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USA

Sechsfacher Mord an Schwulen: Florida exekutiert Täter

Vor einem Vierteljahrhundert tötete Gary Ray Bowles mindestens sechs schwule Männer aus Homophobie. Nach einem langjährigen juristischen Hin und Her starb er nun an einem Giftcocktail.


Gary Ray Bowles starb am Donnerstagabend, nachdem er sein halbes Leben hinter Gittern verbracht hatte

  • 23. August 2019, 08:31h 99 2 Min.

Gary Ray Bowles ist am Donnerstagabend in einem Gefängnis der Kleinstadt Raiford im Norden des US-Bundesstaates Florida wegen eines Mordes aus Homo-Hass mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Der 57-Jährige wurde laut einer Gefängnissprecherin um 22.58 Uhr Ortszeit für tot erklärt. Er ist der 13. Gefangene in den USA, der dieses Jahr von Staats wegen getötet wurde. Der republikanische Governeur von Florida hatte im Mai das "Death Warrant"-Dokument (Todesurteil) unterzeichnet (queer.de berichtete).

Die Hinrichtung erfolgte 25 Jahre nach seiner ersten Verurteilung: Bowles war 1994 und erneut 1999 wegen der Ermordung von Walter Hinton zum Tode verurteilt worden. Er gab zu, den schwulen Bekannten im Schlaf einen 20 Kilogramm schweren Stein auf den Kopf geschleudert zu haben. Das Opfer überlebte zunächst schwer verletzt mit einem Schädelbruch, wurde dann aber umgehend von Bowles erwürgt.

Bowles hatte zugegeben, mindestens fünf weitere Schwule ermordet zu haben. Für zwei dieser Fälle wurde er ebenfalls verurteilt, allerdings jeweils "nur" zu lebenslanger Haft. Sein typisches Vorgehen war, dass er gegen Geld mit den Männern Sex hatte, um sie dann im Schlaf zu töten. Daraufhin klaute er von seinen Opfern Geld und Kreditkarten.

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Verteidiger: Bowles war geistig behindert

Alle juristischen Einsprüche des Verurteilten waren in den letzten Jahrzehnten gescheitert. Bowles' Anwalt hatte bis zuletzt versucht, die Tötung noch zu verhindern. Er hatte argumentiert, dass sein Mandant geistig behindert und deshalb nur bedingt für seine Taten verantwortlich sei. Außerdem verwies er auf eine extrem harte Kindheit und Jugend des Täters: Sein Vater verstarb bereits vor seiner Geburt, woraufhin seine Mutter mehrfach heiratete. Bowles wurde von zwei seiner Stiefväter missbraucht und fing im Alter von elf Jahren an, Drogen und Alkohol konsumieren. Als Jugendlicher war er obdachlos und schlug sich durch Prostitution durch, wodurch er laut der Staatsanwaltschaft angefangen habe, Schwule zu hassen.

Wie in den USA üblich teilte die Gefängnisleitung detaillierte Informationen über den letzten Tag des Insassen mit. So sei Bowles um 4 Uhr morgens "mit guter Laune" aufgewacht. Als seine Henkersmahlzeit habe er kurz vor seinem Tod drei Cheeseburger, Pommes frites und Speck zu sich genommen. (dk)

Direktlink | Bericht in US-Lokalnachrichten aus Savannah kurz vor der Hinrichtung
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#1 LotiAnonym
  • 23.08.2019, 11:11h
  • Am Tag der Hinrichtung stand er frühmorgens gut gelaunt auf. Manch einer meint, dieser Mensch hat die Todesstrafe verdient, nach allem was er angerichtet hatte. Aber ich behaupte, die Todesstrafe führt zu rein gar nichts. Besonders nicht in den USA. Meines Erachtens hätte dieser Mann weiterhin sein Leben lang in einem Hochsicherheits-Gefängnis verbleiben sollen. Sicherlich auch kein Trost für die Angehörigen der Opfer.
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#2 DramaQueen24Ehemaliges Profil
  • 23.08.2019, 11:23h
  • Von wegen "geistig behindert"! Der Täter wusste genau, was er tat! Und, warum er es tat!

    He got what he deserved.
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#3 SoSoAnonym
  • 23.08.2019, 11:35h
  • Und wieder einmal wurde Barbarei mit Barbarei vergolten.
    Es lebe die Menschlichkeit!
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