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Schauspielmusical

"Rio Reiser – Mein Name ist Mensch"

Frank Leo Schröder und Gert C. Möbius, der Bruder Rio Reisers, haben ein Stück für das Berliner Schiller Theater entwickelt, das ein sehr poetisches Bild des schwulen Ausnahmekünstlers zeigt.


"Die Auseinandersetzung mit der Person und Rolle Rio Reiser ist für mich ein Eintauchen in das Leben einer inspirierenden und kontroversen Persönlichkeit, deren Wirken mir noch immer lebendig erscheint. Als vergangene Stimme einer Generation und Bewegung sind seine Lieder und Aussagen dennoch zeitlos und für mich in ihrer Ehrlichkeit immer noch unbestechlich." – Hans Gurbig (Bild: Michael Petersohn)
  • 22. August 2019, 07:26h, noch kein Kommentar

Rio Reiser und seine Band "Ton Steine Scherben" zeigten noch vor Udo Lindenberg, dass Rockmusik auch deutsch sein kann. Reiser schrieb keine Schlagertexte, die in Dieter Thomas Hecks "Hitparade" landeten, seine Songs hatten gesellschaftliche Sprengkraft und lieferten den Soundtrack für den Aufbruch einer ganzen Generation. "Keine Macht für Niemand" beispielsweise wurde lange Zeit nicht in westdeutschen Sendern gespielt, auch nicht so poetische Liebeslieder wie "Komm schlaf bei mir" aus dem Jahre 1972.

Frank Leo Schröder und Gert C. Möbius, der Bruder Rio Reisers, haben nun ein Musiktheaterstück für das Schiller Theater entwickelt, das ein sehr poetisches – auch im Sinne Rio Reisers – aufklärerisches Bild dieses Ausnahmekünstlers zeigt: Berlin 1970. Hausbesetzungen, Kommune 1, LSD, die Gründung der RAF – West-Berlin ist das Zentrum des subversiven Untergrunds. In dieser Zeit des Aufbruchs und der Rebellion schließt sich um Rio Reiser die legendäre Band "Ton Steine Scherben" zusammen. Sie liefert fortan den Soundtrack einer Generation. Als die Band auseinanderfällt, startet Rio Reiser eine Solo-Karriere.

Regisseur Frank Leo Schröder inszenierte 2017 bereits "Rio Reiser" am Potsdamer Hans Otto Theater und erhielt dafür viel positives Feedback von Presse und Zuschauern. Die Inszenierung wurde sogar für den Friedrich Luft Preis nominiert.

Tiefer in Rios Privatleben eintauchen


"Für mich ist die Rolle des Rio Reiser inspirierend, da seine Musik mich direkt trifft und seine Chronik so wild und bunt ist. Mich interessiert sein Protest, die Versuche im neuen Miteinander, sein Fieber, sein Lieben, und seine Authentizität als Künstler und Mensch." – Philip Butz (Bild: Michael Petersohn)

Für die Berliner Inszenierung "Rio Reiser – Mein Name ist Mensch" wird er gemeinsam mit dem Bruder Rio Reisers, Gert C. Möbius, die politischen Umstände der damaligen Zeit noch genauer sichtbar machen und dabei insbesondere auf die Geschehnisse in Berlin eingehen, denn "Rio und Berlin, das sind zwei Dinge, die man in einem Atemzug nennt", findet er. Außerdem möchten die beiden eindringlicher und tiefer in Rios Privatleben eintauchen und insbesondere seine Liebesbeziehungen intimer erzählen.

Für die Rolle des Rio Reiser hat Schröder zwei Schauspieler gecastet: Philip Butz und Hans Gurbig. "Wir haben intensiv mit Hans Gurbig und Philip Butz gearbeitet und schnell festgestellt, dass sie darstellerisch sehr flexibel sind und auch auf der großen Bühne des Schiller Theaters eine ausgeprägte Präsenz haben. Außerdem überzeugte Philips Timbre, das dem von Rio sehr nah kommt. Hans, der drei Jahre klassische Gitarre studiert hat, ist musikalisch sehr vielseitig", begründet Schröder die Entscheidung und fährt fort: "Ich freue mich auf die Arbeit mit den beiden, denn sie brennen für Rio und das Schiller Theater."

Das Schauspielmusical von Frank Leo Schröder und Gert C. Möbius läuft vom 6. Oktober bis 3. November 2019 in Berlin in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater. Die Voraufführungen laufen vom 3. bis 5. Oktober. Karten gibt es unter 030/88 59 11 88 und online. (cw/pm)