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Kommentare zu:
Fast 33.000 gleichgeschlechtliche Eheschließungen bis Ende 2018


#1 Ralph
  • 19.08.2019, 11:22h
  • Auch wenn man berücksichtigt, dass der größere Teil der Eheschließungen anfangs Umwandlungen von Lebenspartnerschaften waren, lässt sich doch die These von dem absoluten Minderheitenprogramm nicht aufrechterhalten.
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#2 HO2WAnonym
  • 19.08.2019, 11:40h
  • Wenn ich das richtig sehe, dann sind das also 11.000 Eheschließungen seit der Öffnung der Ehe vor zwei Jahren. Alle anderen Paare hatten schon eine eingetragene Lebenspartnerschaft, die sie umgewandelt haben.

    11.000 Ehen in zwei Jahren finde ich nicht sonderlich viel.
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#3 AlexAnonym
  • 19.08.2019, 11:45h
  • Das zeigt wieder mal, dass das eben kein Randthema ist, sondern die Mitte der Gesellschaft betrifft.

    Jede 14. Ehe ist gleichgeschlechtlich. Und wenn man dann noch bedenkt, wieviele LGBTI nicht heiraten, dann sollte jeder Partei und jedem Politiker klar werden, dass man uns nicht mehr länger ignorieren kann.

    Wir fordern die volle rechtliche Gleichstellung, inkl. Art. 3 GG, Abstammungsrecht, AGG, Reform der rechtlichen Situation von Trans- und Intersexuellen, etc.
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#4 Dont_talk_aboutProfil
  • 19.08.2019, 12:09hFrankfurt
  • 1/14 erscheint mir doch sehr wenig. Wenn man berücksichtigt, dass 2/3 Umwandlungen sind, ist man schon bei etwa 1/42. Dazu kommt der Effekt, dass viele nur die Ehe akzeptable finden und daher keine Lebenspartnerschaft eingingen, obwohl sie schon früher heiraten wollten. Diese muss man dann auch noch aus der Statistik herausnehmen, da sie aus der Vergangenheit kommen und der Effekt sich in der Zukunft nicht wiederholen wird. Der Anteil kann natürlich nur geschätzt werden. Bei einer vorsichtigen Schätzung von 1/3 an den "Eheschließungen ohne vorherige Lebenspartnerschaft" wären wir bei etwa 1/63.

    1/63 ist also der Anteil der gleichgeschlechtlichen Eheschließungen mit dem in Zukunft zu rechnen ist.
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#5 Sabelmann
#6 goddamn liberalAnonym
#7 Dont_talk_aboutProfil
  • 19.08.2019, 14:24hFrankfurt
  • Antwort auf #6 von goddamn liberal
  • Die Rechnungen sind doch ausgeführt. 1/63 ist jedoch eher eine hohe Prognose. Der Anteil der Paare, die schon vorher geheiratet hätten, aber eine Lebenspartnerschaft ablehnten, kann auch höher sein. Nach der Annahme meiner Rechnung wäre er nur 1/3 zu 2, also 1/6, denen die Lebenspartnerschaft nicht ausreichte. Wäre der Anteil 2/3 zu 2 also 1/3 käme man
    man auf 1/42 * 1/3 = 1/126.

    Eine vorsichtige Prognose wäre also 1/126 für den zukünftigen Anteil an gleichgeschlechtlichen Eheschließungen.
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#8 H02WAnonym
  • 19.08.2019, 14:52h
  • Antwort auf #5 von Sabelmann
  • Nein, das habe ich gar nicht gesagt und auch nicht gemeint. Meinetwegen könnten es auch nur 2.000 Eheschließungen sein, das wäre trotzdem okay.

    Ich finde 11.000 einfach nur nicht viel in zwei Jahren. Ich hatte den Eindruck, dass ein regelrechter Boom eingesetzt hatte. Gerade die Medien haben nach der Eheöffnung regelmäßig über Paare berichtet. Dadurch ist bei mir dann wohl eine falsche Vorstellung entstanden.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#9 Ralph
  • 19.08.2019, 15:02h
  • Antwort auf #7 von Dont_talk_about
  • Toll, so Spekulationen... ich mach mit. Nehmen wir mal eine gut zu rechnende Einwohnerzahl von deutlich abgerundet 80 000 000 Leuten. Wenden wir darauf die berühmten 5% an, die immer wieder genannt werden. Das sind dann 4 000 000 Schwule und Lesben grob geschätzt. Lassen wir von denen mal nur 10% heiraten. Sind wir bei 400 000. Das ist schon viermal die von mir aus betrachtet nächstgrößere Stadt, nicht eben eine zu vernachlässigende Größe.
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#10 Dont_talk_aboutProfil
  • 19.08.2019, 16:26hFrankfurt
  • Antwort auf #9 von Ralph
  • Du gehst also von 4.000.000 Schwulen und Lesben in Deutschland aus. Rechnen wir vorsichtig und sagen 3.000.000 Schwule und Lesben über 18. Dem stehen etwa 33.000 Eheschließungen gegenüber also 66.000 Verheiratete. Dies bedeutet, dass 2,2 % aller Schwulen und Lesben verheiratet sind. Also etwa jeder 50.

    Ok sagen, wir man muss nicht mit 18 heiraten und für einige Ältere kommt das Gesetz zu spät, dann sind wir vielleicht bei 1/25. Dies bedeutet, dass die Ehe für alle nur für 4 % (der Schwulen und Lesben !)
    relevant ist. Die Minderheit in der Minderheit ist etwa so groß wie die Minderheit der Schwulen und Lesben in der Gesamtbevölkerung.
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#11 ursus
  • 19.08.2019, 17:16h
  • Antwort auf #9 von Ralph
  • Ich glaube, die meisten von uns hier können sich darauf einigen, dass die Eheöffnung ein sehr wichtiges politisches Signal dafür war, dass wir uns nicht mehr wie Bürger_innen zweiter Klasse behandeln lassen und dass wir gleiche Rechte verdienen. Der Gleichheitsgrundsatz kennt keine Mindestanzahl. Selbst wenn kein einziges schwules oder lesbisches Paar heiraten wollte, wäre es wichtig, dass wir das alle selbst entscheiden können.

    Wenn die Ehenachfrage unter Schwulen und Lesben sich aber nun als relativ gering erweisen sollte (ich halte es ehrlich gesagt für zu hoch geschätzt, dass zehn Prozent von uns heiraten wollen/werden), dann kann man sich fragen, was das eigentlich bedeutet und wie das kommt.

    Ich möchte mal in Frage stellen, ob es automatisch was Gutes ist, wenn die Ehequote auch bei "uns" möglichst hoch ist. Oft wird es ja so diskutiert, aber welche Grundannahmen und Wertungen gehen dem eigentlich voraus?

    Ganz generell stellt sich außerdem die Frage, welche und wessen Bedürfnisse die Politik weiterhin vernachlässigt, indem sie an der Zweier-Ehe als einzigem Modell festhält. Das betrifft auch die Tatsache, dass die Anzahl der Eheschließungen insgesamt rückläufig ist, während die Zahl der Scheidungen sinkt, und dass inzwischen die Hälfte aller Ehen kinderlos ist.

    Ich halte wenig davon, die Anzahl der Eheschließungen oder der queeren Menschen insgesamt hoch- oder runterzuspekulieren. Das bringt in der Regel wenig. Die wichtigere Frage ist für mich, in welche Richtung(en) wir jetzt weiterdenken wollen, um eine gerechtere und freiere Welt zu schaffen, in der möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen in gleicher Weise berücksichtigt werden.

    Meines Erachtens ist es dringend an der Zeit, endlich wieder über die Ehe hinauszudenken.
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#12 ursus
#13 Dont_talk_aboutProfil
  • 19.08.2019, 17:34hFrankfurt
  • Antwort auf #11 von ursus
  • Der Bundestag hat die "Ehe für alle" beschlossen und das war richtig. Trotzdem muss man sich bei weiteren Themen (Stichwort Drei-Personen-Ehe) überlegen, ob sie gesellschaftlich relevant genug sind. In einer Demokratie kann ich nicht STÄNDIG Themen auf die Tagesordnung bringen, die nur für 0.3 % der Gesamtbevölkerung relevant sind. So bringe ich meine Partei auf Dauer unter die 5.

    Anders als Kollege TheDad uns einreden will, stehen Themen in der Politik oft in Konkurrenz zueinander, da man nicht alles gleichzeitig machen kann. Wenn z.B. Volker Beck erklärt, ohne die "Ehe für alle" keine Koalition, dann hätte dies heißen können, dass die Grünen ihre einzige Koalitionsoption mit der Union verwerfen und damit ihre klimapolitischen Vorstellungen nicht einbringen können.
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#14 ursus
  • 19.08.2019, 17:59h
  • Antwort auf #13 von Dont_talk_about
  • Du wirst verstehen, dass ich jemanden, der in diesem Forum seit vielen Jahren nichts anderes tut, als jede Diskriminierung kleinzureden, jede berechtigte Kritik zu diskreditieren und jegliche Form von Aktivismus zu untergraben, nicht als einen Gesprächspartner sehe, der mir oder anderen neue Erkenntnisse ermöglicht. Auch ich muss meine Energien fokussieren und meine Zeit sinnbringend nutzen.
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#15 Dont_talk_aboutProfil
  • 19.08.2019, 18:18hFrankfurt
  • Antwort auf #14 von ursus
  • Ich habe mich hier immer klar gegen Diskriminierung positioniert. Allerdings ist mir auch die Verhältnismäßigkeit wichtig. Wir können doch der Politik einfach mal dankbar sein, dass sie die "Ehe für alle" beschlossen hat. Nun können wir es doch einfach mal laufen lassen ohne gleich neue Forderungen nachzuschieben.
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#17 Patroklos
  • 19.08.2019, 20:46h
  • Die gute Nachricht des Tages und ich rechne damit, daß es in diesem Jahr noch weitere Paare gibt, die ihre ELP in eine Ehe aufwerten werden!
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#18 Ralph
  • 19.08.2019, 20:50h
  • Antwort auf #10 von Dont_talk_about
  • Ich glaubte, meinen Beitrag hinreichend als rein spekulativ gekennzeichnet zu haben. - Es geht doch um was ganz anderes: Rechtsgleichheit aller Bürgerinnen und Bürger hängt nicht davon ab, wie viele Menschen davon Gebrauch machen. Wenn es nur darauf ankommt, wie viele gleichgeschlechtliche Paare tatsächlich heiraten, oder wie viele religionsverschiedene, oder wie viele im Alter von über 60 Jahren, oder wie viele verschiedener Hautfarbe - dann können wir die Ehe ja auf heterosexuelle Weiße gleichen Glaubens zwischen 18 und 50 Jahren beschränken. Die anderen Paare sind eh nur Minderheiten in teils sehr geringer Zahl. Und wenn nur ein schwules und nur ein lesbisches Paar geheiratet hätte! Menschenwürde und Grundrechte sind nicht abhängig von der Zahl ihrer Träger.
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#19 Ralph
  • 19.08.2019, 21:04h
  • Antwort auf #16 von ursus
  • Ja... dass eine Forderung erfüllt wurde, zieht keine moralische oder politische Verpflichtung nach sich, auf andere Forderungen zu verzichten. Das sag ich bewusst als jemand, der manchen Ideen, die da so im Schwange sind, ablehnend gegenübersteht, wenn ich auch ein Rechtsinstitut für sinnvoll halte, das zusammenlebenden Menschen, die weder als Ehe noch als Familie definiert werden können, Anerkennung und Vorteile verschafft, wenn sie Verantwortung füreinander übernehmen wie Unterstützung zum Lebensunterhalt oder Pflege; man denke an Geschwister im Alter oder an langjährige Wirtschaftsgemeinschaften von mehr als zwei Personen.

    Anderes Thema: Ich habe hier in anderem Rahmen bereits gesagt, dass mir die Ehe als romantisches Liebeskonstrukt fremd ist. Wir haben geheiratet, weil uns das Vorteile bringt, rechtlich gegenüber Dritten und auch wirtschaftlich im Erb- und Steuerrecht und wegen der Alters- und Hinterbliebenenversorgung. Ich halte es auch für legitim, solche Vorteile wahrzunehmen. Wir sind inzwischen mehr als 32 Jahre lang zusammen. Warum sollen wir nicht in Anspruch nehmen, was jedem Hetero-Ehepaar auch zusteht? Manche junge Schwule, mit denen ich über die Ehe geredet habe, können sich durchaus vorstellen, in höherem Alter von dieser Möglichkeit doch noch Gebrauch zu machen, ganz einfach um den Partner und sich selbst rechtlich und finanziell abzusichern.
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#20 HirnVomHimmelAnonym
#21 stromboliProfil
  • 20.08.2019, 01:38hberlin
  • Antwort auf #11 von ursus
  • "Meines Erachtens ist es dringend an der Zeit, endlich wieder über die Ehe hinauszudenken."

    Seh ich da spät in der nacht ein licht am ende des heteronormativen tunnels flackern...
    Bin voll bei deinen überlegungen im obigen beitrag!
    Leider ist auch mit der einführung und handhabung der "ehe für alle" , ein progressives zeitfenster geschlossen.
    Ein "danaer-geschenk".
    Der konservativen reaktion geht es nunmehr nicht mehr um die rückdrehung , sondern um genau jene politik der "zweierkultur" , die weiterführendes denken in neue partnerformen derzeit wieder unmöglich machen.
    Da wir zudem auf kosten anderer gruppen unser partikularinteresse als "wahl-schenkung" in den schoß geworfen bekamen, fehlen uns nun die solidarischen verbündeten für emanzipatives vordern.

    Da du vom scheiden schreibst; mich würden ja eher die gleichgeschlechtlichen scheidungszahlen interessieren.. kicher.
    So wäre der schwul/lesbischen erfolgsgeschichte ein weiterer heteronormativer wesenszug anzurechnen.
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#22 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.08.2019, 02:33hFrankfurt
  • Antwort auf #18 von Ralph
  • Nochmal: "Ehe für alle" ist richtig, unabhängig davon wie viele sie eingehen. Man kann es ja auch umgekehrt sehen: die Befürchtungen der Gegner haben sich nicht bewahrheitet.

    Nur bei Koalitionsverhandlungen muss eine Partei abwägen, welche Themen sie durchsetzen muss und welche nicht. Bei der SPD war da der Mindestlohn vor der "Ehe für alle". Für diese Abwägung kann es dann doch relevant sein, wie stark die "Ehe für alle" nachgefragt wird.

    Gabriel hat mit dem Mindestlohn sicher für die SPD die richtige Entscheidung getroffen. Für einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Wählerschaft der SPD ist das wichtig.
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#23 PfoteAnonym
#24 TheDadProfil
#25 TheDadProfil
  • 20.08.2019, 09:50hHannover
  • Antwort auf #10 von Dont_talk_about
  • ""Du gehst also von 4.000.000 Schwulen und Lesben in Deutschland aus.""..

    Äh ?
    Nöö..

    Davon gehen dann immer Leute aus, die versuchen eine Minderheit möglichst klein zu rechnen, vor allem dann wenn diese Zahlen dazu genutzt werden um "Maßnahmen" als Gesetze und Verordnungen im Bundestag zu "begründen"..

    Ob dann dabei nur die "über 18" in den Fokus dieser Schätzungen geraten sind, ist gar nicht bekannt..

    Wie zu erwarten "denkst" Du hier dann noch einen "Anteil Minderjähriger" heraus, der dann 25 Prozent betragen soll..

    Aus vielerlei Gründen die unter anderem mit der Alters-Pyramide und dem Nachwuchs in Familien zusammenhängen, KANN dieser Anteil gar nicht bei 25 Prozent liegen..

    Mann bedenke hierzu :
    80 Millionen Bürger*innen haben im Schnitt im Jahr 330.000 Nachkommen, wovon dann wieder je 5 Prozent, also 16.500 LGBTTIQ* sind, mal 18 Jahre macht dann einen maximalen Anteil von 297.000 LGBTTIQ*-Kindern und Jugendlichen..

    Von der Million die Du hier also "denkst" ist das sehr weit entfernt..

    Und selbst dann wenn sie als noch Minderjährige derzeit noch gar nicht heiraten dürften, sind sie dennoch von der Möglichkeit einer Ehe betroffen, wenn auch erst "in der Zukunft", und deshalb nicht einfach aus dieser Minderheit herauszurechnen um einen "Betroffenenkreis" zu suggerieren, der möglichst klein bleiben soll..

    ""Die Minderheit in der Minderheit ist etwa so groß""..

    ..ist in Relation in etwa"..

    Und selbst wenn das so wäre..
    Welche Erkenntnis zieht man aus diesen Rechenspielen die an den aufgeführten Stellen von falschen Basis-Annahmen ausgehen ?
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#26 TheDadProfil
  • 20.08.2019, 10:07hHannover
  • Antwort auf #13 von Dont_talk_about
  • ""Trotzdem muss man sich bei weiteren Themen (Stichwort Drei-Personen-Ehe) überlegen, ob sie gesellschaftlich relevant genug sind.""..

    Das gleiche DOOFE "Argument" wie gegenüber der "Ehe für Alle" soll hier nun helfen die Diskussion über andere Beziehungsformen in welcher Ausprägung auch immer, zu verhindern..

    Die Erkenntnis das die Ehe für Alle nicht das Ende einer Entwicklung sein kann, sondern der Anfang eines "gesellschaftlichen Aufbruches" wird nicht gezogen..
    Im Gegenteil..
    Sofort zieht man sich auf die Idee zurück, die mit der "Ehe für Alle" verbundene Heteronormativität und die "binäre Einteilung" von Familie nicht weiter "zu beschädigen"..

    Noch immer ist nicht verstanden worden das ein einfaches
    "ich brauche das nicht"
    NICHT die Basis einer Argumentation über die Rechte sein kann, welche man den Bürger*innen in ihrer Masse gewähren muß !

    Analog zur "Ehe für Alle" lautet auch hier die Maßgabe
    "und wenn es nur EIN PAAR" beträfe, die das wollen, dann muß man es erlauben !

    Die sich stellenden Fragen lauten dann auch :
    Wie kann man das erreichen, und wie kann man verhindern das Diskussionen darüber verhindert werden ?

    ""Anders als Kollege TheDad uns einreden will, stehen Themen in der Politik oft in Konkurrenz zueinander, da man nicht alles gleichzeitig machen kann. Wenn z.B. Volker Beck erklärt, ohne die "Ehe für alle" keine Koalition, dann hätte dies heißen können, dass die Grünen ihre einzige Koalitionsoption mit der Union verwerfen und damit ihre klimapolitischen Vorstellungen nicht einbringen können.""..

    Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen..
    Und dann übertragen auf die von Dir genannten "relevanten Themen", um zu erkennen das am Ende die Grundrechte in einer Koalition geopfert werden, um der Wirtschaft ungehinderten Profit zu erlauben..
    Oder auch analog reziprok dazu die Grundrechte dem Umweltschutz zum Opfer fallen, denn es gibt ja immer irgendwie "wichtigeres"..

    Doch anders als Du hier "denkst" ist Politik in einer Koalition immer ein "Gesamtpaket", und die Gesellschaftspolitik einer UNION im Vergleich mit der der Grünen eine Politik die KEINEN "höheren Anspruch auf Durchsetzung" entfaltet..

    Im Gegenteil..

    Wenn also die Grünen dann durch diese "Erpressung der UNION" diese Koalition verhindern, weil sich die UNION nicht genug verbiegen kann der Gesellschaftspolitik der Grünen zu folgen, dann wird diese Koalition zu Recht nicht geschlossen..
    Dagegen sprechen dann auch keine "umweltpolitischen Aspekte"..
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#27 TheDadProfil
  • 20.08.2019, 10:11hHannover
  • Antwort auf #15 von Dont_talk_about
  • ""Ich habe mich hier immer klar gegen Diskriminierung positioniert. Allerdings ist mir auch die Verhältnismäßigkeit wichtig.""..

    Es GIBT KEINE solche "Verhältnismäßigkeit" die man gegen Diskriminierung abwägen könnte !

    Allein der Versuch ist die "Erlaubnis zur Unterdrückung" !

    Denn JEDE Diskriminierung,
    egal wie marginal sie einem vorkommen mag
    IST UNVERHÄLTNISMÄSSIG !
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#28 TheDadProfil
  • 20.08.2019, 10:18hHannover
  • Antwort auf #22 von Dont_talk_about
  • ""die Befürchtungen der Gegner haben sich nicht bewahrheitet.""..

    So viel Unfug in einem Kommentar..
    diese "Befürchtungen der Gegner" waren zu keiner Zeit von irgendwelchen Zahlen abhängig..

    Im Gegensatz zum "Mindestlohn", denn auch hier haben sich die ""Befürchtungen der Gegner"" ebenfalls nicht bewahrheitet..

    Das hätte man aus den verschiedenen Erfahrungen anderer Länder die den Mindestlohn zum Teil seit EINHUNDERT Jahren haben (siehe USA) auch wissen können !

    Deine "Abwägungen" sind hier einfach politisch irrelevant, denn sie ignorieren die Wechselwirkungen zwischen den "verschiedenen Politik-Feldern"..
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#29 Ralph
  • 20.08.2019, 10:32h
  • Antwort auf #22 von Dont_talk_about
  • Entschuldige - abwägen kann man nur zwei Dinge gegeneinander, hier also Grundrechte für Schwule und Lesben... und was bitte ist noch mal das andere? Mindestlohn? Ernsthaft? Oder waren's seinerzeit nicht eher die Ausländermaut und die Herdprämie? Und in welchem Zusammenhang stehen diese Dinge - Eheöffnung => kein Mindestlohn? Echt?

    Es gibt ja ein altes Schema: Bei jeder Verbesserung für unsereinen stimmt man grundsätzlich zu - aber gerade jetzt gibt es Wichtigeres zu erledigen, deshalb wird unser Anliegen wieder in den Korb "Wiedervorlage wenn's mal gar nix Besseres zu tun gibt" abgeschoben. Und: Jede Verbesserung für uns bedeutet eine Verschlechterung für andere, z.B. wenn wir Familienzuschlag kriegen, bekommen Hetero-Familien weniger Geld; wenn wir Hinterbliebenenrente kriegen, werden allgemein Renten geringer; wenn wir heiraten dürfen, bekommen Hilfsarbeiter nicht den Lohn, der ihnen eigtl. zusteht - usw. usf. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Landtag RLP beantragte die CDU mal, die Landesregierung zu verpflichten, ein paar Jahre nach Einführung des Famlienzuschlags für schwule Beamte und lesbische Beamtinnen in Lebenspartnerschaft eine Aufstellung zu erarbeiten, wie viel Fördergelder für Hetero-Familien deswegen gestrichen worden seien (natürlich kein Cent - aber behaupten darf man's ja mal).
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#30 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.08.2019, 12:27hFrankfurt
  • Antwort auf #29 von Ralph
  • @Ralph

    Dann sag bitte klar, die SPD hätte in den Koalitionsverhandlungen mit der Union beim Mindestlohn nachgeben sollen, um die Ehe für alle durchzusetzen. Ansonsten ließt sich das so wie die Beiträge des Kollegen TheDad, der von der SPD fordert sich in 100 % der Positionen durchzusetzen und die Union muss in allen Punkten nachgeben.

    Politik läuft nun man so, dass man über Politikfelder hinweg Kompromisse machen muss. Geht ja gar nicht anders, weil für Kollegen TheDad und andere Kompromisse im Rahmen der Homo-Ehe gar nicht möglich sind, da alles unterhalb der vollständigen Gleichstellung nichts ist. Also ist in dieser Frage ein Kompromiss nicht möglich. Nur ganz oder gar nicht.
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#31 Ralph
  • 20.08.2019, 17:49h
  • Antwort auf #30 von Dont_talk_about
  • Hier die gewünschte klare Antwort: Grundrechte sind nicht verhandelbar. Daher wäre ohne Eheöffnung ein Koalitionsvertrag nicht abzuschließen gewesen, und die Union hätte dann eben zusehen müssen, wie sie eine Mehrheit für eine Kanzlerwahl zu Stande bekommen und vier Jahre lang als Minderheitsregierung amtiert hätte. Die CSU hatte klargestellt, dass sie ohne Herdprämie und ohne Ausländermaut keinen Vertrag schließen würde, obwohl beide Pläne schon damals bekanntermaßen grundgesetz- bzw. europarechtswidrig waren (beide wurden dann ja auch zwar Gesetz, aber später von den zuständigen Gerichtshöfen aufgehoben). Es ist nicht ersichtlich, wieso man für die Durchsetzung des verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgebots auf den Mindestlohn hätte verzichten müssen. Dass die SPD eigene Versprechen konsequent bricht und sich auf Gedeih und Verderb an Frau Merkel gekettet hat, ist einer der Gründe für ihren Niedergang.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #30 springen »
#32 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.08.2019, 18:59hFrankfurt
  • Antwort auf #31 von Ralph
  • @Ralph

    Das ist keine klare Antwort.

    1) Wenn die "Ehe für alle" ein Grundrecht ist, wieso musste man sie dann im Bundestag beschließen und konnte sie nicht einfach in Karlsruhe einklagen ?

    2) Du drückst Dich erneut vor der Frage, ob die Positionen, die die SPD durchgesetzt hat (Mindestlohn), weniger wichtig sind. Wenn die SPD den Grünen das Feld überlassen hätte, hätte es den Mindestlohn und andere soziale Wohltaten nicht gegeben.
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#33 Ralph
  • 20.08.2019, 20:17h
  • Antwort auf #32 von Dont_talk_about
  • Ich drücke mich vor überhaupt nichts, ich bin nur nicht bereiit, einzelne gesetzgeberische Maßnahmen und die Interessen einzelner Bevölkerungsgruppen, die ohne Zusammenhang nebeneinander stehen, einander weder bedingen noch ausschließen und ähnlich berechtigt sind, gegeneinander auszuspielen nach dem Motto: Wir suchen uns aus, was uns wichtiger ist, weil es vielleicht populärer ist oder mehr Menschen betrifft, und das andere lasssen wir unter den Tisch fallen. Außerdem lag ein Gesetzentwurf seit langen Jahren auf dem Tisch, und Gesetzentwürfe werden im Bundestag und Bundesrat entschieden, nicht im Bundesverfassungsgericht. Schließlich und endlich ist es nicht akzeptabel, gerade im Bereich Rechte von Schwulen und Lesben nachgerade alles ans Bundesverfassungsgericht abzuschieben, weil der Gesetzgeber zu faul oder zu feige ist. Familienzuschlag, Einkommensteuer, Grunderwerbsteuer, Hinterbliebenenversorgung und und und... alles wurde ans Bundesverfassungsgericht abgeschoben. Irgendwann muss der Gesetzgeber seine Arbeit auch mal selbst machen.
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#34 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.08.2019, 21:41hFrankfurt
  • Antwort auf #33 von Ralph
  • @Ralph

    1) Die Antwort ist doch schon wesentlich klarer. Ich lese heraus, dass Du die beiden Anliegen ähnlich wichtig findest.

    2) Unklar ist mir dagegen nach wie vor, wie Du Dir Koalitionsverhandlungen vorstellst. 2 Parteien sind bei 2 Fragen unterschiedlicher Meinung. Bei beiden Fragen gibt es nur eine binäre Antwortmöglichkeit.
    Da liegt es doch nahe, dass man bei der einen Fragen im Sinne von Partei 1 und bei der anderen Frage im Sinne von Partei 2 entscheidet. Was denn sonst ?
    Wie hätte die SPD vor ihre Mitglieder treten sollen, wenn Sie weder den Mindestlohn noch die Ehe für alle durchgesetzt hätte ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#35 TheDadProfil
  • 20.08.2019, 22:56hHannover
  • Antwort auf #30 von Dont_talk_about
  • ""Dann sag bitte klar, die SPD hätte in den Koalitionsverhandlungen mit der Union beim Mindestlohn nachgeben sollen, um die Ehe für alle durchzusetzen.""..

    Was Du offenbar nicht begreifen willst :

    Das Eine ist nicht Zugunsten oder auch zu Ungunsten des Anderen vernachlässigbar !

    Und die Koalition hätte sehr wohl BEIDE Fakten als "Vereinbarung" vertragen !

    Es ist nämlich nicht notwendig eine soziale Frage wegen einer anderen sozialen Frage zu vernachlässigen, bloß weil Leute wie Du immer noch denken "beides zusammen ist zuviel des Guten" und die UNION könnte das nicht "vertragen" und sei damit irgendwie "überfordert"..

    Wenn die UNION die gesellschaftlichen Veränderungen überfordern, dann soll sie der Regierung Zugunsten des Staates, und vor allem der Gesellschaft fern bleiben..

    ""Ansonsten ließt sich das so wie die Beiträge des Kollegen TheDad, der von der SPD fordert sich in 100 % der Positionen durchzusetzen und die Union muss in allen Punkten nachgeben.""..

    Was Du hier einforderst ist nicht minder eine Position die sehr stark tendenziell daherkommt..

    Welchen Grund genau gäbe es von seinen Forderungen abzuweichen wenn man hier als "Anwalt der SPD" die zu klärenden Fragen gegenüber einem User vertritt, der originär die Sache aus der Position der UNION aus betrachtet ?

    Keinen..

    Die Grünen haben 2017 vorgemacht was die SPD 2013 einfach verpasst hat :

    "keine Koalition ohne Öffnung der Ehe"..

    2013 hätte es dann geheißen :
    "keine Koalition ohne Ehe-Öffnung und Mindestlohn"..

    Mit wem hätte denn die UNION sonst noch koalieren können ?

    Politik heißt dann nämlich auch :
    Man muß die Position nutzen die man inne hat..

    Und nach der Wahl 2017 war dann die Koalitions-Bildung und damit die Regierungs-Bildung so schwierig, daß man satte 6 Monate brauchte um eine GroKo fortzusetzen, und die Leut denken immer noch, dies sei wegen des Wahlergebnisses der Fall gewesen..
    Blödsinn..
    Die Mutti war sauer auf SPD UND Grüne und wollte mit keinem der beiden..
    Verletzte Eitelkeiten wegen eines Bauchgefühls welches sich mit einem lautem Furz kurz vor der Wahl in warme Luft aufgelöst hat..

    Und nun warten alle sehnlichst auf ihr "letztes interview als kanzlerin" in dem sie so ganz nebenbei den Satz fallen lassen wird
    "ich hätte nie gedacht daß das so gut von der gesellschaft aufgenommen würde"..

    ""Politik läuft nun man so, dass man über Politikfelder hinweg Kompromisse machen muss.""..

    Ach ?
    Etwa die Ehe-Öffnung als "Kompensation" für die PKW-Maut ?

    Du hast ja so gar keine Ahnung von der Materie..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #30 springen »
#36 TheDadProfil
  • 20.08.2019, 23:00hHannover
  • Antwort auf #32 von Dont_talk_about
  • ""1) Wenn die "Ehe für alle" ein Grundrecht ist, wieso musste man sie dann im Bundestag beschließen und konnte sie nicht einfach in Karlsruhe einklagen ?""..

    Weil im Grundgesetz dazu steht das die entsprechenden Gesetze dazu erlassen werden müssen, und das machen Bundestag und Bundesrat zusammen, und nicht das Bundesverfassungsgericht !

    Politischer Dilettantismus beherrscht hier offenbar Deine Haltung !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #32 springen »
#37 TheDadProfil
  • 20.08.2019, 23:02hHannover
  • Antwort auf #34 von Dont_talk_about
  • ""Wie hätte die SPD vor ihre Mitglieder treten sollen, wenn Sie weder den Mindestlohn noch die Ehe für alle durchgesetzt hätte ?""..

    Die Antwort wurde schon MEHRFACH gegeben !

    GAR NICHT !
    Es hätte keinen Koalitionsvertrag gegeben denen man den Mitgliedern* zur Abstimmung hätte vorlegen müssen !
  • Antworten » | Direktlink » | zu #34 springen »
#38 Dont_talk_aboutProfil
  • 21.08.2019, 00:08hFrankfurt
  • Antwort auf #35 von TheDad
  • @Kollege TheDad

    Die Union verfehlte 2013 nur knapp die absolute Mehrheit. Ich finde es schon reichlich arrogant zu erwarten, dass sie der SPD dann in ALLEN Punkten nachgeben muss, weil die Union die Zeichen der Zeit ja nicht erkannt hätte. Mit Demokratie hat das nicht mehr viel zu tun, aber ein typischer TheDad wie wir ihn alle kennen.

    Wenn Du auf die damalige theoretische Mehrheit von RRG anspielst: die bleibt theoretisch, weil die Linkspartei genauso wenig kompromissbereit ist wie Du und damit politikunfähig. Daher führt kein Weg an der Union vorbei.

    In Hessen würden sich die Grünen in schwarz-grün auch nicht von einer theoretischen Mehrheit CDU/AfD/FDP im Landtag drohen lassen. Die Politik in Hessen ist sogar grüner geworden, weil die Grünen stärker geworden sind, obwohl es in der letzten Legislatur eine theoretische RRG-Mehrheit gab. Dies ist für die Kompromissfindung nicht relevant und irgendwie muss das Land ja regiert werden.
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#39 TheDadProfil
  • 21.08.2019, 09:51hHannover
  • Antwort auf #38 von Dont_talk_about
  • ""Die Union verfehlte 2013 nur knapp die absolute Mehrheit. Ich finde es schon reichlich arrogant zu erwarten, dass sie der SPD dann in ALLEN Punkten nachgeben muss, weil die Union die Zeichen der Zeit ja nicht erkannt hätte.""..

    Überprüf doch einfach mal Deine Motivation für diese "Argumente"..

    Du erwartest hier einen Bückling der SPD allein aus der Tatsache heraus das die UNION "knapp an der absoluten Mehrheit" vorbeigeschrappt sei, und siehst deshalb die Politik der UNION für "unbedingt durchsetzbar an"..

    Das hat mit Demokratie und vor allem der "Kunst des Kompromisses" nichts zu tun, denn der Koalitionspartner ist NICHT dafür zuständig die Politik des anderen Koalitionspartners "zu garantieren"..

    Übrigens bestand ungeachtet des Wahlergebnisses der UNION die Möglichkeit einer völlig anderen Regierungsbildung, und die dazu bereiten möglichen Koalitionspartner hatten schon vor dem Abschluß des Koalitionsvertrages zwischen UNION und SPD signalisiert, die Ehe auch schon ohne Regierung an der UNION vorbei öffnen zu wollen..
    Aber das nur nebenbei..

    Kompromiss bedeutet in der Politik möglichst BEIDE Seiten so weit wie es der Kompromiss zulässt durchzusetzen..
    Durchsetzen aber ist immer mit Beharren auf eigene Projekte verbunden..

    Für die "laufende Politik" die sich im Koalitionsvertrag wiederfinden soll ist dann auch nicht allein das Wahlergebnis der UNION maßgeblich, sondern die 80 Prozent des Wähler-Willens die beide mögliche Koalitionspartner auf sich vereinigen..
    Was dann originär bedeutet, die Wählerschaft der SPD haben ein "Anrecht" darauf ihren "Wählerwillen" im Koalitionsvertrag "gleichberechtigt" neben den politischen Ansichten der UNION wieder zu finden..

    Wenn diese politischen Ansichten sich gegenseitig ausschließen, wie etwa die Positionen der UNION und der SPD in der Frage der Ehe-Öffnung, dann DARF kein solcher Koalitionsvertrag geschlossen werden..

    Man kann nämlich nicht eine Koalition aus Befürwortern und Gegnern von Grundrechten in eine Regierung lassen, um dann über vermeintliche Wahlergebnisse angeblich legitimiert Blockaden aufzubauen, Grundrechte wie sie die Verfassung vorgibt zu verweigern..

    Auftrag an JEDE Regierung in der BRD ist das
    "Wohl des ganzen deutschen Volkes"..

    Ein "wir wollen aber weiter diskriminieren" gibt es dabei nicht !

    Die UNION hatte mindestens seit 1994 die Gelegenheit erkennen zu können daß es verboten ist "Homosexualität" zu diskriminieren..

    Denn wenn derlei Handlung NICHT strafbar ist, dann ist über die Verfassung DIE GLEICHE rechtliche Basis "in allen lebensbereichen" zu schaffen..

    Das langjährige Gefasel über die "Substanz von Ehe und Familie" als Konstrukt angeblich heterosexuellen Vorrechtes entbehrte schon immer jeder Grundlage, und war innerhalb der Gesellschaft längst durch Fakten widerlegt..
    Dazu beigetragen haben nicht zuletzt die bereits bestehende ELP, das Vorhandensein von Regenbogenfamilien, und die Tatsache das Menschen ihren Willen eine Ehe einzugehen schon seit 30 Jahren offen bekundet haben..

    Sämtliche Widerstände die die UNION dazu angeführt hat sind ausnahmslos "un-politische" Gründe gewesen, deren Herkunft aus der Verdumbibelung abgeleitet deutlich machen woher sie kamen, und bis Heute kommen..

    "Religion" ist aber Kraft Verfassung NICHT "gesetzgebende Kraft des Staates" !

    Und deshalb müssen alle diese "Bedenken" ebenso wie ein Bauchgefühl einer Pastorentochter hinter dem Willen der Verfassung zurückstehen..

    Und so haben wir es hier dann auch mit einer "anderen Kausalkette" zu tun, als du sie wahrzunehmen bereit bist..

    Nicht die SPD verweigert sich der Koalition weil die UNION knapp an einer absoluten Mehrheit vorbei "größere Anrechte auf die Durchsetzung eigener Politik" hätte, sondern die SPD weigert sich als FOLGE der Weigerung der UNION Grundrechte durchzusetzen, in eine Koalition zu gehen die den Bürgerwillen weiterhin missachtet !
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#40 TheDadProfil
#41 AFD-WatchAnonym
  • 21.08.2019, 10:02h
  • Antwort auf #38 von Dont_talk_about
  • "Ich finde es schon reichlich arrogant zu erwarten, dass sie der SPD dann in ALLEN Punkten nachgeben muss,"

    Aber zu erwarten, dass die anderen Parteien (und Bundesländer) EINEM Landesverband namens "CSU" nachgeben sollen, weil dieser Landesverband auf seine Extrawürste besteht,
    ist etwa alles andere als arrogant? Welche andere Partei macht sowas? Wo soll denn da eine "fast absolute Mehrheit" sein, wenn CDU und CSU als ZWEI Parteien in die Koalitionsverhandlungen gehen?
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#42 Ralph
  • 21.08.2019, 10:54h
  • Antwort auf #40 von TheDad
  • Ja eben. Wer wollte denn damals was von wem? Frau Merkel brauchte die SPD, um Kanzlerin bleiben zu können. Herr Seehofer brauchte die SPD, um seine beiden rechtswidrigen Gesetze zur Herdprämie und zur Ausländermaut durchzukriegen. Die SPD hatte Mindestlohn und Eheöffnung versprochen. Was die CSU klargestellt hatte -keine Koalition ohne Herdprämie und Ausländermaut- hätte auch die SPD klarstellen können - keine Koalition ohne Eheöffnung und Mindestlohn.

    Manche kapieren es einfach nicht. Verbesserungen für uns gehen nie von der SPD aus. Die SPD macht allenfalls mit, wenn die Grünen es verlangen. Paradebeispiel hier in RLP. So lange die SPD auf die FDP angewiesen war, folgte sie der in allen diskriminierenden Wünschen: Schwule und Lesben wurden vom Standesamt ausgeschlossen und bekamen als Beamte keinen Familienzuschlag. Als die SPD später allein regieren konnte, blieb es dabei. Erst als sie dann die Grünen brauchte, wurde das Standesamt geöffnet und der Familienzuschlag wurde nachgezahlt. Dass die SPD sich dann doch noch unmittelbar vor Toresschluss von Grünen und Linken zur Eheöffnung mitziehen ließ, war nur Ergebnis der bevorstehenden Wahl, für die sich eine krachende Niederlage schon abzeichnete und für die man sich dann doch noch schwule und lesbische Dtimmen zu sichern hoffte - und das, nachdem man vier Jahre lang eisern die vorher versprochene Eheöffnung abgelehnt hatte. Wer zu spät kommt, den bestraft der Wähler.
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#43 Dont_talk_aboutProfil
  • 21.08.2019, 11:27hFrankfurt
  • Antwort auf #42 von Ralph
  • @Ralph

    1) Die SPD hat doch de facto gesagt "keine Koalition ohne Mindestlohn etc.". Sie hat in dem Koalitionsvertrag sehr viel Soziales durchgesetzt.
    Also viel, viel mehr als der Mautschwach-Sinn der CSU. Ein großes Lob hier auf die SPD.

    2) Die Aufwertung der eingetragenen Partnerschaft zur Ehe war ihr dabei in der Abwägung etwas weniger wichtig. Aber selbst Du und Kollege TheDad sagen ja nicht, dass das eindeutig wichtiger ist als der Mindestlohn. Wieso eigentlich nicht ? Wenn ihr das sagen würdet, wäre
    es schlüssig.

    3) Das Hauptproblem ist in der Tat die Linkspartei, deren Existenz verhinderte, dass Rot-grün eine Mehrheit für eine Koalition hatte. Lies Dir Beitrag 39 des Kollegen TheDad durch und dann siehst Du wie die Linkspartei tickt. Sind das Leute mit denen man zusammen regieren kann ? Da sagen SPD und Grünen zu Recht nein.

    (wechselnde Mehrheiten ist eine andere Sache, aber dann müsste man sie auch bei anderen Themen akzeptieren, wenn's gegen die eigenen Interessen geht, was ich als Politiker nicht wollen würde)
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#44 Ralph
  • 21.08.2019, 14:40h
  • Antwort auf #43 von Dont_talk_about
  • Ich habe glaube ich hinreichend klar gemacht, dass ich mich auf Gewichtungen, was wichtiger und was weniger wichtig sei, nicht einlasse.

    In der Legislaturperiode 2013-17 habe ich immer wieder Schwule getroffen, die -wie Du und Deine Freunde von der SPD- gleiche Rechte für uns als "weniger wichtig" eingestuft haben und es gut fanden, dass der Mindestlohn eingeführt wurde, wenn auch um den Preis des Verzichts auf die Eheöffnung und das Adoptionsrecht. Was sind das für Leute? Super, dass Kleinverdiener besser bezahlt werden! Toll, dass ich dafür weiter als Bürger 2. Klasse behandelt werde! Genauso könnte ein Pflegebedürftiger sagen: Super, dass Kleinverdiener besser bezahlt werden! Toll, dass ich dafür weiter nicht genug Pflegestunden finanziert bekomme! Oder ein Rentner, der seine Wohnung nicht mehr halten kann: Super, dass Kleinverdiener besser bezahlt werden! Toll,dass ich dafür weiter keine bezahlbare Wohnung finde! Weitere Beispiele lassen sich leicht finden. Was sind das für Menschen, die sich von der SPD verdummen lassen, ihre weitere Benachteiligung sei der unabdingbare Preis für den Mindestlohn gewesen? Nein, wir waren der SPD einfach "weniger wichtig". - Dafür gibt's dann halt bei der Wahl was "auf die Fresse" (frei nach Nahles). Hab ich auch unserm Wahlkreisangeordneten von der SPD hier gesagt, wenn auch in zivilisierteren Worten. Bis 2013 hatte ich meine Erststimme immer der SPD gegeben (außer 1980, da hatten die einen aufgestellt, der Hirnoperationen für Homosexuelle befürwortet hatte). 2017 hab ich das nicht mehr getan. Der Herr Abg. Herzog redete da auch von Koalitionszwängen und Politik als der Kunst des Machbaren. Ich hab ihm gesagt, er hatte mir was versprochen, das war die Abmachung zwischen uns (in der Tat ganz persönlich zwischen uns beiden, wir hatten 2013 darüber geredet), er hat sein Wort gebrochen. Lügner wähl ich nicht mehr. Sein Konkurrent von der CDU hatte am 30.6.2017 für die Eheöffnung gestimmt. Also konnte ich den wählen. Der war über die Landesliste reingekommen und hatte den Mumm, gegen die Mehrheit seiner Partei zu stimmen. Herr Herzog hatte zusammen mit seiner Partei nicht den Mumm gehabt, sich an ein Versprechen zu halten. Es war "nicht so wichtig" gewesen - Klartext: nicht ernst gemeint, nur Verhandlungsmasse, die man beim ersten gegnerischen Zugeständnis an anderer Stelle über Bord werfen konnte.
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#45 Dont_talk_aboutProfil
  • 21.08.2019, 19:59hFrankfurt
  • Antwort auf #44 von Ralph
  • @Ralph

    Ich habe bei queer.de gelernt, dass die "Ehe für alle" für viele Leute eine enorm wichtige Sache ist.
    Ich werde dies bei meinen zukünftigen Ausführungen berücksichtigen. Für mich ist sie halt wie für 95 % der Schwulen persönlich nicht relevant. Meine Wahlentscheidung mache ich sowieso von anderen Sachen abhängig. Aber jeder kann ja seine Wahl abhängig machen wovon er will.

    Im übrigen will ich klarstellen, dass die "Ehe für alle" zumindest niemandem schadet, während die Forderungen, die die SPD alternativ durchgesetzt hat, dem Land massiv schaden. Das Land lebt halt nur noch von den Früchten der Agenda 2010, aber irgendwann sind die aufgegessen und man muss sich wieder fragen, wie man das Land wettbewerbsfähig macht.
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#46 TheDadProfil
  • 21.08.2019, 20:49hHannover
  • Antwort auf #43 von Dont_talk_about
  • ""Aber selbst Du und Kollege TheDad sagen ja nicht, dass das eindeutig wichtiger ist als der Mindestlohn.""..

    Überflüssige Diskussion..

    Du bastelst Dir hier gerade eine
    "TopTen des Sozialen"
    weil Du nicht begreifen willst daß es ein
    "gegeneinander abwägen" von Sozialem und Grundrechten gar nicht geben KANN !

    Denn das Eine bedingt das Andere, und umgekehrt !

    ""3) Das Hauptproblem ist in der Tat die Linkspartei, deren Existenz verhinderte, dass Rot-grün eine Mehrheit für eine Koalition hatte.""..

    Wie weit doch "politischer Dilettantismus" gehen kann..

    Die Mehrheit bestand aus allen 3 Parteien zusammen..

    Das sie nicht zum Tragen kam war allein Schuld der SPD, die ihren Beschluß eine Zusammenarbeit mit der Linken auf Bundesebene nicht zu wollen erst NACH dem Abschluß des Koalitionsvertrages zur GroKo kippte..

    Unabhängig von dieser Beschlußlage haben sowohl die Linke als auch die Grünen das Angebot unterbreitet die Ehe-Öffnung auch OHNE Koalitionsvertrag und ohne Regierungsbildung mit dieser mit zusammen 20 Stimmen mehr als nur "komfortablen Mehrheit" durchzuführen, um die schon damals mehr als 4 Jahre bestehende Blockade-Haltung der UNION zu brechen..

    Wer das nicht wollte
    war die SPD..

    Wer den Koalitionsvertrag OHNE NOT mit der UNION abschloß, und dabei auf die Durchsetzung der Ehe-Öffnung bereitwillig verzichtete
    war die SPD..

    ""Lies Dir Beitrag 39 des Kollegen TheDad durch und dann siehst Du wie die Linkspartei tickt. Sind das Leute mit denen man zusammen regieren kann ?""..

    Ich provoziere jetzt mal :
    Als Linker frage ich Dich an dieser Stelle :
    Kann man mit der SPD koalieren, die ihre Soziale Politik bereitwillig Zugunsten eines Alexander Dobrindt und seiner EU-widrigen "Ausländer-Maut" opfert ?

    Dobrindt ist als Minister in die Geschichte der BRD eingegangen dessen EINZIGES Projekt 2 Jahre nach seinem Abtreten als EU-widrig von Gerichten bestätigt wurde, was ihm allerdings schon ALLE VOR seinem Amtsantritt bestätigt hatten !

    Herbert Wehner hat mehr als 30 Jahre seines politischen Lebens geopfert um den Bundestag zu einer Versammlung der besten Köpfe zu machen, und dieser Bundestag ist dennoch inzwischen zu einer Versammlung der strapazierfähigsten Gesäße verkommen, die an Sesseln kleben, und auf Posten geil sind..

    Und Leute wie Du "denken" immer noch, die Politik der UNION sei über Koalitionsverträge "unbedingt durchzusetzen" weil sie sie für "legitimiert" durch das Wahlergebnis halten..

    Einfach unfassbar..
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#47 TheDadProfil
  • 21.08.2019, 21:00hHannover
  • Antwort auf #45 von Dont_talk_about
  • ""Für mich ist sie halt wie für 95 % der Schwulen persönlich nicht relevant.""..

    Du willst es nicht begreifen !
    Die Ehe-Öffnung ist NICHT
    ""für 95 % der Schwulen persönlich""
    irrelevant !

    Sie ist wahrscheinlich für 95 Prozent der Schwulen Männer persönlich, und für vielleicht ebenso 95 Prozent der Lesbischen Frauen
    "kein lebensplan"
    den sie verfolgen..

    Relevant ist sie für neben den LGBTTIQ*-Menschen vor allem auch für die Gesellschaft, denn
    GLEICHE RECHTE FÜR ALLE
    Bürger*innen ist für ALLE relevant !

    Es geht nicht darum ob ich etwas tue oder einen Plan zur Umsetzung verfolge..

    Es geht darum, genau das Gleiche zu DÜRFEN was ALLE Anderen AUCH DÜRFEN !

    Was Deine Idee des "Schadens der SPD" durch die "Umsetzung alternativer Pläne" betrifft..

    Was wären diese ?
    Etwa der Mindestlohn ?
    Inwieweit hätte der irgendwem "geschadet" ?
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#48 Ralph
  • 22.08.2019, 10:56h
  • Antwort auf #47 von TheDad
  • Eben genau das. Für die meisten Menachen in der ehem. DDR war es wahrscheinlich egal, dass sie nicht nach Tokio oder Mexiko oder Kapstadt fliegen durften - sie hätten es eh nicht getan. Dennoch waren alle betroffen, denn allen war es verboten. Als die Grenze fiel, durften alle. Wenige werden wohl nach Tokio oder Mexiko oder Kapstadt geflogen sein (so wie im Westen ja auch). Aber jetzt war es eben nicht mehr verboten. Sicher fuhren damals auch nicht alle DDR-Bürger nach Paris, wohl nicht mal die Hälfte oder auch nur ein Viertel. Aber wir sahen damals viele Trabis und... wie hießen die anderen DDR-Autos?... weiß nicht mehr... hier auf der A6 nach Paris fahren. Zu wissen, dass man nach Paris fahren darf, wenn man will, ist wichtig. Ich kann und konnte schon vor 1989 jederzeit auf der A6 nach Paris fahren, tat es aber nur einmal (na ja, mit dem Zug). Aber wenn hinter Saarbrücken Mauern, Zäune und Selbstschussanlagen eine solche Reise verhindert hätten, das wäre mir schon als starke Einschränkung der Freiheit bewusst geworden, ob ich nach Paris gewollt hätte oder nicht.

    So war es auch mit der Ehe. Dabei ging es aber in Wahrheit (zumindest mir) gar nicht um eine schöne Feier oder einen bewegenden Moment im Standesamt. Es ging darum, dass zwei Menschen beim Zusammenleben Rechte und Ansprüche verwehrt waren. Starb einer, war der Staat frei davon, Hinterbliebenenrente zahlen zu müssen, der Überlebende bekam nichts. Das war sicher der drastischste Punkt. Oder, ähnlich brutal: Vom Überlebenden kassierte der Staat die höchstmögliche Erbschaftsteuer. - Dazu kam natürlich das staatliche Unwerturteil über die Partnerschaft zweier gleichgeschlechtlicher Menschen und damit über diese Menschen selbst. Das alles kann nicht für 95% oder welche überwältigende Mehrheit auch immer ohne Bedeutung gewesen sein.
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