der bekennend heterosexuelle Neusser CDU-Stadtrat Sebastian Rosen, der 2020 gerne als Bürgermeisterkandidat seiner Partei antreten möchte. Auf seiner Facebookseite teilte er am 27. Juli ein Foto der Pride-Beflaggung, die ihm offensichtlich nicht so ganz behagte.

"Schwule, Lesben und Transgender (Diverse) sind sicher wunderbare Menschen. Der Regenbogen ist ein schönes Symbol", heißt es in Rosens vergifteten Kommentar. "Wir von der CDU kümmern uns aber auch um heterosexuelle Menschen und Familien, die aus Vater (Mann), Mutter (Frau) und Pänz (Mädchen oder Junge) bestehen. Will ich nur noch mal betonen."

Rosens absurde Angst, als heterosexueller Mann in Vergessenheit zu geraten, nur weil an einem Tag an der CDU-Zentrale die Regenbogenfahne weht, verband er mit einem scheinheiligen Bekenntnis zur eigenen Toleranz: "Freddy [sic!] Mercury war als Tunte ein genialer Musiker und Entertainer. Bei den Wagner-Festspielen steht auch eine Transe im Mittelpunkt. König Ludwug [sic!] wird's freuen", heißt es weiter in seinem Post. "Wir werden aber auch die anderen Menschen nicht vergessen. Für all diese hisse ich in pectore die Nüsser Flagge ruut un wiesss! Leben und leben lassen!"

Schwule, Lesben und Transgender (Diverse) sind sicher wunderbare Menschen. Der Regenbogen ist ein schönes Symbol. Wir…

Gepostet von Sebastian Rosen am Samstag, 27. Juli 2019
Facebook / Sebastian Rosen

Attacke gegen CDU-Mitbewerber

Mehrere Facebook-Kommentatoren warfen Rosen daraufhin offene Homophobie vor, vor allem wegen seiner beleidigenden Wortwahl. Der CDU-Bürgermeisterkandidat zeigte sich jedoch nicht nur uneinsichtig (die Bezeichnung von Freddie Mercury als "Tunte" sei "insofern kein Ausrutscher, da sich entsprechende Personen selbst so nennen", antwortete er auf einen Kommentar), sondern inszenierte sich in einem weiteren Facebook-Post sogar als Opfer.

Seinen Konkurrenten um die CDU-Bürgermeisterkandidatur Jan-Philipp Büchler warf er vor, Kameraden seines Schützenzuges zu beleidigenden Kommentaren gegen ihn angestachelt zu haben. Er erwarte eine "klare Distanzierung des Kollegen Büchler und eine Erklärung im Parteivorstand der CDU". Rosen war wegen seines Fahnen-Kommentars von einem anderen User u.a. als "Vollidiot" und "armer Irrer" mit dem "intellektuellen Niveau eines Toastbrots" bezeichnet worden.

Die SPD, die mit Reiner Breuer den amtierenden Neusser Bürgermeister stellt, kommentierte die Ausfälle von Sebastian Rosen eher zurückhaltend. "Ich beneide die CDU nicht um diese billige Imitation von Trump", erklärte SPD-Parteichef Sascha Karbowiak gegenüber der "Westdeutschen Zeitung". Ein indirektes Stöhnen war von den Lesben und Schwulen in der Union zu vernehmen: "Man sieht, wir haben als LSU noch allerhand zu tun", kommentierte der NRW-Landesverband Rosens homophoben Facebook-Post. (mize)



#1 mmmmAnonym
#2 körmetAnonym
  • 04.08.2019, 14:49h
  • So kennen wir die Herrschaften von der CDU und die anderen Kleinbürger im Stammtischnebel - unsensibel und dumm.

    ...und wenn sie mit ihrer Beschränktheit auffallen, zetern sie noch 'rum!
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#3 Ralph
  • 04.08.2019, 14:58h
  • Ich schlage den Mann für den "Andreas-Gaballier-Preis für sexuelle Einfalt" vor.
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#4 PüggyAnonym
  • 04.08.2019, 15:10h
  • Antwort auf #2 von körmet
  • Ich befürchte, das ist weder "unsensibel" noch "dumm". Auch "zetern" solche Populisten nicht.

    Ich befürchte, das ist kalkuliert und bauernschlau. Was rhetorisch folgt, ist die willkommene Möglichkeit, sich einigermaßen unverhohlen rechts zu positionieren, vorerst noch verklausuliert mit Schlagwörtern. Die Schlagringe werden später rausgeholt.

    Dieses Muster ist quer durch die Provinzen Deutschlands zu beaobachten, hier nun in der rheinisch-katholischen Provinz. Bei der letzen Bundestagswahl hat die AfD in Neuss ca. 9 % geholt. Rosen wil offenbar verhindern, dass noch mehr kinderreiche Katholen dorthin abwandern.
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#5 AFD-WatchAnonym
  • 04.08.2019, 15:32h
  • Neuss halt. Der "Parkplatz von Düsseldorf". Eine Stadt im tiefsten Adenauer-Mief, mit einer erzkonservativen CDU, die sich rühmt, das "weltweit größte Schützenfest" zu feiern. Was für eine tolle Leistung. Was für den WDR allerdings soooo wichtig ist, ihn im 3. live zu übertragen, während der Kölner CSD in einer kurzen Zusammenfassung ins Nachtprogramm verschwindet. Wenn man sich seine Postings durchliest fragt man sich, ob er "mausgerutscht" ist, sein Fratzenbuch-Account geknackt wurde, oder ob er einem Björn H. aus dem Osten nacheifern will. Ich weiß schon, warum ich dieser Stadt vor fast 20 Jahren den Rücken gekehrt habe.
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#6 AFD-WatchAnonym
#7 körmetAnonym
#8 LotiAnonym
  • 04.08.2019, 18:41h
  • Antwort auf #6 von AFD-Watch
  • Nee, dieser Hinweis genügt mir. Ich war mit 15 Jahren in einem Don Bosko Heim für Jungmänner in Hagen/Haspe untergebracht. Eine Caritas Einrichtung. Der Heimleiter dort war ein homophober und jähzorniger Mann. Als ans Licht kam, dass ich mit Gleichaltrigen Geschlechtsverkehr hatte, fuhr dieser mich unter Bewachung höchstpersönlich noch am selben Tag ins Erziehungsheim nach Paderborn. Seitdem ist schon alleine das Wort Caritas für mich wie ein rotes Tuch.
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#9 Lottogewinner*inAnonym
#10 LotiAnonym
  • 04.08.2019, 19:23h
  • Antwort auf #9 von Lottogewinner*in
  • Ich übrigens auch schon. Sogar fünf richtige. Nur, was willst Du mir mit solch einer sinnfreien Äußerung sagen? Passt Dir was an mein ehrliches Verhalten hier auf Queer.de nicht, dann schreib es mir. Dann weiß ich wenigstens woran ich bin. Aber nicht mit so. Äußerst billig.
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