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Kommentare zu:
BAMF will schwulen Nigerianer abschieben


#11 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 21.08.2019, 06:55h
  • Hiermit verleihe ich den Goldenen Schweinehundorden für Deutschland an die BAMF für ihr mangelndes Einfühlungsvermögen und ihre Unkenntnis über nigerianische Verhältnisse, und die Ängste der dortigen homosexuellen Menschen.
    Ich finde, sie haben sich den Preis redlich verdient!
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#12 peskoProfil
  • 21.08.2019, 10:59hNürnberg
  • Antwort auf #8 von Mike
  • Danke für die Aufklärung über die RECHTLICHE/JURISTISCHE Sachlage!

    Das ist nämlich Hintergrund wissen was uns Außenstehenden fehlt.

    Selbstverständlich bin ich (sind wir) emotional und von der Sache her bei dem asylsuchenden aus Nigeria.
    Und wenn man erstmal nur eine solche Meldung ohne Hintergrundwissen liest, dann stellt man sich als Außenstehender schon die Frage: Warum wurde eine solche Entscheidung getroffen bzw warum hat sich die Lage so entwickelt.

    Mit Deiner Ausführung hat man nun wenigstens eine Erklärung warum. Danke Dir hierfür!

    Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass diesem Menschen (wie auch anderen in vergleichbaren Situationen) geholfen werden soll!

    Bleibt mir als Außenstehender nur zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen doch noch von der Notwendigkeit überzeugen lassen!

    Noch scheint es nicht zu spät zu sein, ich drücke beide Daumen ganz fest!
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#13 alter schwedeAnonym
  • 21.08.2019, 16:50h
  • Die rechtlich/juristische Sachlage, dürfte in diesem Fall, in dem ein Mensch durch eine Abschiebung in Lebensgefahr gerät, nicht das Papier wert sein auf dem sie geschrieben steht oder in den rechtslastigen Betonköpfen des BamF verankert ist.

    Wer Menschen einer absehbaren Lebensgefahr aussetzt handelt kriminell. Da gibt es nichts anderes zu erklären oder sauber herbei zu argumentieren.

    Und noch einmal zum hundertsten Male. Auch der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches (§ 175 StGB) welcher vom 1. Januar 1872 (Inkrafttreten des Reichsstrafgesetzbuches) bis zum 11. Juni 1994 existierte war in diesem Zeitraum rechtlich und juristisch vom deutschen Staat und seinen Behörden gedeckt und gültig.

    Es dürfte unstrittig sein, dass jede Verurteilung welche auf dem Paragraphen 175 beruht, als kriminelle und unrechtmäßige Handlung des Staates, welche die Menschenrechte verletzt hat, betrachtet werden kann.

    Insofern fällt es mir nicht schwer die Entscheidung des BamF in diesem Fall, wieder einmal wie so oft, als bewusst gewollte Menschenrechtsverletzung zu betrachten.
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#14 MikeAnonym
  • 21.08.2019, 17:46h
  • Antwort auf #13 von alter schwede
  • Das Problem ist: Wäre es wirklich so leicht zu erkennen, ob jmand Schutz benötigt, dann bräuchten wir kein Asylsystem. DIe Beurteilung anhand einer Meldung, die auf einer Aussage von Personen beruht, die sagen, dass er in Gefahr ist, ist eher wackelig.
    Wenn es so leicht wäre, dann könnte man sich stundenlange Anhörungen, Bescheide und aufwändige Gerichtsverfahren sparen.
    Daher macht Deutschland ja den ganzen Aufwand. Um wirklich beurteilen zu können, inwieweit die EInschätzung richtig ist müsste man die Anhörung und den Bescheid kennen.
    Es sagt sich sehr leicht: DIe Entscheidung war falsch. Aber eigentlich sind über den Fall fast keien Informationen vorhanden. Ich würde das Gerichtsverfahren abwarten, denn das ist der vorgesehen Weg zur Beururteilung der rechtmäßigkeit einer Verwaltungshandlung.
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#15 alter schwedeAnonym
  • 21.08.2019, 18:37h
  • Antwort auf #14 von Mike
  • Was gibt es da großartig zu erkennen? Der Mann gibt an homosexuell zu sein und daß er in seinem Heimatland Nigeria verfolgt und mit dem Tode bedroht wird. Dies allein rechtfertigt die Anerkennung seines Asylantrages.

    Zur Information ein Abriss aus Wikipedia: Homosexuelle Handlungen sind laut Strafgesetzbuch nach Abschnitt 21, Artikel 214 und 217, in Nigeria illegal. Eine Gefängnisstrafe ist im Höchstmaß bis zu 14 Jahren möglich. In zwölf nördlichen Bundesstaaten (Bauchi, Borno, Gombe, Kaduna, Kano, Katsina, Kebbi, Jigawa, Niger, Sokoto, Yobe und Zamfara) wird strafverschärfend das islamische Recht der Scharia angewandt. In diesen nördlichen Bundesstaaten kann die Todesstrafe durch Steinigung drohen.

    Und kommen Sie jetzt bitte nicht mit dem Stuss, daß der Mann beweisen soll, daß er homosexuell ist. Sollte die Homosexualität vorgeschoben sein, dann ist sie es eben. Unser Staat wird daran nicht zu Grunde gehen. Allzuviele homosexuelle Asylbewerber scheint es sowieso nicht zu geben, da dies eher ein steiniger und fast auswegloser Versuch ist, überhaupt als Schutz suchender Flüchtling anerkannt zu werden.

    Über die lächerlichen und abstoßenden Versuche des BamF Homosexuelle an ARTSPEZIFISCHEN Merkmalen zu klassifizieren braucht man wohl nicht sehr viel zu sagen. Das erinnert irgendwie an die Rassenkunde der Nationalsozialisten. Andere Frage: Wie erkennen die eigentlich heterosexuelle Asylbewerber. Für einen Homosexuellen wäre es doch allem Anschein nach sehr viel einfacher sich als politisch verfolgter Hetero auszugeben.

    Und zum Schluß nocheinmal: Die seltsamen, meiner Meinung nach politisch motivierten Entscheidungen des BamF, sind kein Einzelfall, denn sie wurden bereits mehrfach von Mitarbeitern des Queer Refugees Network angeprangert.

    Die Forderung der Aktivisten des QRN dass das BAMF in seinen Entscheidungen geltende EU-Richtlinien einhält, wonach homosexuelle Menschen, denen in ihrem Heimatland wegen ihrer sexuellen Orientierung Gefängnis oder Schlimmeres droht, Schutz zu gewähren ist, ist deshalb mehr als notwendig und auf ganzer Linie zu unterstützen.

    Mehr brauche ich da nicht zu erkennen.
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#16 TheDadProfil
#17 peskoProfil
  • 22.08.2019, 00:35hNürnberg
  • Antwort auf #15 von alter schwede
  • "Und kommen Sie jetzt bitte nicht mit dem Stuss, daß der Mann beweisen soll, daß er homosexuell ist. Sollte die Homosexualität vorgeschoben sein, dann ist sie es eben. Unser Staat wird daran nicht zu Grunde gehen. Allzuviele homosexuelle Asylbewerber scheint es sowieso nicht zu geben, da dies eher ein steiniger und fast auswegloser Versuch ist, überhaupt als Schutz suchender Flüchtling anerkannt zu werden."

    Also bei allem Respekt:

    Wenn sich das raumspricht, und das wird sich rumsprechen, dann wird jeder Zentralafikaner der um Asyl bittet vorgeben homosexuell zu sein.

    Das kann nicht Ziel und Zweck von Asyl sein!

    Ziel und Zweck von Asyl ist es Menschen vor Verfolgung und Misshandlung zu schützen.
    Und es ist ein Recht und erst Recht sogar die Pflicht eines jeden Staates zu prüfen ob ein Asylersuchen gerechtfertigt ist. Dazu zählt eben auch zu prüfen ob die gemachten Angaben stimmen. Auch ob jemand homosexuell ist oder nicht.



    Und bevor ich jetzt beschimpft werde:

    Nein, ich bin KEIN AfD Wähler!

    Nichtsdestotrotz gibt es Tatsachen wie die unten genannten und die hier genannten, die unangenehm sind und mit denen wir uns auseinander setzen müssen ob wir wollen oder nicht!
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#18 TheDadProfil
  • 22.08.2019, 09:44hHannover
  • Antwort auf #17 von pesko
  • ""Wenn sich das raumspricht, und das wird sich rumsprechen, dann wird jeder Zentralafikaner der um Asyl bittet vorgeben homosexuell zu sein.

    Das kann nicht Ziel und Zweck von Asyl sein!""..

    Äh ?
    Wenn sich rumspricht, und das hat sich herumgesprochen, daß man in der BRD Asyl erhalten kann, wenn man in seiner Heimat verfolgt wird, dann werden sich Millionen und Abermillionen Verfolgte auf den Weg machen und hier her kommen..

    In den vergangenen 70 Jahren in denen das Asylrecht besteht sind ja auch jedes Jahr Abermillionen Menschen zu "uns" geströmt..

    ""Nein, ich bin KEIN AfD Wähler!""..

    Offensichtlich NOCH nicht..

    Dein Problem ist die Annahme aufgrund vollständig fehlendem Wissens, Menschen die hier her kommen würden "etwas vorgeben" um Asyl zu erhalten..

    Das missachtet die Erfahrungen dieser Menschen !

    Die man JEDEN Tag in den Nachrichten serviert bekommt !

    Ich will hier gar nicht den Eindruck erwecken, es würde keine Menschen geben, die derlei "vorspielen" um sich ein besseres Leben aufzubauen..

    Und ?
    Kann man diesen Menschen diesen Wunsch als "geht ja gar nicht" vorwerfen ?
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#19 alter schwedeAnonym
  • 22.08.2019, 12:10h
  • Antwort auf #17 von pesko
  • Und es ist ein Recht und erst Recht sogar die Pflicht eines jeden Staates zu prüfen ob ein Asylersuchen gerechtfertigt ist. Dazu zählt eben auch zu prüfen ob die gemachten Angaben stimmen. Auch ob jemand homosexuell ist oder nicht.

    Nocheinmal zum an die Wand nageln. Anhand welcher Merkmale und Mittel will das BamF beurteilen ob ein Asylsuchender Homosexuell ist?

    Hellsehen, Körpergröße, Kopfbreite, Name, Mund- oder Körpergeruch, Probevögeln?

    Mir erscheint schon der Ansatz des BamF Homosexualität auszuforschen infam und in sich selbst hochgradig homophob. Hier werden auf welchem Mist auch immer gewachsene Vorurteile als Homosexelle Verhaltensweisen zementiert und für Entscheidungen, die u. U. für den Tod von Menschen mitverantwortlich sind, geltend gemacht.

    Es ist und bleibt eine zynische und unverschämte Frechheit mir meine Homosexualität und dadurch auch meine Identität anhand von Zerrbildern oder dumpfbackigen Klassifizierungen vorzuschreiben.
    (Dies ist eine neue Form des Paragraphen 175) Wie, Wo, Wann und mit Wem ich meine Homosexualität lebe und mich als Homosexueller definiere, entscheide ich.

    Dieses Recht habe ich zur Zeit immer noch in diesem Land und dies gilt auch, wenn einige dies nicht wahrhaben wollen, für die in Deutschland nach menschlichen Lebensgrundlagen suchenden homosexuellen Asylanten.
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#20 zundermxeAnonym
  • 22.08.2019, 13:11h
  • Antwort auf #18 von TheDad
  • Jede*r sollte seine Meinung vertreten dürfen ohne sofort in potentielle AFD-Nähe gerückt zu werden.
    Einer von vielen Gründen hierfür ist mMn, dass sich die AFD zumindest ein Stück weit eben aus diesem Reflex speist.

    Natürlich ist auch nachvollziehbar und erstmal nicht zu verurteilen wenn ein Mensch sich einen vermeintlich besseren Lebensraum wünscht. Egal aus welchen Gründen.

    Doch in der Praxis liegt bei dem Thema Migration eben die besondere Herausforderung und auch die gesellschaftspolitische Sprengkraft.

    Persönlich wünsche ich jedem Menschen, dass die Wahl des Lebensmittelpunktes frei und ohne Einschränkung wäre.
    Doch dies für alle geltend ist praktisch schlicht unmöglich.
    Also bedarf es Kriterien und eine Steuerung. Das ist im Ursprung schon geeignet nicht frei von Fehlern und Ungerechtigkeit zu sein.
    Dies soll keine Rechtfertigung der bestehenden Praxis sein, die ich auch sehr kritisch sehe. Es ist lediglich eine kurze Beschreibung der Sachlage.

    Das Thema Migration ist nicht neu und wird immer wieder Thema sein. Daher ist es längst überfällig sich von Gesellschaft und Politik nachhaltig damit auseinander zusetzen.
    Dafür müssten vereinfacht ausgedrückt die sogenannten Befürworter und die sogenannten Gegner von ihren schwarz-weiß-Dogmen Abschied nehmen und generelle Fragen beantworten bevor praktische Lösungen ausgearbeitet werden.

    Natürlich finde ich gut, dass Menschen, die wegen ihrer Sexualität verfolgt werden, ein Anrecht auf Asyl haben.
    Dumm, dass dann sofort die Logik fragt: unbegrenzte Anzahl? (das macht dann bei der Annahme von durchschnittlich 5 bis 10 Prozent Bevölkerungsanteil wieviele potentiell Asylberechtigte aus allen Ländern, die eine homophobe Gesetzgebung haben?) wie sehe ich Menschen mit dem Asylhintergrund der Verfolgung aufgrund ihrer Sexualität hinsichtlich Menschen mit anderen Asylgründen ohne dies gegeneinander abwägen zu wollen?

    Schonmal dickes Sorry vorab für den folgenden Gedanken:
    Als die Mauer fiel und immer mehr Menschen von Ost nach West gingen, war bei vielen die Begeisterung schnell vorbei obwohl alles auf der Grundlage lange bestehender Gesetze passierte.
    Ist ein Asylgesetz praktisch zu halten wenn nur ein paar größere Staaten mit homophober Gesetzgebung die Grenzen öffnen würden für alle Menschen, die davon betroffen sind (Osteuropa, Asien, Afrika und Südamerika)?
    Wie würde wohl die aufnehmende Gesellschaft reagieren?

    Fragen, die erstmal kaum nachhaltig zu beantworten sind und für die mich wahrscheinlich einige hier sofort in die AFD schicken wollen würden.
    Wenn diese Auseinandersetzung aber nicht offen und nachhaltig geführt wird, werden wir mMn der AFD immer wieder das Stimmvolk zutreiben.

    Im konkreten Fall kann wohl bei aktueller Rechtslage wirklich nur auf eine Duldung gehofft werden.
    Jeder, der persönliche Erfahrungen mit Gerichten hat, weiß wohl leider, dass Recht nicht immer Gerechtigkeit bedeutet.
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