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Türkei

Istanbul: Queeres Sportfest kurz vor Beginn verboten

Behörden geben als Begründung Sorge um die "öffentliche Moral" an. In den Vorjahren hatten die friedlichen und fröhlichen "Queer Olympix" noch problemlos stattfinden können.


Statt den ersten Sportlerinnen und Sportlern stand am Samstagmorgen die Polizei samt Wasserwerfern vor der Tür (Bild: Kaos GL)

Quasi in letzter Minute haben die türkischen Behörden am Samstag das LGBTI-Sportfest "Queer Olympix" verboten. Als die Organisatoren am Morgen in Istanbul mit der Vorbereitung der Sportstätte im asiatischen Teil der Stadt beginnen wollten, wurden sie nach eigenen Angaben von Polizisten erwartet. "Uns wurde gesagt, dass wir keine Erlaubnis für unsere Veranstaltung haben", berichtete Mitorganisator Elif Kaya der Nachrichtenagentur AFP. Für die "Queer Olympix" hatten sich rund 130 Teilnehmer angemeldet.

"Wir sahen Polizei und zwei Wasserwerfer", berichtete Kaya von der Situation beim Eintreffen auf dem Sportgelände. "Die Behörden haben uns offenbar erst im letzten Moment über das Verbot unterrichtet, damit wir nicht dagegen Einspruch einlegen können."

Die "Queer Olympix" hatten das erste Mal 2017 stattgefunden, auch 2018 wurden sie abgehalten. Die jetzt am Wochenende geplante dritte Ausgabe war die erste, die verboten wurde. Nach Angaben von Kaos GL hatten erste Veranstaltungen am Freitag noch wie geplant stattfinden können, auf der zu einem anderen Istanbuler Bezirk gehörenden Insel Heybeliada.

Facebook | Eindrücke aus dem letzten Jahr

In sozialen Netzwerken schrieben die Organisatoren, dass die Behörden zur Begründung für ihre Entscheidung angegeben hätten, sie wollten "die öffentliche Gesundheit, die öffentliche Ordnung und die öffentliche Moral" schützen. "Diese Verbote zielen darauf ab, uns nicht nur physisch, sondern auch psychisch zu unterdrücken, unsere freiwilligen Bemühungen zu ignorieren und unsere Existenz abzulehnen." Man werde weiter für die Existenz und Sichtbarkeit kämpfen, auch im Sport, so die gemeinsame Erklärung mehrerer queerer Sportverbände der Stadt.

Das Vorgehen der Behörden sei ein krasses Beispiel für Intoleranz, da es nicht mal um eine politische Veranstaltung gegangen sei. Man sei traurig und verärgert über das Verbot, das speziell auch in den Verbänden organisierte Frauen treffe und nun auf friedliche Rückzugsorte ziele. Die Organisatoren wollen Klage gegen das Verbot einreichen – was erst ab Montag möglich ist. Einige für das Wochenende geplante Wettkämpfe, aber nicht alle, konnten offenbar noch an spontan organisierten Orten abgehalten werden.

Das Verbot wurde offenbar auf Drängen der Polizei vom Bezirksbüro des Gouverneurs erteilt. Dieser ist für Veranstaltungen und für die Polizei verantwortlich und wird direkt von der nationalen Regierung bestimmt. In den letzten Jahren hatten Gouverneure in mehreren türkischen Städten immer wieder CSDs, queere Kundgebungen und Kulturveranstaltungen verboten. So wurde auch der einstmals mit zehntausenden Teilnehmern erfolgreiche CSD in Istanbul seit 2015 jedes Jahr verboten; dem Verbot trotzende Teilnehmende wurden jeweils teilweise festgenommen oder von der Polizei mit Wasserwerfern und Gummigeschossen aus der Innenstadt vertrieben (queer.de berichtete). (nb/afp)



#1 DramaQueen24Profil
  • 25.08.2019, 06:06hBerlin
  • Was erwartet man von einem autokratischen homophoben Herrscher, der einen säkularen zu einem religiösen Staat machen will?
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#2 seb1983
  • 25.08.2019, 09:56h
  • Selbst beim "roll back" machen andere Länder Deutschland was vor.... So geht das. CSD ist inzwischen praktisch wieder verboten, jetzt kümmern wir uns mal um die kleinen Veranstaltungen.
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#3 Fascho-WatchAnonym