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Ohio/USA
Schwerbewaffneter 18-Jähriger drohte Massaker in queerer Bar an
Ein Teenager kündigte online unter dem Spitznamen "ArmyofChrist" Massaker in einer Frauenklinik und einer "Gay Bar" an. Bei seiner Festnahme fand die Polizei 10.000 Schuss Munition.

Der Mugshot von Justin O. aus Ohio (Bild: Mahoning County Sheriffs Office)
- 23. August 2019, 09:48h 2 Min.
Bereits zum zweiten Mal in diesem Monat hat die US-Polizei einen jungen Mann festgenommen, der in einem Onlineforum damit geprahlt hatte, aus Hass auf Homosexuelle einen Anschlag auf eine queere Bar verüben zu wollen. Der 18-jährige Justin O. ist nach Angaben der Bundespolizei FBI bereits am 7. August im Elternhaus in der 35.000 Einwohner zählenden Stadt Boardman im Nordosten des US-Bundesstaates Ohio festgenommen worden. Er soll auch mit Anschlägen auf eine Frauenklinik und mit der Tötung von Polizisten gedroht haben. Die Beamten konnten Schusswaffen sowie über 10.000 Schuss Munition sicherstellen.
Anfang des Monats hatte die Polizei in Las Vegas bereits einen 23-jährigen Neonazi festgenommen, der mit Anschlägen auf eine Synagoge und eine queere Bar gedroht hatte (queer.de berichtete).
Traum vom "christlichen Ethnostaat"
O. machte seine Drohungen bei iFunny, einem an sich unpolitischen Online-Forum, in dem sich die Nutzer hauptsächlich über kommentierte Bilder (Memes) austauschen. In seinem Profil "ArmyOfChrist", das vor der Abschaltung durch das FBI mehr als 5.000 Menschen verfolgten, sprach der 18-Jährige unter anderem über seine Gewaltfantasien und seine Bewunderung für Timothy McVeigh; der Rechtsterrorist verübte 1995 einen Bombenanschlag auf ein Bundesgebäude in Oklahoma City, bei dem 168 Menschen starben. O. beschwerte sich in seinen Einträgen darüber, im Haus von "liberalen Anti-Waffen-Eltern" zu wohnen, und träumte von der Errichtung eines "christlichen Ethnostaats". Unter anderem schrieb er auch: "Gott sei Dank sind die Gay Bar und Planned Parenthood direkt nebeneinander." Planned Parenthood ist eine Wohltätigkeitsorganisation, die 650 Frauenkliniken in den USA betreibt. Sie ist verhasst unter vielen Konservativen, da sie unter anderem auch Abtreibungen anbietet.
In Verhören habe O. laut FBI bestritten, ein gewalttätiger Extremist zu sein. Seine Einträge seien lediglich "Witze" oder "übertrieben" gewesen. Er wurde zunächst angeklagt wegen einer Bedrohung von Bundesbeamten, was mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden kann.
Verteidiger J. Gerald Ingram argumentierte, dass sich sein Mandant nichts zuschulden habe kommen lassen. O. habe schließlich einfach von seinem Recht auf Redefreiheit Gebrauch gemacht, das im ersten Zusatzartikel der US-Verfassung geschützt werde. (dk)














