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Homophobie in den Achtzigern

Schwule als Sicherheitsrisiko

35 Jahre nach der "Affäre Kießling" hat ein Bundeswehr-Offizier eine Chronik der Ereignisse geschrieben. Detlef Grumbach, der den Skandal journalistisch begleitete, sieht alte Denkfiguren noch immer am Werk.


Ausschnitt aus dem Cover: "Die Affäre Kießling" erzählt die Geschichte der Entlassung des Vier-Sterne-Generals Günter Kießling durch Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) aufgrund von Homo-Gerüchten

"Homosexuelle als Sicherheitsrisiko" – diese Vorstellung hat sich dort festgesetzt, wo es gilt, Staatsgeheimnisse zu hüten, Spionage abzuwehren oder, salopp gesagt, den eigenen, patriarchal organisierten Männerladen "sauber" zu halten. Sie beruht darauf, dass Homosexualität gesellschaftlich geächtet, homosexuelle Taten strafbar und Homosexuelle deshalb als erpressbar gelten. Eine einfache und leicht zu durchbrechende Logik. Man hebe die Strafbewehrung homosexueller Handlungen auf und erkläre Homosexuelle zu geachteten Personen. Ganz einfach? Ja, schon, nur das Gegenteil galt lange Zeit als Devise staatlichen Handelns. Tatsächliche oder nur behauptete Homosexualität wurde in der Geschichte immer wieder als Vorwand genutzt, unliebsame Personen kaltzustellen. Die Grundlage, auf der dies funktionieren konnte, wurde damit jedes Mal gefestigt.

Der letzte Fall, der nach diesem Muster in Deutschland ablaufen sollte, war die Entlassung Günter Kießlings, Vier-Sterne-General und Stellvertreter des Obersten Alliierten Befehlshabers in Europa im Nato-Hauptquartier bei Brüssel, durch Verteidigungsminister Manfred Wörner. Ende 1983 bahnte der Skandal sich an und hielt im Januar 1984 die Bundesrepublik in Atem. Doch die Sache lief nicht rund. Die Motivlage und die treibenden Kräfte hinter den Gerüchten waren undurchsichtig. Beteiligte Institutionen wie Bundeswehr, MAD und Polizei waren nicht in der Lage, den Verdacht der Homosexualität zu erhärten, geschweige denn zu beweisen. Vielmehr entstand der Eindruck, dass entgegen der Faktenlage und jeder Rationalität auf Biegen und Brechen ein Verdacht konstruiert werden sollte. Und nicht zuletzt: Das Opfer wehrte sich. Nur zwei Dinge waren unmissverständlich: Die öffentliche Generalmobilmachung gegen alles, was mit Homosexualität in Verbindung gebracht wurde, und die Botschaft an die Homosexuellen im Land.

Mein Artikel zur Affäre in der Tageszeitung "Unsere Zeit" vom 21. Januar 1984 trug den Titel "Schwule als Freiwild". Denn es war die Zeit des gesellschaftspolitischen Rollbacks. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte 1982 eine "geistig-moralische Wende" ausgerufen, und deren Akteure, so formulierte ich damals, brauchten "Sündenböcke, Minderheiten, an denen sie ein Exempel statuieren können". Umso gespannter war ich auf das 35 Jahre nach der Affäre erschienene Buch über "Die Affäre Kießling. Der größte Skandal der Bundeswehr". Doch ich wurde enttäuscht.

Der ledige Schöngeist unter den Generalen


Autor Heiner Möllers ist Historiker und Offizier der Bundeswehr

Was war geschehen? Günter Kießling, lediger Schöngeist unter den Generalen, wird als deutscher Vertreter ins Nato-Hauptquartier entsandt. Schon zuvor als Geschwätz gewertete Gerüchte über eine mögliche Homosexualität Kießlings gewannen – von wem und in wessen Interesse auch immer lanciert – eine eigene Dynamik. Auf gut 360 Seiten erzählt der Historiker und Offizier der Bundeswehr Heiner Möllers die Vorgeschichte der Affäre, blättert in einer Art Tagebuch ausführlich den Kern ihres Verlaufs vom 5. Januar bis zum 3. Februar 1984 auf und skizziert ihre Nachwehen, einschließlich zweier etwas angeklebt wirkender Abschnitte über die "Schuldigen" und "Schwule Soldaten". Als Einstieg wählt er das Ende der Affäre: Kießling wurde rehabilitiert, als General wiedereingestellt, nur, um anschließend ehrenhaft und mit Großem Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet zu werden.

Für seine Darstellung hat Möllers umfangreiches Archivmaterial gesichtet, Presseberichte ausgewertet und Zeitzeugen interviewt. Doch fällt auf, dass er sich auf eng mit der Bundeswehr verbandelte "Bundeswehrberichterstatter" und Insider beschränkt hat. Ein Blick von außen, der das Geschehen in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang einordnet, fehlt fast immer. Auch die Auswirkungen der Berichterstattung wird allein mit Blick auf die Bundeswehr und die Beteiligten analysiert: Was schreibt Kießling zu dieser Meldung in sein Tagebuch oder in seinen späteren Darstellungen, wie reagiert der Minister oder sein Staatssekretär auf jene Meldung, was sagen andere Offiziere, Generäle …? Und wenn Möllers ausnahmsweise Günter Amendt erwähnt, stellt er ihn vor als "Sozialwissenschaftler, der sich als Autor von Konkret der Sexualforschung gewidmet hat". Gesellschaftliche Gruppen, Parteien, die Bevölkerung bleiben außen vor, von den Auswirkungen auf sowieso wieder stärker unter Druck geratene Schwule ganz zu schweigen. Lediglich die positiven Allensbacher Umfragewerte für Helmut Kohl und seine Regierung werden als Beleg dafür herangezogen, dass das Volk die Sache wohl nicht so dramatisch gesehen hat.

Statt dessen Akten und Tagebücher. Und – zugegebener Maßen – überraschende Einblicke ins Nato-Hauptquartier. "Eine Party folgte der anderen. Die britischen und amerikanischen Generale beschäftigten jeweils eigene Dienerschaften von bis zu 17 Personen in ihrem Haushalt. […] Ein unverheirateter Vier-Sterne-General, der allein mit seinem Fahrer und ohne weiteres Personal in einer weitgehend leeren Villa wohnte, war in diesem Umfeld ein wundersamer Exot und selbstverständlich Thema des Tratsches auf vielen Gesellschaften." Und auch schon bei seiner Vorverwendung als Kommandierender General, so der Autor, stand die ernsthafte Frage im Raum: "Mit wem sollte er einen Divisionsball eröffnen?" Kießling passte demnach nicht in das Hauptquartier, das Hauptquartier passte nicht zu ihm, doch da er amtsmüde war und bereits um seine Versetzung in den Ruhestand gebeten hatte, bot sich eine "elegante Lösung" des Problems an: die Gerüchte unter dem Deckel zu halten und Kießling zum 31. März 1984 ehrenhaft in den Ruhestand zu schicken. Doch gegen diese Option des Ministers wurde innerhalb seines Ministeriums tatkräftig intrigiert: Minister Wörner entließ den General zum 31. Dezember, und die ganze Geschichte gelangte an die Öffentlichkeit, auch das völlig unakzeptable Handeln Wörners dem General und der Öffentlichkeit gegenüber: Kießling wurde während der Affäre nicht einmal offiziell angehört.

Irrsinn entfesselter Homosexuellenfeindlichkeit


"Die Affäre Kießling" ist im Christoph Links Verlag erschienen

Aber hat sich die Affäre damals nur einer eigenen, inneren Dynamik folgend entwickelt? Oder gab es doch übergeordnete Anlässe und Interessen, die den Irrsinn entfesselter Homosexuellenfeindlichkeit plausibel machen? Neue Erkenntnisse zu diesen schon damals virulenten Fragen liefert das Buch bei aller Materialfülle nicht. Und auch nicht dazu, dass schon während der Ereignisse kaum noch jemand von der "Affäre Kießling" gesprochen hat – die Sache war in der öffentlichen Wahrnehmung sehr schnell ein "Fall Wörner" geworden: Der Minister konnte nur mit Not im Amt gehalten werden.

Minister Wörner agierte innerhalb eines gesellschaftlichen Klimas, das von der Durchsetzung des Nato-Nachrüstungsbeschluss bestimmt war – Aufrüstung nach außen also, und "Aufrüstung" im Inneren. Diese Dimension klammert der Autor jedoch weitgehend aus. Die Aufrüstungsdebatte erwähnt er nur, um zu verdeutlichen, dass der Minister wenig Zeit hatte, sich um Kießling zu kümmern. Und nicht einmal ansatzweise geht er dem Katalysator des Skandals, dem Charakter und der Bedeutung des § 175 StGB nach. Stattdessen mogelt er sich darum herum, übt sich in Desinformation und wäscht die Bundeswehr rein: So zitiert er die Dienstvorschrift der Bundeswehr aus dem Jahr 1971, die Homosexualität zum Sicherheitsrisiko erklärt, weil – so die Logik der Vorschrift – homosexuelle Handlungen strafbar und Homosexuelle somit erpressbar seien. Diese Dienstvorschrift und ihre Grundlage könnte man durchaus historisch einordnen, diskutieren und in Frage stellen, denn immerhin waren homosexuelle Handlungen unter Erwachsenen seit 1969 straffrei, was die Logik der Dienstvorschrift außer Kraft gesetzt. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, nennt Möllers zwar "zwischenzeitliche Reformen gerade des § 175", bezieht sich aber nur auf die "umfassende Reform des Sexualstrafrechts" unter Bundeskanzler Willy Brandt im Jahr 1973, auch hier, ohne deren Inhalt zu benennen. Da Möllers so das Datum der Strafrechtsreform um vier Jahre verschiebt, kann er behaupten, dass die Dienstvorschrift diese Reform noch nicht berücksichtigen konnte, weshalb sie "ohne Folgen" blieben. Dass sich die Reform bis 1983 bei der Bundeswehr durchaus hätte herumsprechen können, kommt dem Autor ebenfalls nicht in den Sinn.

Wer sich heute den Verlauf der Affäre und die bundeswehrinternen Machtkämpfe, die Schlampereien und Intrigen rund um die Affäre Wörner noch einmal vergegenwärtigen möchte, wird bei Heiner Möllers gut bedient und auch mit einigen neuen, für die Beurteilung des großen Ganzen aber eher belanglosen Details konfrontiert. Wer hofft, dass es neue Erkenntnisse und Einschätzungen über mögliche Interessen an der Affäre gibt oder sich eine Einordnung in die politische und gesellschaftliche Situation wünscht, wird jedoch enttäuscht. Das verrät bereits der Titel des Buchs. Zwar notiert auch Möllers am Rande, "'die Affäre Kießling' war eher ein 'Skandal Wörner'", aber es bleibt bei folgenlosen Randbemerkungen. Das Buch heißt "Die Affäre Kießling". Und an Kießling bleibt in Möllers Darstellung letztendlich auch noch die Schuld kleben: Immerhin hätte er sich "nie durchringen [können], energisch den Gerüchten entgegenzutreten, von denen er selbst spätestens seit Herbst 1981 wusste und die offensichtlich schon länger kursierten. Da half es ihm auch nicht, nach der Affäre auf vier Seiten 'Die Frauen in meinem Leben' niederzuschreiben und dabei 20 Damen aufzulisten …". Ende der Durchsage.

Der Text erschien zuerst auf sissymag.de.

Infos zum Buch

Heiner Möllers: Die Affäre Kießling. Der größte Skandal der Bundeswehr. Sachbuch. 368 Seiten. Christoph Links Verlag. Berlin 2019. Hardcover: 25 € (ISBN: 978-3-96289-037-7). Ebook: 14,99 €


#1 DramaQueen24Profil
  • 25.08.2019, 18:23hBerlin
  • Die Kießling-Affäre war nicht ungewöhnlich, nicht nur in Deutschland! In dieser Zeit wurden Homosexuelle und Pädosexuelle, die an wichtigen Positionen waren (Politik, Militär, etc.) durch Erpressung gezwungen, für Nachrichtendienste zu arbeiten. In meinem damaligen Zuständigkeitsbereich in Frankfurt hat ein Kollege von mir einen schwulen Hauptmann für unsere "Firma" gewonnen.
    Heute hätte er damit kaum eine Chance gehabt, damals schon, denn damals war H. ein Tabuthema, vor allem in der (deutschen) Truppe.
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#2 TheDadProfil
  • 25.08.2019, 22:29hHannover
  • Antwort auf #1 von DramaQueen24
  • Da weiß man gar nicht was nun absurder daherkommt..
    Die Vorgänge damals, oder Deine Einschätzung dazu, die immer noch vermissen läßt so etwas wie eine "Reue über damalige Praktiken" zu empfinden ?
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#3 DramaQueen24Profil
  • 26.08.2019, 03:00hBerlin
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • "Die Vorgänge damals, oder Deine Einschätzung dazu, die immer noch vermissen läßt so etwas wie eine "Reue über damalige Praktiken" zu empfinden ?"

    Warum sollten meine damaligen Kollegen oder/und ich darüber Reue empfinden? So war die damalige Welt eben! Man nutzte ALLES, um an Informationen zu kommen. Die "Romeos" der DDR -Stasi, die sich an Bonner Sekretärinnen ranmachten, waren im damaligen Geschäft genauso "normal", wie die Observation von Zielobjekten, um einen Ansatzpunkt für Erpressung, Nötigung und/oder Bestechung zu finden.
    Die Welt der Nachrichtendienste ist eine eigene Welt mit eigenen Regeln.
    Ich bedaure nichts, nicht einmal die Operationen, an denen ich direkt oder indirekt beteiligt war. Denn sie dienten dazu, die Welt etwas sicherer zu machen.
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#4 ElfolfProfil
  • 26.08.2019, 05:46hHamburg
  • Ich kann mich noch gut an die "Affäre" um den "Günter von der Bundeswehr" erinnern. Damals war ich ca. zwei Jahre geoutet und täglich in der einzigen Schwulenkneipe meiner Stadt. Die Diskussion dort, aber auch mit unseren Hetenfreunden betonte, dass der eigentliche Skandal nicht der falsche Vorwurf war, sondern das die Bundeswehr den Homosexuellen an sich als minderwertig und erpressbar eingestuft hat. Ein Bekannter hat sich freiwillig als Zeitsoldat verpflichtet. Nachdem er sich geoutet hat, wurde er aus der Ausbildung abgezogen, weil ihm unterstellt wurde, er könne sich als warmer Bruder nicht durchsetzen und er verbrachte die nächsten Jahre in der Schreibstube. Dabei gab es damals schon schwule Offiziere und Zivilangestellte, die in ihrem Umfeld beim Bund voll akzeptiert waren. Was mich besonders ärgert ist, dass der Autor offensichtlich immer noch in alten Denkmustern gefangen ist.
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#5 TheDadProfil
  • 26.08.2019, 09:57hHannover
  • Antwort auf #3 von DramaQueen24
  • ""Warum sollten meine damaligen Kollegen oder/und ich darüber Reue empfinden?""..

    Ja, warum nur ?
    Laß mal überlegen..
    Weil Erpressung eine Straftat ist..

    Und man Menschen damit "erpresst" hat
    "gegen die guten sitten" zu handeln, die man selbst erst geschaffen hat..

    Weil man auch als Angehörige* eines "Geheimdienstes"
    (mal von der Frage völlig unabhängig, wieso es solche "Dienste" überhaupt gibt, und wieso die dann Menschen in "verbündeten Staaten" erpressen ?)
    wissen kann das es keine "Straftat" sein kann Mensch zu sein !

    Der "moralische Fingerzeig" mit dem dann Leute wie J.Edgar Hoover, selbst offensichtlich "Homosexuell" und offenbar auch "Freizeit-Transvestit" und zudem mit seinem "Privatsekretär" in einer Ehe-ähnlichen Wohngemeinschaft lebend, sich über den "Frauen-Verschleiß" eines "katholischen Präsidenten" wie Kennedy und seinen Bruder den Justizminister erhebt, und dabei Methodiken anwendet, die später als "Stasi-Methoden" in die Geschichte der BRD eingegangen sind, und man einfach nicht auf die Reihe kriegt daß die Methodiken der vermeintlichen Gegner im kaltem Krieg bis ins Detail exakt die gleichen waren, und jede Seite für sich den Anspruch erhob, doch "die Guten" zu sein..

    Nicht erkennen zu wollen falsch zu handeln ist nur eine Seite der Medaille die dazu drängt Asoziales Verhalten auch immer noch im Rückblick zu verdrängen..
    "es war ja mein job"..

    Die "moralische Kraft" einen solchen Job nicht zu machen bietet man nicht auf..
    Ganz zu schweigen von der Möglichkeit solche Methodiken dann als Whistleblower öffentlich zu machen, und die Institution damit bloß zu stellen..

    Doch genau das braucht Gesellschaft wenn sie sich wandeln soll..
    Offene Informationen über ALLES, um die angewendeten Methodiken der Diskriminierung und Unterdrückung der Bevölkerung durch den Staat und seine Institutionen zunächst zu entlarven, und dann zu beenden !
    Endgültig zu beenden !

    Denn wer denkt, derlei Methodiken würden nicht mehr angewendet werden, der hat offenbar noch niemals etwas von "Mobbing im Kollegenkreis" gehört, oder von "Schwule Sau" als Schimpfwort auf dem Schulhof..

    Dieses Verharren in der Vergangenheit, welches immer noch möglich macht, das Eltern ihren Kindern mit den Worten
    "oh gott, was sollen denn bloß die nachbarn sagen"
    begegnen, speist sich nämlich auch aus diesem "festhalten an bewährten methoden"..

    Und an alten Denkmustern..
    Denn welche "Informationen" könnte man denn als "CIA" durch die Erpressung eines "Schwulen Hauptmanns der Bundeswehr" erhalten, die man auf anderen Wegen nicht erhält ?

    Was hätte ein "General" ausplaudern können, wenn er wirklich im Fokus einer "Romeo-Affäre" der STASI gestanden hätte, bei der es vollständig egal gewesen war, ob es sich um eine eingesetzte Agentin, oder einen eingesetzten Agenten gehandelt hätte ?

    Die Idee der "Erpressbarkeit" eines solchen Mannes war von vorne herein Unfug, das Ergebnis der Affäre der Karrieresprung eines Manfred Wörner vom Bundesverteidigungsminister zum Nato-Generalsekretär, und ein zerstörtes Leben eines Mannes wie Kießling, der sein Leben in den Dienst der Bundesrepublik gestellt hatte..

    Und alles bloß weil es Leut gibt, die sich an Schreibtischen sitzend Gedanken dazu machen, wie und womit man andere Menschen erpressen kann ?

    ""Ich bedaure nichts""..

    Und Du hast offensichtlich immer noch NICHTS daraus gelernt ?
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#6 DramaQueen24Profil
  • 26.08.2019, 12:06hBerlin
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Nachrichtendienste haben ihren Sinn, und sie sind an Regeln gebunden. An Regeln, die Gesetze vorschreiben, an moralische Regeln, und an persönliche Regeln.
    Wenn jemand vorhat, eine Bombe zu zünden, ist JEDES MITTEL RECHT, um das zu verhindern, auch Drohung, Erpressung und Bestechung!
    Verdeckte Operationen (englich "Black-OP" genannt) haben auch ihren Sinn, um Größere zu verhindern.
    Wenn jemand Dir oder Deinem Mann schaden will, und das Gesetz eher Hindernis als Hilfe ist, geschützt zu werden, greift man zu den Mitteln, die vielleicht gesetzlich verboten, aber in der Situation legitim sind, um Schlimmeres zu verhindern.
    Erinnerst Du Dich noch an die Entführung des Bankierssohnes von Metzger? Der Verhörpolizist wurde gemaßregelt, weil er den Täter unter Druck setzte und ihm drohte. Aber nur so bekam er die Info, wo die Leiche des Kindes ist, der Täter hätte geschwiegen (keine Leiche, kein Urteil).
    Er hat genau richtig gehandelt! Ich hätte ihn sogar noch härter angefasst, kleine psychologische Spielchen benutzt, die ihm eine Heidenangst eingejagt hätten. So, wie ich es gelernt hatte. Der hätte wie ein Wasserfall geredet!
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#7 saltgay_nlProfil
  • 26.08.2019, 16:12hZutphen
  • Ach Gottchen, wer hat denn da ein Problem mit seiner Vergangenheit? Was für ein Drama mit der Queen. Also bitte hier nicht so tun als sei man bei der "Firma" gewesen. Kein Profi gibt auch nach Jahrzehnten zu, welche Position man im Dienste der Nation bekleidete. By the way heißt es noch immer Ministerium für Staatssicherheit.

    Auch solche dümmlichen Rechtfertigungsszenarien, dass mag es vielleicht bei den "Trovatos klären auf" geben, aber nicht in einer staatlichen Dienststelle. Die Lizenz zum Rechtsbruch ist noch seitens des Herrn Seehofer abzuwarten. Dann darf das neue Geheime Staatspolizeiamt, bestehend aus den Geheimdiensten, Polizei, Bundespolizei) sämtliche ungesetzlichen Handlungen, die eines totalen Überwachungsstaates würdig sind, auch durchführen.

    Also bitte in Zukunft weniger heiße Luft.

    Die Kießling-Affäre ist ein typisches Beispiel für den damaligen politischen Amoklauf der Regierung Kohl gewesen. Die Dilettanten faselten tatsächlich nur von der geistig-moralischen Wende und wie die polnische Flugente mit 5 Buchstaben, Anfangsbuchstabe P..., kannten sie nur ein Ziel: rückwärts zu Adenauer bei heutigem Komfort. Die geistige Reife dieser Politiker zeigte sich dann bei der Bundestagswahl, als Norbert Blüm die angejahrte Dorothee Wilms (Ministerin für Bildung und Wissenschaft, CDU) durch die Luft wirbelte.

    In der Tat, hatte sich nach der ersten zaghaften Emanzipation Homosexueller (Film "die Konsequenz" 1977) ein neues Klima des Hasses gebildet. Die "Schwulenseuche AIDS" lieferte endlich den Anlass wieder ungestraft diskriminieren zu können.

    Heute dagegen ist es der politisch immer wieder willkomene sexuelle Missbrauch von Kindern, der eine scharfe Waffe im Ausschalten unliebsamer Personen ist. So die Affären um die SPD-Politiker Taus und Edathy.

    Man darf auf die neuen Sündenböcke in der zukünftigen Regierungskoalition CDU/CSU/AfD/FDP gespannt sein.
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#8 AproposAnonym
  • 26.08.2019, 16:50h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • "In der Tat, hatte sich nach der ersten zaghaften Emanzipation Homosexueller (Film "die Konsequenz" 1977) ein neues Klima des Hasses gebildet."
    Der Film "Die Konsequenz" war eine Verfilmung des Buches von Alexander Ziegler; dem Alexander Ziegler, der in der sich in der Kießling-Affäre als Zeuge andiente und behauptete, er habe Beweise, dass Kießling schwul sei.
    Klein ist die Welt.
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#9 SicherheitsrisikoAnonym
  • 26.08.2019, 19:49h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • Interessant, was du schreibst. Dass die "Schwulenseuche AIDS" als Diskriminierungsanlass benutzt wurde, ist mehr als hässlich. Damals war ich viel zu jung, um diese politischen und gesellschaftlichen Züge mitzubekommen. Aber die Atmosphäre, die ich spürte, kann ich am besten auf englisch beschreiben: tense. So richtig ausleben konnten sich nur Heteros, für die LSBTTIQ hieß es damals: Vorsicht, aufpassen!
    Die "Affäre Kießling" hatte ich natürlich auch nicht mitbekommen, aber jetzt, wenn ich das so lese, das ist krass :-(
    "Sicherheitsrisiko, warmer Bruder, nicht tauglich, Homosexuelle im Militär seien problematisch, Paragraf 175, ein nicht verheirateter Hetero könnte schwul sein" - geballte Homophobie.
    Und manche Heten zelebrierten unterdessen die 80iger, machten Party, zogen sich teilweise mit neon-farbenen Klamotten an, Schulterpolster waren "in" und Sporttraingsanzüge waren voll im trend, sowie Rollschuh fahren auch.
    Aber hinter dieser Fassade spielte sich was politisch ab, das wirklich schlimm für die LSBTTIQ war.
    Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich mir während dieser Zeit noch nicht bewusst war, dass ich homosexuell bin. Wenn ich an die Schulzeit denke, oder dann während der Ausbildung - puh, was hätte da alles auf mich zukommen können :-/

    Aber deine Prognose mit CDU/CSU, AfD, und FDP ist ja schon etwas phantasiert ;-) Das ergeben wahrscheinlich gerade die Umfragen, aber die FDP wird mit der AfD niemals zusammen kommen - soviel Verstand traue ich der FDP zu. Das mit der Union und AfD - hm, kommt darauf an, wer den nächsten Vorsitz bei der CDU haben wird.
    Bis 2021 ist es noch ne Weile hin und ich bin guter Hoffnung, dass die Grünen noch an Fahrt gewinnen werden - für die LINKEN kann ich es nur hoffen.

    Ich bin der Auffassung, dass es noch eine weitere Partei geben sollte. Eine, die zwischen den Grünen und den LINKEN ist. Das würde die Chance erhöhen, eine Regierung bilden zu können.

    ©BuntesUndSchönes
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#10 RebeccaProfil
  • 26.08.2019, 19:49hBerlin
  • Aus meiner Sicht selbst, ist ein offen lebender Schwuler als General nicht mehr "erpressbar". Was will man ihm denn vorwerfen ? Dass er in einem Darkroom mit einem anderen Sex hatte ?

    Es ist eher aus meiner Sicht so, dass offen leben, die "erpressbar" nicht zutreffend ist.
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