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Kommentare zu:
Pornostar "gefeuert", weil er nicht mit HIV-positiven Kollegen drehen wollte


#1 TimothyAnonym
  • 06.08.2019, 16:50h
  • "Ich will mit niemandem arbeiten, der unter oder über der Nachweisgrenze ist."

    Also will er gar keine Pornos mehr drehen? Alle HIV-Negativen sind per Definition unter der Nachweisgrenze...
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#2 qwertzuiopüAnonym
  • 06.08.2019, 17:54h
  • Entweder er ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, oder es steckt einfach was ganz anderes dahinter. Wer weiß das schon. Auf jedenfall seltsam, wenn bei einem schwulen Pornostar nach zwei Jahren plötzlich solche Berührungsängste auftreten.
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#3 Homonklin44Profil
  • 06.08.2019, 19:01hTauroa Point
  • Nun, ich kenne die Vertragsregeln nicht, aber im Grunde ist es nicht anders, als würde er sich weigern, mit Leuten über 70 zu arbeiten, oder vielleicht mit Leuten, die ne Vorhaut haben.

    Wenn es sogar wissenschaftlich erwiesen ist, dass "unter der Nachweisgrenze" identisch mit HIV-negativ/gesund ist, und die Medikamenteneinnahme proper stattfindet, kann sich der Typ ja nicht hinter irgend einer Angst vor Ansteckung verbarrikadieren.
    Wenn ihm sein Arbeitsvertrag nicht gestattet, sich Mitarbeiter irgendwie auszuwählen, dann diskriminiert er einfach bloß.

    Braucht sich kein HIV'ler deswegen grämen, gibt sicher auch noch werte KollegInnen.
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#4 marcocharlottenburgAnonym
  • 06.08.2019, 19:36h
  • Und was spricht dagegen, dass jemand für sich persönlich entscheidet mit niemandem drehen zu wollen der mit dem HI-Virus infiziert ist, ob nun unter oder über der Nachweisgrenze? Was mich immer stört, dass jeder meint alles in die Welt posaunen zu müssen. Lehnt er halt die entsprechenden Angebote ab und gut wärs.
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#5 niccinicciAnonym
  • 06.08.2019, 19:55h
  • einfach ein dummer mensch. er wird schon mit so vielen menschen sex gehabt haben, die unter oder über der nachweisgrenze liegen.
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#6 DerStephanProfil
  • 07.08.2019, 07:19hNürnberg
  • Niemand kann jemand zum Sex zwingen das ist was intimes und da sollte man immer ja oder nein sagen dürfen.

    Warum hier 4/5 ihn dazu drängen wollen verstehe ich nicht. Aber hier ist ja auch nicht die Wiege der Toleranz.

    Kann seine Entscheidung nachvollziehen und die der Produzenten nicht. Die hätten sicher einen anderen Partner für beide gefunden.
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#7 IronikerAnonym
  • 07.08.2019, 09:34h
  • Antwort auf #6 von DerStephan
  • "Niemand kann jemand zum Sex zwingen das ist was intimes"

    In der Pornobranche? Was Intimes?
    Danke für diesen Lacher am Morgen!

    Übrigens hat das Kerlchen wohl echt nicht besonders viel nachgedacht. Immerhin schreibt er selbst "Idk", also "Ich weiß es nicht." ;-)
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#8 Homonklin44Profil
  • 07.08.2019, 10:06hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von DerStephan
  • Nun ja, das hängt da wohl meist von dem ab, was in seinem Arbeitsvertrag geregelt steht.

    Er könnte ja zum Beispiel keinen hochkriegen bei irgend einem Darsteller, den er total widerlich findet, wo er seine berufliche Routine nicht hinkriegt. Fraglich, ob er damit die Arbeitsbedingungen nicht erfüllt, ob dann einfach ein Kollege ran muss, oder wie die das damit halten.

    Wenn es sowas wäre, hätte man vielleicht ja Verständnis, aber nur, weil Jemand HIV+ in Therapie ist?
    Wissenschaftlich sei doch bewiesen, dass "unter der Nachweisgrenze" dasselbe ist, wie geheilt bzw. gesund = nicht ansteckungsfähig.
    Also es ist gar kein Problem vorhanden, aber er macht eines draus.

    Arbeitstechnisch ist das etwa so, wie zu sagen, ich bin Polizist, aber ich fahr doch nicht Streife! Schon gar nicht im Brennpunktviertel, nee danke.

    Ja, dann sei mal Polizist in der Theater-AG!
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#9 MandalorianAnonym
  • 07.08.2019, 10:20h
  • Schon geile Kommentare hier: "der diskriminiert ja nur", "plötzliche Berührungsängste", "einfach dummer Mensch", "wissenschaftlich"....
    So was kann man online ganz easy raushauen aber ich will euch mal sehen, wenn ihr ohne Gummi mit nem wild fremden stundenlang rumbumsen sollt und ihr wisst, dass der nicht gesund ist.
    Trefft ihr euch mit Typen die online angeben dass sie auf PrEP sind? Gummi nach Absprache? Mein letzter Test war vor 3 Wochen? Wer sagt euch denn, dass die ihre Medizin regelmäßig nehmen? Und mit sunem Test kann man sich auch direkt den Allerwertesten abwischen, schon allein wegen der Dauer bis zur Nachweisbarkeit (und der Infektiosität welche schon vorher eintritt).
    Die Jungs spielen schon in einem besonderen Hochrisikogebiet, wer nur mal ein wenig in die Szene reingeguckt hat und wie sie funktioniert, der weiß das.
    Von daher mag die Ausdrucksweise von ihm vielleicht drastisch sein, die Forderung an sich nach strikten engmaschigen Kontrollen zum Schutz der Darsteller ist auf jeden Fall vollkommen korrekt. Der Industrie dahinter ist es nämlich scheiß egal unter welchen Umständen produziert wird.

    Und den Schutz vor Diskriminierung bei allen Ehren, irgendwo gibt es praktikable Grenzen.
    Das zitieren von wissenschaftlichen Erkenntnissen bringt nichts, wenn sie nicht realitätsnah sind. Es gibt immer Vorraussetzungen für diese Ergebnisse, werden die nicht eingehalten, dann ist das alles nichts wert
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#10 qwertzuiopüAnonym
  • 07.08.2019, 10:32h
  • Niemand darf zu Sex gezwungen werden, auch nicht in der Pornobranche. Das hat hier aber auch kein Mensch geschrieben.

    Es geht doch eher darum, dass seine Entscheidung für die meisten hier keinen Sinn ergibt und darum schwer nachzuvollziehen ist.
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#11 OjeeeAnonym
  • 07.08.2019, 10:32h
  • Die Antworten hier und auf Facebook sind unterirdisch: zunächst steht die sexuelle Selbstbestimmung VOR Eurer Empörung.
    Punkt.
    - Ja, man kann sich nicht anstecken, WENN der Positive seine Medikamente nimmt. Es ist bekannt, dass in der Branche viele Drogen nehmen und unter Depressionen leiden. Wer garantiert, dass sie dann ihre Medikamente regelmäßig nehmen?
    - Ja, er könnte PREP nehmen. Aber auch das ist seine persönliche Entscheidung. Wer möchte einem anderen Menschen bitte vorschreiben, dass er Medikamente mit nicht abschätzbaren Nebenwirkungen zu nehmen hat? Langzeitstudien gibt es nicht. Was ist mit Resistenzen?
    - Ja, warum ist er überhaupt in dem Job? Keine Ahnung. Aber mit der Entscheidung hat er vor einigen Jahren nicht seine Selbstbestimmung aufgegeben.
    Ob euch das passt oder nicht.
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#12 DerGamaAnonym
  • 07.08.2019, 10:46h
  • Sehr schizophrene Denkweise, erst Zwangstests fordern um dann diskriminieren zu können...

    Wie wäre es denn mal andersherum: Nicht diskriminieren, so dass alle ohne Angst vor Ablehnung freiwillig einen Test machen können?

    Ein Pornodarsteller muss keine Aufklärungsarbeit leisten, aber zumindest sollte er sie nicht aktiv torpedieren. U=U/N=N ist nun mal erwiesen und ermöglicht ohne Zweifel, dass auch Positive Sex ohne Kondom haben können ohne andere mit Hiv zu infizieren.
    PrEP ist die andere sichere Möglichkeit sich auch ohne Kondom vor Hiv zu schützen.

    Das heiß definitiv nicht, dass jemand zum Sex gezwungen werden soll, aber mit der Realität darf man auch einen Pornodarsteller konfrontieren.
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#13 David JacobAnonym
#14 Ehrliche HautAnonym
  • 07.08.2019, 15:26h
  • Antwort auf #9 von Mandalorian
  • "Trefft ihr euch mit Typen die online angeben dass sie auf PrEP sind? Gummi nach Absprache? Mein letzter Test war vor 3 Wochen? "

    Ja natürlich tue ich das.
    Warum auch nicht.
    1. Bin ich ganz ALLEINE für meinen Schutz zuständig
    und
    2. klingt das doch ehrlicher, als die Typen die behaupten NUR mit Gummi zu vögeln

    Ausserdem schützt jemand der die PrEP nimmt sich selbst vor Ansteckung.
    Ob jemand die PrEP regelmässug nimmt oder nicht, hat für sein Gegenüber keine Bedeutung.
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#15 DerGamaAnonym
  • 07.08.2019, 16:12h
  • Antwort auf #11 von Ojeee
  • Niemand spricht die sexuelle Selbstbestimmung ab. Das ist aber ganz individuell. Aber einfach zu sagen, dass man pauschal Menschen ablehnt, ist halt diskriminierend. Und in dem Zusammenhang ist es vor allem auch verkürzend und damit falsch, weil Hiv Positive unter der Nachweisgrenze gar nicht infektiös sind!

    Warum ist für dich das Szenario vorstellbarer, das ein Positiver seine Medikamente nicht nimmt? Versetz dich doch mal selbst hypotetisch in die Situation: Du nimmst die Medikamente nicht, dann verbleibt dir eine überschaubare Lebensspanne oder du nimmst regelmäßig (meist eine) Tablette(n) und hast eine normale Lebenserwartung? Würdest du nicht schon zum Selbstschutz die Medikamente einnehmen?
    Zudem wird eine Therapie engmaschig kontrolliert.

    Das Medikament, dass am häufigsten für die PrEP eingsetzt wird (und Generika), ist seit über 10 Jahren auf dem Markt und wird von Menschen mit und ohne Hiv eingenommen. Die Nebenwirkungen sind inzwischen sehr bekannt. Sicher bleibt es eine individuelle Entscheidung, aber die Möglichkeit besteht und sollte auch nicht verschwiegen werden.
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#16 OjeeeAnonym
  • 07.08.2019, 18:21h
  • Antwort auf #15 von DerGama
  • "Warum ist für dich das Szenario vorstellbarer, das ein Positiver seine Medikamente nicht nimmt?"

    VorstellbarER? Verstehe ich nicht.
    Für mich ist weder das eine noch das andere vorstellbarER. Aber ich überblicke einfach ein breiteres Spektrum, wie mir scheint.
    Es gab und gibt Fälle, in denen Leute wissend andere angesteckt haben.
    Warum das so ist? Warum Leute ihre Medikamente nicht nehmen? Warum Menschen zu Ansteck-Partys gehen? Warum es Pozzing gibt?
    Keine Ahnung! Aber es gibt es!

    ICH persönlich würde keinen Positiven unter der Nachweisgrenze ausschließen. Aber auf das Gummi würde ich bei einem ONS im Leben nicht verzichten.
    Daher verdamme ich auch nicht die höchstpersönliche Entscheidung dieses Menschen.

    "Das Medikament, dass am häufigsten für die PrEP eingsetzt wird (und Generika), ist seit über 10 Jahren auf dem Markt und wird von Menschen mit und ohne Hiv eingenommen. Die Nebenwirkungen sind inzwischen sehr bekannt. Sicher bleibt es eine individuelle Entscheidung, aber die Möglichkeit besteht und sollte auch nicht verschwiegen werden."

    Knochen- und Nierenschäden sind zum Beispiel möglich. Das sollte auch nicht verschwiegen werden. Und noch mal: was ist mit Resistenzen?

    Du schreibst, es ist eine individuelle Entscheidung. Ja. Und der Typ hier hat wohl für sich entschieden, KEIN Medikament und eventuelle Spätfolgen in Kauf zu nehmen. Deal with it. Auch wenn Dir seine Meinung nicht gefällt.
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#17 TheDadProfil
  • 07.08.2019, 22:36hHannover
  • Antwort auf #6 von DerStephan
  • ""Niemand kann jemand zum Sex zwingen das ist was intimes und da sollte man immer ja oder nein sagen dürfen.

    Warum hier 4/5 ihn dazu drängen wollen verstehe ich nicht. Aber hier ist ja auch nicht die Wiege der Toleranz.""..

    Ein "4/5tel" auszumachen ist im Post nr.#6 deutlich zu früh..
    "Aussagekräftig" werden "Studien nämlich erst nach 1036 Befragungen..

    Übrigens kann der tun und lassen wozu ihm beliebt..

    Das Öffentlich machen seiner "Entscheidung" ist aber eine völlig andere Nummer, und folgt damit einer anderen Strategie, und mindestens eigenen wirtschaftlichen Interessen..

    Würde er es wirklich ernst meinen, so meine Auffassung dazu, dann hätte er sich einfach still&leise aus diesem Business verabschiedet, ohne ein solches "mediales Ereignis" daraus zu stricken..
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#18 Homonklin44Profil
  • 08.08.2019, 14:54hTauroa Point
  • Nun ja, man hätte halt erwarten mögen, dass die sich gerade in der Branche routiniert häufiger durchchecken lassen und etwa Medikamenteneinnahme-Unregelmäßigkeit dabei schnell erkennbar würde.

    Gibts da kein gegenseitiges Verantwortungsgefühl?

    Das so genannte 'Pozzing', unddarum kursierende Ansteck-Parties, davon wurde mir nun verschiedentlich erzählt. Mein Gehirn ist dafür zu klein, ich begreife es einfach nicht.
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#19 DerGamaAnonym
  • 08.08.2019, 15:07h
  • Antwort auf #16 von Ojeee
  • "VorstellbarER? Verstehe ich nicht."
    Nun, du hast geschrieben: "Ja, man kann sich nicht anstecken, WENN der Positive seine Medikamente nimmt." und unterstellst damit , dass Hiv Positive Menschen bewusst nicht ihre Medikamente nehmen. Bei der Fixierung auf "WENN" ist das für dich offenkundig vorstellbarer als die Realität.

    Dein angebliches "breiteres Spektrum" ist auch kein Debattenbreitrag, sondern pure Panikmache und geht zudem am Thema vorbei. Zur Erinnerung: Der Kern des Artikels war ein Pornodarsteller, der Zwangstests für alle Kollegen fordert, weil er sich nicht mit Hiv beschäftigen möchte und ausblendet, dass Hiv Positive unter der Nachweisgrenze nicht ansteckend sind.

    "Aber auf das Gummi würde ich bei einem ONS im Leben nicht verzichten."
    Das ist ja auch legitim und du weist dich ja auch offenbar zu schützen. Wichtig ist dabei nur zu wissen, dass auch Kondome keinen absoluten Schutz bieten. Das hat auch nichts mit verdammen zu tun. Dennoch ist der Hinweis, das Schutz durch Therapie eine mindestens gleichwertige Präventionsmaßnahme ist, nicht verkehrt. Und schon gar nicht verdammend...

    "Knochen- und Nierenschäden sind zum Beispiel möglich."
    Ja, das sind mögliche Nebenwirkungen. Deshalb wird die PrEP auch nicht im Supermarkt neben den Nahrungsergänzungsmitteln verkauft, sondern wird von Ärzten verschrieben, die auch genau kontrollieren ob es zu den Nebenwirkungen kommt.

    "Und noch mal: was ist mit Resistenzen?"
    Ja, was ist damit?

    "Und der Typ hier hat wohl für sich entschieden, KEIN Medikament und eventuelle Spätfolgen in Kauf zu nehmen."
    Es sind keine Spätfolgen, sondern Nebenwirkungen. Der Unterschied ist: Nebenwirkungen sind feststellbar und man kann darauf reagieren indem man das Medikament nicht weiter nutzt. Aber ob überhaupt Nebenwirkungen eintreten ist ja gar nicht sicher, sondern nur eine Möglichkeit. Ein einfacher, zusätzlicher Schutz wäre damit jedenfalls gegeben.

    "Deal with it. Auch wenn Dir seine Meinung nicht gefällt."
    Mache ich, dennoch kann ich trotzdem ergänzende Informationen geben.
    Und nochmal, er muss Hiv Positiven unter der Nachweisgrenze kein Arbeitsverbot für deine Branche aussprechen!
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#20 Andy AndyAnonym
  • 08.08.2019, 15:50h
  • Hallo,
    Ich war damals dabei als man noch wegen HIV stigmatisiert würde, viele Freunde starben. Ich war gesund und hatte HIV nicht bekommen, wie kann man herunter spielen das HIV immer noch eine Potentielle tötliche Krankheit ist, die Tabletten können auch töten, und wenn die nicht mehr Wirken weil sich das Virus angepasst hat, kann es sehr schnell gehen. Es ist toll das es was gibt, aber ob man sich selber freiwillig anstecken lassen möchte? Es gibt immer noch viel HIV Tote, trotz Medis, weil sie eben nicht bei jedem Wirken, Es ist doch kein Schnupfen. Also ich verstehe nicht wieso hier alle HIV so Runterspielen, .....
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#21 SchlüssigAnonym
  • 08.08.2019, 18:32h
  • Antwort auf #18 von Homonklin44
  • "Das so genannte 'Pozzing', unddarum kursierende Ansteck-Parties, davon wurde mir nun verschiedentlich erzählt."

    Der Hauptgrund für diese Parties war und ist, dass bei betroffenen MSM ohne Kondomakzeptanz ( wertfrei ) kondomfreier Sex in serokonkordanten Gruppen als stressfreier empfunden wird.
    Sind die Betroffenen erst einmal HIV Positiv fällt der Druck und die ständige Sorge ab.
    Die HAART Therapieerfolge taten und tun ihr Übriges.
    Auch hier wird die Nutzung von PrEP im Übrigen Druck von den Betroffenen nehmen können, nur eben ohne absichtliche Ansteckung.
    Aus seuchenpolitischer Sicht ist es natürlich essentiell, die Zahll der Neuinfektionen zu vermindern, möglichst bis zur Elimination des Virus in der Population.
    Mit Kondomen alleine ist das definitiv nicht zu schaffen.
    Therapie als Schutz und PrEP sind ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.
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#22 SchlüssigAnonym
  • 08.08.2019, 18:50h
  • Antwort auf #20 von Andy Andy
  • Ich bitte inständig darum, von dieser Art Halbwahrheiten wie "wenn die Tabletten nicht mehr wirken, weil die Viren sich angepasst haben, kann es sehr schnell gehen", Abstand zu nehmen.
    1. Viren können sich nur "anpassen" wenn sie replizieren.
    Bei VL unter der Nachweisgrenze findet so gut wie keine Replikation mehr statt.
    Beinahe ausschließlich bei mangelnder Compliance , sprich unregelmäßiger Einnahme der HAART, kommt es zu erhöhter Replikation und damit zur Gefahr von Resistenzen.
    Kenne viele Patienten mit mittlerweile deutlich über 15 Jahren ohne Regimechange
    2. Selbst bei auftretenden Resistenzen gibt es heutzutage ein enormes Spektrum an verschiedenen Therapeutika.

    HIV ist nicht zu verharmlosen aber FALSCHINFORMATION verunsichert.
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#23 KuchlingAnonym
  • 08.08.2019, 23:06h
  • Antwort auf #19 von DerGama
  • Zitat: Nun, du hast geschrieben: "Ja, man kann sich nicht anstecken, WENN der Positive seine Medikamente nimmt." und unterstellst damit , dass Hiv Positive Menschen bewusst nicht ihre Medikamente nehmen. Bei der Fixierung auf "WENN" ist das für dich offenkundig vorstellbarer als die Realität.

    Ich arbeite in einem MVZ mit Schwerpunkt Geschlechtskrankheiten. Und ja, es gibt Patienten, die ihre Medikamente bewusst nicht nehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der häufigste Grund sind die Nebenwirkungen der Medikamente. Es stimmt, dass die heutigen Medikamente insgesamt wenig Nebenwirkungen habe. Aber Durchfälle, Verlust des Fettgewebes, Übelkeit, psychotische Träume, Nirenschäden, Leberschäden (nur um ein Paar zu nennen), das gehört heute immer noch dazu (natürlich je nach Regime und Person unterschiedlich oft und unterschiedlich stark). Die Menschen wollen sich dann auch mal eine Pause von den Nebenwirkungen gönnen. Ist vielleicht nicht das Klügste im Bezug auf ihre HIV-Infektion, aber aus Sicht des Patienten kann ich das z.T. gut nachvollziehen. Und man muss die Pillen halt wirklich jeden Tag einnehmen (ja nach Regime auch mehrmals täglich) und auch wenn es mit den modernen Therapien besser geworden ist, muss man manche Pillen mit den Mahlzeiten einnehmen, manche besser auch nüchternen Magen. Und dann sind es in der Regel mindestens zwei Pillen (die auch nicht unbedingt klein sind) + die Pillen gegen die Nebenwirkungen, die eingenommen werden müssen. Das erfordert viel Disziplin und einen strickt geregelten Tagesablauf. Auch davon wollen einige Patienten einfach mal eine Pause haben und hören auf ihre Medikamente zu nehmen. Also ja, es gibt HIV positive, die zumindest zeitweise ganz bewusst auf ihre Medikamente verzichten.

    Und ja, wenn man "unter der Nachweisgrenze ist", dann ist man im Allgemeinen nicht ansteckend. Aber wie oft wird das den getestet? In Dt. alle 3 Monate, wenn man in einem guten Zentrum behandelt wird. Aber in 3 Monaten kann viel passieren. Und es gibt Resistenzen. Ich sehe solche Patienten immer wieder. Über Jahre sind sie unter der Nachweisgrenze und plötzlich schießt die Viruslast in die Höhe. Und bei der Resistenztestung finden wir dann die bekannten Resistenzmutationen. Nur weil man beim letzten Test unter der Nachweisgrenze war, muss man es einen Monat später nicht immer noch sein. Das ist leider so.
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#24 TheDadProfil
  • 09.08.2019, 09:39hHannover
  • Antwort auf #20 von Andy Andy
  • ""Es gibt immer noch viel HIV Tote, trotz Medis, weil sie eben nicht bei jedem Wirken,""..

    Das ist eine "zu einfache Wahrheit"..
    Denn ob Medikamente "bei jedem wirken" ist gar nicht die Frage..
    Die Frage die sich hier stellt lautet dann nämlich sehr viel häufiger :
    Wann wird die Infektion festgestellt, und wann setzt dann eine Therapie ein ?
    Verbunden mit der Frage :
    Wie lange liegt die Infektion unbehandelt vor ?

    Vor 20 Jahren begann man mit einer Therapie erst wenn die T-4-Zellen unter den Wert von "400" gefallen waren..
    Heute weiß man :
    Je früher therapiert, desto weniger Spätfolgen zeitigt das Virus selbst, denn ein geschwächtes Immunsystem wieder aufzubauen ist deutlich schwieriger, als ein einigermaßen stabiles Immunsystem zu erhalten..

    ""die Tabletten können auch töten, und wenn die nicht mehr Wirken weil sich das Virus angepasst hat, kann es sehr schnell gehen.""..

    Das spielt wieder auf eine Möglichkeit an, die hier immer wieder als "Resistenz" durch die Foren geistert..

    Solche "Einschränkungen der Wirkung" sind bei Truvada und Co schon seit mehr als 20 Jahren nicht eingetreten, denn diese Wirkstoffgruppe wirkt vollständig anders als die frühen AIDS-Medikamente, die das Virus am "einnisten" in die Wirtszellen hinderten sollten, währen die heutige Therapie das Virus an der Vermehrung hindert..

    ""Also ich verstehe nicht wieso hier alle HIV so Runterspielen, .....""..

    Es ist eingetreten was schon vor über 30 Jahren prophezeit wurde :

    HIV ist eine sehr gut behandelbare Infektion geworden, die wie viele andere Infektionen auch, bei guter Behandlung die Lebenserwartung nicht mehr beeinträchtigt..
    HIV ist chronisch, aber nicht mehr über den Ausbruch von AIDS tödlich, denn AIDS als Folge einer HIV-Infektion tritt fast gar nicht mehr auf..

    Dort wo AIDS dann auftritt handelt es sich beinahe immer um unbehandelte HIV-Positive Menschen, die um ihre Infektion NICHT WISSEN, und sich deshalb außerhalb einer HIV-Therapie befinden..
    Oder auch um Menschen die zusätzlich zu HIV andere Infektionen oder Krankheiten entwickeln
    (wie hunderttausend andere Menschen auch), die dann die Therapie von HIV "aushebeln" und/oder wirkungslos machen können..
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#25 SchlüssigAnonym
  • 09.08.2019, 13:16h
  • Antwort auf #23 von Kuchling
  • Und wieder bleibt mir nichts anderes übrig, als einige Punkte richtig zustellen, bzw den Betrachtungswinkel zu justieren.

    "Und ja, es gibt Patienten, die ihre Medikamente bewusst nicht nehmen."

    Diese Patienten sind heute die Ausnahme und nicht die Regel.
    Therapiepausen sind sogar mal in der HIV Medizin, als möglicherweise sinnvoll, diskutiert und in Studien getestet worden, eben wegen der früher starken Nebenwirkungen.
    Diese Therapiepausen wurden aber schnell verworfen, da sich der Zustand der Patienten verschlechtert hatte und Resistenzen auftraten.

    "sind es in der Regel mindestens zwei Pillen"

    Bei modernen HIV Medikamenten besteht das Regime in der Regel heute aus EINER Tablette EINMAL täglich.

    "Durchfälle, Verlust des Fettgewebes, Übelkeit, psychotische Träume, Nirenschäden, Leberschäden (nur um ein Paar zu nennen), das gehört heute immer noch dazu."

    Dass es durchaus Nebenwirkungen ( auch der oben beschriebenen Art ) geben kann ist unstrittig.
    Zum Glück gibt es aber heute beinahe unzählige verschiedene Kombinationen von HAART, die in der jeweiligen Spezialpraxis mit dem Patienten sorgfältig, gerade auch nach persönlichen Bedürfnissen und Umständen ausgewählt und nötigenfalls auch getauscht werden.

    "Das erfordert viel Disziplin und einen strickt geregelten Tagesablauf"

    Jeder insulinpflichtige Diabetiker hat einen deutlich strikter geregelten Tagesablauf.

    "Und ja, wenn man "unter der Nachweisgrenze ist", dann ist man im Allgemeinen nicht ansteckend"

    Unter der Nachweisgrenze ist man nicht nur im Allgemeinen sonder einfach NICHT ansteckend.

    "Aber wie oft wird das den getestet? In Dt. alle 3 Monate, wenn man in einem guten Zentrum behandelt wird."

    Das 3-Monatsrezept gibt es in seriösen Praxen nur nach Testung.
    Bei Bedarf wird sogar häufiger getestet.

    "Und bei der Resistenztestung finden wir dann die bekannten Resistenzmutationen"

    Grund ist fast immer mangelnde Compliance, und zwar nicht weil bewusst abgesetzt, sondern verschludert worden ist.
    Meiner Erfahrung nach hat das Complianceprobleme aber in den letzten Jahren deutlich abgenommen, was eben auch an den o.g. Verbesserungen/ Vereinfachungen der Therapie liegt.
    Sehr vorteilhaft ist natürlich wenn, beispielsweise in Partnerschaften, die Therapietreue immer von 4 Augen überwacht wird.
    Aber selbstverständlich ist und bleibt mangelnde Compliance eine Problematik die man nicht aus den Augen verlieren darf, keine Frage.

    Daher gilt ganz abschließend, natürlich auch gerade bezugnehmend auf den hier besprochenen Fall in der Pornobranche:
    Wer als HIV Negativer Sex ohne Kondom praktiziert, kann die Verantwortung für eventuelle Ansteckungen nicht dem Partner überlassen.
    weder einem HIV+ Partner noch sonst wem, sondern muss sich selbst schützen.
    Z.B. eben mit PrEP.
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#26 SchlüssigAnonym
  • 09.08.2019, 13:22h
  • Antwort auf #24 von TheDad
  • Dein Beitrag ist weitgehend korrekt aber

    "Solche "Einschränkungen der Wirkung" sind bei Truvada und Co schon seit mehr als 20 Jahren nicht eingetreten,"

    muss ich der Fairness halber korrigieren .

    Selbstverständlich gibt es Resistenten gegen
    Tenofovir , Emtricitabin ( Truvada ) und Efavirenz ( Sustiva ) etc.

    Aber sie sind sehr selten....wenn die Compliance stimmt.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #24 springen »
#27 TheDadProfil
  • 10.08.2019, 08:00hHannover
  • Antwort auf #26 von Schlüssig
  • ""Selbstverständlich gibt es Resistenten gegen
    Tenofovir , Emtricitabin ( Truvada ) und Efavirenz ( Sustiva ) etc.""..

    Der Begriff "Resistenz" ist hier mehr als nur einfach falsch, denn eine
    ""individuelle Patienten-bezogene Unverträglichkeit des Therapeutikums""
    hat mit dem was "Resisitenz" in der Medizinischen Fachsprache beschreibt absolut nichts zu tun..

    Und auch nicht mit dem was hier immer wieder von selbsternannten "Kritikern" angesprochen werden will wenn es um PrEP geht, die hier nämlich den Eindruck erwecken wollen, eine solche "Resistenz" würde dazu führen die zukünftige Behandlung von anderen Betroffenen mit diesen Medikamenten zu verhindern, oder zu verunmöglichen, grad so wie man es aus der Therapie mit Antibiotika gegen so genannte "Super-Bakterien" in den Kliniken durch die Presse geistert..

    Deshalb hat dann der Begriff "Resistenz" in einem solchen auch als Information für Andere gedachten Thread nichts zu suchen..

    Wer sich wirklich Sorgen darum macht welche Konsequenzen eine Therapie haben kann, der beschäftigt sich damit auf anderen Wegen, am Bestem über eine ausführliche Beratung in einer AIDS-Hilfe oder den Gesundheitsämtern..
    Die Beratungen sind KOSTENLOS und Anonym zu erhalten..

    Gleiches gilt für die PrEP..
    Wer sich damit auseinandersetzen will, weil es für ihn vielleicht in Frage kommen könnte, der soll sich nicht durch derlei unsinnige Diskussionen irre machen lassen, sondern den Weg zu seinem behandelndem Arzt gehen, oder eben zu den AIDS-Hilfen und Gesundheitsämtern..

    Was für die Safer-Sex-Strategien die es Heute gibt eindeutig Gift ist, sind die vielen Leute, die ihr zum Teil gefährliches Halb-Wissen als "wissenschaftlich basiert" in die Foren ablassen, und sich als "Mahner" gerieren, ohne auch nur annähernd zu wissen worüber sie dort schreiben, wenn sie immer wieder den Unfug des
    "nur kondome sind sicher"
    oder ähnlichen Blödsinn hier einstellen..

    Es nervt einfach, denn es trägt IMMER NOCH zu einer Stigmatisierung von HIV+Menschen bei..

    Zusätzlich dann noch ein ausdrückliches Danke für Deine hier eingestellten Ergänzungen..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #26 springen »
#28 Onkel TomAnonym

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