Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34335

Frankreich

Erneut Fußballspiele nach homophoben Sprechchören unterbrochen

In Frankreich mussten Schiedsrichter am Wochenende zwei Fußballspiele wegen schwulenfeindlichem Geschrei der Fans unterbrechen – ein Novum für die erste Liga.


Stade Brest richtet seine Heimspiele im Stade Francis-Le Blé aus (Bild: El Funcionario / wikipedia)

Am Wochenende mussten im französischen Profifußball zwei Spiele unterbrochen werden, weil die Fans homophobe Gesänge angestimmt hatten. Beim Erstligaspiel zwischen dem Aufsteiger Stade Brest aus der Bretagne und Gegner Stade Reims aus der Champagne kam es am Samstag Anfang der zweiten Halbzeit zu schwulenfeindlichen Sprechchöre von den Fans der Heimmannschaft. Schiedsrichter Hakim Ben El Hadj unterbrach die Partie als Reaktion in der 53. Spielminute.

In einer Lautsprecherdurchsage forderte daraufhin der Stadionsprecher die Fans auf, derartige Gesänge zu unterlassen. Ansonsten müsse das Spiel abgebrochen werden. Nach den Wiederanpfiff konnte das Spiel ohne weitere Zwischenfälle beendet werden – Brest gewann 1:0.

Jean-Pierre Caillot, der Präsident von Stade Brest, erklärte nach dem Spiel, er hoffe, dass die Fans nach diesem Vorfall gelernt hätten, auf "solche Dinge" zu verzichten. Er gab zu, dass er "schon immer" diese Art von Beleidigungen im Fußball gehört habe.

Twitter / StadeDeReims

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Am Sonntag gab es einen erneuten Zwischenfall im Spiel zwischen dem AS Monaco und Olympique Nîmes. In der 23. Minute unterbrach Amaury Delerue wegen homophober Fangesänge ebenfalls das Spiel und der Stadionsprecher forderte die Zuschauer auf, derartige Beleidigungen zu unterlassen, was laut Medienberichten zu Pfiffen im Publikum führte. Das Spiel endete 2:2.

Twitter / ColinDelprat

Bereits vergangene Woche wurde ein Zweitligaspiel zwischen AS Nancy und FC Le Mans ebenfalls vom Schiedsrichter wegen homophober Fangesänge unterbrochen (queer.de berichtete). Die Unterbrechung wegen Homophobie bedeutete damals eine Premiere im französischen Profifußball. In der Vorsaison waren zwar Spiele bereits mehrfach wegen diskriminierender Sprechchöre unterbrochen worden – allerdings damals immer wegen rassistischen Äußerungen. Vor Beginn dieser Saison wurden die Schiedsrichter angewiesen, auch bei homophoben Fangesängen Spiele zu unterbrechen. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 26.08.2019, 13:46h
  • Richtig so.

    Diese Konsequenz bei der Bekämpfung von Homohass, Transhass, Rassismus und jeder anderen Form von Faschismus würde ich mir auch in Deutschland wünschen.

    Aber der deutsche Fußball ist auf dem rechten Auge blind. Das wird langfristig das Image des Fußball ruinieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SchleicheR74
  • 26.08.2019, 14:20h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Manchmal denke ich, der Fußball definiert sich über solche Agressionen und die Verantwortlichen haben das schon so verinnerlicht, dass sie es akzeptieren. Der deutsche Fußball sollte sich schnellstmöglich in die gleiche Richtung begeben, wie der französische Fußball. Sport sollte eine durch und durch friedliche Angelegenheit sein, wo man Manschaften und Spieler angefeuert und nicht beleidigt werden.
    Bei Affenrufen muss ich immer wieder staunen, wie gut diese ´Leute´ die wiedergegeben. Woher das wohl kommt? Rassistische und queerfeindliche Sprüche gehören in keinen Sport und auch sonst in keine gesunde Gesellschaft.
    Ich bin gespannt, wann hier mal ein Spiel wegen queerfeindlicher Sprüche unterbrochen wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 schein_konservativAnonym
  • 26.08.2019, 21:25h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Der Männerfußball in Deutschland war schon immer konservativ geprägt. Wer dort spielte, dem war Prestige und Ansehen garantiert. Und das war und ist heute noch leider ein statement: "Männer sollen muskulös, hart im Nehmen, und hetero sein." "Das ist Männlichkeit." Etc.
    Mittlerweile wird das für manche als homo- und transphobe Plattform benutzt, oder als rassistische. Fußballstars werden förmlich vermarktet - die Werbung funktioniert "hervorragend."
    Aktuell: da möchten einige Fußballclubs nicht mit dem "Makel" Diskriminierung in Verbindung gebracht werden, wobei das über die internen Diskriminierungen gar nichts aussagt. Da erhalten also zum Beispiel die Spieler ein Regenbogenbändchen - schwupps, hat man das Argument, dass man doch tolerant sei - die Bändchen zeigen das ja (Ironie).
    Tja, aber wieviele Schwule und Trans und Bi spielen in diesen Clubs??

    Deswegen ist das schein-konservativ. Viele geben sich konservativ oder tolerant, aber hinter dieser Fassade steckt tief verwurzelte Homo-und Transphobie. Und einige Fußballfans meinen, es gehöre dazu, solch homo- und transphobe Stimmung zu machen.

    Und, als ob das nicht schon schlimm genug wäre, es gibt ja etliche Firmen und andere Unternehmen, die sich als Fußballfreunde bekennen und: diesen Schleier verwenden, um Homo- und Transphobie zu verstecken.

    Bei einem anderen Thema wird das genauso gehandhabt: Leute sitzen in der Bahn, einer ist homosexuell. Die anderen stellen das irgendwann fest und haben, wie es typisch ist, das Bedürfnis, das zu äußern (von wegen wir haben kein Problem mit Homosexuellen - (Ironie)). Sie beginnen also ein Gespräch und bald wird das Thema Kinder und Schwangerschaft angesprochen. Das soll verdeutlichen: "Wir haben erkannt, dass du nicht mitreden kannst und wir wollen dir unter die Nase reiben, dass du homosexuell bist - übrigens fühlen wir uns gerade unangenehm und müssen uns gegenseitig bestärken."
    Derselbe Blödsinn.
    Wie kann man pauschal annehmen, dass Homosexuelle keine Kinder hätten? Oder dass sie bei diesem Thema nicht mitreden könnten?!?

    Und warum müssen sich manche schon fast zwanghaft mit ihrer Fußball-Euphorie brüsten als sei es überlebenswichtig??
    Und warum wird diese realitätsfremde heterogenormte Männlichkeit so gefeiert, als gäbe es keine Vielfalt??

    Einfach mal rhetorisch gefragt - Fragen zum Nachdenken an diesen sonderbaren Teil der Gesellschaft, die sich als Götter feiern lassen und über jeden Zweifel erhaben sind (Ironie)!

    ©BuntesUndSchönes
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Dont_talk_aboutProfil
  • 26.08.2019, 22:14hFrankfurt
  • Ich sehe Spielunterbrechungen immer negativ, da das Wettbewerbsverzerrung ist, es lässt sich schwer abschätzen, welcher Mannschaft das nützt. Des weiteren sind die Fans für mich nicht Teil des Spiels -- halt nur Zuschauer. Also bitte lieber über Stadionverbote regeln, falls die Sprüche das rechtfertigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 DramaQueen24Profil
  • 27.08.2019, 00:30hBerlin
  • In Frankreich greift man durch. Und in Deutschland? Da geht Kommerz über Menschenrecht.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Dont_talk_aboutProfil
  • 27.08.2019, 04:10hFrankfurt
  • Antwort auf #3 von schein_konservativ
  • Naja, das Problem sind nicht die Fans, wen interessieren die ? Das Problem ist, dass man sich beim Spielen körperlich recht nahe kommt. Meine Sache wäre das z.B. nicht. Und dann scheint es so ein Agreement zu geben, dass es keine körperlicher Anziehung geben darf. Natürlich kann das ein professioneller schwuler Spieler vollständig trennen, aber es schwebt halt bei vielen sowas mit.
    Verschiedengeschlechtliche Team kann man sich auch aus diesem Grund irgendwie nicht vorstellen.
    Man hätte sofort den Eindruck, dass die Männer den Frauen zu nahe kommen und das nicht nur nach schwedischen Maßstäben.

    Auf der Fan-Seite glaube ich eher, dass überdurchschnittliche viele Schwule (inklusive das was hier Klemmschwester genannt wird) Fußball gucken. Ich schau zwar primär, weil mich das Spiel interessiert, aber viele Spieler sind doch einfach ein Hingucker. Ein klares Plus, das Hetero-Männer nicht haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 YannickAnonym
  • 27.08.2019, 09:16h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Noch schlimmer:

    Hierzulande wird sogar noch gesagt, man bräuchte die *Ultras* für die Stimmung.

    Ganz ehrlich:
    Ein Sport, der Faschisten für die Stimmung braucht und der faschistische Sprechchöre überhaupt als Stimmung ansieht, hat seinen Zenit längst überschritten.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 AltoAnonym
#9 schein_konservativAnonym
  • 27.08.2019, 12:21h
  • Antwort auf #6 von Dont_talk_about
  • "Das Problem ist, dass man sich beim Spielen körperlich recht nahe kommt."
    "Und dann scheint es so ein Agreement zu geben, dass es keine körperliche Anziehung geben darf."

    ???
    Was ist das für ein Zeug, was du da schreibst??
    Spreche mal mit der Nationalmannschaft der Frauen, ob sich da Lesben gegenseitig körperlich anziehend finden beim Spielen.
    Sorry, aber entweder versuchst du Argumente von Homophoben auf die Spitze zu treiben, oder du hast irgendwas geschluckt, was dir nicht gut tut.

    Und du als Schwuler unterstellst damit pauschal, dass die gesamte LSBTTIQ ihre Sexualität nicht unter Kontrolle hätte?!?

    Dann warte ich auf eine Entschuldigung von dir, denn das ist reichlich diffamierend, was du da schreibst.
    Denn Hitzlsperger hat ne zeitlang aktiv Fußball gespielt und hat noch nie auf dem Rasen mit jemandem gefögelt!

    Vielleicht wäre es sinnvoll, dass du deine Phantasien in den Griff bekommst?!?

    ©BuntesUndSchönes
  • Antworten » | Direktlink »
#10 AltoAnonym
  • 27.08.2019, 12:44h
  • Antwort auf #9 von schein_konservativ
  • Ich glaube er spielt auf die Angst an, die viele Heterosexuelle haben, in der Dusche von einem Schwulen mit Kontrollverlust ungefragt anal penetriert zu werden. Das ist wohl eher psychologisch gemeint, mit dem nicht zu nahe kommen, dennoch ist die Angst bei vielen ja da, wenn auch unbegründet.
  • Antworten » | Direktlink »