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Liberaler Vorschlag chancenlos

CDU und Grüne lehnen Legalisierung von Leihmutterschaft ab

Nach einem FDP-Vorstoß zur Liberalisierung des Familien-, Abstammungs- und Adoptionsrechts gibt es von den beiden in Umfragen führenden Parteien Absagen.


CDU und Grüne wollen die Reformbestrebungen der FDP nicht unterstützen (Bild: Eduardo Merille / flickr)

Politiker von CDU und Bündnis 90/Die Grünen sehen die von der FDP geforderte begrenzte Legalisierung von Leihmutterschaft und Eizellspende kritisch bis ablehnend. Dem "Tagesspiegel" sagte die grüne Rechtsexpertin Katja Keul, dass die Regeln für Kinderwunschbehandlung und Reproduktionsmedizin zwar teilweise reformbedürftig seien. "Aber selbst die nichtkommerzielle Leihmutterschaft birgt Missbrauchsrisiken und kann dem Wohl von Mutter und Kind entgegenstehen", so die Rechtsanwältin. Bei Eizellspenden debattiere man innerhalb der Partei noch. "Wir müssen auch die Risiken diskutieren, die für die Eizellspenderin bestehen."

Die CDU-Rechtsexpertin Elisabeth Winkelmeier-Becker wandte sich "eindeutig" gegen kommerzielle Eizellspenden sowie Leihmutterschaft. Sie wolle sich allerdings "Diskussionen über eng begrenzte, rein altruistisch motivierte Ausnahmen innerhalb verwandtschaftlicher Beziehungen" nicht verweigern. "Voraussetzung wäre, dass sich dafür klare Abgrenzungskriterien finden lassen, die eine Umgehung ausschließen."

CDU gegen Mehrelternschaften

Auch die FDP-Forderung, dass ein Kind in Patchwork- oder Regenbogenfamilien mehr als zwei rechtliche Elternteile haben kann, lehnte Winkelmeier-Becker kategorisch ab. "Vater" und "Mutter" hätten nicht nur eine rechtliche Dimension, sondern seien "zentrale Begriffe für jeden einzelnen und die Gesellschaft insgesamt".

Am Montag hatte Katrin Helling-Plahr, die Gesundheitsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, ein "Update" des Familien-, Abstammungs- und Adoptionsrechts gefordert, das auch Schwulen und Lesben den Kinderwunsch erleichtern sollte (queer.de berichtete). Die deutsche Politik sei in diesen Bereichen im Vergleich zu anderen Ländern "viel zu zögerlich", so Helling-Plahr.

Unterstützung erhielt Helling-Plahr vom FDP-Politiker Michael Kauch, dem Chef der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL). Er bezeichnete die Initiative via Facebook als "super Vorstoß".

Beim Thema Leihmutterschaften ist die EU gespalten: In der Hälfte der Mitgliedsstaaten ist die Praxis komplett verboten, darunter auch in Deutschland. In der anderen Hälfte ist die Rechtslage teilweise nicht ganz klar oder es gibt eine begrenzte Erlaubnis. Als Mekka für Leihmutterschaften gilt der US-Bundesstaat Kalifornien – dort sind auch kommerzielle Dienste erlaubt. Den Kinderwunsch erfüllen können sich allerdings nur Paare, die die Kosten von bis zu 100.000 Dollar aufbringen können. Viele schwule Promis haben bereits von dem Angebot gemacht, beispielsweise Elton John, Neil Patrick Harris oder Andy Cohen. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Sollte Leihmutterschaft in Deutschland legalisiert werden?
    Ergebnis der Umfrage vom 12.08.2019 bis 19.08.2019


#1 TamakAnonym
  • 13.08.2019, 13:11h
  • CDU ist und bleibt unwählbar.

    Besonders bei der Begründung zur Mehrelternschaft wird es deutlich: Die Dame möchte ihr eigenes Weltbild der ganzen Gesellschaft aufdrücken. Es gibt heute bereits Regenbogenfamilien mit 2 Papas und 2 Mamas (Papa, Papi, Mama, Mami)... anstatt diese Familien rechtlich abzusichern, möchte die Frau diese Familien lieber ungerechtfertigt diskriminieren, weil sie nicht so leben wie sie selbst. Newsflash: Diese Familien wird es auch in Zukunft geben. Die einzige Frage, die wir uns stellen müssen ist: Sollen alle Papas und Mamas ihre Kinder im Krankenhaus besuchen können oder nur jeweils einer von beiden? Und was passiert, wenn die Paare sich trennen: Dann sind die "nur" sozialen Väter und Mütter völlig recht- und schutzlos, obwohl sie im realen Leben des Kindes bis zur Trennung gleichberechtigt die Vater- und Mutterrolle eingenommen haben.

    Echt zum Kotzen mal wieder!!
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#2 RealitätenAnonym
  • 13.08.2019, 13:25h
  • Antwort auf #1 von Tamak
  • "Missbrauchsrisiken" gibt es auch beim Fahren eines Autos, und das wollen die Christen nicht verbieten. Wobei, die Grünen ja schon ...

    Hier zeigt sich wieder einmal, wie Erzkonservative und grünes Kirchentagsmilieu Hand in Hand gehen. Wo die zusammenarbeiten, herrscht ein Klima des Verbietens und Verhinderns auf Grundlage von christlichen Ideologien.

    Nicht nur die CDU bleibt unwählbar, auch die Grünen.
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 EisenprinzAnonym
  • 13.08.2019, 14:18h
  • Die ganze Thematik betrifft ja nicht nur Homosexuelle. Vollkommen belanglos, ob es nun hetero- oder homosexuelle Paar mit unerfülltem Kinderwunsch sind. Das gleiche gilt für Patchwork-Familien. Bei den hohen Scheidungsraten heutzutage gibt es viele Kinder, deren Eltern getrennt leben und jeweils neue Partner haben.

    @Tamak:

    Was die Ablehnung der Mehrelternschaft angeblant, so stimme ich dir voll und ganz zu.

    Das derzeitige Familienrecht diskriminiert in Bezug auf Homosexuelle insbesondere uns Männer. Findet mal bitte ein lesbisches Paar, bei dem die "Nicht-Mutter" das Kind nicht adoptieren möchte. Das ist fast unmöglich! Die meisten lesbischen Paare möchten, dass der potenzielle Vater sein hergibt ,und das wars. Und wenn die Partnerin der Mutter das Kind vom Erzeuger adoptiert, so steht er vollkommen ohne Rechte da (!) und ist nur auf Gut-Willen der beiden Mütter angewiesen.

    Es wäre höchste Zeit, dass hier endlich mal eine Reform kommt, bei der eine Mehrelternschaft möglich ist. Das käme auch vielen Patwork-Hetero-Eltern gut.

    Leihmutterschaft/Eizellenspende/Samenspende:
    Hier bin ich auch eher skeptisch. Man muss sich nur mal eine der unzähligen Dokus ansehen, bei der erwachsene Kinder, deren Eltern(-teil) unbekannt sind/Ist gezeigt werden. Man lastet seinem Kind ganz schön was auf, wenn es seine biologischen Eltern nicht kennt (und das ist im Falle der genannten Methoden meist der Fall).
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#5 Alexander_FAnonym
  • 13.08.2019, 15:24h
  • Die schwarz-grüne Fusion zeichnet sich eben immer mehr ab, wobei die Grünen lediglich den evangelischen und die schwarzen den katholischen Flügel einer einzigen Partei vertreten. Schade, wo es mit den Grünen einst mal so vielversprechend anfing...
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#6 Patroklos
  • 13.08.2019, 22:05h
  • Von der Union ist man sowas ja gewohnt, aber nun stellen sich auch die Grünen quer?
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#7 TimonAnonym
  • 14.08.2019, 09:40h
  • Antwort auf #2 von Realitäten
  • Das sehe ich anders:
    Es sollte nicht so sein, dass Frauen in Not von reichen Paaren als Gebärmaschinen missbraucht werden.

    Es gibt genug Kinder, die auf Adoptiveltern warten. Wer wirklich Kinder will, nimmt auch diese. Es muss nicht immer ein Baby sein.

    Es darf nicht sein, dass es einen Rechtsanspruch auf Kinder gibt.
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#8 TimonAnonym
  • 14.08.2019, 09:46h
  • Antwort auf #3 von goddamn liberal
  • Blödsinn.

    1. Gerade Frau Göring-Eckardt hat schon Jahre vor der Eheöffnung für diese geworben und auch von ihrer Kirche Bewegung gefordert.

    2. Wir haben es der Initiative der Grünen zu verdanken, dass die Ehe geöffnet wurde. Hätten die nicht vor der letzten Wahl mit ihrem klaren Bekenntnis, keine Koalition ohne Eheöffnung einzugehen, alle anderen Parteien unter Druck gesetzt und Merkel zu ihrem Versprecher gebracht, dann würden wir noch heute auf die Eheöffnung warten und der SPD zuhören, dass man ja gerne wolle, aber an der Union scheitere.
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#9 TheDadProfil
  • 14.08.2019, 09:53hHannover
  • Antwort auf #2 von Realitäten
  • ""Wobei, die Grünen ja schon ...""..

    Zeig doch mal auf WO genau und vor allem von WEM diese "Forderung" angeblich erhoben wurde ?

    Politische Pläne auf "Schlagworte" zu verkürzen und sie damit ins Gegenteil zu verkehren ist KEINE vernünftige Option innerhalb einer solchen Diskussion !

    ""Wobei, die Grünen ja schon ...""
    greift dann auch die "Gegenargumentationen" einer UNION und auch der Automobil-Industrie auf, die absolut ungeeignet sind die Forderungen nach "Umwelt-verträglichem Verhalten"
    irgendwie zu entkräften !
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#10 TheDadProfil
  • 14.08.2019, 09:57hHannover
  • Antwort auf #7 von Timon
  • ""Es sollte nicht so sein, dass Frauen in Not von reichen Paaren als Gebärmaschinen missbraucht werden.""..

    Ein "Argument ohne Wert"..
    Und das nicht nur wegen des ""sollte""..

    Eine "Forderung" Leihmutterschaften gegen Bezahlung zu ermöglichen hat hier NIEMAND erhoben !

    Die Frage ob man derlei erlauben kann muß dann auch diskutiert werden..
    Ein solche Forderung von vorne herein als "indiskutabel" zu erklären ist aber keine solche Diskussion, denn sie bringt keinen einzigen Aspekt ein, der diese Forderung dann auch nachvollziehbar stützten könnte..
    Sie ist damit nichts weiter als "moralisierender Unfug", der sich dann auch noch auf genau der Basis stützt, die das bisherige Recht geschaffen hat..

    Wie soll man damit dann eine Änderung des Rechtes herbeiführen, wenn man dazu gar keine Argumentation anbringt ?
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