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Positionspapier

FDP will Leihmutterschaften und Embryonenspenden ermöglichen

Die Gesundheitsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Katrin Helling-Plahr, fordert nach zwei Jahren Ehe für alle ein "Update" von Familien-, Abstammungs- und Adoptionsrecht.


Leihmutterschaft soll nach dem Willen der Liberalen legalisiert werden – aber nur wenn dabei kein Geld fließt (Bild: MissMessie / flickr)

Die FDP will Embryonenspenden und Leihmutterschaften in Deutschland legalisieren. Zudem sollten künftig bis zu vier Personen rechtlich Verantwortung für ein Kind übernehmen dürfen, sagte die Gesundheitsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Katrin Helling-Plahr, dem Berliner "Tagesspiegel" vom Montag. Die deutsche Politik sei in diesen Bereichen im Vergleich zu anderen Ländern "viel zu zögerlich".

Leihmutterschaften gegen Bezahlung sollten aber weiter verboten bleiben, sagte die Liberale. Aus "rein altruistischen Motiven" sollten sie aber erlaubt werden. "Wenn beispielsweise eine Frau ein Kind für ihre Schwester oder ihre beste Freundin austragen möchte, weil diese sich zwar ein Kind wünscht, aber selbst keines bekommen kann, wollen wir das ermöglichen."


Die Rechtsanwältin Katrin Helling-Plahr ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Recht müsse "gesellschaftliche Wirklichkeit zur Kenntnis" nehmen

Zudem sollten Eizell- und Embryonenspenden ermöglicht werden. "Das Embryonenschutzgesetz ist von gestern und muss reformiert werden", sagte Helling-Plahr.

Des weiteren brauche das Abstammungs- und Adoptionsrecht nach den Beschlüssen zur Ehe für alle "dringend ein Update", forderte die Fachpolitikerin. "Wir fordern eine Reform, die endlich die gesellschaftliche Wirklichkeit zur Kenntnis nimmt." Dazu gehöre, dass künftig bis zu vier Personen rechtlich für ein Kind verantwortlich sein können.

Auch sollten Kinderwunsch-Behandlungen künftig besser bezuschusst werden. "Jeder, der Verantwortung für ein Kind übernehmen möchte, hat die Unterstützung seines Kinderwunsches verdient – unabhängig davon, ob er ein klassisches Familienbild lebt oder nicht", heißt es laut "Tagesspiegel" in einem siebenseitigen Positionspapier, mit dem Helling-Plahr die Reformen voranbringen möchte. (cw/AFP)

Wöchentliche Umfrage

» Sollte Leihmutterschaft in Deutschland legalisiert werden?
    Ergebnis der Umfrage vom 12.08.2019 bis 19.08.2019


#1 TimonAnonym
  • 12.08.2019, 09:55h
  • Nichts neues:
    In der Opposition fordert die FDP das Blaue vom Himmel. Was davon in Regierungsverantwortung übrig bleibt, hat die FDP uns oft genug bewiesen.
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#2 Alexander_FAnonym
#3 Alexander_FAnonym
  • 12.08.2019, 14:11h
  • Es ist jedenfalls doch erfreulich, zu sehen, dass wenigstens eine Partei einmal eine Position äußert, die nicht mit den Positionen der zwei inoffiziellen Wächterräte (EKD und RK) übereinstimmt. Von der längst weitestgehend klerikalisierten Linken kann man das ja nicht erwarten.
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#4 TheDadProfil
  • 12.08.2019, 17:20hHannover
  • Antwort auf #1 von Timon
  • ""Was davon in Regierungsverantwortung übrig bleibt, hat die FDP uns oft genug bewiesen.""..

    Deshalb muß man die Ideen der FDP umsetzen so lange sie noch in der Opposition sind..
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#5 Patroklos
  • 13.08.2019, 09:16h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Ich hätte von den Grünen und den Linken erwartet, daß sie die Leihmutterschaft legalisieren, aber nun hat die FDP das ins Spiel gebracht und das ist auch gut so. Wäre die SPD derzeit nicht zu sehr mit sich selbst beschäftigt, hätte dieser Vorschlag auch von ihr kommen können!
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#6 TheDadProfil
  • 13.08.2019, 09:45hHannover
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • ""Ich hätte von den Grünen und den Linken erwartet, daß sie die Leihmutterschaft legalisieren, aber nun hat die FDP das ins Spiel gebracht und das ist auch gut so.""..

    Frei nach dem Motto
    "wenn grüne und linke das fordern, ist es zwar erwartbar, aber für mich nicht zu unterstützen, erst jetzt wo die fdp das ins spiel bringt, bin ich feuer&flamme"..

    Was vor allem einfach missachtet daß sowohl die vorhandenen Vorschläge von Links und Grün als auch der Vorschlag der FDP unter der Regierung einer GroKo KEINE Chance auf Umsetzung haben..

    Von einer "Legalisierung der Leihmutterschaft" kann dann auch gar nicht gesprochen werden, denn der Vorschlag der FDP ist so eine Art "Paragraph 2018" für Arme, denn er legalisierte die Leihmutterschaft eben NICHT GENERELL, sondern nur unter ganz bestimmten, eng gefassten Voraussetzungen..

    Die FDP spricht hier auch erwartbar nur über "familiäre Bande" von "Schwestern-Hilfe", und höchstens noch über "Schwägerinnen"..

    Das Frauen sich gar für "Schwule Freunde" hergeben und die Leihmutter sein könnten, kommt im Grunde genommen in dem Vorschlag nicht wirklich vor..

    Wer Leihmutterschaft aber wirklich "legalisiert", der macht sie FÜR ALLE die das wollen verfügbar, und nicht nur "innerhalb" von Familien, um sie dann zu einem "weiterem Teil" der Reproduktionsmedizin auf Krankenschein zu machen, während sie für andere Familien-Formen weiterhin verschlossen bleiben wird..
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#7 Michael KauchAnonym
#8 TheDadProfil
  • 15.08.2019, 09:37hHannover
  • Antwort auf #7 von Michael Kauch
  • ""Der Beschluss des Bundesparteitags der FDP umfasst alle Formen nicht-kommerzieller Leihmutterschaft. Im Interview gibt Katrin Helling-Plahr lediglich Beispiele.""..

    Das ist eine wundervolle Einwendung auf Fragen die gar nicht gestellt wurden..

    Zumal es sich bei einem notwendigem "Update" des
    "Familien-, Abstammungs- und Adoptionsrechtes"
    um eine Mogelpackung handelt, denn das Abstammungsrecht befindet sich seit Jahren in den Händen einer von der Regierung Merkel gegründeten "Experten-Kommission", auf deren Ergebnisse man ja schon seit Jahren wartet..

    Auch wird hier eine Antwort auf eine Frage gegeben, die noch gar nicht abschließend diskutiert wurde, denn ob man "kommerzielle Leihmutterschaften" überhaupt verbieten kann, ist gar nicht geklärt, und auch noch nicht begründet, wie man dem in der Internationalen Situation begegnen will..

    Mensch ist..
    Wenn Mensch aber ist, dann muß man auch diesen Kindern einen rechtlichen Status zusprechen, den dieser Mensch innerhalb der BRD einnehmen kann..

    Allein die Diskussion darüber wird immer wieder mit dem Hinweis
    "wir wollen das nicht"
    vermieden und auch verhindert..
    Eine solche Diskussion ist aber nicht "alleiniges Terrain" einer Partei wie der FDP, oder eine Kommission die zu entscheiden hätte was man als Gesetzes-Vorschlag einbringen könnte, sie muß Teil einer gesellschaftlichen Diskussion sein, die seit Jahren von eben diesen Kommissionen und Parteien verhindert wird..

    Verhindert man diese Diskussion hat man am Ende ein Gesetz welches den Bürger gängelt und unterdrückt..
    Gesetze haben dem Bürger zu dienen, und das wird von den Parteien nach wie vor einfach ignoriert, denn sie wähnen sich über den Abgeordneten-Status ihre Mitglieder in Land und Bund im "Allein-Besitz" einer Deutungshoheit über den Bürger-Willen..

    In all diesen Jahren in denen die Diskussion trotz des Widerstandes der Parteien in Randbereichen der Gesellschaft geführt wird, wurde die Frage niemals ausreichend geklärt, warum man "kommerzielle Leihmutterschaften" eigentlich verbieten will, noch hat man geklärt was genau dann "kommerziell" in diesem Sinne ist..

    Wenn denn dann ein Beschluß er FDP
    ""alle Formen nicht-kommerzieller Leihmutterschaft""
    umfasste, dann ist das zwar anders, als ich es dort erlesen habe, und insofern muß ich mich dort revidieren..
    Aber es ist auch immer noch nur eine "Teil-Antwort" auf gestellte Fragen..
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