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USA

Pornostar "gefeuert", weil er nicht mit HIV-positiven Kollegen drehen wollte

Donte Thick will nicht mit HIV-positiven Darstellern zusammenarbeiten – und steht jetzt erst einmal ohne Studio da.


Donte Thick arbeitete zwei Jahre lang in Dutzenden Produktionen exklusiv für "Next Door Studios", eine der populärsten Pornoseiten der Welt (Bild: Next Door Studios)

Der schwule Pornostar Donte Thick sorgt in der amerikanischen "Adult Entertainment"-Szene für Aufregung, nachdem er vergangene Woche angekündigt hatte, keine Szenen mehr mit HIV-positiven Darstellern drehen zu wollen. Am Donnerstag hatte Thick auf Twitter erklärt: "Ich will mit niemandem arbeiten, der unter oder über der Nachweisgrenze ist. Es wäre sehr nett, wenn man das zur Pflicht macht und auch Pflichttests durchführt. Ich weiß nicht – das erscheint mir einfach klug zu sein."



Der Tweet war die Antwort auf eine Anmerkung von Pornostar Nick Fitt, der sich im Wirtschaftsverband der kalifornischen Pornoindustrie dafür einsetzt, dass die Richtlinien für Tests auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten verschärft werden.

Kritik: Thick stigmatisiert HIV-Positive

Manche Pornokollegen kritisierten Thick für seine Äußerung zu HIV-positiven Darstellern scharf. Sharok ("Raw Construction") erklärte etwa, dass durch "Schutz durch Therapie" und PrEP das Risiko auf eine HIV-Übertragung wissenschaftlich ausgeschlossen werden könne und man HIV-Positive nicht mehr stigmatisieren solle.



Tatsächlich bedeutet "unter der Nachweisgrenze", dass die Viruslast eines HIV-Positiven nicht mehr nachgewiesen werden kann und die betroffene Person auch niemanden mehr mit HIV anstecken kann, selbst wenn auf Kondome verzichtet wird. Dies wird als "Schutz durch Therapie" bezeichnet. Die Wirksamkeit dieser Art von Safer Sex wurde bereits durch mehrere Studien nachgewiesen (queer.de berichtete). In der Regel können Positive durch regelmäßige Einnahme retroviraler Medikamente nach drei bis sechs Monaten ihre Viruslast unter die Nachweisgrenze drücken (queer.de berichtete). Voraussetzung dafür, dass sie weiterhin unter der Nachweisgrenze bleiben, ist die regelmäßige Einnahme der Medikamente.

Thick hatte seit 2017 für Next Door Studios gearbeitet – und dort auch für das Unterlabel "Next Door Raw", in dem die Darsteller keine Kondome verwenden. Seine Szenen tragen ein- oder zweideutige Titel wie "Long & Deep" oder "I Fucked Your Brother". Mit dem inzwischen aus der Industrie ausgestiegenen und zum erbitterten Pornogegner mutierten Markie More drehte er die Bareback-Szene "Raw Realities".

Hat Thick gekündigt oder wurde er gefeuert?

Thicks Arbeitgeber Next Door Studios reagierte prompt auf den Tweet: Das Studio erklärte gegenüber dem Schwulenporno-Blog Str8UpGayPorn, man habe Thick nach zwei Jahren Zusammenarbeit aus seinem Exklusivvertrag entlassen.

Der Darsteller widersprach dieser Version aber energisch: In einem auf Twitter veröffentlichten Video behauptete der 26-Jährige, er habe sich dazu entschieden, nicht mehr für Next Door Studios zu arbeiten. Er wolle aber weiter der Horizontal-Industrie treu bleiben: "Ich werde bisexuelle, heterosexuelle und transsexuelle Pornos drehen", so Thick. (cw)



#1 TimothyAnonym
  • 06.08.2019, 16:50h
  • "Ich will mit niemandem arbeiten, der unter oder über der Nachweisgrenze ist."

    Also will er gar keine Pornos mehr drehen? Alle HIV-Negativen sind per Definition unter der Nachweisgrenze...
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#2 qwertzuiopüAnonym
  • 06.08.2019, 17:54h
  • Entweder er ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, oder es steckt einfach was ganz anderes dahinter. Wer weiß das schon. Auf jedenfall seltsam, wenn bei einem schwulen Pornostar nach zwei Jahren plötzlich solche Berührungsängste auftreten.
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#3 Homonklin44Profil
  • 06.08.2019, 19:01hTauroa Point
  • Nun, ich kenne die Vertragsregeln nicht, aber im Grunde ist es nicht anders, als würde er sich weigern, mit Leuten über 70 zu arbeiten, oder vielleicht mit Leuten, die ne Vorhaut haben.

    Wenn es sogar wissenschaftlich erwiesen ist, dass "unter der Nachweisgrenze" identisch mit HIV-negativ/gesund ist, und die Medikamenteneinnahme proper stattfindet, kann sich der Typ ja nicht hinter irgend einer Angst vor Ansteckung verbarrikadieren.
    Wenn ihm sein Arbeitsvertrag nicht gestattet, sich Mitarbeiter irgendwie auszuwählen, dann diskriminiert er einfach bloß.

    Braucht sich kein HIV'ler deswegen grämen, gibt sicher auch noch werte KollegInnen.
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#4 marcocharlottenburgAnonym
  • 06.08.2019, 19:36h
  • Und was spricht dagegen, dass jemand für sich persönlich entscheidet mit niemandem drehen zu wollen der mit dem HI-Virus infiziert ist, ob nun unter oder über der Nachweisgrenze? Was mich immer stört, dass jeder meint alles in die Welt posaunen zu müssen. Lehnt er halt die entsprechenden Angebote ab und gut wärs.
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#5 niccinicciAnonym
  • 06.08.2019, 19:55h
  • einfach ein dummer mensch. er wird schon mit so vielen menschen sex gehabt haben, die unter oder über der nachweisgrenze liegen.
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#6 DerStephanProfil
  • 07.08.2019, 07:19hNürnberg
  • Niemand kann jemand zum Sex zwingen das ist was intimes und da sollte man immer ja oder nein sagen dürfen.

    Warum hier 4/5 ihn dazu drängen wollen verstehe ich nicht. Aber hier ist ja auch nicht die Wiege der Toleranz.

    Kann seine Entscheidung nachvollziehen und die der Produzenten nicht. Die hätten sicher einen anderen Partner für beide gefunden.
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#7 IronikerAnonym
  • 07.08.2019, 09:34h
  • Antwort auf #6 von DerStephan
  • "Niemand kann jemand zum Sex zwingen das ist was intimes"

    In der Pornobranche? Was Intimes?
    Danke für diesen Lacher am Morgen!

    Übrigens hat das Kerlchen wohl echt nicht besonders viel nachgedacht. Immerhin schreibt er selbst "Idk", also "Ich weiß es nicht." ;-)
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#8 Homonklin44Profil
  • 07.08.2019, 10:06hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von DerStephan
  • Nun ja, das hängt da wohl meist von dem ab, was in seinem Arbeitsvertrag geregelt steht.

    Er könnte ja zum Beispiel keinen hochkriegen bei irgend einem Darsteller, den er total widerlich findet, wo er seine berufliche Routine nicht hinkriegt. Fraglich, ob er damit die Arbeitsbedingungen nicht erfüllt, ob dann einfach ein Kollege ran muss, oder wie die das damit halten.

    Wenn es sowas wäre, hätte man vielleicht ja Verständnis, aber nur, weil Jemand HIV+ in Therapie ist?
    Wissenschaftlich sei doch bewiesen, dass "unter der Nachweisgrenze" dasselbe ist, wie geheilt bzw. gesund = nicht ansteckungsfähig.
    Also es ist gar kein Problem vorhanden, aber er macht eines draus.

    Arbeitstechnisch ist das etwa so, wie zu sagen, ich bin Polizist, aber ich fahr doch nicht Streife! Schon gar nicht im Brennpunktviertel, nee danke.

    Ja, dann sei mal Polizist in der Theater-AG!
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#9 MandalorianAnonym
  • 07.08.2019, 10:20h
  • Schon geile Kommentare hier: "der diskriminiert ja nur", "plötzliche Berührungsängste", "einfach dummer Mensch", "wissenschaftlich"....
    So was kann man online ganz easy raushauen aber ich will euch mal sehen, wenn ihr ohne Gummi mit nem wild fremden stundenlang rumbumsen sollt und ihr wisst, dass der nicht gesund ist.
    Trefft ihr euch mit Typen die online angeben dass sie auf PrEP sind? Gummi nach Absprache? Mein letzter Test war vor 3 Wochen? Wer sagt euch denn, dass die ihre Medizin regelmäßig nehmen? Und mit sunem Test kann man sich auch direkt den Allerwertesten abwischen, schon allein wegen der Dauer bis zur Nachweisbarkeit (und der Infektiosität welche schon vorher eintritt).
    Die Jungs spielen schon in einem besonderen Hochrisikogebiet, wer nur mal ein wenig in die Szene reingeguckt hat und wie sie funktioniert, der weiß das.
    Von daher mag die Ausdrucksweise von ihm vielleicht drastisch sein, die Forderung an sich nach strikten engmaschigen Kontrollen zum Schutz der Darsteller ist auf jeden Fall vollkommen korrekt. Der Industrie dahinter ist es nämlich scheiß egal unter welchen Umständen produziert wird.

    Und den Schutz vor Diskriminierung bei allen Ehren, irgendwo gibt es praktikable Grenzen.
    Das zitieren von wissenschaftlichen Erkenntnissen bringt nichts, wenn sie nicht realitätsnah sind. Es gibt immer Vorraussetzungen für diese Ergebnisse, werden die nicht eingehalten, dann ist das alles nichts wert
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#10 qwertzuiopüAnonym
  • 07.08.2019, 10:32h
  • Niemand darf zu Sex gezwungen werden, auch nicht in der Pornobranche. Das hat hier aber auch kein Mensch geschrieben.

    Es geht doch eher darum, dass seine Entscheidung für die meisten hier keinen Sinn ergibt und darum schwer nachzuvollziehen ist.
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