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Fraktionssprecher für Schwule und Lesben

Karl-Heinz Brunner bewirbt sich um SPD-Vorsitz

Der Sprecher für die Belange von Schwulen und Lesben will auch Chef der Sozialdemokraten werden. Als Motiv nennt der 66-Jährige, dass die anderen Kandidaten zu links seien.


Karl-Heinz Brunner will in den Schleudersitz als SPD-Chef übernehmen und Nachfolger von Andrea Nahles werden (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Karl-Heinz Brunner hat in der "Augsburger Allgemeinen" angekündigt, sich bei der anstehenden Wahl der neuen SPD-Bundesvorsitzenden zu bewerben. Der frühere Bürgermeister von Illertissen bei Neu-Ulm ist seit 2013 Bundestagsabgeordneter und seit März dieses Jahres als Nachfolger von Johannes Kahrs SPD-Fraktionssprecher für die Belange von Lesben und Schwulen (queer.de berichtete).

Als Grund für die Bewerbung gab Brunner an, dass er bei den bisherigen Kandidaten einen "deutlichen Überhang der GroKo-Gegner und des linken Parteispektrums" sehe. Mit seiner Bewerbung wolle er sicherstellen, dass im Auswahlprozess "die ganze Vielfalt der Partei widergespiegelt wird".

Eigentlich ist vorgesehen, dass erstmals eine Doppelspitze die Partei anführt. Brunner wird allerdings zunächst ohne weibliche Co-Kandidatin ins Rennen gehen. Das Verfahren, dass sich bereits im Vorfeld verschiedengeschlechtliche Bewerberpaare bilden sollen, halte er ohnehin für "unglücklich".

Noch bis zum 1. September können sich SPD-Politiker um die Spitzenposten ihrer Partei bewerben. Nach einem mehrwöchigen Wahlkampf auf Regionalkonferenzen soll eine Mitgliederbefragung über den Doppel-Posten entscheiden. Endgültig abgesegnet werden soll die Wahl bei einem Bundesparteitag Anfang Dezember in Berlin.

Langjähriges Engagement für LGBTI-Rechte

Karl-Heinz Brunner, ein mit einer Frau verheiratete Vater zweier erwachsener Kinder, engagiert sich seit seinem Einzug in den Bundestag vor sechs Jahren immer wieder für die LGBTI-Gleichbehandlung. 2015 erhielt er wegen seines Einsatzes für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben den "Homo-Orden" von queer.de. Er wurde aber auch kritisiert, weil die Große Koalition den Bundesrats-Gesetzentwurf zur Ehe-Öffnung so lange ignoriert und er den Schwarzen Peter schlicht dem Kanzleramt zugeschoben hatte (queer.de berichtete). Zuletzt machte er vor zwei Wochen von sich reden, als er fünf Jahre Haft für sogenannte Homo-Heiler forderte (queer.de berichtete).

Twitter / BrunnerGanzOhr | Auf seiner Twitter-Seite spricht Brunner oft über LGBTI-Rechte

Bereits Anfang Juli hatte mit Europa-Staatsminister Michael Roth ein offen schwuler Sozialdemokrat seine Kandidatur für den SPD-Vorsitz bekanntgegeben (queer.de berichtete). Der 48-Jährige, der dem linken Parteiflügel zugerechnet wird, kandidiert gemeinsam mit der ehemaligen NRW-Familienministerin Christina Kampmann. Andere prominente Kandidaten-Duos sind Karl Lauterbach und Nina Scheer, Gesine Schwan und Ralf Stegner sowie Boris Pistorius und Petra Köpping. Bislang prominentester Anwärter auf den Chefposten ist Finanzminister Olaf Scholz, der vor wenigen Tagen seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt hatte. (dk)



#1 AltoAnonym
  • 20.08.2019, 11:45h
  • Besser als die Schlaftablette Olaf Scholz, die alte Dame Gesine Schwan oder der Unsympath Ralf Stegner ist er sicherlich, aber, wie der Trainer beim HSV, andauernd den Vorsitzenden zu wechseln, in der Hoffnung das es es besser wird, bekämpft nicht die Ursache des schlechten Abschneidens der SPD
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#2 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.08.2019, 12:34hFrankfurt
  • Er braucht für seine Kandidatur noch eine Frau. So sind die Regeln bei SPD und Grünen.

    Typisch Mann halt. Eine weibliche Einzelbewerbung gibt es nicht.
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#3 PetterAnonym
  • 20.08.2019, 13:22h
  • Das ist ja derjenige, der nur Schwule und Lesben vor Konversionstherapien schützen will, aber keine Transgender und Transsexuellen. (queer.de berichtete)

    Und der hat das nicht etwa nur aus Schludrigkeit oder Uninformiertheit vergessen (wobei auch das schon für einen LGBTI-Sprecher ziemlich peinlich wäre), sondern auch nach zahlreichen Protesten hat er diesen Fehler nicht korrigiert.

    Damit ist er für mich unwählbar.

    Ich bin zwar selbst nicht trans, sondern schwul, aber ich habe genug Solidarität in mir und weiß, dass wir nur zusammen was bewegen können, um bei Gehirnwäsche an Trans-Personen nicht wegzusehen.
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#4 Ironiker
  • 20.08.2019, 13:29h
  • Hurra! Ein 66jähriger Konservativer, dem die SPD "zu links" zu werden droht, und der die verstärkte Beteiligung von Frauen für "unglücklich" hält.

    Wenn das mal nicht genau der richtige Kandidat für den endgültigen Untergang der "S"PD ist...
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#5 gefällt_mir_nichtAnonym
  • 20.08.2019, 14:03h
  • Mit so einer Begründung den Vorsitz zu wollen, ist für mich nicht überzeugend.
    Das ist schon für Konflikte und weiteren GroKo-Verfehlungen vorprogrammiert.

    Weder möchten einige Wähler*innen eine GroKo, noch eine Partei, die sich nur um Pöstchen kümmert anstatt um mehrere Schieflagen in unserem Land.

    Da ist mir die Doppelspitze mit Herrn Roh und Frau Kampmann lieber.

    ©BuntesUndSchönes
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#6 TransMamaAnonym
#7 M02KAnonym
  • 20.08.2019, 16:18h
  • Ich finde ja, dass diese gesamte Kandidatenfindung eine fürchterliche Nummer ist. Seit Monaten schleppt sich das schon hin, und es wird noch bis Dezember dauern. Das war eine selten dämliche Idee.
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#8 Dont_talk_aboutProfil
  • 20.08.2019, 16:36hFrankfurt
  • Antwort auf #7 von M02K
  • Die SPD stand noch nie für Effizienz. Warum Kandidaten aus der 3. bis 4. Reihe sich berufen fühlen, für den Bundesvorsitz zu kandidieren, ist mir allerdings noch weniger klar.

    Bei der CDU lief das deutlich besser ab.
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#9 Micha ThAnonym
#10 MariposaAnonym
  • 20.08.2019, 17:36h
  • Antwort auf #8 von Dont_talk_about
  • 2. und 3. Reihe muß ja nicht gleichbedeutend auch "schlecht" sein. Ich persönlich setze zum Beispiel große Stücke auf Simone Lange und Alexander Ahrens, beide durch ihre Ämter viel näher an der Basis und an den Problemen der Menschen und vor allem Agenda-Kritiker.

    Zum Genossen Brunner: Sein Engangement für die queere Gemeinde in Ehren (seine Bundestagsreden zum Thema waren allesamt engagiert), aber in sonstigen Bereichen mir eben schlichtweg zu rechts und wirtschaftsfreundlich. Damit kann man bei vielen der Parteimitglieder keinen Blumentopf mehr gewinnen. Ich persönlich halte zwar auch von Scholz wenig, aber interessanterweise war er niemals bei den Seeheimern aktiv.

    Ich kann an dem Auswahlverfahren wenig aussetzen. Die Zeit, an denen es keine Alternativen gibt und letztendlich nur die Delegierten alles abnicken. sind hoffentlich endgültig vorbei.
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