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The 1975

Britischer Rocksänger küsst männlichen Fan in Dubai

Der Sänger von The 1975 hat trotz des Homo-Verbots in den Vereinigten Arabischen Emiraten einem Besucher beim Konzert einen Schmatzer auf den Mund gegeben.


Matty Healy beim Southside Festival im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck im Jahr 2014 (Bild: Markus Hillgärtner / wikipedia)

Sänger Matty Healy hat bei einem Konzert seiner Indie-Rock-Band The 1975 am Dienstag in Dubai die homophoben Gesetze des Landes kritisiert. So ist er laut Medienberichten während des Konzerts ins Publikum gegangen und hat einen männlichen Fan geküsst, der dem Sänger kurz zuvor "Marry me" (heirate mich) zugerufen hatte. Nach dem Kuss habe der Sänger gesagt: "Ich liebe dich, Bruder. Wir sind alle Menschen, oder?" Videoaufnahmen zeigen ferner, dass Healy auf der Bühne seinen schwulen Fans sagte, dass Gott auch sie liebe ("God fucking loves you").

Twitter / OmarDaRefai

"Danke, Dubai, Ihr wart so großartig", schrieb Healey am Donnerstag auf Twitter. Er gehe davon aus, dass dies das letzte Konzert in dem Emirat gewesen sein könne. "Ich denke, man wird uns eine Rückkehr wegen meines 'Verhaltens' nicht erlauben. Aber ihr müsst wissen, dass ich euch liebe und nichts anders tun würde, wenn ich nochmal auftreten würde."

Twitter / Truman_Black

Die 2002 als Schülerband gegründete Indie-Rock-Gruppe aus Manchester hat sich in der Vergangenheit bereits wiederholt für LGBTI-Rechte engagiert. So hatte sie letztes Jahr dabei geholfen, ein queeres Zentrum in London zu finanzieren.

Aus Angst um Sicherheit: Kuss-Video aus sozialen Netzwerken entfernt

Ein Video mit dem Kuss war zunächst in sozialen Netzwerken veröffentlicht worden, wurde aber schnell wieder entfernt, da dem Fan in Dubai erhebliche Strafen wegen dieses Verhaltens drohen könnten. In den Vereinigten Arabischen Emiraten steht auf homosexuelle Handlungen maximal die Todesstrafe, auch Folterstrafen wie Auspeitschung oder chemische Kastration sind rechtlich möglich.

Dubai hatte 2017 international für Schlagzeilen gesorgt, weil ein Schotte festgenommen wurde, der in einer Bar aus Versehen einen anderen Mann an der Hüfte berührt hatte. Am Ende wurde der damals 27-jährige Elektriker zu drei Monaten Haft verurteilt, allerdings wurde er aus politischen Gründen gleich nach der Urteilsverkündung von Herrscher Muhammad bin Raschid Al Maktum begnadigt und nach Schottland zurückgeschickt (queer.de berichtete). (dk)



#1 felix-baerlinAnonym
  • 16.08.2019, 17:41h
  • Mein Respekt! Dass viele Medien, zahlreiche Urlauber genauso wie Prominente Dubai immer wieder hypen ist mir unbegreiflich. Überall sehe ich auch in sozialen Netzwerken strahlende Urlaubserinnerungen und unkritische Berichte zum Land.
    Danke, dass ihr euch dem Thena widmet! By the way: kein Wunder, dass queer.de im Netz am Airport von Dubai gesperrt ist.
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#2 QueerBierHereEhemaliges Profil
  • 16.08.2019, 18:08h
  • Antwort auf #1 von felix-baerlin
  • Schätzungsweise weil Leute in ihrem Urlaub entspannen und ihn genießen wollen.... Wäre jetzt auch nicht mein bevorzugtes Reiseziel (zu teuer, so "nobel", bin eher der bodenständige Typ) , aber käme auch nie auf den Gedanken Leute zu verurteilen weil sie sich n paar schöne Tage machen...
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#3 Ana NymAnonym
  • 16.08.2019, 19:09h
  • Der Kuss mit dem Einheimischen.
    Sehr unreif, sehr selbstgerecht, sehr daneben, sehr billig:

    Was droht dem Sänger von 1975? Nüscht!
    Warum hat er es nicht so wie Rammstein in Russland gemacht?
    Was kann dem jungen Mann aus Dubai drohen? (steht ja im Artikel: Todesstrafe, Gefängnis, chemische Keule)
    Kann man darüber hinwegsehen (es geht hier um Sippen-Ehre, Religioten, selbsternannten Sittenwächtern und so ein Zeug)
    Es entstehen nun mal Videos oder Fotos oder Sicherheitskameraaufnahmen von dem Mund-Kuss. Das sollte jedem klar sein.
    Aus dem Netz entfernt, ja dann ist er ja jetzt sicher, für diesen Dubaianer!
    Aber hey, Jungs, wer denkt schon an die Konsequenzen die andere zu tragen haben - ein anderer hatte schließlich seinen glanzvollen Auftritt und hat es ihnen gezeigt.
    Wäre der Dubaianer wenigstens ein vorzeigbarer Statist gewesen, der den gleichen Schutz wie der Sänger genießt, wäre er es doch nur gewesen.
    Hätte der Sänger ihn doch nur mitgenommen in sein Heimatland und ihm Sicherheit verschafft, hätte er doch nur verantwortungsvoll gehandelt dieser Sänger!
    Siehe zu, das rate ich Dir, dass Du diesen Mann beschützen kannst, dass Du ihn beim Namen nennen kannst, dass Du Dich für sein Wohl verbürgen kannst.
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#4 Patroklos
#5 LGBH0TTNZProfil
  • 16.08.2019, 22:27hSchwerte
  • Antwort auf #2 von QueerBierHere
  • Sich erholen kann man auch in Deutschland, es ist auch gut fürs Klima. Schwule sind aber nun mal sehr reisefreudig und scheuen sich auch nicht, die Länder ihrer Henker zu besuchen und auf diese Weise wirtschaftlich zu unterstützen.
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#6 4na2yAnonym
  • 17.08.2019, 00:13h
  • Antwort auf #1 von felix-baerlin
  • By the way: kein Wunder, dass queer.de im Netz am Airport von Dubai gesperrt ist
    Einfach mal mit gutem Beispiel voran gehen und auch selbst nicht dort fahren - Denn vermutlich war der Anlass der Reise nicht nur, am Flughafen queer.de aufzurufen...?!
    Darüber hinaus, es gibt auch Umsteigeverbindungen über andere Länder...wenn man Das Land, aus guten Gründen übrigens, politisch und gesellschaftlich ablehnt, dann einfach dort nicht hinfahren !!!!
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#7 travellerAnonym
#8 Nymian AnoniosAnonym
  • 17.08.2019, 09:17h
  • Antwort auf #7 von traveller
  • Wenn man konsequent sein möchte, kann man aber auch einfach wenn man von Europa nach Thailand möchte eine europäische Fluggesellschaft wählen. Auch ohne in die V.A.E. einzureisen unterstützt man die (übrigens) staatliche Fluggesellschaft Emirates mit dem Kauf eines Tickets.
    Eine Alternative sind zum Beispiel Lufthansa, oder KLM, die sich nicht nur auf CSDs für queere Themen einsetzen, sondern tatsächlich auch in den Unternehmen enorm viel für Diversity und gleiche Rechte tun.
    Aber die kosten ja 3,- mehr, als Emirates und naja... da sind wohl Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen zweitrangig.
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#9 Patrick SAnonym
  • 17.08.2019, 12:31h
  • Dumme Aktion, denn während die hohen Herren wieder im Flieger in den offenen Westen sitzen, werden die Behörden vor Ort mit Sicherheit schon nach ihrem verderbten Bürger suchen und ihn wie üblich, deftig verhören.

    Wenn die westliche Kunst- und Künstlerwelt ein Zeichen setzen wollte, müsste es eine Art Ehrenkodex geben, der es untersagt, überhaupt in Unterdrücker- und Unrechtsstaaten aufzutreten. Wer einen funktionstüchtigen Ethik- und Moralkompass im Leibe trägt, macht das sowieso nicht. Aber hinfliegen, Geld für den Gig einsacken und einen kleinen Schmatzer auf einen Saudi drücken ist einfach nur widerlich zynisch.

    Gibt ja auch andere Beispiele, in denen die wirklich großen US Stars Privatkonzerte für die Diktatoren und Schlächter geben und gaben, beispielsweise in Lybien oder ehemaligen Sowjetstaaten und zuhause ihren Fans von Werten erzählen, die sie sofort vergessen, sobald der Stundenlohn stimmt. Zum Kotzen sowas.
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#10 Homonklin44Profil
  • 17.08.2019, 15:15hTauroa Point
  • Na hoffentlich wird der Typ, den er geküsst hat, jetzt nicht von der Emiratischen Sittenpolizei in die Mangel genommen.
    Sich in den Flieger zu setzen und zum nächsten Gig zu fliegen ist für den Musiker gebongte Sache, aber was passiert mit dem Fan?

    Ich hoffe jedenfalls, die drücken einfach auch mal ein Auge zu.
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