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Polizeibericht

Junger Schwuler in Berlin beschimpft und getreten

Auf der Warschauer Brücke in Berlin-Friedrichshain wurde in der Nacht zu Sonntag ein 22-Jähriger von fünf anderen Männern homophob beleidigt und angegriffen.


Der Vorfall ereignete sich am S-Bahnausgang zur Warschauer Brücke (Bild: Ingolf / flickr)

In der Nacht zu Sonntag gab es aufgrund einer Beleidigung mit homophobem Hintergrund einen Polizeieinsatz im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntagmittag.

Gegen 1.10 Uhr alarmierte ein 22-Jähriger die Polizei zur Warschauer Brücke und gab an, dass ihm auf der Brücke Höhe S-Bahn-Ausgang fünf Männer entgegenkamen. Aus der Gruppe heraus wurde er dann gefragt, ob er schwul sei. Nachdem er dies bejaht hatte, wurde er homophob beschimpft. Darüber hinaus trat ihm ein Mann aus der Gruppe das Handy aus der Hand. Anschließend flüchteten die Männer in Richtung Frankfurter Tor.

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Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt

Wie bei möglicher Hasskriminalität üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen übernommen. Ebenfalls wie üblich enthielt der Erstbericht keine weiteren Details zu den beteiligten Personen.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Erst vor wenigen Tagen war eine trans Frau in Berlin-Kreuzberg mit homophoben Begriffen beleidigt worden (queer.de berichtete). In den letzten Wochen und Monaten wurden immer wieder homo- und transfeindliche Übergriffe publik. Auch wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten im Laufe mehrerer Monate mehrfach mit Farbe beschmiert.

Nach im letzten Herbst vorgestellten vorläufigen Zahlen wurden von der Berliner Polizei im Bereich der Hasskriminalität aufgrund sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität in den ersten drei Quartalen 2018 insgesamt 105 Fälle statistisch erfasst, darunter 30 Gewaltdelikte. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren, samt Nachmeldungen, 139 Fälle registriert worden. Dabei wird von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Taten ausgegangen. (cw/pm)



#1 AlexAnonym
  • 18.08.2019, 12:07h
  • Die Abstände werden immer kürzer...

    Wie lange will die Bundesregierung noch wegsehen?

    Wir brauchen endlich einen nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie. Man hat ja damals in der Anfangszeit von HIV und AIDS gesehen, wie mit Aufklärung, Werbekampagnen, etc. unbegründete Ängste und Vorurteile genommen werden können. Das geht nicht von heute auf morgen, sondern dauert seine Zeit, muss aber irgendwann mal behoben werden.

    Und auch volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Art. 3 GG) ist wichtig. Das bringt nicht direkt gesellschaftliche Akzeptanz, aber indirekt. Wie will man gesellschaftliche Akzeptanz erwarten, wenn nicht mal der Staat uns voll akzeptiert?!

    Wenn Union und SPD diese Dinge nicht umsetzen, müssen eben andere an die Macht.
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#2 AlexAnonym
  • 18.08.2019, 12:20h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • PS:
    Und auch wenn das nicht Bundessache, sondern Ländersache ist, so ist es natürlich auch wichtig, in allen Bundesländern und allen Schulen verpflichtend jeweils altersgerechte Aufklärung zu betreiben.

    Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.
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#3 SixtinusAnonym
  • 18.08.2019, 13:16h
  • Die Forderung nach Erweiterung Artikel 3GG und Schulaufklärung sind natürlich berechtigt.

    Allerdings unternimmt auch die Community selbst zu wenig gegen Hasskriminalität.

    Warum wird im CSD Motto nicht auf diese alltägliche Gewalt hingewiesen?

    CSD-Mottos wie

    - Schwul ist kein Schimpfwort
    - Partner*in an der Hand, eine Faust im Gesicht
    - Angespuckt, weil ich mein Geschlecht lebe

    findet man vergeblich. Stattdessen sind die meisten CSD Mottos nichtssagende Allgemeinplätze, die aber nicht auf die alltägliche Diskriminierung und Gewalt hinweisen.

    Warum sollte das dann auch breit in Medien oder von Politikern thematisiert werden, wenn nicht einmal wir selbst es tun.

    Gleiches gilt für Demonstrationen der Community gegen derartige Gewalt. Wann war die letzte Demonstration, um darauf hinzuweisen? Und wie gut oder schlecht war sie besucht?
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#4 DramaQueen24Profil
#5 TimonAnonym
#6 berliner_bärchenAnonym
  • 18.08.2019, 16:58h
  • "Die" Politik wird LGBTI nur helfen, wenn die Community sich auf die Hinterbeine stellt und Druck macht. Das passiert aber nicht, gerade in Berlin werden ständig irgend welche Pseudo-Diskussionen geführt, in denen sich auffällig häufig alternde Schwule um sich selbst drehen und glauben, sie hätten die Deutungshoheit, wie man richtig schwul lebt - ich darf das sagen - ich bin selbst ein alternder Schwuler.

    Es war nie die Mehrheit von LGBTI, die Veränderungen herbeigeführt haben, sondern immer Minderheiten in der Minderheit. Aber die fehlt gerade. Egomane Schreiberlinge und selbsternannte Polittunten, die einen Keil in die Community treiben (siehe Beißreflexe) helfen da nicht - im Gegenteil, sie zerstören Solidarität.
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#7 körmetAnonym
  • 18.08.2019, 17:03h
  • Antwort auf #4 von DramaQueen24
  • Sorry, aber das bringt gar nichts.

    Jeder Täter hofft erst einmal nicht erwischt zu werden. Abschreckung funktioniert nicht einmal mit der Todesstrafe in den USA. Nach Deiner Logik dürfte es, auf Grund der Todesstrafe, kaum Morde geben - das Gegenteil ist der Fall.

    Man muss mit den Tätern reden. Es gibt ja auch - zumindest im Jugendstrafrecht - den "Opfer-Täter-Ausgleich". Wenn sich der Täter mit seinem Opfer und(!) gleichzeitig seiner Tat auseinandersetzen muss, muss er zwangsläufig über sein Handeln nachdenken.

    Bei Deiner harten Bestrafung macht der Täter aus Angst vor erneuten Bestrafung erst einmal nichts mehr; macht aber dann, wenn er wirklich sicher gehen kann, dass ihm nichts passiert, erst recht Schlimmes!
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#8 SpiegleinSpiegleinAnonym
  • 18.08.2019, 17:28h
  • Antwort auf #6 von berliner_bärchen
  • #6 berliner_bärchen

    RIchtig, man dreht sich in Pseudodebatten im Kreis, aber eher nicht die älteren Schwulen, die haben meistens auch noch anderes zu tun, sondern die jungen Aktivist*innen.

    Dass den älteren Schwulen, die ja offensichtlich die Klappe halten sollen, jetzt auch noch vorgeworfen wird, dass sie die Bewegung nicht in den Kampf gegen Gewalt auf der Straße führen - allmählich wirds lächerlich.

    Auf der einen Seite will man die Älteren enterben, kriegt aber selbst nicht den Arsch hoch, es sei denn, es geht darum, eine Toilette umzubennen. Wenns darum geht, flippen alle aus und twittern sich die Finger wund.

    Wo sind denn die jungen Queer-Aktivisten? Die sind doch vollauf damit beschäftigt, sich hysterisch und paranoid an Jan Feddersen, Elmar Kraushaar etc abzuarbeiten, die haben doch gar kein Interesse an Themen, bei denen sie nicht per se den alten schwulen weißen Mann verbal kreuzigen können.
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#9 IsaakAnonym
  • 18.08.2019, 17:45h
  • Antwort auf #4 von DramaQueen24
  • Klar, wieso nicht direkt den Rechtsstaat aussetzen und die Delinquenten teeren und federn?

    Bei allem Respekt, aber mit derlei absurden Forderungen kommt man doch nicht weiter. Davon abgesehen, dass dieselben mutmaßlich verfassungswidrig sind.
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#10 DramaQueen24Profil
  • 19.08.2019, 03:48hBerlin
  • Antwort auf #7 von körmet
  • Wo bitte habe ich von der Todesstrafe geredet? Das ist DEINE INTERPRETATION! Hassverbrechen werden nicht nur in den USA härter als "normale" Verbrechen bestraft. Großbritannien und Frankreich sind nur zwei Länder, wo es zutrifft.
    Und die hier schon angesprochene Prävention, z.B. in Schulen, bringt wenig, weil viele Kinder und Jugendliche durch ein religiöses oder/und faschistisches Elternhaus, gepaart mit dem Gruppendruck der eigenen Gruppe es oft unmöglich macht, Homophobie zu bekämpfen. Ein Beispiel:
    In meiner Jugend (lang ist's her), gab es in der David O.McKay einen jüdischen Mitschüler. Die meisten, die auf die Schule gingen, waren Mormonen. Er wurde gemobbt, weil er sich von einigen Dingen fern hielt (seine Eltern, wie er, waren orthodoxe Juden). Er wurde gemobbt, weil er nicht wie die anderen sein wollte. Er wurde gemobbt, weil die Mormonen, obwohl sie damals judenfreundlich taten, eigentlich Antisemiten oft waren. Er hat am Ende die Schule verlassen müssen, nicht diejenigen, die ihn gemobbt haben!
    Vielleicht haben sich einige bei dem Mobbing unwohl gefühlt, wollten eigentlich nicht mitmachen, doch sie ALLE aus seiner Klasse machten mit (ich war eine Klasse unter ihm, bekam aber alles auf dem Schulhof mit)!
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