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Versteckte Kamera

Geht ein homophober Scheich ins Alsterhaus...

Ein skurriles Video, in dem ein falscher Scheich in einem Hamburger Luxuskaufhaus einkauft, macht die Runde.


Der "Scheich" versucht in dem zehnminütigen Video, mit schockierenden Äußerungen Reaktionen bei den Mitarbeitern hervorzurufen

Der Modeblog "Dandy Diary" sorgt mit einem mit versteckten Kameras aufgenommenen Satirevideo für Schlagzeilen. Darin ist zehn Minuten lang zu sehen, wie sich bemitleidenswerte Mitarbeiter des Hamburger Luxuskaufhauses Alsterhaus einem falschen Scheich unterwerfen, um ihre Produkte zu verkaufen.

Der englischsprechende "Scheich" kommt zum Kaufparadies am Jungfernstieg mit seinen drei Ehefrauen ("Bitte sprechen sie nicht mit [meinen Frauen], sprechen Sie mit mir"). Er wird dann von mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hofiert, obgleich er sich extrem sexistisch äußert und auch erklärt, dass eine seiner Frauen gerade mal 14 Jahre alt sei. Die Mitarbeiter verhalten sich diesen Aussagen gegenüber – je nach Blickwinkel – gleichgültig oder professionell. Immerhin könnte der mutmaßlich steinreiche Gast ja den Umsatz richtig anheizen.

Auch eine Äußerung über seine Ablehnung von Homosexualität kann sich der "Scheich" nicht verkneifen. Bei Minute 8:20 lässt er sich Socken anziehen und greift anschließend erfreut die Hand des Alsterhaus-Mitarbeiters. "Sie, mein Freund, haben das gut gemacht mit den Socken. In meinem Land ist es übrigens kein Problem, wenn Männer [Händchen halten]. Es ist kein homosexuelles Ding." Dann sagt der "Scheich": "Wir sind keine Homosexuellen", woraufhin der Verkäufer verlegen lacht. Das nimmt der Lockvogel zum Anlass, sein ernstes Gesicht zu zeigen und zu sagen: "Das ist sehr ernst."

Als Abschlussszene erklärt der "Scheich" noch, dass er nicht laufen wolle. Daraufhin tragen ihn die Mitarbeiter auf Händen zu seinem Auto.

Zwischendurch hört man unauffällig auf Deutsch, wie sehr der Gast die Verkäufer nervt: "Kann ich dann Pause machen?", sagt einer. Oder: "Ich bin Montag krank."

"Entlarvung des weiß-kapitalistischen Systems"

Blogger David Roth von Dandy Diary erklärte gegenüber dem Hamburger Boulevardblatt "Mopo", das Video sei "eine Entlarvung des weiß-kapitalistischen Systems". Die Alsterhaus-Mitarbeiter treffe dabei keine Schuld: "Sie geben nicht die Marschroute vor, sondern die Leitung, das System, unsere Welt."

Der Alsterhaus-Mutterkonzern KaDeWe-Group zeigte sich von der Leistung seiner Verkäufer nicht begeistert. Sie hätten "nicht so gehandelt und sich verhalten, wie wir und sie selbst sich das vorstellen", hieß es in einer Stellungnahme. "Die Hausleitung hat daher ein intensives Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen geführt und sie auch nochmals eindringlich auf unsere Werte und Normen aufmerksam gemacht. Wir sind sicher, dass sich ein solcher Fall nicht wiederholen wird." (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 14.08.2019, 15:17h
  • Tja, da stößt die dunkeldeutsche Orientromantik, vermischt mit Geldgier, getarnt als 'Kultursensibilität' an ihre Grenzen.

    Für linke Türk*innen und Tunesier*innen z. B. sind das schlichtweg feudalistische Reaktionäre, hierzulande kommen Hengameh Yogoobifarah und Co. bei Kritik gern mit der Nazikeule und unseren 'Scheißvorfahren' (ohne an die eigenen 'Scheißvorfahren' von 1979 zu denken). Sorry für die Wortwahl, die ist leider zitiert.

    Apropos braune Zeiten:

    www.youtube.com/watch?v=i64rKr-fe-Y

    Sarajevo 1941 zur Zeit des braunen Großmuftis, wo man mehr Niqabs sieht als vor und nach dem Krieg. Zufall?
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#2 gut_gemachtAnonym
  • 14.08.2019, 15:33h
  • Das war gut, Mr Scheich :-)
    Das nächste Mal vielleicht als Russe verkleidet und dann in einer Bank kräftig Homophobie verstreuen - vielleicht weckt das den einen oder anderen Bankangestellten auf und sie werden akzeptierend?

    ©BuntesUndSchönes
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 gut_gemachtAnonym
#5 dellbronx51069Anonym
#6 AnonymAnonym
  • 14.08.2019, 20:25h
  • Warum macht man das Video man weiß doch vorher dass die Mitarbeiter nicht sagen können.

    Wenn Sie dies machen würden wären sie garantiert ihren Job los.

    Dasselbe Konflikt hatte ich selbst ich hatte einen Gast der ziemlich weit rechts war und seine Frau schlug irgendwann reichte es mir und ich habe der Dame angeboten die Polizei zu rufen.

    Ich habe zwar an diesem Abend die Dame davor bewahrt totgeprügelt zu werden gleichzeitig habe ich auch meinen Job verloren da der Herr sich bei meinem Chef beschwert hatte.
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#7 mmmmAnonym
  • 14.08.2019, 23:40h
  • Alle diese Firmen sind gleich. Ich habe schon bei Amazon und Bosch Kundenservice gearbeitet und überall habe ich schon homophober (Schwuchtel, Tunte usv.), transphobe (würde ich umbringen), rassistische (Nigger, Schwarze Kopfe) und antisemitische sprüche (Das sind Juden - für geizige Leute) gehört und nach gespräch mit manager hat sich für diese kolleg*innen nicht geändert. ich war dafür schlechter behandelt da ich ab dann als unkollegial galt.
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 MatainaAnonym
  • 15.08.2019, 08:43h
  • Bislang hat sich noch niemand darüber aufgeregt, dass die Darstellung des reichen Arabers extrem klischee-beladen und in keinster Weise repräsentativ ist. Ich bin selbst oft in arabischen Ländern und natürlich geht es dort anders zu als hier. Ich will auch nicht ausschließen, dass es nicht mal genauso passieren könnte - aber es ist eben doch eher eine Ausnahme. Auch in deutschen Familien gibt es noch echte Paschas. Sollte vielleicht noch gesagt werden. Und in ihrer Homophobie sind diese Typen dann meist eh vereint.
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#10 GronkelAnonym
  • 15.08.2019, 08:53h
  • "Blogger David Roth von Dandy Diary erklärte gegenüber dem Hamburger Boulevardblatt "Mopo", das Video sei "eine Entlarvung des weiß-kapitalistischen Systems"."

    Was meint er denn mit 'weiß'-kapitalistisch?
    Da kramt er aber ganz tief in der Rasissmusbox.
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