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USA

Sechsfacher Mord an Schwulen: Florida exekutiert Täter

Vor einem Vierteljahrhundert tötete Gary Ray Bowles mindestens sechs schwule Männer aus Homophobie. Nach einem langjährigen juristischen Hin und Her starb er nun an einem Giftcocktail.


Gary Ray Bowles starb am Donnerstagabend, nachdem er sein halbes Leben hinter Gittern verbracht hatte

Gary Ray Bowles ist am Donnerstagabend in einem Gefängnis der Kleinstadt Raiford im Norden des US-Bundesstaates Florida wegen eines Mordes aus Homo-Hass mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Der 57-Jährige wurde laut einer Gefängnissprecherin um 22.58 Uhr Ortszeit für tot erklärt. Er ist der 13. Gefangene in den USA, der dieses Jahr von Staats wegen getötet wurde. Der republikanische Governeur von Florida hatte im Mai das "Death Warrant"-Dokument (Todesurteil) unterzeichnet (queer.de berichtete).

Die Hinrichtung erfolgte 25 Jahre nach seiner ersten Verurteilung: Bowles war 1994 und erneut 1999 wegen der Ermordung von Walter Hinton zum Tode verurteilt worden. Er gab zu, den schwulen Bekannten im Schlaf einen 20 Kilogramm schweren Stein auf den Kopf geschleudert zu haben. Das Opfer überlebte zunächst schwer verletzt mit einem Schädelbruch, wurde dann aber umgehend von Bowles erwürgt.

Bowles hatte zugegeben, mindestens fünf weitere Schwule ermordet zu haben. Für zwei dieser Fälle wurde er ebenfalls verurteilt, allerdings jeweils "nur" zu lebenslanger Haft. Sein typisches Vorgehen war, dass er gegen Geld mit den Männern Sex hatte, um sie dann im Schlaf zu töten. Daraufhin klaute er von seinen Opfern Geld und Kreditkarten.

Direktlink | Die Schwester eines der Opfer spricht in der TV-Dokumentation über den Mörder, den sie zunächst für "charmant" und "gut aussehend" hielt

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Verteidiger: Bowles war geistig behindert

Alle juristischen Einsprüche des Verurteilten waren in den letzten Jahrzehnten gescheitert. Bowles' Anwalt hatte bis zuletzt versucht, die Tötung noch zu verhindern. Er hatte argumentiert, dass sein Mandant geistig behindert und deshalb nur bedingt für seine Taten verantwortlich sei. Außerdem verwies er auf eine extrem harte Kindheit und Jugend des Täters: Sein Vater verstarb bereits vor seiner Geburt, woraufhin seine Mutter mehrfach heiratete. Bowles wurde von zwei seiner Stiefväter missbraucht und fing im Alter von elf Jahren an, Drogen und Alkohol konsumieren. Als Jugendlicher war er obdachlos und schlug sich durch Prostitution durch, wodurch er laut der Staatsanwaltschaft angefangen habe, Schwule zu hassen.

Wie in den USA üblich teilte die Gefängnisleitung detaillierte Informationen über den letzten Tag des Insassen mit. So sei Bowles um 4 Uhr morgens "mit guter Laune" aufgewacht. Als seine Henkersmahlzeit habe er kurz vor seinem Tod drei Cheeseburger, Pommes frites und Speck zu sich genommen. (dk)

Direktlink | Bericht in US-Lokalnachrichten aus Savannah kurz vor der Hinrichtung



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#1 LotiAnonym
  • 23.08.2019, 11:11h
  • Am Tag der Hinrichtung stand er frühmorgens gut gelaunt auf. Manch einer meint, dieser Mensch hat die Todesstrafe verdient, nach allem was er angerichtet hatte. Aber ich behaupte, die Todesstrafe führt zu rein gar nichts. Besonders nicht in den USA. Meines Erachtens hätte dieser Mann weiterhin sein Leben lang in einem Hochsicherheits-Gefängnis verbleiben sollen. Sicherlich auch kein Trost für die Angehörigen der Opfer.
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#2 DramaQueen24Profil
  • 23.08.2019, 11:23hBerlin
  • Von wegen "geistig behindert"! Der Täter wusste genau, was er tat! Und, warum er es tat!

    He got what he deserved.
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#3 SoSoAnonym
  • 23.08.2019, 11:35h
  • Und wieder einmal wurde Barbarei mit Barbarei vergolten.
    Es lebe die Menschlichkeit!
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#4 Micha ThAnonym
#5 gastAnonym
  • 23.08.2019, 12:14h
  • @Loti
    Du schreibst: Die Todesstrafe führt zu nichts.
    Das ist nicht ihre Aufgabe. Ihre Aufgabe ist, den Hinterbliebenen Genugtuung und -jawohl- Rache zu verschaffen für das vom Mörder/der Mörderin verursachte Leid.
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#6 GasterAnonym
#7 SoSoAnonym
#8 JajetztklarAnonym
  • 23.08.2019, 13:51h
  • Todesstrafe ist und bleibt der falsche Weg... Man darf eins nicht vergessen: wenn Menschen töten falsch ist, wieso ist dann auf einmal Menschen töten richtig ?

    Davon abgesehen können wir ein fehlurteil, davon gibt es ja viele, nicht mehr rückgängig machen...

    Außerdem wird immer als Argument angegeben, dass die Opfer Familien die Todesstrafe brauchen um damit abzuschließen.. weil die sonst leiden würden... Verstehe ich ja bis zu einem gewissen Sinne vielleicht...

    Aber es gibt auch eine andere opferfamilie, die des Täters.. die Familie hat kein Verbrechen begangen und auch die Freunde des Beschuldigten nicht.

    Wenn man sich also den Täter entledigt schafft man neues Leid. In dem Fall für die Familie des Täters...

    davon abgesehen hat es in der Vergangenheit viele Leute gegeben die ihre Taten später bereut haben... wenn man sich umbringt haben sie keine Chance sich weiterzuentwickeln und vielleicht doch noch was sinnvolles für die Menschheit zu tun...

    Jede Todesstrafe ist der falsche Weg.
    Dafür gibt es andere Strafen...

    Interessant ist aber dass queer.de jetzt ausnahmsweise mal über die Todesstrafe berichtet.. aber auch nur auf alles um einen Mann ging der homosexuelle umgebracht hat...

    Dabei sollte queer.de viel mehr über solche Themen berichten.. denn Rassismus und Faschismus hat auch was mit diesem todesurteilen zu tun...

    Die meisten in der todeszelle sind nehme ich farbige, Latinos und so weiter.. und natürlich arme Menschen...

    Einer dieser Menschen sitzt in Florida USA. Er heißt Lancelot Armstrong...

    Wer mehr über den Fall des unschuldig zum Tode verurteilten wissen möchte, braucht einfach nur bei Google den Begriff Lancelot Armstrong eingeben..

    Wenn man dann auf Video klickt, kommt man zu einem ausführlichen Bericht über lancelot, denn Amnesty International hat den direkten brieffreund von lancelot eingeladen um über den Fall der Todesstrafe und den Fall Lancelot Armstrong zu berichten..

    Aber um noch mal auf den Fall des schwulen Mörders zurückzukommen:

    In tu exekutieren war genauso falsch, wie die Nazi Kriegsverbrecher umzubringen...

    Was hätte man nicht alles erfahren können, von den Tätern, über das wie und warum.. und was vielleicht unten war Anteil daran war dass es zu so einen schlimmen Holocaust kommen konnte..

    Genauso kann man sich fragen was unser Anteil daran war dass der Mann schwule umgebracht hat..
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#9 DimaAnonym
#10 stephan
  • 23.08.2019, 16:23h
  • Obwohl dieser Mensch abscheuliche Taten verübt hat, ist die Todesstrafe der falsche Weg! ... Traurig ist nicht, dass dieser Mensch nicht mehr lebt, sondern dass sich ein sog. Rechtsstaat auf das Racheniveau herablassen! Ich reise nicht in Länder, die die Todesstrafe vollstrecken ...
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