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"Promi Big Brother"

Jürgen Trovato: "Ich habe viele Freunde, die schwul sind"

Der TV-Detektiv findet es unfair, für homophob gehalten zu werden – bedient dann aber doch die üblichen Klischees.


Jürgen Trovato wurde am Sonntag bei "Promi Big Brother" rausgewählt (Bild: Screenshot Sat.1)

"Promi Big Brother"-Teilnehmer Jürgen Trovato weist Homophobie-Vorwürfe mit einem altbekannten Argument zurück. "Ich habe viele Freunde, die schwul sind. Da habe ich absolut nichts gegen", erklärte er im Interview mit dem Klatschportal "Promiflash".

Der 54-Jährige war in die Kritik geraten, weil er bei "Promi Big Brother" mehrere Male das Wort "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort verwendet hatte (queer.de berichtete). Außerdem verbreitete er das Gerücht, dass Mitkandidat Zlatko Trpkovski schwul sei – unter anderem mit der klischeehaften Begründung, dass er Ohrlöcher habe und seinen Körper rasiere (queer.de berichtete).

Trovato erklärte gegenüber "Promiflash" weiter, er sei auch bereits vor seinem Einzug ins Big-Brother-Haus darum gebeten worden, derartige Äußerungen nicht vor laufenden Kameras zu machen. Das habe er eigentlich auch beherzigt, aber in der Show "dann eben vergessen". "Wenn man Schlaf- und Nikotinentzug hat, passiert einem das schon mal", sagte der TV-Detektiv, der durch die im RTL-Nachmittagsprogramm ausgestrahlte Scripted-Reality-Show "Die Trovatos – Detektive decken auf" bekannt wurde.

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Trovato kritisiert Jochen Bendel

Kritik übte Trovato außerdem an Jochen Bendel, dem offen schwulen Co-Moderator von "Promi Big Brother – Late Night Show". Dieser habe ihm viele Dinge im Mund umdrehen wollen. In der Show hatte Trovato nach seinem Rauswurf am Sonntag bereits seine homophoben Ausbrüche verteidigt – und zwar mit den Worten "Ich hab viele Bekannte..", woraufhin ihn Bendel unterbrach: "Das sagen die Leute immer. Man muss mit solchen Sachen echt ein bisschen aufpassen. Ich fühl mich von dir nicht angegriffen, aber ich breche mal eine Lanze für andere Leute, denen es nicht so gut damit geht."

Das Schwule-Freunde-Argument wird inzwischen häufig von homophoben Promis angewandt. So hält etwa der US-Rocker Ted Nugent Homo-Sex für unnatürlich, Schauspieler James Woods trans Kinder für Psychopathen oder der philippinische Boxer Manny Pacquiao die Todesstrafe für Homosexualität für angebracht – alle drei weisen aber empört zurück, homophob zu sein, da sie nicht näher beschriebene "schwule Freunde" hätten.

Das Finale von "Promi Big Brother" wird am Freitagabend auf Sat.1 ausgestrahlt. Die dreieinhalbstündige Sendung beginnt um 20.15 Uhr. Sie wird um 0.40 Uhr wiederholt. (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Schaust du "Promi Big Brother"?
    Ergebnis der Umfrage vom 19.08.2019 bis 26.08.2019


#1 Dont_talk_aboutProfil
  • 22.08.2019, 12:03hFrankfurt
  • Was ist an dem Viele-schwule-Freunde-Argument eigentlich so schlimm ? Ihr seit also gerne mit Homophoben befreundet oder was kann man aus der Ablehnung des Argumentes folgern ?

    Welche einigermaßen NACHPRÜFBARE Entlastung gegen den Vorwurf wäre besser ?
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#2 Ith_Anonym
  • 22.08.2019, 12:16h
  • Ja, offenkundig, Menschenhass bleiben lassen, bloß weil man dazu aufgefordert wurde, ist halt schon auffallend und unmachbar schwer, wenn man da so gar nicht dran gewöhnt ist.
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#3 DramaQueen24Profil
  • 22.08.2019, 12:49hBerlin
  • Klar! Um die eigene Homophobie zu verdecken, werden "schwule Freunde" genannt, die vermutlich nicht wirklich existieren.
    Wie erbärmlich!
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#4 LotiAnonym
#5 AFD-WatchAnonym
#6 Homonklin44Profil
  • 22.08.2019, 15:06hTauroa Point
  • ""Außerdem verbreitete er das Gerücht, dass Mitkandidat Zlatko Trpkovski schwul sei unter anderem mit der klischeehaften Begründung, dass er Ohrlöcher habe und seinen Körper rasiere""

    Aha. Wenn man davon nix hat/das nicht macht, kann man also gar nicht schwul sein. Toll, mit welchem Intellekt diese Leute so um sich werfen...brech Bohne.

    Na gut, ich wollte eh bloß lesen, wer das eigentlich ist oder wofür der prominent sein soll. Erst dachte ich, das ist dieser Kannibale. Der von Rothenburg. Aber die Ähnlichkeit ist ja doch nicht sooo.

    Ich hab ne Menge Freunde, die Kannibalen ...äh...hetero sind. Ja irgendwie ist der Spruch langsam mal lahm, auch für die One-Show-Prominenz.
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#7 OlliAnonym
  • 22.08.2019, 16:17h
  • Ist das wirklich die Energie wert? Ein drittklassiger Pseudoschauspieler in einer Fake Doku, der sich zusammen mit anderen unbedeutenden Vollidioten in einem Container zum Affen macht?

    Diese Art von TV -Unterhaltung könnte man auch einfach ignorieren, anstatt diesen Z-Promis durch Berichterstattung auf Queer.de auch noch ein Forum zu bieten.
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#8 Alexander_FAnonym
  • 22.08.2019, 21:20h
  • Antwort auf #1 von Dont_talk_about
  • Das Schwule-Freunde-Argument ist nicht im eigentlichen Sinne schlimm bzw. empörend, sondern vor allem einfach nur ziemlich vorhersehrbar und abgedroschen, ebenso wie das Schwarze-, Jüdische-, oder Türkische-Freund-Argument.
    Das Prinzip ist dabei immer gleich: man sagt, man habe Freunde aus einer bestimmten Minderheit, um dann etwas Böses über diese Minderheit zu sagen, sich gleichzeitig aber gegen den Vorwurf abzusichern, man habe etwas gegen diese Minderheit.
    Nicht umsonst ist dieses "Argument" schon lange zu einem Witz geworden, auch deshalb, weil Herr Trovato mit diesem Argument in bester Gesellschaft ist. Selbst Putin hat es schon einmal angeführt.

    Wir können uns natürlich natürlich irren, und Herr Trovato hat tatsächlich schwule Freunde. Solange das aber nicht näher bewiesen ist, ist davon auszugehen, dass er hier nur eine allzu bekannte, schon lange entlarvte Phrase wiedergibt.
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#9 SixtiniusAnonym
  • 22.08.2019, 23:32h
  • Antwort auf #7 von Olli
  • Das schauen hunderttausende Heranwachsende und denken, solche Äußerungen wären akzeptabel.

    Es zu ignorieren, ist genau das Falsche. Wird bei Homophobie ohnehin zu häufig gemacht. Ignorieren wird als Gutheißen verstanden.
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#10 OlliAnonym
  • 23.08.2019, 07:47h
  • Antwort auf #9 von Sixtinius
  • ... nur dumm, dass genau diese Konsumenten Queer.de sicher nicht konsumieren werden. Zudem werden viele Zuschauer hinter dem stehen, was dieser unbedeutende Affe von sich gibt. Normalen Menschen mit einer halbwegs gelungenen Allgemeinbildung werden so oder so kein Privatfernsehen schauen, da das nur noch unterirdischen und perversen Müll produziert. Und das von morgens bis spätnachts.

    Sowas gehört von den Medienanstalten abgestraft. Wobei ich mich so oder so frage, warum diese Formate, in denen Menschen sich entweder selber lächerlich machen oder, wie im Falle von "Schwiegertochter gesucht", "Hartz aber glücklich" und wie sie alleheißen, vorgeführt werden, damit irgendwelche Gelüste unserer verdorbenen Spaßgesellschaft befriedigt werden.

    Nur werden auch diese Medienanstalten oder der Rundfunkrat auch nicht aktiv werden, weil Queer.de darüber berichtet. Dafür ist die Seite einfach zu unbedeutend, auch wenn ich mich selber wie viele andere Homosexuelle gerne hier informiere.
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