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Fick über den Tellerrand

Bi-Sex: Eine Anleitung für experimentierfreudige Männerpaare

Gerade in eingefahrenen schwulen Beziehungen kann es für viele Paare wie ein Jungbrunnen wirken, mal den Sprung über den Tellerrand zu wagen.


Warum nicht mal den sexuellen Horizont gefahrlos erweitern? (Bild: #185121069 | Urheber: tverdohlib Fotolia.com)

  • 15. August 2019, 15:32h, noch kein Kommentar

Wohl jeder von uns dürfte den Spruch kennen: "Ein bisschen Bi schadet nie". Doch gilt das auch für Männer, die sich selbst als felsenfest schwul ansehen? Tatsächlich Ja. Nein, nicht dass wir deine Queerness auf die Probe stellen wollten. Aber gerade in eingefahrenen Beziehungen kann es für viele Männerpaare wie ein Jungbrunnen wirken, mal den Sprung über den Tellerrand zu wagen – und sei es nur deshalb, um wirklich wieder die Liebe zu (s)einem Mann so richtig schätzen zu lernen.

1. Warum du es nicht kategorisch ablehnen solltest

Du befindest dich gerade auf queer.de. Damit dürfte die Wahrscheinlichkeit hoch sein, dass du dir deiner sexuellen Ausrichtung ziemlich sicher bist – und das ist auch gut so!

Und sicherlich fragst du dich, weshalb du dich angesichts dieser Tatsache mit deinem Partner und dem anderen Geschlecht, auf das Ihr beide eigentlich nicht steht, auf einen Bett-Nahkampf einlassen solltest. Ganz einfach: Um euren sexuellen Horizont gefahrlos zu erweitern.

Mal andersherum gedacht: Bei Hetero-Paaren ist es seit ewigen Zeiten schon trendy, sich eine dritte Person ins Bett zu holen – und egal ob das ein zweiter Mann oder eine Frau ist, dabei knistert immer ein bisschen Homoerotik in der Luft; dazu muss nicht mal ein Hetero-Kerl einen Schwanz in den Mund nehmen oder eine Hetero-Frau ihre Zunge in eine Möse stecken.

Du und dein Partner befindet euch vielleicht schon seit Jahren in einer Beziehung. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Leidenschaft unter dem Alltag gelitten hat.

Aber denk mal weiter: Würdet ihr euch einen dritten Typen ins Bett holen, um das Leidenschafts-Feuerchen wieder anzufachen, wäre das schon eine ziemliche Attacke auf die Zweisamkeit – irgendwie hat man dabei immer die Sorge im Hinterkopf, dass da Gefühle in eine ungesunde Richtung springen könnten.

Mit einer Frau hingegen braucht Ihr beide euch um diese Tatsache viel weniger Gedanken zu machen, denn es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass einer von euch ob der Tatsache, dass da eine nackte Frau mit euch Spaß hat, gleich seine ganze sexuelle Identität infrage stellt UND dazu Gefühle für die andere entwickelt. Das ist im besten Sinne "just Sex".

2. Wie Ihr es angehen solltet

Wenn du und dein Partner bis hierhin gelesen habt, bedeutet das, dass Ihr zumindest ein theoretisches Interesse habt. Aber wie findet man heraus, ob da auch eine praktische Machbarkeit gegeben ist? Zunächst ziemlich harmlos:

1. Sprecht darüber. Egal welches Geschlecht eine dritte Person hat, die Ihr in die Intimität eurer Zweisamkeit hineinlasst, sowas muss immer von beiden Partnern gleichberechtigt akzeptiert werden. Und wenn auch nur einer von euch nicht hundertprozentig einverstanden sein sollte, dann lasst es einfach.

2. Macht Trockenübungen. Surft auf YouPorn, Pornhub und Co. und sucht euch einfach ein paar Bi-Pornos mit knackigen Kerlen aus. Einfach nur gucken, wohlgemerkt, damit Ihr beide generell feststellen könnt, ob eurem sexuellen Ich das Konzept zusagt. Wenn es das tut, wundert euch aber nicht. Denn Pornokonsum eröffnet schon rein statistisch den sexuellen Horizont.

3. Baut die Pornos in euer Sexspiel ein. Das kann natürlich ein fließender Übergang von #2 sein. Lasst euch durch die Bi-Szenen erregen, haltet euch nicht zurück, streichelt euch und habt dabei guten Sex.

4. Sprecht abermals darüber. Und auch hier gilt: Wenn einer nicht überzeugt ist, lasst es. Es ist etwas, das euer beider Leben bereichern soll, kein Experiment um des Experimentierens Willen.

Wenn Ihr es so angeht, arbeitet Ihr mit Netz und doppeltem Boden. Ihr könnt definitiv feststellen, ob Ihr diese Form des Sex ausprobieren wollt, ob sie euch erregt. Es vermittelt euch sogar einen ersten Eindruck darüber, wie sowas "in echt" ablaufen würde – besonders wenn Ihr euch auf Amateur-Pornos fokussiert und nicht die mit schmerzhaften Stellungen gefüllten Hochglanz-Filme.

3. Ihr wollt also Bi-Sex…

Irgendwie fandet Ihr beide es schon ziemlich scharf, dass da zwei knackige Kerle sich gegenseitig verwöhnen, während eine sexy Frau mitmischt? Okay, dann können wir zum handfesteren Teil übergehen. Doch wie sollte das ablaufen?

1. Nehmt bloß niemanden aus eurem Umfeld. Denn auch wenn es überraschend viele Frauen gibt, die gerne Schwulenpornos schauen, so solltet Ihr über den reinen Sex hinausdenken. Es besteht immer das Risiko, dass irgendwer dieser Ménage-à-Trois mittendrin feststellt, dass er die ganze Sache doch nicht so gut findet – dann wollt Ihr diejenige nicht jeden Tag auf der Straße treffen.

2. Ihr wollt eine weitestgehend anonyme Person, die Ihr euch aber beide "aussuchen" könnt. Surft deshalb auf Treff6.de und schaut euch dort unter den Ladies um. Eine Anfrage später wisst Ihr sofort, was Sache ist und ob sie mitmacht – auch dafür stehen die Chancen rein statistisch gut, weil Sex zwischen Männern nicht nur viele Hetero-Frauen antörnt, sondern auch diese Singles dabei nicht befürchten müssen, dass Gefühle ins Spiel kommen.

3. Nehmt euch bloß Zeit. Das ist etwas, das man an einem freien Wochenende oder im Urlaub aufzieht, nicht wenn der Kopf voller Alltagssorgen steckt. Vielleicht wollt Ihr das Ganze auch auf "neutralem Boden" in einem Hotel ablaufen lassen. Und besprecht mit der Lady vorher ganz genau, wie die Sache zumindest theoretisch ablaufen soll.

Wenn alles läuft, werdet Ihr an diesem Punkt nackt mit einer ebenso nackten Frau in einem Raum sein. Dann aber solltet Ihr nicht mit der Tür ins Haus fallen, das ist wahrscheinlich für alle Neuland. Wir empfehlen deshalb einen Start, der eine Art "erweiterter Homo-Sex" ist. Bedeutet: Klärt es ab, dass die Frau zunächst mal eine passive Rolle einnimmt. Ihr beide seid die Hauptdarsteller.

Lasst euch Zeit, liebkost euch, gönnt euch ein geiles Vorspiel und werdet erst mal warm damit, dass euch eine dritte Person zuschaut – akzeptiert aber auch, dass Ihr beide für eure Zuschauerin ein ziemlich scharfer Anblick sein werdet. Soll heißen, wundert euch nicht, wenn sie Hand an sich legt.

Tipp fürs Kopfkino: Lasst euch mal durch den Kopf gehen, dass Ihr beide gerade so scharf ausseht und miteinander harmoniert, dass es sogar einer Hetero-Frau den Kopf verdreht.

Wie Ihr sie einbinden wollt, um den Dreier auch körperlich zu starten, bleibt euch überlassen. Aber auch hier empfehlen wir einen sanften Start: Nehmt sie in eure Mitte auf, lasst zu, dass sie euch streichelt, streichelt zurück, lasst euch auf die Tatsache ein, dass eine Frau dabei Teil eurer Erregung wird.

Aber: Tatsächlich kann die ganze Nummer auch auf höchstem Schärfegrad ablaufen, ohne dass einer von euch sie penetriert – vielleicht habt Ihr zwei ja auch nur gemeinsamen Sex, während der passive von euch durch sie geblasen wird, einen Handjob bekommt oder sie mit der Zunge verwöhnt.

Doch was Ihr auch tut, "Safety first". Und dann genießt es. Selbst wenn es eine einmalige Sache bleiben wird, könnt Ihr euch sicher sein, für euer künftiges Sexleben etwas dazugewonnen zu haben. (ak)