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Liberaler Vorschlag chancenlos

CDU und Grüne lehnen Legalisierung von Leih­mutter­schaft ab

Nach einem FDP-Vorstoß zur Liberalisierung des Familien-, Abstammungs- und Adoptionsrechts gibt es von den beiden in Umfragen führenden Parteien Absagen.


CDU und Grüne wollen die Reformbestrebungen der FDP nicht unterstützen (Bild: Eduardo Merille / flickr)

  • 13. August 2019, 10:15h 30 2 Min.

Politiker von CDU und Bündnis 90/Die Grünen sehen die von der FDP geforderte begrenzte Legalisierung von Leihmutterschaft und Eizellspende kritisch bis ablehnend. Dem "Tagesspiegel" sagte die grüne Rechtsexpertin Katja Keul, dass die Regeln für Kinderwunschbehandlung und Reproduktionsmedizin zwar teilweise reformbedürftig seien. "Aber selbst die nichtkommerzielle Leihmutterschaft birgt Missbrauchsrisiken und kann dem Wohl von Mutter und Kind entgegenstehen", so die Rechtsanwältin. Bei Eizellspenden debattiere man innerhalb der Partei noch. "Wir müssen auch die Risiken diskutieren, die für die Eizellspenderin bestehen."

Die CDU-Rechtsexpertin Elisabeth Winkelmeier-Becker wandte sich "eindeutig" gegen kommerzielle Eizellspenden sowie Leihmutterschaft. Sie wolle sich allerdings "Diskussionen über eng begrenzte, rein altruistisch motivierte Ausnahmen innerhalb verwandtschaftlicher Beziehungen" nicht verweigern. "Voraussetzung wäre, dass sich dafür klare Abgrenzungskriterien finden lassen, die eine Umgehung ausschließen."

CDU gegen Mehrelternschaften

Auch die FDP-Forderung, dass ein Kind in Patchwork- oder Regenbogenfamilien mehr als zwei rechtliche Elternteile haben kann, lehnte Winkelmeier-Becker kategorisch ab. "Vater" und "Mutter" hätten nicht nur eine rechtliche Dimension, sondern seien "zentrale Begriffe für jeden einzelnen und die Gesellschaft insgesamt".

Am Montag hatte Katrin Helling-Plahr, die Gesundheitsexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, ein "Update" des Familien-, Abstammungs- und Adoptionsrechts gefordert, das auch Schwulen und Lesben den Kinderwunsch erleichtern sollte (queer.de berichtete). Die deutsche Politik sei in diesen Bereichen im Vergleich zu anderen Ländern "viel zu zögerlich", so Helling-Plahr.

Unterstützung erhielt Helling-Plahr vom FDP-Politiker Michael Kauch, dem Chef der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL). Er bezeichnete die Initiative via Facebook als "super Vorstoß".

Beim Thema Leihmutterschaften ist die EU gespalten: In der Hälfte der Mitgliedsstaaten ist die Praxis komplett verboten, darunter auch in Deutschland. In der anderen Hälfte ist die Rechtslage teilweise nicht ganz klar oder es gibt eine begrenzte Erlaubnis. Als Mekka für Leihmutterschaften gilt der US-Bundesstaat Kalifornien – dort sind auch kommerzielle Dienste erlaubt. Den Kinderwunsch erfüllen können sich allerdings nur Paare, die die Kosten von bis zu 100.000 Dollar aufbringen können. Viele schwule Promis haben bereits von dem Angebot gemacht, beispielsweise Elton John, Neil Patrick Harris oder Andy Cohen. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Sollte Leihmutterschaft in Deutschland legalisiert werden?
    Ergebnis der Umfrage vom 12.08.2019 bis 19.08.2019
-w-

#1 TamakAnonym
  • 13.08.2019, 13:11h
  • CDU ist und bleibt unwählbar.

    Besonders bei der Begründung zur Mehrelternschaft wird es deutlich: Die Dame möchte ihr eigenes Weltbild der ganzen Gesellschaft aufdrücken. Es gibt heute bereits Regenbogenfamilien mit 2 Papas und 2 Mamas (Papa, Papi, Mama, Mami)... anstatt diese Familien rechtlich abzusichern, möchte die Frau diese Familien lieber ungerechtfertigt diskriminieren, weil sie nicht so leben wie sie selbst. Newsflash: Diese Familien wird es auch in Zukunft geben. Die einzige Frage, die wir uns stellen müssen ist: Sollen alle Papas und Mamas ihre Kinder im Krankenhaus besuchen können oder nur jeweils einer von beiden? Und was passiert, wenn die Paare sich trennen: Dann sind die "nur" sozialen Väter und Mütter völlig recht- und schutzlos, obwohl sie im realen Leben des Kindes bis zur Trennung gleichberechtigt die Vater- und Mutterrolle eingenommen haben.

    Echt zum Kotzen mal wieder!!
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#2 RealitätenAnonym
  • 13.08.2019, 13:25h
  • Antwort auf #1 von Tamak
  • "Missbrauchsrisiken" gibt es auch beim Fahren eines Autos, und das wollen die Christen nicht verbieten. Wobei, die Grünen ja schon ...

    Hier zeigt sich wieder einmal, wie Erzkonservative und grünes Kirchentagsmilieu Hand in Hand gehen. Wo die zusammenarbeiten, herrscht ein Klima des Verbietens und Verhinderns auf Grundlage von christlichen Ideologien.

    Nicht nur die CDU bleibt unwählbar, auch die Grünen.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 13.08.2019, 14:18h
  • Antwort auf #2 von Realitäten
  • "grünes Kirchentagsmilieu"

    Exakt so ist es.

    Wenn es nach der selbstergriffenen Kirchentagstante Göring-Eckardt ginge, wären die Grünen auch bei der Ehe vor den Schwarzen eingeknickt.
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