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Sat.1-Show

Homophobie bei "Promi Big Brother"

Noch immer werden im deutschen Realityfernsehen Bezeichnungen für Homosexuelle als Schimpfwort verwendet. Das neueste Beispiel lieferte ein TV-Detektiv.


Jürgen Trovato will es sich nicht nehmen lassen, über "schwule Scheiße" zu lästern (Bild: Screenshot Sat.1)

  • 12. August 2019, 09:58h 12 3 Min.

"Promi Big Brother" sorgt mit Homophobie für Negativschlagzeilen. Ausgerechnet in einem Format, das mit Jochen Schropp von einem Schwulen co-moderiert wird, darf sich ein Kandidat offen mit homophoben Sprüchen präsentieren. Jürgen Trovato, der von 2011 bis 2017 in der Pseudo-Dokushow "Die Trovatos – Detektive decken auf" seine "Qualitäten" als Laiendarsteller zum Besten geben durfte, benutzte in der am Freitagabend ausgestrahlten ersten Folge mehrere Male das Wort "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort. Damit zeigt sich erneut, dass deutsche Senderbosse anders als bei rassistischen Sprüchen homophobe Ausbrüche noch immer oft für sendewürdig halten, auch wenn sie durch entsprechende Musik teilweise als lächerlich dargestellt wurden.

Wörtlich meinte der 54-Jährige in der ersten Folge der Serie: "Wir haben kein vernünftiges Messer". Dann beklagte er sich: "Das Schwuchtel-Messer hier ist ja unglaublich." Weitere Sprüche lauteten "Was machen wir mit der schwulen Kelle hier?" oder "Das ist doch 'ne schwule Scheiße hier." Bei den anderen Kandidaten erntet er mit diesen Äußerungen meist nur Gelächter.

Einzig der Youtuber Chris Manazidis ("Bullshit TV") nahm sich der Homophobie des Promi-Detektivs an: "Wenn du schwul mit etwas Negativem in Verbindung bringst, ist das nicht so vorteilhaft. Das Messer… das findest du ja nicht gut, oder?!", fragte er in Richtung Trovato. Als dieser verneinte, fuhr Manazidis fort: "Dann solltest du ein anderes Attribut verwenden."

Trovato ist sich allerdings keiner Schuld bewusst: "Ich sag doch nichts gegen diese Leute, aber das ist doch ein schwules Messer", rechtfertigte er sich. "Das ist von mir so eine Redensart und das ist halt so. Es ist nicht abwertend gegen diese Leute, die eben schwul sind."

"Moderationskarten von 1964"

Moderator Schropp, der sich erst vor gut einem Jahr als schwul geoutet hatte, machte sich am Ende über die Homophobie seines Kandidaten lustig: "Homosexualität ist verboten und deswegen ist es auch vollkommen okay, dass Wort schwul abwertend zu verwenden. Ups! Jetzt hatte ich aus Versehen noch die Moderationskarten von 1964."

LGBT-Aktivisten warnen davor, derartige Sprüche positiv im Fernsehen darzustellen, weil sie eine aggressive homosexuellenfeindliche Atmosphäre schaffen, die es gerade jungen Schwulen und Lesben erschwert, offen zu leben. Immer wieder kamen Studien zu dem Ergebnis, dass Homophobie für viele junge Schwule und Lesben ein riesiges Problem an deutschen Schulen darstellt (queer.de berichtete). Außerdem seien "Diskriminierung, Stigma, Vorurteile, Zurückweisung und gesellschaftliche Normen" laut Forschern Schuld daran, dass sexuelle und geschlechtliche Minderheiten viel öfter als andere versuchten, sich das Leben zu nehmen (queer.de berichtete).

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Immer wieder kommt es im deutschen Fernsehen zu homophoben Äußerungen, auch von Promis: So beleidigte 2014 der Fernsehkoch Steffen Henssler einen Restaurantbesitzer mit den Worten, er koche "halbschwul", was negativ gemeint war. Eine Entschuldigung für den Ausbruch lehnte Henssler gegenüber queer.de ab (queer.de berichtete).

Ein besonders krasses Beispiel für diese Art von Homophobie ereignete sich 2012 auf Vox: Bei "Die Tuning-Profis" erregten sich Autonarren über "scheißschwule Radkappen" oder ein "Transenauto". Der Sender entschuldigte sich damals nach einer queer.de-Anfrage für den Ausbruch und entfernte die Folge aus seinem Videoportal (queer.de berichtete). (cw)

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#1 LotiAnonym
  • 12.08.2019, 12:16h
  • Ja, einfach nur ekelhaft und zum Kotzen. Meine Antwort war und ist schon immer, diese Privatsender einfach zu Boykottieren. Tue mir solchen Schrott gar nicht erst an.
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#2 JustbecauseAnonym
  • 12.08.2019, 12:41h
  • der Nachname allein klingt wie Toilettenreiniger, naja und das Format ist ja rein vom Unterhaltungswert Laterne, da wo die Hunde drann pissen, ganz unten
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#3 TimonAnonym
  • 12.08.2019, 12:49h
  • Unterschichtenfernsehen halt.

    Die Z-Promis, die da auftreten sind nicht anders als die Leute, die sich sowas ansehen.
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