Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34322

Katholische Kirche

Bischof Georg Bätzing: Segnung von Homo-Paaren "im Moment" nicht möglich

Anders als Autos oder Tiere können homosexuelle Paare gegenwärtig nicht gesegnet werden. Das findet zumindest der Limburger Bischof.


Bischof Georg Bätzing stellt klar: Homosexuelle Paare werden nicht gesegnet (Bild: Bistum Limburg)

Der Limburger Bischof Georg Bätzing will weiterhin am Verbot von Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare festhalten, selbst wenn sie verheiratet sind. Das bekräftigte der 58-Jährige nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Mittwochabend bei einer Diskussionsveranstaltung im südhessischen Oestrich-Winkel: "Das kann ich im Moment nicht tun", so Bätzing vor 80 Zuhörenden.

Zur Begründung erklärte der katholische Würdenträger, dass Segnungsfeiern für nach einer Scheidung wiederverheiratete heterosexuelle Paare und für gleichgeschlechtliche Paare der offiziellen Haltung seiner Kirche widersprächen. "Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr, weil der Heilige Vater sagt, dass der Bischof nicht mehr die Verbindung zur Kirche hat", so Bätzing. Er wolle eine derartige Spaltung vermeiden.

Andere Bischöfe fordern Umdenken

In der deutschen Kirche ist derzeit ein Dialog zum Thema Homo-Segnung im Gange, in der auch hochrangige Würdenträger fordern, auf Schwule und Lesben zuzugehen. Erst vergangene Woche forderte etwa der frühere Weihbischof Dieter Geerlings, dass die Kirche auch gleichgeschlechtliche Paare segnen solle (queer.de berichtete). Der 72-Jährige begründete das unter anderem mit den Worten, dass es bei diesem Ritus keine "Beurteilung der Lebensführung" gebe. "Wenn auf dem Domplatz Autos gesegnet werden, frage ich auch nicht danach, wie viele Punkte der Fahrer in Flensburg hat." LGBTI-Aktivisten hatten auch immer wieder beklagt, dass die Kirche gerne Tiere wie Hunde oder Kühe segne, aber die Segnung von Homo-Paaren ablehne.

Bereits Anfang des Jahres erklärte etwa Franz-Josef Bode, der katholische Bischof von Osnabrück, dass die Kirche auf die staatliche Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben reagieren müsse (queer.de berichtete).

Bätzing, der seit 2016 den Bischofsposten in Limburg inne hat, war im Frühjahr Opfer einer homophoben Kampagne geworden: Ein Homo-Hasser verteilte in Limburg Flyer, in dem die angeblich zu nachlässige Haltung gegenüber Homosexuellen kritisiert wird und ihm wegen einer Arbeitsgruppe zu diesem Thema in seinem Bistum vorwarf, sich vor der Homo-Lobby zu "bücken" (queer.de berichtete). Ob sich Bätzing jetzt als Reaktion auf diesen Flyer gegen die Segnung aussprach, ist reine Spekulation. (dk)



-w-

-w-

#1 Ralph
  • 23.08.2019, 14:46h
  • Das Thema ist sowieso nur historisch und theologisch interessant. Die kath. Kirche hat -wie bei jedem gesellschaftspolitisch relevanten Sachverhalt- die Chance verpasst, angemessen und an der Menschenwürde orientiert zu reagieren. Es ist schlicht zu spät. - Unabhängig davon werden gleichgeschlechtliche Paare längst gesegnet. Wer sich mit der Unterkirche oder einer versteckten Kapelle zufrieden gibt und dem Ausschluss der Öffentlichkeit sowie dem Schweigen darüber, dass die Zeremonie stattgefunden hat, einverstanden erklärt, findet in Deutschland kath. Pfarrer, die das machen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 JohannbAnonym
  • 23.08.2019, 16:24h
  • Eine Frechheit, eine vollzogene Homoehe, d.h. Liebe, Achtung, Respekt und Fürsorge mit Punkten in Flensburg zu Vergleichen. Ich kann mich jetzt auch an keine Bibelstelle erinnern ( habe ehlich gesagt die Bibel nur im Religionsuntericht kennengelernt) wo mein bei einer roten Ampel stehen zu bleiben hat. Der Bischof ist einfach nur sowas von kirchenaustritt!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FliegenAnonym
  • 23.08.2019, 18:22h
  • ....heimlich/ schweigen/ wie lange noch und immer wieder !!! Da hilft nur KIRCHENAUSTRITT!!! JETZT SOFORT !!!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stephan
  • 23.08.2019, 19:27h
  • "Wenn der Bischof Georg sagt, in Limburg gibt es Segensfeiern für Homosexuelle, dann gibt es morgen den Bischof Georg nicht mehr, weil der Heilige Vater sagt, dass der Bischof nicht mehr die Verbindung zur Kirche hat", so Bätzing. Er wolle eine derartige Spaltung vermeiden.

    Für mich hört sich ein bisschen nach einem Befehlsnotstand an und nicht nach der Freiheit eines Christenmenschen! (Ich verwende jetzt einmal die in der Kirche übliche Diktion, ohne deren Inhalt zu teilen!) Wenn der Hirte (Bischof) seiner Herde (Gläubige innerhalb seines Bistums) falsch leitet, sie z.B. lehrt, dass eine Beziehung oder Liebe mehr oder weniger wert sei als eine andere - und diese falsche Lehre in seinem Handeln/Nicht-Handeln herausstellt, so trägt er hierfür die volle Verantwortung ohne sich auf den Bischof von Rom berufen zu können!

    Diese Herrschaften machen sich ihr Geschäft sehr leicht, spielen gerne den großen Zampano, als seinen sie wichtig, aber wenn es ernst wird, blicken sie nach Rom und berufen sich auf die Weisungen von dort! ... Das ganze Gerüst ist noch lächerlicher als je angenommen: Nicht nur wissen sie nichts, können nichts, sie wollen auch nicht die geringste Verantwortung tragen, nicht einmal für ihre eigenen Entscheidungen!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Sven100Anonym
  • 23.08.2019, 22:09h
  • Antwort auf #4 von stephan
  • Das Grundproblem in der katholischen Kirche ist, dass es eine Weltreligion ist, die in fast allen Ländern der Welt vertreten ist. Eine solche Kirche kann nicht basisdemokratisch geführt, sondern sie muss hierachisch handeln - zumindest offiziell. Es muss bei den 1,3 Milliarden Katholiken einen, nämlich den Papst, geben, der sagt: So wird es gemacht und nicht anders! Dies ist auch der Grund dafür, dass ein einzelner Bischof in Europa oder in den USA nicht entscheiden kann, dass ein gleichgeschlechtliches Paar in einem öffentlichen Gottesdienst gesegnet wird. Es bringt also nichts, hier immer wieder zu jammern, es wird und kann sich nichts ändern. Wir wollen ja auch nicht, dass ein erzkonservativer Bischof etwa aus Polen oder Afrika die Schwulen und Lesben aus der Kirche heraus werfen darf. Auch in einem solchen Fall würde der Vatikan einschreiten.
    Wer also katholisch sein will, muss die Spielregeln einhalten. Dazu gehört, dass ein mittlerer Weg zwischen progressiv und konservativ beschritten wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Stefano33Anonym
#7 panzernashorn
#8 stephan
  • 24.08.2019, 11:14h
  • Antwort auf #5 von Sven100
  • Schön gesagt, aber leider hat diese Auffassung nichts mit der Lehre der röm.-kath. Kirche zu tun! Jeder Bischof ist in seinem Sprengel die letzte kirchliche Autorität, das Primat des Bischofs von Röm ist eine Erfindung des letzten Jahrtausends, ebenso wie der Zölibat. Und wenn man - wie die röm.- kath. Kirche - vorgibt, ewige Werte und Wahrheiten zu verwalten, kann man ich nicht alle tausend Jahre seine Meinung ändern! ;) Dieses Augenzwinkern möge Dir verdeutlichen, wie absurd die ganze Lehre ist.

    Als ehemaliger Benediktinermönch habe ich es ganz gut geschafft, mich aus dieser Denke zu befreien ... und ewige Wahrheiten gibt es - wenn ich das in der Bescheidenheit eines Mathematikers sagen darf - nur in der Mathematik!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Sven100Anonym
  • 24.08.2019, 12:01h
  • Antwort auf #8 von stephan
  • "Jeder Bischof ist in seinem Sprengel die letzte kirchliche Autorität, das Primat des Bischofs von Röm ist eine Erfindung des letzten Jahrtausends"

    Das ist richtig - in der Theorie. -
    In den letzten 100 Jahren, und ganz besonders unter Johannes Paul II., wurde aber die Herrschaft des Papstes so ausgebaut und gefestigt, dass der "unfehlbare" Papst sich in den Köpfen der Katholiken festgebrannt hat. Heute schauen die Katholiken, besonders die deutschen, wie das Kaninchen auf die Schlange auf den Papst in Rom. Ausnahmen sind nur einige Theologieprofessoren und einige ökumenische Magazine wie etwa "publik forum".
    Für von Rom gefrustete Romkatholiken bietet sich die Alt-katholische Kirche als Alternative an. Nicht umsonst haben viele Schwule und Lesben in der Alt-katholischen Kirche ihre neue geistige Heimat gefunden.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Ralph
  • 24.08.2019, 12:20h
  • Antwort auf #2 von Johannb
  • Nimm's mir nicht übel - aber eine "Homoehe" gibt es nicht. Mein Mann und ich wurden zu Eheleuten erklärt, nicht zu "Homoeheleuten", und wir erhielten eine Eheurkunde, keine "Homoeheurkunde".
  • Antworten » | Direktlink »