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Sat.1-Show

Homophobie bei "Promi Big Brother"

Noch immer werden im deutschen Realityfernsehen Bezeichnungen für Homosexuelle als Schimpfwort verwendet. Das neueste Beispiel lieferte ein TV-Detektiv.


Jürgen Trovato will es sich nicht nehmen lassen, über "schwule Scheiße" zu lästern (Bild: Screenshot Sat.1)

"Promi Big Brother" sorgt mit Homophobie für Negativschlagzeilen. Ausgerechnet in einem Format, das mit Jochen Schropp von einem Schwulen co-moderiert wird, darf sich ein Kandidat offen mit homophoben Sprüchen präsentieren. Jürgen Trovato, der von 2011 bis 2017 in der Pseudo-Dokushow "Die Trovatos – Detektive decken auf" seine "Qualitäten" als Laiendarsteller zum Besten geben durfte, benutzte in der am Freitagabend ausgestrahlten ersten Folge mehrere Male das Wort "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort. Damit zeigt sich erneut, dass deutsche Senderbosse anders als bei rassistischen Sprüchen homophobe Ausbrüche noch immer oft für sendewürdig halten, auch wenn sie durch entsprechende Musik teilweise als lächerlich dargestellt wurden.

Wörtlich meinte der 54-Jährige in der ersten Folge der Serie: "Wir haben kein vernünftiges Messer". Dann beklagte er sich: "Das Schwuchtel-Messer hier ist ja unglaublich." Weitere Sprüche lauteten "Was machen wir mit der schwulen Kelle hier?" oder "Das ist doch 'ne schwule Scheiße hier." Bei den anderen Kandidaten erntet er mit diesen Äußerungen meist nur Gelächter.

Einzig der Youtuber Chris Manazidis ("Bullshit TV") nahm sich der Homophobie des Promi-Detektivs an: "Wenn du schwul mit etwas Negativem in Verbindung bringst, ist das nicht so vorteilhaft. Das Messer… das findest du ja nicht gut, oder?!", fragte er in Richtung Trovato. Als dieser verneinte, fuhr Manazidis fort: "Dann solltest du ein anderes Attribut verwenden."

Trovato ist sich allerdings keiner Schuld bewusst: "Ich sag doch nichts gegen diese Leute, aber das ist doch ein schwules Messer", rechtfertigte er sich. "Das ist von mir so eine Redensart und das ist halt so. Es ist nicht abwertend gegen diese Leute, die eben schwul sind."

"Moderationskarten von 1964"

Moderator Schropp, der sich erst vor gut einem Jahr als schwul geoutet hatte, machte sich am Ende über die Homophobie seines Kandidaten lustig: "Homosexualität ist verboten und deswegen ist es auch vollkommen okay, dass Wort schwul abwertend zu verwenden. Ups! Jetzt hatte ich aus Versehen noch die Moderationskarten von 1964."

LGBT-Aktivisten warnen davor, derartige Sprüche positiv im Fernsehen darzustellen, weil sie eine aggressive homosexuellenfeindliche Atmosphäre schaffen, die es gerade jungen Schwulen und Lesben erschwert, offen zu leben. Immer wieder kamen Studien zu dem Ergebnis, dass Homophobie für viele junge Schwule und Lesben ein riesiges Problem an deutschen Schulen darstellt (queer.de berichtete). Außerdem seien "Diskriminierung, Stigma, Vorurteile, Zurückweisung und gesellschaftliche Normen" laut Forschern Schuld daran, dass sexuelle und geschlechtliche Minderheiten viel öfter als andere versuchten, sich das Leben zu nehmen (queer.de berichtete).

Twitter / tohu_wabohu_

Immer wieder kommt es im deutschen Fernsehen zu homophoben Äußerungen, auch von Promis: So beleidigte 2014 der Fernsehkoch Steffen Henssler einen Restaurantbesitzer mit den Worten, er koche "halbschwul", was negativ gemeint war. Eine Entschuldigung für den Ausbruch lehnte Henssler gegenüber queer.de ab (queer.de berichtete).

Ein besonders krasses Beispiel für diese Art von Homophobie ereignete sich 2012 auf Vox: Bei "Die Tuning-Profis" erregten sich Autonarren über "scheißschwule Radkappen" oder ein "Transenauto". Der Sender entschuldigte sich damals nach einer queer.de-Anfrage für den Ausbruch und entfernte die Folge aus seinem Videoportal (queer.de berichtete). (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Schaust du "Promi Big Brother"?
    Ergebnis der Umfrage vom 19.08.2019 bis 26.08.2019


#1 LotiAnonym
  • 12.08.2019, 12:16h
  • Ja, einfach nur ekelhaft und zum Kotzen. Meine Antwort war und ist schon immer, diese Privatsender einfach zu Boykottieren. Tue mir solchen Schrott gar nicht erst an.
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#2 JustbecauseAnonym
  • 12.08.2019, 12:41h
  • der Nachname allein klingt wie Toilettenreiniger, naja und das Format ist ja rein vom Unterhaltungswert Laterne, da wo die Hunde drann pissen, ganz unten
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#3 TimonAnonym
  • 12.08.2019, 12:49h
  • Unterschichtenfernsehen halt.

    Die Z-Promis, die da auftreten sind nicht anders als die Leute, die sich sowas ansehen.
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#4 AufrechtgehnProfil
  • 12.08.2019, 12:54hFrankfurt am Main
  • Nun ist der homophobe Sprachgebrauch des alten Mannes, ohne ihn damit rechtfertigen wollen, ja noch relativ harmlos im Vergleich zu dem freidrehenden Fünfziger-Jahre-Sexismus, der uns aus anderen Trash-TV-Formaten wie dem Bachelor oder Paradise Island entgegenweht. Und SAT.1 hat die Trovato-Sprüche ja Dank der Gegenrede von Youtube-Chris (der sich in seinem Kanal im Format "Tinder Fails" übrigens auch gerne mal mit Klassifizierungen wie "krank" und "pervers" über diverse Fetische [bei Heteros] lustig macht) und Moderator Jochen Schropp ziemlich gut aufgefangen und eingeordnet. Da haben sie für ein solches generell menschenverachtendes Format sogar recht vorbildlich reagiert, finde ich.
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#5 AmurPrideProfil
  • 12.08.2019, 12:59hKöln
  • Der "Bildungsbürger" Jürgen Trovato offenbart seine Bildung und erweist sich im Anschluss als lernresistent...
    Hand hoch, wer davon wirklich überrascht ist.

    Und die anderen Anwesenden des "Kulturmagazins" Promi Big Brother biedern sich lachend an...
    Hand hoch, wer davon wirklich überrascht ist:

    Und der "Bildungssender" Sat.1 hat keine Probleme damit dies mehr oder weniger unkommentiert zu senden...
    Hand hoch, wer davon wirklich überrascht ist.

    Ein weiteres Beispiel für die gegenwärtige Zeit des "das wird man ja wohl noch sagen dürfen"...

    Etwas Hoffnung bekomme ich aber, wenn ich mir die Reaktionen in den Medien auf die "Tönnies-Entgleisung" anschaue.
    Höchste Zeit, das die Anständigen aufstehen und laut werden! Denn die hängenbleibende Wirkung auf die Unbeteiligten ist mehr als fatal und bereitet so gleichzeitig den Boden für weitergehende Taten!
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#6 RomiliAnonym
  • 12.08.2019, 13:51h
  • was macht dieser Mensch bei "Promi Big Brother " ? der ist doch kein Promi ! nur ein sehr schlechter Schauspieler und hat schon in den 2 Sendungen , die ich gesehen habe , solche hohlen Sprüche abgelassen ...da war für mich Schluss
    Keiner braucht sowas
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#7 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 12.08.2019, 15:36h
  • Antwort auf #6 von Romili
  • Ach, da ist keiner "promi", der bekannteste im Haus is zlatko der ironischerweise ja erst durch big brother bekannt wurde.... Dennoch ist des bis jetzt zumindest wieder ne amüsantere Gruppe als letztes Jahr, trovalto (?) is natürlich Panne mit seinem altherrensexismus und dummen homosprüchen, aber jedes ordentliche trash-format braucht n antagonist....

    Zu "Unterschichtenfernsehen" wollt ich ja egtl schreiben das so ne Aussage ja auch nur ne Attitüde zur peinlichen selbsterhöhung ist, allerdings hab ich hier in dem forum irgendwo ja auch schon "Unterschichtenmucke" unter irgend n Beitrag von dieser unsäglichen Sarah Connor (oder Helene Fischer, kann die nie unterscheiden... Sind wahrscheinlich eh ein und dieselbe Person) geschrieben, von daher....oO
    Ey, wenns schön eskaliert und die Leute sich fast klatschen oder sich ala Dschungelcamp irgendwelches abartiges Zeug reinstopfen müssen und sich fast übergeben find ich des schon ziemlich amüsant.... Neben dem ESC (der ja nun auch wahrlich auch mehr kuriosum als qualitativ ist) sind solche trashformate so des einzige weswegen ich noch lineares TV schau (wobei die ganzen Sendungen natürlich allmählich auch ausgereizt sind und an die klasse eines jackass kamen se sowieso nie ran).... Aber jupp, die Staffel könnte noch ganz lustig werden wenns dann hfftl alsbald mal eskaliert!

    Trovalto wird entweder als erstes fliegen oder in die top 3 kommen (wenn wir die zuschauen den als erstes rauswählen, sind wir dann egtl immer noch Unterschicht.....? Woran wird des in dem Fall egtl fest gemacht?)
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#8 MesonightAnonym
  • 12.08.2019, 16:54h
  • ...hätte er 1x das wort "jude" gegen "schwul" gesagt dann wäre er sofort aus dem projekt entfernt worden und das natürlich zurecht. ich ärgere mich über solche typen, für die werden schwule immer nur weicheier bleiben, aber ich ärgere mich über den sender! der hätte hier reagieren müssen, deshalb bleiben wörter wie schwuchtel weiterhin total gesellschaftsfähig.
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#9 Micha2701Anonym
#10 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 13.08.2019, 15:41h
  • Antwort auf #8 von Mesonight
  • "schwuchtel" ist doch nicht Gesellschaftsfähig, des steht heuer auf einer Stufe mit "nigga" und "Kanake"... Heißt nicht das du nicht deppen findest die solche Wörter nicht benutzen...

    Sonst... Nö nö, der Sender soll den mal schön labern lassen, geht ja in so ner Sendung darum die Leute "ungefiltert" zu sehen, problematisch wäre es wenn alle so drauf wären (was ich hier nur als hypothetischen Fall anführe, is ja net so), aber wenn jemand n homophober/sexistischer/rassistischer vollpfosten is darf und sollte derjenige auch so gezeigt werden..... Ist ja nicht so das der typ sowas unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit verbreitet sondern schlichtweg sich selbst halt als den deppen zeigt der er wohl zu sein scheint! (aber der scheint ja schon selbst gemerkt zu haben das er mit so nem Verhalten net gut rüber kommt, hat seit der ersten Sendung ja fresse dicht und wurde ja auch als erstes von den Zuschauern aus dem Luxusbereich rausgewählt)...
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