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Polen

Kaczynski würde am liebsten wieder CSDs verbieten

Nach Druck der katholischen Kirche verschärft der heimliche Herrscher Polens seine LGBTI-feindliche Rhetorik. Dem von ihm gewünschten CSD-Verbot stehe aber eine Institution im Weg – die Europäische Union.


PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski gibt sich auf einem Dorffest in Zbuczyn volksnah

Wenige Wochen vor den polnischen Parlamentswahlen am 13. Oktober versucht Jaroslaw Kaczynski, der Chef der regierenden rechtspopulistischen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS), mit LGBTI-feindlichen Aussagen um Stimmen zu werben. Am Sonntag erklärte der 70-Jährige bei einem Dorffest im ostpolnischen Zbuczyn, dass er sich für ein Verbot von CSDs ausspreche.

Auf die Frage einer Bürgerin nach der Nichtgenehmigung von Pride-Paraden erklärte Kaczynski laut polnischen Medien: "Wenn es nach wir ginge, wäre es klar." Er erinnerte an seinen 2010 verstorbenen Bruder Lech Kaczynski, der als Bürgermeister von Warschau noch 2005 den Hauptstadt-CSD verboten hatte (queer.de berichtete). "Allerdings gibt es die Europäische Union, die solche Verbote aufheben würde", so der Rechtspopulist weiter. Auch Gerichte würden "sehr beeinflusst von dieser [LGBT]-Ideologie."

Kaczynski schlug daher vor, andere Wege zu finden, um die vermeintliche Ideologie "zu begrenzen". Es müsse verhindert werden, dass Homo- und Transsexualität "die polnische Kultur vernichtet und die polnische Kirche schädigt". Bereits im April hatte Kaczynski erklärt, dass er in LGBTI-Rechten eine Bedrohung für die Existenz Polens sehe (queer.de berichtete). Kaczynski gilt allgemein als Strippenzieher der PiS-Politik, auch wenn er keinen Regierungsposten innehat.

Katholische Kirche sieht LGBT als "anthropologischen Fehler"

Die PiS-Partei reagiert mit ihrer Politik auch auf eine Kampagne der katholischen Kirche gegen LGBTI-Rechte. Erst vergangene Woche hatte der Chef der Bischofskonferenz die Regierenden aufgefordert, sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten keine Rechte und Freiheiten zu gewähren (queer.de berichtete). Wenige Tage zuvor hatte der Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski mit Blick auf Homo- und Transsexuelle von einer "Regenbogen-Pest" gesprochen (queer.de berichtete).

Andere hochrangige Geistliche unterstützten am Sonntag öffentlich diese harte Rhetorik von Jedraszewski, darunter sein Vorgänger als Krakauer Erzbischof, Stanislaw Kardinal Dziwisz, Erzbischof Waclaw Tomasz Depo (Tschenstochau) und Bischof Ignacy Dec (Świdnica). Im Rahmen der Wallfahrt nach Tschenstochau wiederholte auch Jedraszewski seine Attacke auf Nicht-Heterosexuelle – LGBT sei eine "Ideologie" und ein "anthropologischer Fehler", der die Herzen der polnischen Bürger vergifte, so Jedraszweksi. (dk)



#1 FliegenAnonym
  • 13.08.2019, 15:25h
  • ...und die KZ s wiedereröffnen oder ??? Was ist aus Polen nur geworden !!! Was sagt eigentlich unsere EU Ursula dazu ???
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#2 thorium222Profil
  • 13.08.2019, 15:26hMr
  • Die Gerichte sind der Aufklärung sei Dank von dieser ominösen LGBTI-Ideologie aka Menschenrechte beeinflusst.
    Im Übrigen finde ich es vollkommen unverständlich, wie man als Teil der LGBTI oder als Angehöriger von LGBTI noch in einer so absolut menschenverachtenden Institution wie der katholischen Kirche sein kann. Nicht zu fassen, was man da für einen Hass finanziert.
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#3 tchantchesProfil
#4 AndreasKAProfil
  • 13.08.2019, 15:44hKarlsruhe
  • ... ich kenne da einige, die am liebsten Kaczynski wieder verbieten würden ...
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 13.08.2019, 16:08h
  • Antwort auf #4 von AndreasKA
  • Der Witz ist ja, dass der vermeintliche Patriot Kaczynski besser in Putins neozaristisches heiliges Russland als in ein westlich-demokratisches Land mit großer freiheitlicher Tradition passt.

    Je mehr Polen das auffällt, desto mehr wird sein Thron wanken.

    Da kann leider dauern...
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#6 qwertzuiopüAnonym
#7 TimonAnonym
  • 13.08.2019, 18:04h
  • In einem Atemzug wiegelt er die Bürger sowohl gegen LGBTI als auch die EU und die anderen Staaten auf.

    Mein Vorschlag:
    Wenn ihm das alles nicht passt und er keine Grundrechte in Polen will, soll er sein Land aus der EU raus führen.

    Dann muss er aber auch seinen Bürgern erklären, dass sie nicht mehr frei reisen und arbeiten können. Und wo die dann fehlenden Milliarden her kommen sollen. Denn im Gegensatz zu England ist Polen Netto-Empfänger. Ohne die EU-Gelder ginge es Polen richtig dreckig.
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#8 alter schwedeAnonym
  • 13.08.2019, 19:29h
  • Das Foto sieht aus wie ein TVP-Teaser zum Goldenen Heimatfest der Homophobie. (TVP ist das polnische Staatsfernsehen)

    Top-Act der Dorfchor aus Zbuczyn mit dem Singspiel: Zum Glick liegt die Hölle, noch immer in Kölle.

    Als Höhepunkt Jaroslaw Kaczynski mit: Ich kisse ihre Hond Modom, ond dänk es wär ihr Mund, verbiet den CSD Modom, dos mocht döhn Monn gesund.

    Zum Schluß: Fröhliches Heilfasten gegen die Regenbogen-Pest unter Anleitung von Erzbischof Marek Jedraszewski

    und wer dann immer noch nicht abgeschaltet hat guckt sich Das Goldene Hostienbackfest aus dem Krakauer Dom mit Gebärdendolmetscher an.

    Da müssen wir höllisch aufpassen, damit das nicht auch bei uns einreisst.
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#9 tchantchesProfil
#10 stephan
  • 13.08.2019, 21:05h
  • "die polnische Kultur vernichtet und die polnische Kirche schädigt" ...?

    Kultur vernichten und jede Form von Religiosität, von Menschlichkeit, von Liebe unglaubwürdig machen, dass ist doch wohl genau das, was dieser feine Herr tut! ... Im Namen einer erstarrten, reaktionären, unglaubwürdigen Religionsdarstellung versucht er Minderheiten zu diskreditieren, zu diskriminieren und würde sie am liebsten unsichtbar machen, weil er aufgrund seines engen Weltbildes und sehr begrenzten Horizontes damit nicht oder nur sehr schlecht leben kann! Was der feine Herr Kaczynski nicht gewahrt? Über den engen kath. und polnischen Bilderrahmen in seinem Kopf (für das er sich bei der römischen.-kath. Kirche bedanken kann) ragt das tatsächliche Bild der Welt seit vielen Jahrzehnten hinaus ... ohne dass eine Hälfte Polens es mitbekommen hätte! Schade zwar, aber nicht die Schuld der Menschen, die nun einmal so sind, wie sie sind! Da muss Herr Kaczynski wohl sein Wahnvorstellungen der Realität anpassen ... und nicht umgekehrt!
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